Bezirk Reinickendorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen von Reinickendorf
Wappen von Berlin
Reinickendorf
12. Bezirk von Berlin
Bezirk Mitte Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg Bezirk Pankow Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf Bezirk Spandau Bezirk Steglitz-Zehlendorf Bezirk Tempelhof-Schöneberg Bezirk Neukölln Bezirk Treptow-Köpenick Bezirk Marzahn-Hellersdorf Bezirk Lichtenberg Bezirk Reinickendorf BrandenburgOrtsteile des Bezirks Reinickendorf
Über dieses Bild
Koordinaten 52° 34′ 0″ N, 13° 21′ 0″ O52.56666666666713.35Koordinaten: 52° 34′ 0″ N, 13° 21′ 0″ O.
Fläche 89,48 km²
Einwohner 246.168 (30. Nov. 2013)
Bevölkerungsdichte 2751 Einwohner/km²
Ausländeranteil 11,7[1] % (31. Dez. 2012)
Arbeitslosenquote 15,2[2] % (30. Apr. 2013)
Postleitzahl 13403, 13405, 13407, 13409, 13435, 13437, 13439, 13465, 13467, 13469, 13503, 13505, 13507, 13509
Vorwahl 030
Adresse der
Verwaltung
Eichborndamm 215–239
13437 Berlin
Website berlin.de/ba-reinickendorf
Durchschnittsalter 45,2 Jahre[1] (31. Dez. 2012)
Gliederung
Bezirksschlüssel 12
Gliederung des Bezirks

11 Ortsteile

Politik
Bezirksbürgermeister Frank Balzer (CDU)
Stellvertretender Bezirksbürgermeister Andreas Höhne (SPD)
Sitzverteilung (Bezirksverordnetenversammlung)
CDU SPD Grüne Piraten
27 19 8 1
Sitzverteilung in der BVV
Verkehrsanbindung
Autobahn A111
Bundesstraße B96
S-Bahn Berlin S1.svg Berlin S25.svg
U-Bahn Berlin U6.svg Berlin U8.svg

Reinickendorf ist der zwölfte[3] Verwaltungsbezirk von Berlin und hat rund 250.000 Einwohner. Er wurde nach dem gleichnamigen Ortsteil benannt, der im Südosten des Bezirks liegt.

In der Zeit nach 1945 gehörte in der „Vier-Mächte-Stadt“ Berlin der Bezirk Reinickendorf zum französischen Sektor von Berlin und damit bis zur deutschen Wiedervereinigung zu West-Berlin.

Geographie[Bearbeiten]

Der Bezirk Reinickendorf befindet sich am nordwestlichen Rand Berlins. Die Nachbarbezirke sind im Südwesten Spandau, im Süden Charlottenburg-Wilmersdorf, im Südosten Mitte und im Osten Pankow. Der gesamte Norden grenzt an den brandenburgischen Landkreis Oberhavel.

Der Bezirk unterteilt sich in elf Ortsteile:

