Simon Sudbury

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Simon Sudbury (* 1317 in Sudbury, England; † 14. Juni 1381 in London, England) war von 1361 bis 1375 Bischof von London, von 1375 bis zu seinem Tod Erzbischof von Canterbury und in seinem letzten Lebensjahr Hoher Lordkanzler von Großbritannien. Er wurde während der Peasants’ Revolt ermordet.

Leben[Bearbeiten]

Simon Sudbury wurde als Sohn von Nigel Theobald, den Namen Sudbury bekam er erst später, in Sudbury in der Grafschaft Suffolk geboren.[1] Er studierte an der Universität von Paris und wurde von Papst Innozenz VI., einem der avigonesischen Päpste, im Jahr 1356 zu Eduard III. gesandt.[2] Im Oktober 1361 ernannte ihn der Papst zum Bischof von London. Seine Weihe erfolgte am 20. März 1362.[3] Am 4. Mai 1375 wurde Sudbury als Nachfolger von William Whittlesey Erzbischof von Canterbury.[4]

Im Juli 1377 krönte Sudbury Richard II. in der Westminster Abbey zum neuen König von England. Januar 1380 wurde Sudbury Hoher Lordkanzler von Großbritannien und somit zum Verantwortlichen der finanziellen Not der aufständischen Bauern.[5] Nachdem 1381 der Priester John Ball, der in seinen Predigten die Lehren von John Wyclif verbreitete, aus seiner Gefangenschaft in Maidstone befreit wurde, zerstörten die Bauern die Residenzen des Erzbischofs in Canterbury und Lambeth. Daraufhin stürmten sie den Tower of London, wo sie den Erzbischof enthaupteten. Die Wachen haben den Bauern scheinbar die Tore geöffnet, um Sudbury zu opfern und so den Aufstand zu besänftigen, um den König zu schützen.[6]

Tod[Bearbeiten]

Gedenkstein auf dem Tower Hill

Sudbury wurde am 14. Juni 1381 zum Tower Hill verschleppt und dort enthauptet.[4] Sein Körper wurde in der Kathedrale von Canterbury begraben. Nachdem sein Kopf von der London Bridge geborgen wurde, wurde er in die St. Gregory Kirche in Suffolk gebracht, in der er sich noch heute befindet.[2]

Im Mai 2011 wurde der mumifizierte Schädel einem CT-Scan unterzogen, um sein Gesicht zu rekonstruieren.[7] Nach etwa vier Monaten wurde diese Untersuchung von forensischen Mitarbeitern der University of Dundee erfolgreich beendet.[8][9]

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Lavinia Cohn-Sherbok: Who’s Who in Christianity. Routledge, London 1998, ISBN 978-0-415-26034-3.
  • John Preston Neale: Views of the most interesting collegiate and parochial churches in Great Britain. Longman, London 1825.
  • E. B. Fryde und D. E. Greenway: Handbook of British Chronology. Cambridge University Press, London 1996, ISBN 0-521-56350-X.
  • Wilfred Lewis Warren: Simon Sudbury, Bishop of London and Archbishop of Canterbury. Oxford University Press, Oxford 1956.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Simon of Sudbury. Abgerufen am 13. Juli 2012.
  2. a b Neale: Views of the most interesting collegiate and parochial churches in Great Britain. 1825, S. 35–36.
  3. Fryde et. al.: Handbook of British Chronology. 1996, S. 258.
  4. a b Fryde et. al.: Handbook of British Chronology. 1996, S. 233.
  5. Fryde et. al.: Handbook of British Chronology. 1996, S. 86.
  6. Hanna Whitall Smith: Simon of Sudbury. In: Lavinia Cohn-Sherbok: Who’s Who in Christianity. 1998, S. 275.
  7. Skull scan for Archbishop of Canterbury Simon Theobald. BBC, 17. Mai 2011, abgerufen am 13. Juli 2012.
  8. St Gregory with St Peter and Chilton, Sudbury. Abgerufen am 13. Juli 2012.
  9. Face of Simon of Sudbury revealed by forensic artist. 13. September 2011, abgerufen am 13. Juli 2012.