Saga Pearl II

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Saga Pearl II
Saga Pearl II (ship, 1981) IMO 8000214, Split 2013-12-11 CET15h02m14s.jpg
p1
Schiffsdaten
Flagge MaltaMalta (Handels- und Dienstflagge zur See) Malta
LiberiaLiberia Liberia
Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Deutsche Demokratische Republik
Sudafrika 1961Südafrika Südafrika
BahamasBahamas (Handelsflagge) Bahamas
DeutschlandDeutschland Deutschland
andere Schiffsnamen

Astor (1980–85)
Arkona (1985–2002)
Astoria (2002–10)
Quest for Adventure (2012–13)

Schiffstyp Passagierschiff
Rufzeichen 9HA2950[1]
Eigner Enbrook Cruises Ltd.[2]
Reederei Saga Cruises[2]
Bauwerft Howaldtswerke-Deutsche Werft, Hamburg[1]
Baunummer 165
Kiellegung 20. Mai 1980[1]
Stapellauf 16. Dezember 1980[1]
Übernahme Dezember 1981[1]
Verbleib in Fahrt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
164,35[1] m (Lüa)
Breite 22,6 m
Tiefgang max. 8,1 m
Vermessung 18.627 BRZ[1]
 
Besatzung 285
Maschine
Maschine dieselmechanisch
4 × Dieselmotor (MAN 6L40/45), je 3.300 kW[1]
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
13.200 kW (17.947 PS)
Geschwindigkeit max. 18 kn (33 km/h)
Propeller 2 × Fünfblatt-Verstellpropeller
Transportkapazitäten
Zugelassene Passagierzahl 580 bis 654
Sonstiges
Klassifizierungen

Germanischer Lloyd

Registrier-
nummern

IMO-Nr. 8000214[1]

Die Saga Pearl II ist ein Kreuzfahrtschiff der Saga Shipping Company Ltd. Das Schiff war unter dem Namen Astor in den Jahren 1983/84 Drehort der in Deutschland sehr populären Fernsehserie „Das Traumschiff“, 1990 der DFF-Fernsehserie "Luv und Lee" und fährt mittlerweile unter der Flagge Maltas.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Am 16. Dezember 1980 lief das Schiff unter dem Namen Astor bei den Howaldtswerken-Deutsche Werft AG in Hamburg mit der Baunummer 165[1] (Bauname Hammonia) für die HADAG Cruises Lines AG vom Stapel.

Während der Ausrüstungsarbeiten verursachte ein vergleichsweise harmloser Brand an Bord erhebliche Rauch- und Wasserschäden. Diese Schäden führten zu einer Verzögerung der Jungfernfahrt des Schiffes, die dann ab dem 24. November 1981 in der Nordsee stattfand. Nach erfolgter Erprobung wurde das Schiff am 4. Dezember 1981 an die KG Kymo Verwaltungs-Gesellschaft für Schiffsbeteiligungen mit Sitz in Hamburg abgeliefert. Zunächst wurde das Schiff an die KR HADAG Seetouristik & und Fährdienst AG als Kreuzfahrtschiff verchartert. Ursprünglich war das Schiff für 638 Passagiere gebaut worden. Die erste Reise führte ab Hamburg nach Le Havre, Málaga und Genua mit geladenen Gästen.

Um den gänzlichen Konkurs der HADAG abzuwenden, wurde das Schiff am 14. Oktober 1983 an die Reederei South African Marine Corp. Ltd. in Kapstadt verkauft. In Hamburg erfolgte am 7. Februar 1984 die Übergabe des Schiffes. In der Bauwerft wurden anschließend umfangreiche Umbau- und Modernisierungsarbeiten durchgeführt, so dass das Schiff jetzt nur noch für 530 Passagiere zugelassen war. Diese Umbauarbeiten waren mit dem Auslaufen am 1. April 1984 nach Südafrika via Southampton beendet.

Ab Juli 1984 war die Astor in Nassau (Bahamas) registriert. Das Schiff wird häufig mit der 1987 in Dienst gestellten Astor verwechselt, dem Nachfolgeschiff mit dem erneut vergebenem Namen.

Mit dem 29. August 1985 übernahm der VEB Deutfracht/Seereederei Rostock (DSR) das Schiff und stellte es unter dem Namen Arkona für den Feriendienst des FDGB der DDR in Dienst. Vorher war die Deutsche Westafrika-Linie mit Sitz in Kiel, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Afrika-Linien, kurzzeitig Eigentümer des Schiffes, da die DDR keine direkten Beziehungen zu Südafrika wünschte. Vor der Umflaggung wurde das Schiff bei der Howaldtswerke-Deutsche Werft GmbH (HDW) für drei Millionen D-Mark überholt. Bis heute gibt es Meinungen, dass der Verkauf des Schiffes an die DDR Teil eines geheimen Dreiecksgeschäfts zwischen Südafrika, der DDR und den HDW, das maßgeblich durch die schleswig-holsteinische Landesregierung bzw. dessen Ministerpräsident Uwe Barschel beeinflusst bzw. eingefädelt war und bei dem bis 150 Millionen DM Schmiergeld geflossen sein sollen. Die DDR kam dadurch günstig zu einem Kreuzfahrtschiff, das wegen seiner Apartheidpolitik unter Waffenembargo stehende Südafrika an U-Boot-Pläne und die wirtschaftlich angeschlagene HDW, die zu 25,1 % im Besitz des Landes Schleswig Holstein war, erhielt dringend benötigte Aufträge.[3][4]

Die Arkona ersetzte die im gleichen Jahr von der DDR verkaufte Völkerfreundschaft. Neben Urlaubsfahrten mit DDR-Bürgern in der Ostsee und nach Kuba wurde sie hauptsächlich an westliche Reiseveranstalter zur Erwirtschaftung dringend benötigter Devisen verchartert. Ab der deutschen Wiedervereinigung 1990 fuhr das Schiff wieder unter der bundesdeutschen Flagge und wurde 2002 in Astoria umbenannt.

Nach einem Umbau in Höhe von rund 14 Millionen Pfund Sterling kam das Schiff ab Mitte März 2010 unter dem Namen Saga Pearl II wieder unter der Flagge der Bahamas zum Einsatz.

Seit März 2012 fährt sie unter der Flagge Maltas, im Mai 2012 wurde das Schiff in Quest for Adventure umbenannt. Ende 2013 bekam sie wieder ihren alten Namen Saga Pearl II

Bilder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gert Uwe Detlefsen: VEB Deutsche Seereederei Rostock. Detlefsen, Bad Segeberg [2005], (Deutsche Reedereien. Band 23), ISBN 3-928473-81-6.
  • Klaus Bröking: MS Astor – MS Astoria. Eine deutsche Geschichte. Heel, Königswinter 2007, ISBN 978-3-89880-795-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: IMO 8000214 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k Technische und administrative Daten des Schiffes. Germanischer Lloyd AG, abgerufen am 29. Januar 2012.
  2. a b Equasis – French Ministry for Transport: Administrative Daten der „Saga Pearl II“. Abgerufen am 29. Januar 2012.
  3. Barschels größtes Geheimnis. In: Der Spiegel, 34/1991.
  4. Klaus Bröking: Wie aus einem U-Boot ein Kreuzfahrer wurde. In: Westfälische Rundschau, 31. März 2008.