Berlin-Tegel
| Koordinaten | 52° 35′ 0″ N, 13° 17′ 0″ O52.58333333333313.283333333333Koordinaten: 52° 35′ 0″ N, 13° 17′ 0″ O |
| Fläche | 33,7 km² |
| Einwohner | 34.411 (31. Dez. 2012) |
| Bevölkerungsdichte | 1021 Einwohner/km² |
| Eingemeindung | 1. Okt. 1920 |
| Postleitzahlen | 13405, 13503, 13505, 13507, 13509 |
| Ortsteilnummer | 1202 |
| Gliederung | |
| Verwaltungsbezirk | Reinickendorf |
| Ortslagen |
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Tegel ist ein Ortsteil im Berliner Bezirk Reinickendorf. Überregional bekannt ist der Ortsteil vor allem als Standort des Flughafens Berlin-Tegel und der Justizvollzugsanstalt Tegel.
Inhaltsverzeichnis |
Bedeutende Bauten [Bearbeiten]
Der Ortsteil ist aufgrund des Tegeler Sees und der dort befindlichen Greenwichpromenade (benannt nach Reinickendorfs Partnerbezirk Greenwich) ein beliebtes Ausflugsziel im Berliner Norden. An der Greenwichpromenade unterhalb der Tegeler Hafenbrücke (Sechserbrücke) beginnen Schiffe ihre Rundfahrten durch die Berliner Gewässer. Darüber hinaus liegen in Tegel das Schloss Tegel (Humboldt-Schloss) mit dem dazugehörigen Schlosspark sowie die Borsigwerke. Anlässlich der Internationalen Bauausstellungen 1984 und 1987 wurde am ehemaligen Tegeler Industriehafen gegenüber der Wassermühle der neue Tegeler Hafen mit der Humboldt-Bibliothek und interessanten Wohnungsbauprojekten verschiedener internationaler Architekten geschaffen. Die „Dicke Marie“ soll der älteste Baum Berlins sein und etwa 900 Jahre alt sein.
Am Westufer des Tegeler Sees, der Halbinsel Reiherwerder, befinden sich mit der Villa Borsig auch das Gästehaus des Auswärtigen Amtes, sowie angrenzend die Akademie Auswärtiger Dienst, die der Ausbildung deutscher und ausländischer Diplomaten dient.
Auf dem ursprünglichen Dorfanger, der unmittelbar oberhalb der Uferpromenade des Tegeler Sees liegt, steht die Dorfkirche Alt-Tegel.
In Tegel befindet sich mit der Alten Waldschänke die älteste Gaststätte Berlins in seinen Grenzen seit 1920.
Seen und Inseln im Ortsteil [Bearbeiten]
- Seen
- Inseln und Halbinseln
- Hasselwerder
- Humboldtinsel
- Valentinswerder
- Scharfenberg
- Lindwerder
- Maienwerder
- Reiherwerder (Halbinsel)
- Reiswerder
- Baumwerder
- Gänsewerder
Geschichte [Bearbeiten]
Tegel entstand als ein platzartiges Sackgassendorf, das am Tegeler See endet. Diese Lage würde es nahelegen, in Tegel ein ursprünglich slawisches Fischerdorf zu sehen. Es wurden aber bisher noch keine spätslawischen Siedlungsspuren gefunden. Da für Tegel schon früh vier Pfarrhufen nachgewiesen sind, liegt der Schluss nahe, dass Tegel bald nach Beendigung des Brandenburger Zehntstreits 1237 gegründet wurde, denn der Markgraf hatte sich verpflichtet, alle Dörfer mit vier abgabefreien Hufen zugunsten der örtlichen Kirche und ihres Pfarrers auszustatten. Tegel wird 1322 erstmals urkundlich erwähnt als Kirchdorf Tygel. Offenbar muss Tegel einen bemerkenswerten Ziegelbau besessen haben. Eine andere Erklärung sieht im Ortsnamen Tegel ein slawisches Wurzelwort, das „Anhängsel“ bedeutet. Dies würde sich auf den Tegeler See beziehen, der ein Ausläufer der Havel ist.
Im Jahr 1361 wird eine (Wasser-) Mühle (molendium) in Tegel erwähnt. Das Landbuch Karls IV. (1375) weist für Tegel 32 Hufen aus, davon vier Pfarrhufen. Im Dorf gibt es sechs Kossäten. Neben der erwähnten Mühle gibt es auch einen Krug (taberna). Das ganze Dorf gehörte seit 1361 den Nonnen von Spandau, die es vom Cöllner Bürger Johann Wolf gekauft hatten, unbeschadet der Abgabenrechte des Markgrafen. Von 1558 bis 1872 gehörte das Dorf dem Amt Spandau. Spätestens 1590 ist in Tegel ein Schulzengut mit vier Freihufen nachzuweisen. Darauf entstand 1737 das Schlösschen Tegel.
