Staatliches Museum Ägyptischer Kunst

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Staatliches Museum Ägyptischer Kunst

Daten
Ort München
Art Kunstmuseum
Eröffnung 1966
Betreiber Freistaat Bayern
Leitung Sylvia Schoske
Website www.aegyptisches-museum-muenchen.de
ISIL DE-MUS-099218

Das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst in München gehört neben den Sammlungen in Berlin (Ägyptisches Museum) und in Hildesheim (Roemer- und Pelizaeus-Museum) zu den bedeutendsten in Deutschland. Es zeigt Exponate aus allen Epochen des Alten Ägyptens bis in die koptische (christliche) Zeit, sowie einige Ausstellungsstücke aus benachbarten Kulturen in Nubien, Assyrien und Babylonien.

Es befindet sich zusammen mit der Hochschule für Fernsehen und Film im Kunstareal München in einem Gebäude des Architekten Peter Böhm.

Direktorin des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst ist Sylvia Schoske, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Museums ist Alfred Grimm.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Sammlung geht unter anderem auf verschiedene Aegyptiaca Bayerischer Herrscher zurück, u. a. die von Herzog Albrecht V. aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, des Kurfürsten Karl Theodor (zunächst in Mannheim, ab 1808 im Königlichen Antiquarium in München) sowie Kronprinz Ludwig I. (zunächst im „Aegyptischen Saal“ der Glyptothek); die Königlich Bayerische Akademie der Wissenschaften erwarb im 19. Jahrhundert weitere Objekte. Bürgerliche Mäzene und Förderer steuerten zu Beginn des 20. Jahrhunderts weitere Kunstwerke bei. Derzeit werden immer weitere Werke aus dem Haushalt des Freistaats Bayern, durch Stiftungen und den Freundeskreis des Ägyptischen Museums München e. V. (gegründet 1976) erworben.[1]

Das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst ging aus der „Ägyptische[n] Sammlung des Bayerischen Staates“ hervor, die 1966 gegründet wurde. In der Vergangenheit wurden über 50 Sonderausstellungen gezeigt.[2]

Auf Schloss Seefeld in der Nähe des Ammersees befand sich von 2000 bis Ende 2009 ein Zweigmuseum der Münchener Einrichtung.[3] Bis 2013 war das Museum im Festsaalbau der Münchner Residenz untergebracht, seit 11. Juni 2013 befindet es sich im Neubau gegenüber der Alten Pinakothek.[4] Ende Dezember 2013 zeichnete die Münchener Abendzeitung das Museum mit dem „Stern des Jahres“ in der Kategorie „Kunst“ aus.[5]

Ausstellung und Museumsbau[Bearbeiten]

Neubau für die Hochschule und das Museum, der Eingang zum Museum ist an der rechten Front

Die speziell für das Museum errichteten Räume liegen aus konservatorischen Gründen im Untergeschoss des Bauwerks und werden durch eine breite Freitreppe erschlossen, die auf eine vorgeschobene und aufragende Wand aus Sichtbeton zuführt. Das ganze Gebäude ist in Sichtbeton und Glas gehalten, einzelne Elemente sind aus gebürstetem Aluminium. Von der Lobby zweigen Räume für zwei Ateliers und ein Auditorium ab, sowie die üblichen Einrichtungen wie Garderobe und Museumsshop. Zur Sammlung geht es über eine weitere lange Rampe abwärts.

Die Ausstellung ist in zwei Hauptbereiche gegliedert. Die erste gibt einen Einblick in die verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen ägyptischer Skulpturen. Sie ist nicht chronologisch gegliedert sondern stellt vergleichbare Exponate nebeneinander und lädt zur Zusammenschau ein. Dieser Bereich windet sich um einen Lichthof, der Tageslicht in die Ausstellung bringt und endet mit dem Obelisk des Titus Sextius Africanus. Er ist 5,80 Meter hoch; das Mittelteil stammt aus dem Jahre 50. Der Rest wurde später ergänzt und mehrmals restauriert.

