Strumpfhose

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Strumpfhose ist eine aus zwei Strumpfschläuchen gefertigte Unterleibsbekleidung, welche den Körper hauteng von der Taille abwärts komplett bedeckt.

Je nach Verarbeitung oder persönlicher Vorliebe reicht ihre Verwendung von einer nahtlosen Verbindung aus Unterhose und Strümpfen,[1][2] bis zur eng anliegenden Oberhosen, welche die Füße mit bedecket.[3] Variationen reichen von kurzen Leggings bis hin zu Bodystockings. Hauptfunktionen des Kleidungsstücks sind der Schutz vor Kälte oder auch die Betonung bzw. kosmetische Verbesserung des Erscheinungsbildes der Beine.

Während mehr Bein als mit Schenkelstrümpfen bedeckt wird…
…bleibt das Höschenteil, vergleichbar dem Strumpfrand, in der Öffentlichkeit verborgen.

Aufbau[Bearbeiten]

Durchwandlung verschiedener Schnittmuster. (ohne Bund, Verstärkungen und Beinenden) Anfangend mit dem Aufschneiden und Zusammennähen von Strumpfschläuchen. Zwickel verschiedener Größen. Schlüpfer mit angenähten Strümpfen. Nahtloser U-Schlauch mit verschiedenen Zwickellösungen: Keiner, eingenäht, eingewebt.

Die einfachste und damit billigste Variante besteht darin zwei Strumpfschläuche oberhalb der Schenkel aufzutrennen und entlang der beiden Schnittkante zusammenzunähen. Darüber hinaus gibt es noch andere Einzelteile oder Schnittmuster zur Herstellung.

Einzelteile[Bearbeiten]

Bund Blickdichte Verstärkung Verstärkung Naht Zwickel Ferse Fußspitze Fußspitze
Aufbau einer typischen Strumpfhose

Strumpf- und Höschenteil[Bearbeiten]

In beiden Strumpfschläuche, welche Bein- und Höschenteil bilden, lassen sich eine Vielzahl an Materialien and Mustern einweben.

  • Blickdichtere Verstärkungen des Höschenteil als Boxer, Formhöschen, Bikinislip, Tangaslip oder T-Band
  • Sämtliche Verzierungen wie sie auch bei Strümpfen zu finden sind
  • Verstärkung der Zehenspitzen gegen Laufmaschen. Fußteile mit offenen Zehen oder ganz Fußlos, um Leggings oder gar Shorts zu bilden
  • Einweben von Baumwolle um Schweiß besser aufzunehmen oder auch um besser zu wärmen[4]

Ein Nebeneffekt beim Einweben von zusätzlichen oder dickeren Materialien ist das Verringern der Dehnbarkeit. Was beim Höschenteil mögliches Rutschen verhindern und bestimmte Partien wie Bauch und Po formen kann. Aber auch an Übergängen und Abschlüssen zum unschönen Einschneiden führen kann. Abhilfe verschaffen Auffächerung in feinen Musterungen an den Übergängen oder Asymmetrische Stricktechnik, die große Komfortzwickel und die damit einhergehenden unschönen Nähte über den Pobacken, überflüssig machen.

Zwickel[Bearbeiten]

Hauptartikel: Zwickel

Der Zwickel ist ein optionaler Einsatz zum Dehnungsausgleich und Verbesserung der Passform zwischen den Beinteilen. [5] Oft ist dieser Teil im Schrittbereich auch bei Netz- und Nylonstrumpfhosen mit ungefärbter Baumwolle ausgekleidet,[6] um den weiblichen Intimbereich trocken zu halten.[7][2][8] Zusätzlich kann die äußere Nylonschicht einen luftdurchlässigere Netzstruktur aufweisen, um die als mangelhaft kritisierte Atmungsaktivität von Synthetikunterwäsche[9] zu verbessern.

Bund[Bearbeiten]

Dieser kann bereits in verschiedener Ausführung in die Strumpfschläuche eingewebt sein oder erst nachträglich angenäht werden. Letztgenannter Annähbund ist bei nahtlosen Strumpfhosen aus technischen Gründen Standard. Dieser kann mehrere Zentimeter breit auch aus Spitze bestehen. Andere Bundlösungen bestehen darin einen breiten Teil lediglich mit zusätzlichem Elastan zu verstärken und oberen Abschluss der Strumpfschläuche während der Produktion mit einem Laser zu schneiden und gleichzeitig gegen Auftrennen zu verschweißen.