Seit 1893 besitzt Tegel einen Bahnhof, den heutigen S-Bahnhof Tegel an der Kremmener Bahn. In der Zeit West-Berlins, als der Bezirk Reinickendorf zum französischen Sektor gehörte, war der Bahnhof Ziel bzw. Ausgangspunkt aller französischen Truppentransporte per Bahn.
Am Tegeler Fließ wurde 1895 durch Gustav Lilienthal die gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft „Freie Scholle“ gegründet.
Im Jahr 1920 sollte der später nach „Alt-Reinickendorf“ benannte nördlichste Berliner Bezirk zunächst den Namen des damals größten Dorfes im Norden Berlins „Bezirk Tegel“ erhalten. Die Entscheidung fiel jedoch zugunsten von „Bezirk Reinickendorf“.
Um die Wende zum 20. Jahrhundert erfuhr Tegel als Erholungsgebiet der Stadt Berlin einen enormen Aufschwung – unter anderem erfolgten Schiffsausflüge von hier, wozu der Hafen angelegt bzw. ausgebaut wurde und die Tegeler Hafenbrücke gebaut wurde.
Zwischen 1930 und 1934 führte der Verein für Raumschiffahrt auf dem Areal des einstigen Schießplatzes Tegel diverse Versuche mit Flüssigkeitsraketen durch. Trotz zahlreicher Explosionen gelangen Aufstiege in Höhen von bis zu drei Kilometern. Zahlreiche bekannte deutsche Raketenforscher, wie Wernher von Braun, waren Mitglieder des Vereins.
Tegel war von 1933 bis 1948 Standort eines Rundfunksenders für Mittelwelle. Als Antenne wurde ein in einem 165 Meter hohen Holzturm aufgehängter Draht verwendet. Der Turm, der 1940 aus statischen Gründen auf eine Höhe von 86 Metern zurückgebaut wurde, wurde im Zuge des Baus des Flughafens Tegel am 16. Dezember 1948 gesprengt.
Die Verlängerung der U-Bahnlinie U6 vom Betriebsbahnhof Seestraße nach Tegel (Endstation: U-Bahnhof Alt-Tegel) war in den 1950er Jahren das erste Neubauprojekt des Berliner U-Bahn-Netzes nach dem Zweiten Weltkrieg. Die feierliche Einweihung der teilweise als Hochbahn geführten Trasse fand damals im Beisein des Regierenden Bürgermeisters Willy Brandt statt. Einhergehend wurden die ab 1881 durch den Ortsteil geführten Straßenbahnlinien eingestellt, darunter auch die 1913 eröffneten Linien nach Heiligensee und Tegelort.
Auf dem Gelände des früheren Gaswerks Tegel entstanden in drei Bauabschnitten (um 1960, um 1970 und um 1990) Mehrfamilienhäuser. Dabei wurden in der Nähe des früheren Gaswerk-Hafens mehrere Hochhäuser errichtet, die den Bewohnern der oberen Stockwerke einen ungehinderten Blick auf den See, den Wald und den Ort Tegel gestatten. Diese Häuser bilden zusammen mit der Siedlung „Waldidyll“ die Ortslage Tegel-Süd.
Nördlich des Flughafens wurde bis 1978 Kies gewonnen. Hierdurch entstand der Flughafensee, dessen größter Teil zusammen mit angrenzenden Waldstücken ein Vogelreservat bildet. An der nördlichsten Stelle des Sees liegt eine Badestelle.
Im Rahmen der Internationalen Bauausstellung von 1984 bis 1988 entstanden am Tegeler Hafen, um die Greenwich-Promenade, imposante Wohnzeilen und Wohnschlangen mit insgesamt 350 Wohnungen, wobei zwischenzeitlich auch ein Terminal für Flusskreuzfahrten angelegt wurde. Im Jahr 2009 begannen die Bauarbeiten für die Bebauung der Insel Tegel. Der russische Investor, der das Eiland von einer Berliner Projektentwicklungsgesellschaft erworben hatte, musste allerdings im Rahmen der Finanzkrise Insolvenz anmelden.
Im Jahr 1999 wurde das Einkaufszentrum Hallen am Borsigturm eröffnet. Der Neubau bezieht alte denkmalgeschützte Gebäude der Borsigwerke mit ein.
Klimatabelle [Bearbeiten]
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| Klimadiagramm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Berlin-Tegel
Quelle: wetterkontor.de
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Siehe auch [Bearbeiten]
- Liste der Kulturdenkmale in Berlin-Tegel
- Liste der Stolpersteine in Berlin-Tegel
- Liste der Straßen und Plätze in Berlin-Tegel
Literatur [Bearbeiten]
- August Wietholz: Geschichte des Dorfes und Schlosses Tegel. Knüppel, Berlin 1998, ISBN 3-927611-07-7 (Faksimile der Ausgabe von 1922).
Weblinks [Bearbeiten]
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Commons: Berlin-Tegel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien - Anja Jeschonneck: Berlin von A–Z: Tegel. In: rbb-online.de. RBB, 5. August 2012, abgerufen am 4. Januar 2013.
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