Bezirk Reinickendorf

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Wappen von Reinickendorf

Reinickendorf
Bezirk von Berlin

Lage des Bezirks Reinickendorf in Berlin
Koordinaten 52° 34′ 0″ N, 13° 21′ 0″ O52.56666666666713.35Koordinaten: 52° 34′ 0″ N, 13° 21′ 0″ O
Fläche 89,5 km²
Einwohner 241.058 (30. Apr. 2009)
Bevölkerungsdichte 2694 Einwohner/km²
Website BA Reinickendorf
Bezirksschlüssel 12
Politik
Bürgermeister Frank Balzer (CDU)
Sitzverteilung (BVV 2006)
CDU SPD Grüne Graue FDP
27 18 4 3 3
Sitzverteilung in der BVV
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
Frohnau Heiligensee Konradshöhe Tegel Hermsdorf Lübars Waidmannslust Märkisches Viertel Wittenau Reinickendorf
Ortsteile im Bezirk Reinickendorf

Der Bezirk Reinickendorf ist seit 2001 der zwölfte Verwaltungsbezirk von Berlin. Er ist benannt nach dem gleichnamigen Ortsteil Reinickendorf.

In der Zeit nach 1945 gehörte in der „Vier-Mächte-Stadt“ Berlin der Bezirk Reinickendorf zum französischen Sektor von Berlin und damit bis zur Wiedervereinigung zu West-Berlin.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Der Bezirk Reinickendorf befindet sich am nordwestlichen Rand Berlins. Die Nachbarbezirke sind im Südwesten Spandau, im Süden Charlottenburg-Wilmersdorf, im Südosten Mitte und im Osten Pankow. Der gesamte Norden grenzt an den brandenburgischen Landkreis Oberhavel.

Der Bezirk unterteilt sich in zehn Ortsteile:

Ortsteil
und Ortslagen
Fläche
(km²)
Einwohner
30. Juni 2008
Bevölkerungs-
dichte

(Einwohner/km²)
1201 Reinickendorf
000000000000010.500000000010,5 000000000072859.000000000072.859 000000000006939.00000000006.939
1202 Tegel
000000000000033.700000000033,7 000000000033417.000000000033.417 000000000000992.0000000000992
1203 Konradshöhe
000000000000002.20000000002,2 000000000005997.00000000005.997 000000000002726.00000000002.726
1204 Heiligensee
000000000000010.700000000010,7 000000000017641.000000000017.641 000000000001649.00000000001.649
1205 Frohnau
000000000000007.80000000007,8 000000000017025.000000000017.025 000000000002183.00000000002.183
1206 Hermsdorf
000000000000006.10000000006,1 000000000016503.000000000016.503 000000000002705.00000000002.705
1207 Waidmannslust
000000000000002.30000000002,3 000000000010022.000000000010.022 000000000004357.00000000004.357
1208 Lübars
000000000000005.00000000005,0 000000000004915.00000000004.915 000000000000983.0000000000983
1209 Wittenau
000000000000008.00000000008,0 000000000028384.000000000028.384 000000000003548.00000000003.548
1210 Märkisches Viertel
000000000000003.20000000003,2 000000000035206.000000000035.206 000000000011002.000000000011.002

[Bearbeiten] Stadtentwicklung

Der Bezirk Reinickendorf wurde 1920 aus den ehemaligen Bauerndörfern Reinickendorf, Wittenau, Tegel, Heiligensee, Hermsdorf und Lübars sowie drei Gutsbezirken gebildet.

Sein Charakter ist von Wäldern und Gewässern geprägt, seine südlichen Teile haben aber in der Bebauung viele Ähnlichkeiten mit dem angrenzenden Ortsteil Wedding des Bezirks Mitte. Darüber hinaus liegt in Reinickendorf die zwischen 1929 und 1931 erbaute Siedlung Weiße Stadt und das Märkische Viertel, das von 1963 bis 1974 als Großbausiedlung geschaffen wurde und in dem heute über 30.000 Menschen wohnen. In den restlichen Ortsteilen herrscht Einzelhausbebauung vor, die in einigen Bereichen wie Hermsdorf und insbesondere Frohnau auch villenartigen Charakter annimmt. Reinickendorf verfügt mit dem Flughafen Berlin-Tegel über den wichtigsten Flughafen Berlins.

[Bearbeiten] Wappen

Wappen des Bezirks Reinickendorf

Auf dem Wappen des Bezirks Reinickendorf sieht man einen roten Fuchs, der auf einem goldenen Schrägbalken läuft; entgegen einer weit verbreiteten Annahme ist das kein Verweis auf das Fabeltier Reineke Fuchs, sondern er wurde aus dem alten Wappen des Dorfes Reinickendorf übernommen, dessen Name auf den Gründer, den niedersächsischen Reinhardt, zurückgeht. Auf beiden Seiten des Balkens sieht man jeweils drei goldene Ähren auf schwarzem Hintergrund, diese symbolisieren die sechs den Bezirk konstituierenden einstigen Bauerndörfer und heutigen Ortsteile, die im übrigen auch noch eigene Wappen führen.

Das heutige Wappen wurde dem Bezirk vom Senat von Berlin am 28. November 1955 verliehen, dabei steht „in schwarzem Schild ein goldener Schrägbalken, belegt mit einem laufenden roten Fuchs und begleitet von sechs (3 : 3) goldenen Ähren. Auf dem Schild ruht eine rote dreitürmige Mauerkrone, deren mittlerer Turm mit einem kleinen Berliner Wappenschild belegt ist.“[1] Die Mauerkrone wurde dem Wappen dabei am 1. Januar 2001 im Rahmen der Bezirksreform als verbindendes Element aller Berliner Bezirke hinzugefügt.