Ortsteil
und Ortslagen
Fläche
(km²)
Einwohner[4]
31. Dezember 2013
Einwohner
pro km²
Lage
1201 Reinickendorf 10,5 77.906 7.420
Berlin Heiligensee Konradshöhe Frohnau Tegel Hermsdorf Waidmannslust Lübars Märkisches Viertel Borsigwalde Wittenau Reinickendorf BrandenburgOrtsteile des Bezirks Reinickendorf
Über dieses Bild
1202 Tegel 33,7 34.507 1.024
Berlin Heiligensee Konradshöhe Frohnau Tegel Hermsdorf Waidmannslust Lübars Märkisches Viertel Borsigwalde Wittenau Reinickendorf BrandenburgOrtsteile des Bezirks Reinickendorf
Über dieses Bild
1203 Konradshöhe 2,2 5.988 2.722
Berlin Heiligensee Konradshöhe Frohnau Tegel Hermsdorf Waidmannslust Lübars Märkisches Viertel Borsigwalde Wittenau Reinickendorf BrandenburgOrtsteile des Bezirks Reinickendorf
Über dieses Bild
1204 Heiligensee 10,7 17.784 1.662
Berlin Heiligensee Konradshöhe Frohnau Tegel Hermsdorf Waidmannslust Lübars Märkisches Viertel Borsigwalde Wittenau Reinickendorf BrandenburgOrtsteile des Bezirks Reinickendorf
Über dieses Bild
1205 Frohnau 7,8 16.695 2.140
Berlin Heiligensee Konradshöhe Frohnau Tegel Hermsdorf Waidmannslust Lübars Märkisches Viertel Borsigwalde Wittenau Reinickendorf BrandenburgOrtsteile des Bezirks Reinickendorf
Über dieses Bild
1206 Hermsdorf 6,1 16.213 2.658
Berlin Heiligensee Konradshöhe Frohnau Tegel Hermsdorf Waidmannslust Lübars Märkisches Viertel Borsigwalde Wittenau Reinickendorf BrandenburgOrtsteile des Bezirks Reinickendorf
Über dieses Bild
1207 Waidmannslust 2,3 10.176 4.424
Berlin Heiligensee Konradshöhe Frohnau Tegel Hermsdorf Waidmannslust Lübars Märkisches Viertel Borsigwalde Wittenau Reinickendorf BrandenburgOrtsteile des Bezirks Reinickendorf
Über dieses Bild
1208 Lübars 5,0 4.800 960
Berlin Heiligensee Konradshöhe Frohnau Tegel Hermsdorf Waidmannslust Lübars Märkisches Viertel Borsigwalde Wittenau Reinickendorf BrandenburgOrtsteile des Bezirks Reinickendorf
Über dieses Bild
1209 Wittenau 5,9 23.671 4.012
Berlin Heiligensee Konradshöhe Frohnau Tegel Hermsdorf Waidmannslust Lübars Märkisches Viertel Borsigwalde Wittenau Reinickendorf BrandenburgOrtsteile des Bezirks Reinickendorf
Über dieses Bild
1210 Märkisches Viertel 3,2 37.138 11.606
Berlin Heiligensee Konradshöhe Frohnau Tegel Hermsdorf Waidmannslust Lübars Märkisches Viertel Borsigwalde Wittenau Reinickendorf BrandenburgOrtsteile des Bezirks Reinickendorf
Über dieses Bild
1211 Borsigwalde 2,0 6.447 3.224
Berlin Heiligensee Konradshöhe Frohnau Tegel Hermsdorf Waidmannslust Lübars Märkisches Viertel Borsigwalde Wittenau Reinickendorf BrandenburgOrtsteile des Bezirks Reinickendorf
Über dieses Bild

Naturdenkmale[Bearbeiten]

Siehe Liste der Naturdenkmale im Bezirk Reinickendorf

Stadtentwicklung[Bearbeiten]

Der Bezirk Reinickendorf wurde 1920 aus den ehemaligen Bauerndörfern Reinickendorf, Wittenau, Tegel, Heiligensee, Hermsdorf und Lübars sowie drei Gutsbezirken gebildet.

Sein Charakter ist von Wäldern und Gewässern geprägt, seine südlichen Teile haben aber in der Bebauung viele Ähnlichkeiten mit dem angrenzenden Ortsteil Wedding des Bezirks Mitte. Darüber hinaus liegt in Reinickendorf die zwischen 1929 und 1931 erbaute Siedlung Weiße Stadt und das Märkische Viertel, das von 1963 bis 1974 als Großbausiedlung geschaffen wurde und in dem heute über 30.000 Menschen wohnen. In den restlichen Ortsteilen herrscht Einzelhausbebauung vor, die in einigen Bereichen wie Hermsdorf und insbesondere Frohnau auch villenartigen Charakter annimmt. Reinickendorf verfügt mit dem Flughafen Berlin-Tegel über den einzigen sich in Betrieb befindlichen Flughafen auf Berliner Stadtgebiet.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Per 30. November 2013 zählte der Bezirk Reinickendorf 246.168 Einwohner auf einer Fläche von 89,5 Quadratkilometern.[5] Somit lag am Stichtag die Bevölkerungsdichte bei 2.751 Einwohnern pro Quadratkilometer. Am 31. Dezember 2012 lag der Ausländeranteil bei 11,7 Prozent, während der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund bei 25,8 Prozent lag.[1] Die Arbeitslosenquote bezifferte sich am 30. April 2013 auf 15,2 Prozent.[2] Am 31. Dezember 2012 betrug das Durchschnittsalter der Bevölkerung 45,2 Jahre.[1]