Zum Übergang in den thematischen Teil der Sammlung dient eine Galerie, die die Entwicklung ägyptischer Kunst über 5000 Jahre darstellt. Die weiteren, wesentlich kleineren Säle zeigen zusammengehörige Exponate nach thematischer Gliederung. Diese umfassen etwa Jenseitsglaube, Religion, Schrift und Text oder Kunsthandwerk. Diese Saalfolge endet mit Kunst benachbarter Regionen, Nubien und dem Alten Orient. Ein weiterer Nebenraum dient für Sonderausstellungen

Die Exponate sind mit den zentralen Daten beschriftet, jeder Raum weist einen einführenden Text auf, der direkt auf die Betonwand geschrieben ist. An zentralen Orten der Ausstellung stehen Multimedia-Würfel mit großflächiger Touchscreen-Oberfläche, sie vermitteln Zusammenhänge, bieten Hintergrundtexte zu Exponaten oder Themen und zum Teil vergrößerte Fotos von Objekten. Diese können aus der Sammlung des Museums selbst sein oder herausragende Objekte anderer Sammlungen wie des Ägyptisches Museums Berlin. Ein tragbarer Multimedia-Guide kann in der Lobby ausgeliehen werden, er liefert zu rund 200 Exponaten weiterführende Informationen.

Herausragende Kunstwerke[Bearbeiten]

Flusspferde aus prädynastischer Zeit (um 3200 v. Chr.)
Vermutlich Cheops (um 2600 v. Chr.)
Jugendbildnis von Amenemhet III. (um 1800 v. Chr.)
Sargmaske der Königin Satdjehuti (um 1575 v. Chr.)
Grabfunde Minschat Abu Omar
Doppelstatue des Niuserre als junger und als alter Mann, Köpfchen das vermutlich Cheops darstellt, Granit-Familiengruppe des Dersenet, Scheintüren aus dem Grab des Menes
Uschebti Figur aus Wachs
Mehrere Bildnisse des Pharaos Amenemhet III., Kultbild des Krokodilgottes Sobek, Fayence-Nilpferd mit stilisierten Wasserpflanzen, Sphinxfigur Sesostris’ III., Statue eines hohen Beamten
Sargmaske der Königin Sat-djehutj
Bildnisse der Pharaonen Ramses II., Thutmosis III., Echnaton und Hatschepsut, Löwenkopf aus Kalkstein, Kopf einer Sphinx Amenophis II., Kniefigur des Senenmut, Goldfigur der Teje, Würfelstatue des Bekenchons, Kelch mit der Namensaufschrift Thutmosis’ III, das älteste Glasgefäß der Welt (1450 v. Chr.).
Mumiensärge
Skulpturen aus der Spätzeit, Oberteil einer Priesterstatue aus der Perserzeit (ca. 500 v. Chr.), Skulpturen aus der ptolemäischen und römischen Epoche darunter eine Osiris Bronzegruppe, ein Statuentorso (um 350 v. Chr), der Granitkopf eines Seleukidenherrschers und der Goldschatz der Königin Amani-schaheto sowie ein Torso des Antinous aus römischer Zeit
insbesondere bemalte Keramik und Glas sowie Stoffe
Seit ihrem Auszug aus dem kriegszerstörten Assyrersaal der Glyptothek befinden sich hier auch die assyrischen Reliefs, so die Orthostatenreliefs aus dem Palast von Assurnasirpal II. aus Nimrud (von Ludwig I. in London erworben)
Schreitender Löwe auf glasierten Kacheln vom Ischtar-Tor aus Babylon (ca. 570 v. Chr.), ein Geschenk des Vorderasiatischen Museums in Berlin

Film[Bearbeiten]

  • Pharaonen für München - Ägyptisches Museum zur Eröffnung. Dokumentarfilm, Deutschland, 2013, 43:50 Min., Buch und Regie: Henning Weber, Produktion: Bayerischer Rundfunk, Reihe: Lido, Erstsendung: 13. Juni 2013 beim Bayerischen Fernsehen, Inhaltsangabe mit Fotostrecke vom BR.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Staatliches Museum Ägyptischer Kunst – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erwerbungen. In: Staatliches Museum Ägyptischer Kunst, aufgerufen am 3. August 2013.
  2. Ausstellungs-Archiv. In: Staatliches Museum Ägyptischer Kunst, aufgerufen am 3. August 2013.
  3. Standort Seefeld. In: smaek.de, aufgerufen am 3. August 2013.
  4. Nun geht es hinunter zum Licht. In: FAZ vom 14. Juni 2013, Seite 34, Artikelanfang.
  5. Stern des Jahres 2013 Kunst: Museum Ägyptischer Kunst, Abendzeitung, 26. Dezember 2013.

48.14725311.568494Koordinaten: 48° 8′ 50″ N, 11° 34′ 7″ O