Silja Line

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Die Silja Europa bei Mariehamn, 2005

Silja Line ist einer der Markennamen für die Passagier- und Frachtdienstleistungen der zur Tallink Grupp (Sitz Tallinn, Estland) gehörenden Reederei Tallink Silja Oy mit Sitz in Espoo, Finnland. Diese ging aus der am 19. Juli 2006 zu 100 % von der estnischen Tallink Gruppe übernommen Silja Oy AB hervor. Silja Line betreibt derzeit eine Flotte von vier Schiffen, die Tochtergesellschaft SeaWind Line ein weiteres Schiff.

Unternehmensdaten[Bearbeiten]

Das Unternehmen transportierte im Jahr 2003 mit 3558 Mitarbeitern insgesamt 5,4 Millionen Passagiere, der Marktanteil auf den populären Verbindungen zwischen Finnland und Schweden betrug 57 % (24 % auf dem schnell wachsenden Markt zwischen Helsinki und Tallinn). Im Frachtbereich hat Silja 35 % Anteil zwischen Finnland und Schweden und 25 % zwischen Finnland und Estland. Der Jahresumsatz betrug 517 Millionen Euro (2003).

Die heutige Tallink Silja Oy wurde 1883 als Finska Ångfartygs Ab - Suomen Höyrylaiva Oy -kurz FÅA/SHO (Finnische Dampfschiff-AG) gegründet. Diese gründete 1957 zusammen mit den Kooperationspartnern Stockholms Rederi Ab Svea und Ångfartygs Ab Bore, Turku die Reederei Siljarederiet - Siljavarustamo für den stetig zunehmenden Autofährverkehr. Diese setzte ab 1961 mit der in Helsinki bei Wärtsilä gebauten MS SKANDIA das erste für diesen Zweck in Finnland gebaute Autofährschiff ein. 1972 wurde aus der Reederei Silja die Marketinggesellschaft Silja Line und Eigentum und Bereederung der Silja-eigenen Schiffe ging auf die drei Muttergesellschaften Bore, Svea und SHO/FÅA über. 1992 übernahm die Silja Line wieder die komplette Bereederung der unter ihrem Logo fahrenden Flotte von der Muttergesellschaft EffJohn (heutige Silja Oy AB). 2003 wurden Muttergesellschaft Silja Oy AB und die Tochtergesellschaft Silja Line Oy fusioniert. Mit der 1988 gegründeten SeaWind Line betreibt das Unternehmen eine auf Fracht- und einfachen Beförderungsverkehr spezialisierte Tochtergesellschaft. 1999 kaufte die britische Sea Containers Ltd. die Mehrheit von Silja und besaß ab 2002 sämtliche Anteile. Am 12. Juni 2006 wurde der Verkauf von Silja für 450 Millionen Euro und fünf Millionen Aktien an die estnische AS Tallink Group bekannt gegeben. Nach den erforderlichen Genehmigungen der zuständigen Wettbewerbsbehörden Finnlands, Schwedens und Estlands wurde Silja Oy AB am 19. Juli 2006 an Tallink verkauft. Damit reduziert sich die Flotte von 11 auf sechs Fähren, da mehrere Fähren im Besitz des Vorbesitzers Sea Containers verblieben.

Zum 1. Dezember 2006 fusionieren die finnischen Tochtergesellschaften von Tallink (Tallink Finland Oy, Silja Oy AB und Superfast Finland) unter dem Dach von Silja Oy AB, die zum 1.12. den Namen in Tallink Silja Oy änderte. Das Unternehmen bleibt weiterhin in Keilaniemi/Kägeludden in Espoo/Esbo bei Helsinki ansässig. Die schwedischen Tochtergesellschaften wurden unter dem Namen Tallink Silja AB, Stockholm zusammengefasst.