Bevölkerungspyramide des Bezirks Reinickendorf 2010
Einwohnerentwicklung
Jahr Einwohner[6]
1925 105.467
1933 164.319
1939 200.531
1946 192.201
1950 205.930
1961 215.892
1970 238.736
1987 238.671
2000 245.644
2009 241.065

Wappen[Bearbeiten]

Das heutige Wappen des Bezirks Reinickendorf wurde vom Senat von Berlin am 28. November 1955 verliehen.

Wappen des Bezirks Reinickendorf
Blasonierung:

„In schwarzem Schild ein goldener Schrägbalken, belegt mit einem laufenden roten Fuchs und begleitet von sechs (3 : 3) goldenen Ähren. Auf dem Schild ruht eine rote dreitürmige Mauerkrone, deren mittlerer Turm mit einem kleinen Berliner Wappenschild belegt ist.“[7]

Beschreibung:

Auf dem Wappen des Bezirks Reinickendorf ist ein Rotfuchs abgebildet, der auf einem goldenen Schrägbalken läuft; entgegen einer weit verbreiteten Annahme ist das kein Verweis auf das Fabeltier Reineke Fuchs, sondern er wurde aus dem alten Wappen des Dorfes Reinickendorf übernommen, dessen Name auf den Gründer, den niedersächsischen Reinhardt, zurückgeht. Auf beiden Seiten des Balkens sind jeweils drei goldene Ähren auf schwarzem Hintergrund zu sehen; diese symbolisieren die sechs den Bezirk konstituierenden einstigen Bauerndörfer und heutigen Ortsteile, die im übrigen auch noch eigene Wappen führen. Die Mauerkrone wurde dem Wappen dabei am 1. Januar 2001 im Rahmen der Bezirksreform als verbindendes Element aller Berliner Bezirke hinzugefügt.

Politik[Bearbeiten]

Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung 2011[8]
Wahlbeteiligung: 60,0 %
 %
50
40
30
20
10
0
41,6
27,5
12,6
6,2
2,8
1,9
7,4
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006[8]
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-0,2
-1,6
+5,0
+6,2
+0,2
+1,9
-11,5

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1946 erstmals wieder seit der Machtergreifung Hitlers im Jahr 1933 ein kommunales Parlament in Reinickendorf gewählt.

Aus der ersten Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung (BVV) ging die SPD als Wahlsieger mit der absoluten Mehrheit hervor. Ihren Höhepunkt erreichte sie bei der Wahl 1948 mit einem Wahlergebnis von 67,9 Prozent der Stimmen – das höchste Wahlergebnis einer Partei in Reinickendorf seither. Die Mehrheit als stärkste Fraktion konnte sie sich durchgehend bis zur Wahl 1981 in der BVV erhalten.

Die Reinickendorfer CDU schaffte es dann 1981, sich die Mehrheit im Parlament zu sichern, 1985 und 1999 sogar die absolute Mehrheit.

Im Jahr 1989 gelang es dem Sozialdemokraten Detlef Dzembritzki für sechs Jahre Bürgermeister zu werden. Bei der Wahl 1995 scheiterte er jedoch an der Christdemokratin Marlies Wanjura, die als erste Frau zur Bezirksbürgermeisterin Reinickendorfs in dieses Amt gewählt wurde. Mit ihr erzielte die CDU 1999 auch ihr höchstes Ergebnis von 56,5 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Am 30. September 2009 schied Wanjura mit der Wahl ihres Nachfolgers, dem bisherigen Bezirksstadtrat Frank Balzer, aus dem Amt aus.

Zusammen mit dem Spandauer Bezirksbürgermeister Konrad Birkholz war sie die dienstälteste Berliner Bezirksbürgermeisterin (1995–2009).

