Stadterneuerung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Unter Stadterneuerung wird im Allgemeinen der zielgerichtete Prozess zur Erhaltung, Verbesserung, Umgestaltung und Weiterentwicklung bestehender Teile und Strukturen einer Stadt verstanden. Dabei wird zwischen der in fest umgrenzten Flächen erfolgenden Stadterneuerung und der objektbezogenen Modernisierung bzw. Instandsetzung von Gebäuden unterschieden.

Angesichts der sich teilweise durchaus widersprechenden Vielfalt von Begriffen für diese auf die Innenentwicklung bezogene Teilstrategie der Stadtentwicklung ist es notwendig, unter wissenschaftlich-systematischer Orientierung die zu verwendenden Fachbegriffe in möglichst einheitlich zu benutzender Definition neu zu prägen; hiernach ist die Stadterneuerung als Teilstrategie der Stadtentwicklung der zentrale Oberbegriff für den ganzen Bereich der politisch geplanten städtebaulichen Veränderung im Bereich des bebauten Ortszusammenhangs. Dieser im weiteren Sinne gebrauchte Oberbegriff Stadterneuerung kann damit als zentrale Überschrift über alle weiteren daraus entwickelten Konzepte zur Bestandsentwicklung der Stadt gelten; auf der nächsten Konkretisierungsebene lässt sich dieser Oberbegriff untergliedern in seine beiden zentralen Komplexe, einerseits die "Stadterneuerung im engeren Sinne" (Schlagwort: Sanierung) und andererseits den Stadtumbau.

  • Sanierung: Erhaltung der baulichen Struktur bei gleichzeitiger Verbesserung der Funktion und genereller Nutzung eines Erneuerungsgebietes, nicht aber unbedingt verbunden mit der Erhaltung der sozialen Struktur der Nutzer des Quartiers.
  • Stadtumbau: Veränderung der strukturellen Grundlagen und damit meist auch der spezifischen Nutzung. Folge des Umbaus ist damit ein Funktions- und Nutzungswandel des betreffenden Stadtgebietes, der normalerweise mit einer grundlegenden Bodenordnung und einer Veränderung bzw. einem Austausch der Nutzer und Bewohner einhergeht.

Gebietskulissen[Bearbeiten]

Stadterneuerung findet in festgesetzten Gebieten im Rahmen von Städtebaulichen Sanierungsmaßnahmen, Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen oder speziellen Fördergebieten statt. Typische Gebietskulissen sind:

durch Sanierung, Wohnumfeldverbesserungen oder Stadtumbau statt.

Die städtebauliche Erneuerung soll die Erhaltung und Modernisierung von Gebäuden, die Revitalisierung der Zentren und Nebenzentren und die Verbesserung des Wohnumfeldes in den betroffenen Gebieten ermöglichen. Ziel ist es, den Bedeutungsverlust der Innenstädte als soziale, wirtschaftliche, kulturelle und politische Mitte der Region aufzuhalten. Durch Vielfalt und Funktionsmischung sollen sie Orte der Begegnung und Identifikation bleiben.

Die rechtliche Grundlage für Sanierungs-, Entwicklungs- und Fördergebiete und für deren Förderung findet sich in Deutschland im Sanierungsrecht, dem „Besonderen Städtebaurecht“ des Baugesetzbuches (§§ 136 ff. BauGB). In Deutschland wird durch den Bund und die Länder die Stadterneuerung zumeist gefördert durch die Programme der Städtebauförderung (auch: Städtebaulicher Denkmalschutz, Die Soziale Stadt und Stadtumbau).

Literatur[Bearbeiten]

  • Uwe Altrock, Ronald Kunze, Gisela Schmitt, Dirk Schubert (Hrsg.): Jahrbuch Stadterneuerung 1991-2011, Berlin
  • Sandra Keltsch: Stadterneuerung und städtebauliche Denkmalpflege in der DDR zwischen 1970 und 1990. Dargestellt an der Entwicklung von Denkmalstädten in Sachsen-Anhalt. Dissertation TU Leipzig, Leipzig 2010 (Digitalisat)
  • Arvid Krüger: Erneuerung der Erneuerung - Eine neue Rolle der Stadterneuerung im Kontext von Benachteiligungsphänomenen in der Stadtentwicklung. (ISR Graue Reihe Heft 10). Institut für Stadt- und Regionalplanung, TU Berlin 2008, ISBN 978-3-7983-2078-9 (Volltext)
  • Hansjörg Luser: Integrative Stadtentwicklung In: Internationales Städteforum GrazISG Magazin Heft 1, 2003 (zur Situation in Österreich: online, Austria Forum)
  • Karl P. Schörghuber: Stadterneuerung. Sex in die City statt tote Hose. Schörghuber & Partner 2007, ISBN 978-3950039221

Siehe auch[Bearbeiten]