Solutréen

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Solutréen
Zeitalter: Mittleren Jungpaläolithikum
Absolut: 24000/22.000 - 18.000/16.500 v.Chr.
Ausdehnung
Westeuropa
Leitformen
Blattspitzen und Kerbspitzen

Das Solutréen ist eine Kulturstufe des Mittleren Jungpaläolithikums, des Abschnitts der Altsteinzeit zwischen (je nach Quelle) etwa 28/22.000 bis etwa 18.000/16.500 v.Chr. Namengebender Fundort ist ein Korallenriff bei Solutré-Pouilly, nahe Mâcon im Département Saône-et-Loire in Burgund, Frankreich.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Zeitliche Einordnung und regionale Verbreitung

Das Solutréen folgte auf das Gravettien. Das früheste Solutréen findet sich im Ardèche-Tal und im Périgord. Darüber hinaus war es verbreitet in Frankreich, Portugal und Spanien, daneben finden sich auch Funde in Deutschland, Ungarn, Tschechien und der Slowakei. Die nachfolgende Kultur war das Magdalénien.

[Bearbeiten] Funde

Blattspitze des Solutréen

Typisch für das Solutréen sind Gegenstände, die durch Abschlagen dünner Lamellen aus Feuerstein hergestellt wurden. Charakteristisch sind flächenretuschierte Blatt- und Kerbspitzen, wovon ein Depot von ca. 20.000 Jahre alten Blattspitzen in Volgu (nahe Digoin) gefunden wurde. Die im Musée Dénon in Chalon-sur-Saône ausgestellten, bis zu 40 cm großen, hauchdünnen Spitzen zählen bis heute zu den eindrucksvollsten Steingeräten des gesamten europäischen Paläolithikums. Viele Geräte des Aurignacien blieben weiterhin in Gebrauch. Selten finden sich Stichel, Rückenmesser, Bohrer und Schaber - ebenfalls oft mit Rand- und Flächenretuschen.

In Frankreich lässt sich eine Dreiteilung anhand des Fundinventars feststellen: Im unteren Solutréen finden sich einfache, glatte Doppelspitzen, das mittlere ist durch doppelseitig retuschierte Lorbeer- und Weidenblattspitzen gekennzeichnet und das obere durch Kerbspitzen. Aus Geweih oder Knochen wurden Geschossspitzen hergestellt.

[Bearbeiten] Entdeckungen und Erfindungen

Die Menschen des Solutréen nutzen als erste Nadeln

Aus Knochen hergestellte Nadeln mit Öhr erleichterten das Nähen der (Fell-)bekleidung. Erstmals treten Lochstäbe auf und es wurden weit vom Eingang entfernte Höhlenbereiche erkundet, was sich etwa an Felszeichnungen und Reliefs von Tieren zeigt. Auch Kleinkunst findet sich: Gravierte Knochen, bemalte Steinplättchen mit Figuren [1] weisen auf ein entwickeltes Kunstverständnis hin, es fehlen allerdings fast vollständig Vollplastiken.

Riesige Feuerstellen fanden sich, bis zu 18 x 9 Meter groß, auf denen mehrere Tiere gleichzeitig gebraten werden konnten. Fast alle gefundenen Knochen sind zur Gewinnung des Knochenmarks aufgeschlagen worden. Beim namensgebenden Solutré fand man an einem steilen Berghang die Knochen von über 100.000 Wildpferden.

[Bearbeiten] Anmerkungen

  1. Etwa in der ostspanischen Parpalló-Höhle, wo sich etwa 5.000 Steinplatten mit Tierfiguren fanden.

[Bearbeiten] Literatur

  • Adrien Arcelin: Les fouilles de Solutré. Mâcon (1873)
  • H. Breuil: Quatre cents siècles d'art pariétal. (1952)
  • F. Djindjian, J. Koslowski, M. Otte : Le Paléolithique supérieur en Europe, A. Colin (1999) ISBN 2-200-25107-6
  • Ph. Smith: Soulutréen en France. Bordeaux (1966)

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Solutréen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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