Seit 2011 bilden CDU und Grüne eine Zählgemeinschaft in der Bezirksverordnetenversammlung.

Bezirksamt[Bearbeiten]

Das Bezirksamt setzt sich aktuell aus folgenden Stadträten zusammen:

Bezirksstadtrat Partei Ressort
Frank Balzer, Bezirksbürgermeister CDU Finanzen, Liegenschaften und Personal
Andreas Höhne, stellv. Bezirksbürgermeister SPD Jugend und Familie und Soziales
Martin Lambert CDU Stadtentwicklung, Umwelt, Ordnung und Gewerbe
Uwe Brockhausen SPD Wirtschaft, Gesundheit und Bürgerdienste
Katrin Schultze-Berndt CDU Schule, Bildung und Kultur

Bezirksverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Rathaus Reinickendorf (Altbau, 2012)

Die Wahl der Bezirksverordnetenversammlung 2011 brachte folgende Ergebnisse und Sitzverteilungen:

Partei Stimmenanteil
2011
Stimmenanteil
Veränderung zu 2006
Sitze
2011
Sitze
Veränderung
CDU 41,6 % −0,2 % 26
SPD 27,5 % −1,6 % 17 −1
Grüne 12,6 % +5,0 % 8 +4
Piraten 6,2 % +6,2 % 4 * +4

* Mit Wirkung zum 28. Februar 2014 haben drei Mitglieder der Piratenpartei selbige verlassen. Zwei schlossen sich der SPD an, einer der CDU.[9]

Gerichtszuständigkeit[Bearbeiten]

Für das allgemeine Zivilrecht des Bezirks Reinickendorf ist das Amtsgericht Wedding zuständig.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Partnerstädte/-bezirke/-kreise[Bearbeiten]

International[Bearbeiten]

FrankreichFrankreich Antony, Frankreich seit 1966
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Royal Borough of Greenwich, England seit 1966
IsraelIsrael Kiryat Ata, Israel seit 1976

National[Bearbeiten]

Freundschaftliche Kontakte[Bearbeiten]

International[Bearbeiten]

National[Bearbeiten]

Söhne und Töchter Reinickendorfs[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Zaremba: Reinickendorf im Wandel der Geschichte. Bezirks-Chronik. Bebra, Berlin 1999, ISBN 3-930863-63-4.
  • Ralf Schmiedecke: Berlin-Reinickendorf. Sutton 2003, ISBN 978-3-89702-587-5 (Reihe Archivbilder).
  • Gerd Koischwitz; Wilhelm Möller oHG (Hrsg.): Sechs Dörfer in Sumpf und Sand – Geschichte des Bezirkes Reinickendorf von Berlin. Der Nord-Berliner, Berlin 1983.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bezirk Reinickendorf – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Reinickendorf – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Statistischer Bericht – Einwohnerinnen und Einwohner im Land Berlin am 31. Dezember 2012. (PDF; 3,1 MB). Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Abgerufen am 19. Juni 2013.
  2. a b Arbeitslosigkeits-Atlas – Arbeitslosigkeit in Berlin – Zahlen und Quoten in der Stadt und in den Bezirken. In: Berliner Morgenpost. Abgerufen am 19. Juni 2013.
  3. Nummerierung gemäß Bezirksschlüssel
  4. Melderechtlich registrierte Einwohner im Land Berlin am 31. Dezember 2013, Daten des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, abgerufen am 21. Mai 2014 (PDF-Datei).
  5. Fortgeschriebene Bevölkerungszahlen vom 30. November 2013 des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, abgerufen am 21. Mai 2014 (PDF-Datei).
  6. Statistische Jahrbücher von Berlin
  7. Hoheitszeichen von Berlin – Bezirkswappen
  8. a b Die Landeswahlleiterin für Berlin, abgerufen am 21. September 2011
  9. Fraktionsmitglieder treten aus der Piratenpartei aus. Website der Piratenfraktion Reinickendorf, 12. Februar 2014. Abgerufen am 16. Februar 2014.