Sin noticias de Dios

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Filmdaten
Originaltitel Sin noticias de Dios
Produktionsland Spanien, Frankreich, Italien, Mexiko
Originalsprache Spanisch, Französisch, Englisch
Erscheinungsjahr 2001
Länge 112 Minuten
Stab
Regie Agustín Díaz Yanes
Drehbuch Agustín Díaz Yanes
Produktion Eduardo Campoy,
Edmundo Gil,
Gerardo Herrero,
Thierry Forte,
Andrea Occhipinti
Musik Bernardo Bonezzi
Kamera Paco Femenia
Schnitt José Salcedo
Besetzung

Sin noticias de Dios (dt.: „Ohne Nachricht von Gott“) ist eine spanische, international co-produzierte Filmkomödie mit Victoria Abril und Penélope Cruz aus dem Jahr 2001.

Handlung[Bearbeiten]

Engel Lola ist eine Nachtclubsängerin im Himmel. Ihre Chefin Marina D’Angelo schickt sie auf die Erde, um die Seele des Boxers Manny für den Himmel zu sichern, denn die „Geschäfte“ laufen schlecht: Immer mehr Seelen landen in der Hölle. Boxer Manny hat eine schwere Kopfverletzung erlitten, die ihm bei jedem weiteren Kampf das Leben kosten kann. Der Leiter der Hölle, Jack Davenport, ist hinter Mannys Seele ebenfalls her und schickt deshalb Carmen, eine Kellnerin der Hölle, zu ihm.

Auf der Erde nimmt Lola die Form von Mannys ehemaliger Geliebten an und drängt ihn, mit seiner Mutter ins Reine zu kommen. Carmen versucht als Mannys angebliche Cousine ihn zu überzeugen, in den Ring zurückzukehren, der ihm den Tod bringen würde, bevor er sich in einen besseren Menschen verwandeln kann. Während Lola und Carmen um Mannys Seele kämpfen, müssen sie der Tarnung halber in einem Supermarkt arbeiten und lernen auf diese Weise die alltäglichen Probleme der Erde kennen. Manny hat indes finanzielle Sorgen, denn er schuldet dem korrupten Polizeichef eine höhere Geldsumme.

Als Davenport durch eine Rebellion in der Hölle um seine Position fürchten muss, versucht er einen Handel zwischen Himmel und Hölle mit Marina abzuschließen. Ohne Hölle existiert kein Himmel und umgekehrt, so seine Devise. Die Menschen sollen eine Wahl haben. Deshalb will er Mannys Seele dem Himmel überlassen, auch wenn es gegen die „Spielregeln“ verstößt. Marina lässt sich auf den Handel ein, sodass Lola und Carmen nun gemeinsam versuchen, Mannys Seele zu retten.

Um dessen Schulden zu begleichen, rauben sie den Supermarkt aus. Als sie bei Manny eintreffen, wartet bereits der Polizeichef mit seinen Gefolgsleuten auf sie. Als klar wird, dass die Beamten beide Frauen umbringen wollen, sorgt Manny dafür, dass Lola und Carmen mit dem Geld entkommen können. Daraufhin wird er von den Polizisten totgeschlagen. Vor Gericht von Himmel und Hölle wird nun über den Verbleib von Mannys Seele befunden. Obwohl er einiges auf dem Kerbholz hat, kommt ihm zugute, dass er sich für Lola und Carmen geopfert hat. Seine Seele darf in den Himmel. Lola und Carmen werden indes festgenommen und müssen für drei Jahre ins Gefängnis. Danach wollen sie sich wiedersehen, denn Carmen wird durch ihre gute Tat ein Mann werden, wie sie es vor ihrem Tod war. Die Hölle hatte sie einst bestraft, indem sie in das Gegenteil von dem verwandelt wurde, was sie vorher war.