Die größten Wettbewerber sind:

Schweden-Finnland-Verkehr: Viking Line, Finnlink und Eckeröline

Strecken[Bearbeiten]

Silja bedient im Linien- und Kreuzfahrtverkehr folgende Strecken:

Flotte[Bearbeiten]

Die Silja Symphony in Stockholm, Juli 2005
Die Silja Serenade im Südhafen (Eteläsatama) von Helsinki (2010)

Aktuelle Flotte[Bearbeiten]

Fährschiffe für den kombinierten Fracht- und Personenverkehr:

Route Helsinki − Mariehamn/Långnäs − Stockholm
Route Stockholm − (Mariehamn/Långnäs) − Turku (teilweise Direktverbindungen)

Auswahl ehemaliger Fähren[Bearbeiten]

  • Silja Europa (gebaut 1993) ist ab August 2014 als Wohnschiff nach Australien verchartert
  • Bore Star/Silja Star, 2013 in Aliaga abgewrackt[1]
  • Vasa Express[2], später Color Traveller, heute Tjelvar bei Destination Gotland
  • Wasa Jubilee (1998)[3]
  • Fennia, 1966–1983
    1990−2003[4] (seit 2001 als Casino Express bei RG Line)
  • Silja Festival, 1992–2008 (ex Wellamo Bj. 1986, jetzt als Silja Festival bei Tallink)
  • Skandia, 1980–1983, ex BORE I 1973–1980
  • Silja Star, 1990/1991 (danach bis 1993 Wasa King, ab 1994 Estonia, 1994 gesunken)
  • Finlandia 1981–1990 (heutige Princess Maria)
  • Stena Saga 1981–1991 (heutige Stena Saga bei Stena Line)
  • Svea Corona 1984/1985
  • Svea 1985–1992 (danach Silja Karneval bis 1994, Color Festival bis 2008, heute Mega Smeralda)
  • Silja Scandinavia 1994–1997 (heutige Gabriella von Viking Line AB)
  • Seacat Danmark 2000
  • Silja Opera 2002–2006 (ex Sally Albatross, in die Flotte von SeaContainers Ltd. übergegangen, nach Aufliegen in Tilbury im Mai 2007 Verkauf an griechische Louis Cruise Lines, Kreuzfahrtschiff - neuer Name: Cristal)
  • Finnjet 1977–2006 (in die Flotte von SeaContainers Ltd. (Tochter Finnjet Bermuda Ltd.) übergegangen, Ende 2007 Verkauf an die niederländischen Reederei Club Cruise, am 16. Januar 2008 in Da Vinci und im Mai in Kingdom umbenannt, wurde ab September 2008 in Alang abgewrackt)
  • Superseacat Four 2000–2006 (nach dem Verkauf von Silja in die Flotte von Seacat Finland Oy übergegangen)
  • Superseacat Three 2003–2006 (nach dem Verkauf von Silja in die Flotte von Seacat Finland Oy übergegangen)
  • Bore Star/Silja Star 1975−1980
    1980−1986 (zwischen 1975 und 1977 als Finnpartner an Finnlines verchartert)[5]

Ehemalige Seawind Line-Fähren[Bearbeiten]

  • Sea Wind 1989−, Stockholm − Turku (wird seit 2010 unter der Marke Tallink betrieben)
  • Star Wind 1999–2005 (ex Rostock, heute Kopernik für Unity Line auf Ystad–Swinemünde im Einsatz)
  • Sky Wind 2002–2007 (im August 2007 an Unity Line verkauft, dort Wolin)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bore Star. 5. Oktober 2013, abgerufen am 17. Juni 2014.
  2. Travemünde - Sally Star - Wasa Express - Thjelvar - Color Traveller. Abgerufen am 30. Juli 2013.
  3. Valab Jubilee. 22. September 2013, abgerufen am 17. Juni 2014.
  4. Fennia - Casino Express. 22. September 2013, abgerufen am 17. Juni 2014.
  5. Bore Star. 22. September 2013, abgerufen am 17. Juni 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Silja Line – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien