Giresun

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Dieser Artikel behandelt die türkische Stadt Giresun, für die gleichnamige Provinz siehe Giresun (Provinz).

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Giresun
Wappen von Giresun
Giresun (Türkei)
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Basisdaten
Provinz (il): Giresun
Koordinaten: 40° 55′ N, 38° 23′ O40.91527777777838.38944444444410Koordinaten: 40° 54′ 55″ N, 38° 23′ 22″ O
Höhe: 10 m
Einwohner: 100.712[1] (2012)
Telefonvorwahl: (+90) 454
Postleitzahl: 28 000
Kfz-Kennzeichen: 28
Struktur und Verwaltung (Stand: 2013)
Bürgermeister: Kerim Aksu (CHP)
Webpräsenz:
Landkreis Giresun
Einwohner: 123.129[1] (2012)
Fläche: 296 km²
Bevölkerungsdichte: 416 Einwohner je km²

Giresun, im Nordosten der Türkei am Schwarzen Meer gelegen, ist Hauptstadt und zugleich mit gut 100.000 Einwohnern größte Stadt der gleichnamigen Provinz Giresun. Sie ist Sitz einer Universität, der Giresun Üniversitesi.

Name der Stadt[Bearbeiten]

Die Herkunft des Namens Giresun ist umstritten, die Stadt hieß in der Antike Kerasous (altgriechisch Κερασοῦς), in der Neuzeit neugriechisch Kerasounda (Κερασούντα). Dieser Name stammt vermutlich entweder von dem griechischen Wort Kerasion (κεράσιον), was ‚Kirsche‘ bedeutet, oder vom ebenfalls griechischen ‚Keras‘ (κέρας) für ‚Horn‘.

Geographie[Bearbeiten]

Giresun liegt im Nordosten der Türkei an einem Horn am Schwarzen Meer. Folgende Provinzen grenzen an die Provinz Giresun, im Uhrzeigersinn, beginnend im Osten:

Typisch für die gesamte östliche Schwarzmeerküste der Türkei sind die Gebirgszüge und Berge des Pontus-Gebirge, die bis zur Küste des Schwarzen Meeres reichen. Für dieses imposante Landschaftsbild ist die Region, nicht nur in der Türkei, bekannt. Ebene Flächen in der Stadt Giresun findet man lediglich an den schmalen Küstenstreifen und zwischen den beiden Flussläufen und -mündungen des Batlama und Aksu. Etwa zwei Kilometer vor der Küste befindet sich die kleine Insel Giresun Adası (Aretias). Nach der Griechischen Mythologie soll dort Herakles den Amazonen begegnet sein.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Bezirke grenzen an die Stadt Giresun, im Uhrzeigersinn, beginnend im Osten:

Stadtgliederung und Ortsbezirke[Bearbeiten]

Trotz ihrer alten Geschichte ist Giresun heute eine moderne Stadt. Sie ist um eine gebirgige Halbinsel erbaut. Die Halbinsel von Giresun mit der Burg Giresun Kalesi auf ihrem höchsten Punkt ist eines der Wahrzeichen der Stadt und eine touristische Attraktion. Da ebene Flächen im Stadtgebiet rar sind, sind über die Jahre viele Stadtteile, türk. mahalle, auf den Hängen der Berge zum Meer hin erbaut worden. Das Stadtbild ist größtenteils geprägt von engen und steilen Straßen, die ihr eigenes Flair vermitteln. Sogar die neu gepflasterte Haupteinkaufs- und Geschäftsstraße hat ein starkes Gefälle.