Hintergrund[Bearbeiten]

Regisseur und Drehbuchautor Agustín Díaz Yanes schrieb das Skript speziell für die beiden Hauptdarstellerinnen Victoria Abril und Penélope Cruz. Das Zwischenspiel von Himmel und Hölle erweist sich dabei als das zentrale Thema. Der Himmel, gefilmt in Schwarzweiß, wird als Paris der 1950er Jahre dargestellt, wo jeder Französisch spricht und elegant gekleidet ist, während die Hölle einem Gefängnis entspricht, wo nur Englisch gesprochen wird. Die Geschehnisse auf der Erde spielen sich dagegen in Spanien ab. Am Ende des Films hat Schauspieler Javier Bardem, der spätere Ehemann von Penélope Cruz, einen Cameo-Auftritt als ihr männliches Alter Ego.

Der Film feierte am 18. November 2001 seine Premiere in Spanien, wo er in der Folge in elf Kategorien für den Goya nominiert wurde, letztlich jedoch leer ausging. In Deutschland ist der Film bisher nicht veröffentlicht worden.

Kritiken[Bearbeiten]

Für Jonathan Holland von Variety war der Film eine „ungewöhnliche und einfallsreiche Komödie, die viel verspricht, jedoch letztlich ins Konventionelle abdriftet“. Obwohl der Film „mit reizvollen Szenen, amüsanten Ideen, erstklassigen Produktionswerten und einem bemerkenswerten Sinn für Stil“ aufwarten könne, bekomme man letztlich den Eindruck, „dass das übermäßig kunstvolle Skript außer Kontrolle geraten ist“.[1]

Dave Kehr von der New York Times bezeichnete den Film als „unkoordinierte, zu komplizierte, schmerzhaft zweitklassige Fantasiekomödie“. Victoria Abril, die „die schlechtere Rolle“ abbekommen habe, sei mit zwei Musicaleinlagen als Ausgleich bedacht worden, „bei denen sie eine recht effektive Imitation von Rita Hayworth in Gilda vollführt“. Penélope Cruz sei noch immer „eine auffallend schöne Frau, die sich vor der Kamera nicht zu bewegen versteht“. Es gebe da „etwas in ihrem gebeugten Gang, das stark an Popeye den Seemann erinnert“.[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Victoria Abril, 2000

Goya[Bearbeiten]

Nominiert
  • Bester Film
  • Beste Regie (Agustín Díaz Yanes)
  • Beste Hauptdarstellerin (Victoria Abril)
  • Bester Nebendarsteller (Gael García Bernal)
  • Bestes Original-Drehbuch (Agustín Díaz Yanes)
  • Bester Schnitt (José Salcedo)
  • Bestes Produktionsmanagement (Angélica Huete)
  • Bestes Szenenbild (Javier Fernández)
  • Beste Filmmusik (Bernardo Bonezzi)
  • Bester Ton
  • Bestes Make-up

Weitere[Bearbeiten]

  • Nominierung für den Publikumspreis – Beste Darstellerin des Europäischen Filmpreises für Victoria Abril
  • Preis des Círculo de Escritores Cinematográficos für die Beste Filmmusik (Bernardo Bonezzi) und drei weitere Nominierungen in den Kategorien Beste Regie (Agustín Díaz Yanes), Beste Kamera (Paco Femenia) und Bester Nebendarsteller (Gael García Bernal)
  • Nominierung für den Fotogramas de Plata für Victoria Abril als Beste Darstellerin
  • Spezialpreis des Turia Filmpreises für Agustín Díaz Yanes

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. “An offbeat and imaginative comedy which promises much but ultimately lapses into the conventional, […], although pic is studded with delightful scenes, amusing ideas, high-gloss production and a memorable sense of style, the final impression is of an over-elaborate script out of control.” Vgl. Review: ‘No News From God’. In: Variety, 18. Januar 2002.
  2. Don’t Tempt Me [is] an unfocused, overplotted, painfully derivative comic fantasy […]. Ms. Abril, though stuck in the dowdier role, has been compensated with two musical numbers, in which she performs a fairly effective imitation of Rita Hayworth in Gilda. Ms. Cruz continues to be a strikingly beautiful woman who can’t move on the screen; there is something in her hunched, rolling gait that inevitably suggests Popeye the Sailor.“ Dave Kehr: Bendito Infierno (2001). In: The New York Times, 22. August 2003.