[Bearbeiten] Kommunalpolitik

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1946 erstmals wieder seit der Machtergreifung Hitlers im Jahr 1933 ein kommunales Parlament in Reinickendorf gewählt.

Aus der ersten Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung (BVV) ging die SPD als Wahlsieger mit der absoluten Mehrheit hervor. Ihren Höhepunkt erreichte sie bei der Wahl 1948 mit einem Wahlergebnis von 67,9 % der Stimmen – das höchste Wahlergebnis einer Partei in Reinickendorf seither. Die Mehrheit als stärkste Fraktion konnte sie sich durchgehend bis zur Wahl 1981 in der BVV erhalten.

Die Reinickendorfer CDU schaffte es dann 1981, sich die Mehrheit im Parlament zu sichern, 1985 und 1999 sogar die absolute Mehrheit.

1989 gelang es dem Sozialdemokraten Detlef Dzembritzki für sechs Jahre Bürgermeister zu werden. Bei der Wahl 1995 scheiterte er jedoch an der Christdemokratin Marlies Wanjura, die als erste Frau zur Bezirksbürgermeisterin Reinickendorfs in dieses Amt gewählt wurde. Mit ihr erzielte die CDU 1999 auch ihr höchstes Ergebnis von 56,5 % der abgegebenen Stimmen.

Am 30. September 2009 schied Wanjura mit der Wahl ihres Nachfolgers, dem bisherigen Bezirksstadtrat Frank Balzer, aus dem Amt aus.

Zusammen mit dem Spandauer Bezirksbürgermeister Konrad Birkholz, war sie die dienstälteste Berliner Bezirksbürgermeisterin (1995 bis 2009).

[Bearbeiten] BVV-Wahl 2006

Bezirksbürgermeisterin Wanjura stellte sich bei der BVV-Wahl am 17. September nach 1999 und 2001 zum dritten Mal zur Wiederwahl. Auch ihr größter Mitwettbewerber, der bisherige Bezirksstadtrat Peter Senftleben (SPD), stellte sich für das Amt des Bezirksbürgermeisters bereits zum dritten Mal erfolglos zur Wahl.

Die Wahlergebnisse im Überblick (im Vergleich zur Wahl 2001):

  • SPD: 29,1 % (–3,5 %)
  • CDU: 41,8 % (–3,7 %)
  • Linkspartei.PDS: 2,6 % (–0,5 %)
  • Grüne: 7,6 % (+1,7 %)
  • FDP: 6,4 % (–1,3 %)
  • Graue: 7,0 % (+4,0 %)

Daraus ergibt sich die folgende Sitzverteilung in der Reinickendorfer BVV (in Klammern: Veränderung zur Wahl 2001):

  • SPD: 18 (–2)
  • CDU: 26 (–1)
  • Linke: 0 (–1)
  • Grüne: 4 (+1)
  • FDP: 3 (–1)
  • Graue: 4 (+4)

In der konstituierenden Sitzung der BVV am 27. Oktober 2006 wurde Marlies Wanjura in ihrem Amt bestätigt.

Am 9. September 2008 ist die ehemalige Bezirksverordnete der Partei Die Grauen, Veronika Wiese, der CDU und gleichzeitig der CDU-Fraktion Reinickendorf beigetreten. Daraus ergibt sich eine geänderte Sitzverteilung in der Reinickendorfer BVV:

  • SPD: 18
  • CDU: 27 (+1)
  • Linke: 0
  • Grüne: 4
  • FDP: 3
  • Graue: 3 (-1)

[Bearbeiten] Bezirksamt

Das Bezirksamt setzt sich aktuell aus folgenden Stadträten zusammen:

  • Bezirksbürgermeister Frank Balzer (CDU) – Ressort: Finanzen, Personal und Sport
  • Bezirksstadtrat und Stellvertretender Bürgermeister Peter Senftleben (SPD) – Ressort: Jugend und Familie
  • Bezirksstadtrat Andreas Höhne (SPD) – Ressort: Gesundheit und Soziales
  • Bezirksstadtrat Martin Lambert (CDU) – Ressort: Wirtschaft und Bauen
  • Bezirksstadtrat Thomas Ruschin (CDU) – Ressort: Bürgerdienste und Ordnungsangelegenheiten;
  • Bezirksstadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU) – Ressort: Schule, Bildung und Kultur

[Bearbeiten] Partnerschaften

[Bearbeiten] Partnerstädte

[Bearbeiten] International

Flag of France.svg Antony, Frankreich seit 1966

Flag of the United Kingdom.svg Greenwich, England seit 1966

Flag of Israel.svg Kiryat-Ata, Israel seit 1976

[Bearbeiten] National

[Bearbeiten] Freundschaftliche Kontakte

[Bearbeiten] International

[Bearbeiten] National

[Bearbeiten] Söhne und Töchter Reinickendorfs

[Bearbeiten] Literatur

  • Michael Zaremba: Reinickendorf im Wandel der Geschichte. Bezirks-Chronik. Bebra, Berlin 1999. ISBN 3-930863-63-4
  • Ralf Schmiedecke: Berlin-Reinickendorf (Reihe „Archivbilder“), Sutton 2003. ISBN 978-3-89702-587-5
  • Gerd Koischwitz: Sechs Dörfer in Sumpf und Sand – Geschichte des Bezirkes Reinickendorf von Berlin, Verlag Der Nord-Berliner Wilhelm Möller oHG (Hrsg.), Berlin 1983

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Bezirk Reinickendorf – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Reinickendorf – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Hoheitszeichen von Berlin – Bezirkswappen Reinickendorf
Persönliche Werkzeuge