54 Gemeinden und Dörfer zählen zum Bezirk Giresun.

Dorf / Gemeinde Einwohnerzahl Entfernung in km
Akçalı 280 25
Akıncı 161 12
Akköy 399 12
Alınca 546 6
Ambaralan 167 22
Aydınlar 382 5
Barça 1099 13
Barçaçakırlı 364 20
Bayazıt 240 5
Boztekke 1274 8
Burhaniye 291 17
Camili 723 8
Çağlayan 236 22
Çamlık 239 20
Çandır 464 14
Çandırçalış 250 8
Çavuşoğlu 333 10
Çaykara 999 8
Çiçekli 185 12
Çukurköy 253 10
Darıkoy 362 8
Demirci 362 20
Ergence 172 13
Eriklimanı 1987 5
Esentepe 205 30
Evrenköy 218 11
Güce 573 --
Güney 195 28
Gürköy 382 13
Güveç 545 10
Hamidiye 235 18
Hisargeriş 302 15
İncegeriş 177 25
Karaali 178 25
Kemaliye 549 15
Küçükköy 697 5
Lapa 541 15
Mesudiye 515 20
Okçu 612 23
Orhaniye 536 13
Ortaköy 142 10
Pınarçukuru 408 25
Sarvan 486 12
Sayca 873 13
Seyitköy 321 10
Sıvacı 196 18
Tekke 614 28
Uzgur 518 3
Uzkara 189 14
Ülper 568 13
Yağmurca 491 14
Yaykınlık 201 13
Yazlık 203 18
Yenicehisar 498 21
Yukarıalınlı 330 10

Geschichte[Bearbeiten]

Pontosgriechisches Athletenteam von Giresun im frühen 20. Jahrhundert

Da in der Region bisher wenige Ausgrabungen stattfanden, ist nicht viel über die Geschichte der Stadt, die in der Antike Kerasus hieß, bekannt. Frühe Funde belegen, dass die Stadt ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. von Griechen bewohnt war und bestätigen damit antike Quellen, dass Giresun von Milesiern gegründet wurde.

183 v. Chr. wurde Kerasus, wie auch Sinope, vom pontischen Herrscher Pharnakes I. zerstört. Nach dem Wiederaufbau benannte er die Stadt in Pharnakeia um.

Im Mittelalter gehörte Pharnakeia zur byzantinischen Provinz Armeniakon.

Der aus Giresun stammende Osman Ağa war der Leibwächter Mustafa Kemals. Im Zentrum von Giresun steht eine Statue von ihm als Denkmal und sein Grabmal befindet sich auf der Burg (Giresun Kalesi) von Giresun.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Giresun befindet sich mit Fiskobirlik eine der größten Haselnussfabriken der Türkei. Sie verkauft neben frischen Haselnüssen auch Nougat cremes, Haselnussöle und das Fındık ezmesi genannte Haselnussmus. Giresun ist Sitz der Privatsender Tempo TV, Mavi Karadeniz TV und Giresun TV.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Personenverkehr erfolgt überwiegend mit dem Dolmuş und mit anderen städtische Linienbussen. Da es bergig ist, muss man auf Züge verzichten. Der Hafen von Giresun wurde in den sechziger Jahren vergrößert.

Landschaft und Klima[Bearbeiten]

Die Stadt hat eine sehr reiche Landwirtschaft und baut die meisten Haselnüsse der Türkei an. Anbau von Walnüssen und Kirschen sowie Herstellung von Leder und Bauholz gibt es in Giresun ebenfalls. Das Klima ist feucht und mild.

Bildung[Bearbeiten]

Die Stadt hat städtische und renommierte weiterführende Schulen (Lise) und seit kurzem eine Universität (Giresun Üniversitesi).

Küche[Bearbeiten]

Die Küche der Stadt ist typisch türkisch und beinhaltet daher auch sehr oft Kebab, Pilav und dickflüssige Suppen. Zudem ist ein Kiymali genanntes Gebäck mit gewürztem Hackfleisch sehr bekannt. In der Stadt und der Umgebung wird viel mit Schwarzkohl gekocht, wie z. B. Suppen und Sarma, eine Kohlroulade. Frische Fische und Sardellen sind ebenfalls in der Küche von Giresun üblich.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Giresun Adası (Insel von Giresun)
  • Giresun Kalesi (Festung von Giresun)
  • Topal Osman Anıtı (Denkmal von Topal Osman Ağa)
  • Meryem Ana Kiliselesi ve Manastırları (Kirche und Kloster)
  • Gebe Kilisesi (Kirche)
  • Fatih ve Kurşunlu Camileri (Moscheen)

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Partnerstädte[Bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Giresun – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Türkisches Institut für Statistik, abgerufen 31. Januar 2013