Stanisław Dziwisz

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Stanisław Kardinal Dziwisz
Wappen Stanisław Kardinal Dziwisz

Stanisław Kardinal Dziwisz [staˈɲiswaf ˈdʑivʲiʃ] (* 27. April 1939 in Raba Wyżna bei Krakau, Polen) ist ein ehemaliger Kurienbischof und seit 2005 Erzbischof von Krakau.

Leben[Bearbeiten]

Nach Beendigung des Allgemeinbildenden Lyzeums in Nowy Targ im Jahre 1957 besuchte Dziwisz das Höhere Geistliche Seminar in Krakau, wo er Philosophie und Theologie studierte.

Dziwisz wurde am 23. Juni 1963 von damaligem Krakauer Weihbischof Karol Wojtyla und späteren Papst Johannes Paul II. zum Priester geweiht. Zwischen 1963 und 1965 war er Vikar in Maków Podhalański, danach vertiefte er seine theologischen Studien, die er 1967 mit dem Lizentiat abschloss. 1981 folgte die Promotion. Das Thema seiner Doktorarbeit lautete: Kult des heiligen Bischofs Stanislaus bis zum Konzil von Trient.

Seit 1966 war er Sekretär des Krakauer Erzbischofs Wojtyła[1], dem er nach dessen Wahl zum Papst im Jahre 1978 in den Vatikan folgte. Am 18. Juni 1979 verlieh ihm Johannes Paul II. den Ehrentitel Kaplan Seiner Heiligkeit[2] (Monsignore) und am 3. Oktober 1985 den Titel Päpstlicher Ehrenprälat[3]. Am 7. Februar 1998 ernannte ihn Johannes Paul II. zum Titularbischof von San Leone und zum Beigeordneten Präfekten des Päpstlichen Hauses. Die Bischofsweihe spendete ihm Johannes Paul II. am 19. März desselben Jahres im Petersdom. Am 29. September 2003 wurde er unter Beibehaltung seines Titularbistums zum Titularerzbischof pro hac vice erhoben. Er diente Johannes Paul II. bis zu dessen Tode am 2. April 2005.

Dziwisz gehörte zu dem kleinen Kreis derjenigen Geistlichen, die in der Sterbestunde des Papstes in seinen Gemächern anwesend waren. Dziwisz war ungewöhnlicherweise schon während seiner Tätigkeit als päpstlicher Privatsekretär zum Bischof geweiht worden. Spekulationen darüber, er könnte von Johannes Paul II. darüber hinaus auch zum Kardinal in pectore ernannt worden sein, bestätigten sich nach dem Tod des Papstes jedoch nicht. Insbesondere in den letzten Lebensjahren des Papstes galt Dziwisz als einer der einflussreichsten Geistlichen im Vatikan, vor allem, weil er entscheidenden Einfluss darauf nehmen konnte, welche Besucher Johannes Paul II. empfing. Selbst Einfluss auf Bischofsernennungen wurde ihm nachgesagt.

Am 1. Juni 2005 wurde die Ernennung durch Papst Benedikt XVI. zum Erzbischof von Krakau mit Wirkung zum 3. Juni 2005 bekannt gemacht. Der Vorgänger Dziwisz’, Kardinal Franciszek Macharski, hatte dem katholischen Kirchenrecht entsprechend schon drei Jahre zuvor, mit Erreichen des 75. Lebensjahres, seinen Rücktritt angeboten. Die Amtseinführung Dziwisz’ als Erzbischof von Krakau fand am 27. August 2005 statt. Dziwisz kündigte an, sein Amt im Geiste Wojtyłas ausüben zu wollen. Er war als Erzbischof von Krakau auch für einen Teil des durch Benedikt XVI. eingeleiteten Prozesses zur Seligsprechung Johannes Pauls II. verantwortlich. Papst Benedikt XVI. nahm ihn im Feierlichen Konsistorium am 24. März 2006 als Kardinalpriester mit der Titelkirche Santa Maria del Popolo in das Kardinalskollegium auf.

Dziwisz verfasste mehrere Schriften, z. B. Erinnerungen zum Papst-Attentat von 1981. Darüber hinaus ist er Vizepräsident der Stiftung Johannes Paul II.

Kritik am Amtsverzicht des Papstes[Bearbeiten]

Als Papst Benedikt XVI. am 11. Februar 2013 mit Wirkung zum 28. Februar 2013 auf sein Amt verzichtete und damit die erste freiwillige Amtsniederlegung eines Papstes seit 718 Jahren einleitete, kommentierte Kardinal Dziwisz als ehemaliger Papstsekretär diese Entscheidung des Papstes kritisch mit den kurzen Worten, dass man nicht vom Kreuz herabsteige[4]. Bei seiner letzten Generalaudienz am 27. Februar 2013 sagte Benedikt XVI. dazu: „Non abbandono la croce, ma resto in modo nuovo presso il Signore Crocifisso.“ (deutsch: „Ich steige nicht vom Kreuz herab, sondern bleibe in neuer Weise dem gekreuzigten Herrn nahe.“)[5]

Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Stanisław Kardinal Dziwisz ist Mitglied folgender Institutionen der römischen Kurie:

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stanisław Dziwisz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kath.net: Johannes Paul II. wollte Chinesisch lernen 27. Januar 2007
  2. Annuario Pontificio per l’anno 1982, Città del Vaticano 1982, S. 1774.
  3. Annuario Pontificio per l’anno 1987, Città del Vaticano 1987, S. 1846.
  4. «Übergangspäpste» mit Wirkung, Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung vom 28. Februar 2013.
  5. BENEDETTO XVI UDIENZA GENERALE Piazza San Pietro Mercoledì, 27 febbraio 2013. Abgerufen am 28. Februar 2013.
  6. Nomina di Membri e di Consultori del Pontificio Consiglio per gli Operatori Sanitari, in: Presseamt des Heiligen Stuhls: Tägliches Bulletin vom 5. Januar 2011.
  7. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)
Vorgänger Amt Nachfolger
Franciszek Kardinal Macharski Erzbischof von Krakau
seit 2005