Sinop
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| Sinop | ||||
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| Basisdaten | ||||
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| Provinz (il): | Sinop | |||
| Koordinaten: | 42° 2′ N, 35° 9′ O42.02535.147222222222Koordinaten: 42° 1′ 30″ N, 35° 8′ 50″ O | |||
| Einwohner: | 35 302 (2008) | |||
| Telefonvorwahl: | (+90) 368 | |||
| Postleitzahl: | 57 000 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | 57 | |||
| Struktur und Verwaltung (Stand: 2009) | ||||
| Bürgermeister: | Baki Ergül (CHP) | |||
| Webpräsenz (Stadtverwaltung): | ||||
Sinop (griech. Σινώπη Sinópē, deutsch Sinope), Hafenstadt und Badeort am Schwarzen Meer, ist die Hauptstadt der gleichnamigen türkischen Provinz Sinop im Norden Anatoliens. Die Stadt hat etwa 35.000 Einwohner, in den Sommermonaten jedoch bis zu 50.000. Sinop liegt auf dem Übergang zu einer dem Festland vorgelagerten Halbinsel und ist an der schmalsten Stelle nur rund 200 m breit.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Sinop hat über mehrere Jahrtausende eine bedeutende Rolle als Kultur- und Handelszentrum am Schwarzen Meer gespielt. Die ältesten Spuren menschlicher Besiedlung stammen aus der Bronzezeit.
Sinop war eine frühe Schwarzmeerkolonie der an der Westküste Kleinasiens gelegenen griechischen Stadt Milet. Die ältesten Zeugnisse griechischer Besiedlung stammen aus dem späten 7. Jahrhundert v. Chr., was gut zu dem von Eusebius überlieferten Gründungsdatum 631 v. Chr. passt. Die Authentizität einer noch deutlich früheren erste Gründung vor der Mitte des 8. Jh. v. Chr., die einige antike Autoren erwähnen (Pseudo-Skymnos [1], indirekt Strabo), ist in der modernen Forschung umstritten. Träfe dieses frühe Datum zu, wäre Sinop die älteste griechische Kolonie im Schwarzmeergebiet. Im 7. Jh. v Chr. haben sich Kimmerier, die um 700 v. Chr. in Kleinasien eingefallen waren, u.a. „in der Gegend um Sinope“ [2] niedergelassen. Dabei sollen sie die frühen griechischen Kolonisten vertrieben haben. Ein kimmerisches Grab, das die Anwesenheit der Kimmerier in dieser Gegend belegt, ist vor einigen Jahren südlich von Sinop entdeckt worden. Nach der Vertreibung der Kimmerier durch die Lyder im letzten Drittel des 7. Jh. kam es dann zur (erneuten?) Besiedlung durch Milesier.
Sinop wurde zu einer der bedeutendsten Kolonien und es wurden viele weitere Kolonien entlang der Schwarzmeerküste, so z. B. Amisos, (das heutige Samsun), Cerausos (Giresun), und Trapezous (Trabzon), von Sinop aus gegründet, die es selbst zu großer Bedeutung brachten.
183 v. Chr. eroberte Pharnakes I. Sinop und machte es zur Hauptstadt des Königreiches Pontos. Nach der Niederlage des pontischen Königs Mithridates VI. 64 v. Chr. gegen den römischen Feldherrn Pompeius Magnus verleibten die Römer Pontos in ihr Reich ein und der Einfluss Sinops nahm ab. Julius Caesar gründete im Jahre 46 v. Chr. eine Kolonie in Sinop.
Nachdem die Seldschuken die Stadt im Jahre 1214 eingenommen hatten, gewann die Stadt wieder an Bedeutung und gehörte seit 1458 zum Osmanischen Reich.
Nach der vernichtenden Seeschlacht von Lepanto im Jahre 1571 ließ der osmanische Sultan Selim I. in Sinop mehrere hundert Schiffe für die Flotte des Reiches bauen. Dafür wurden Arbeiter aus dem gesamten Osmanischen Reich nach Sinop gebracht, von denen sich viele in der Region ansiedelten. Sie trugen, wie auch Griechen, Tscherkessen, Georgier, Bulgaren und Türken zur kulturellen Vielfalt bei.
Am 30. November 1853, kurz nach Ausbruch des Krimkrieges, griff die russische Schwarzmeerflotte, unter Vizeadmiral Nachimow den osmanischen Hafen Sinope mit Sprenggranaten an und schoss sämtliche dort liegenden Schiffe in Brand. Dabei brannten große Teile der Stadt nieder.
[Bearbeiten] Bekannte Persönlichkeiten
- Diogenes (etwa 400–323 v. Chr.), Philosoph
- Mithridates VI. (132–63 v. Chr.), König von Pontus
- Marcion (vor 100–160 n. Chr.), christlicher Theologe
- Necmettin Erbakan, ehemaliger Ministerpräsident
- Riza Nur, Politiker
- Hakan Ünsal, Fußballer
[Bearbeiten] Literatur
- Askold I. Ivantchik: „Die Gründung von Sinope und die Probleme der Anfangsphase der griechischen Kolonisation des Schwarzmeergebietes“, in: Gocha R. Tsetskhladze (Hrsg.), The Greek Colonisation of the Black Sea Area (= Historia Einzelschriften 121), Stuttgart 1998, S. 297-330. ISBN 3-515-07302-7