Spezielle Formen[Bearbeiten]

Nahtlos[Bearbeiten]

Oft ist diese Form bei Netzstrumpfhosen und Feinstrumpfhosen der Premiummarken zu finden. Bei diesen Strumpfhosen sind nur am Annähbund, den Zehenspitzen und um den optionalen Hygienezwickel Nähte vorhanden. Bei Feinstrumpfhosen kann der Zwickel sogar nahtlos eingewebt sein. Bei Garnstärken über 80 Den, wie zum Beispiel bei Strickstrumpfhosen, ist eine nahtlose Verarbeitung nicht möglich.

Slip mit Strümpfen[Bearbeiten]

Eine auch heute noch selten anzutreffende Form, die den ersten Versuchen einer Feinstrumpfhose gleicht.[10][11] Hier wurden einfach Strümpfe an einen gewöhnlichen Slip genäht. Für die Serienfertigung wird auf Abschlüsse am Beinausschnitt verzichtet, es sei denn, die Weiterverwendung des Slips nach Verschleißen der Strümpfe ist vorgesehen. Um eine Überdehnung zwischen Beinausschnitt und Strumpfrand zu verhindern, werden die Strümpfe länger als handelsübliche Schenkelstrümpfe gefertigt. Vorteile dieser Variante sind die Individuelle Größe des Höschenteils und das Verschwinden der Mittelnaht an Bauch und Rücken.

Material[Bearbeiten]

Garnfeinheit[Bearbeiten]

Die Feinheit des bei der Herstellung einer Feinstrumpfhose verwendeten Garns wird in den Einheiten Denier (den) und Dezitex (dtex) angegeben, wobei die traditionellere Angabe den in Deutschland immer noch weit verbreitet ist. Obwohl beide Nummerierungen als Maß für die Durchsichtigkeit des Beinteils benutzt werden, geben sie eigentlich das Gewicht eines Garns bezogen auf die Länge an und werden stets ganzzahlig angegeben. Tatsächlich wird die Transparenz durch die Maschenweite bestimmt, die sich je nach Dehnung am Körper verändern kann. So sind Stützstrumpfhosen mit 140 Denier auch in durchsichtigen Varianten erhältlich. Die Denier-Werte üblicher Feinstrumpfhosen liegen zwischen 3 den (extrem dünn) und 150 den (blickdicht und warm), übliche Nylonstrumpfhosen haben etwa 20 den.

Arten von Strumpfhosen[Bearbeiten]

Feinstrumpfhosen[Bearbeiten]

Feinstrumpfhosen bestehen zumeist aus Nylon (Polyamid), Polypropylen und Elastan (auch bekannt unter den Markennamen Lycra oder Spandex), aber auch Seide wird verwendet. Sie sind in unterschiedlichen Fadenstärken erhältlich, so dass sie sowohl fast transparent als auch blickdicht hergestellt werden können. Sie werden aus sehr dünnen Fäden hergestellt und sind dementsprechend empfindlich (siehe: Laufmasche). Feinstrumpfhosen werden in praktisch allen erdenklichen Farben produziert, die beliebtesten sind jedoch transparent bzw. hautfarben und schwarz.

Genau genommen ist die Unterteilung in Feinstrumpfhosen und Strickstrumpfhosen nicht ganz korrekt, da auch Feinstrumpfhosen gestrickt (und nicht etwa gewebt) sind. Eine Feinstrumpfhose besteht aus etwa zwei Millionen Maschen, etwa fünf bis sechs Kilometer Garn werden für ihre Herstellung benötigt.

Figurformende Strumpfhosen[Bearbeiten]

Praktisch einer der Urtypen der modernen Feinstrumpfhose. In diesem Fall dem Patent von Ernest G. Rice entsprechend, verfügt sie meist über transparente Beine und ein blickdichtes Höschen in Pagenform. Die Sollbruchstelle, die es ermöglicht das Höschen zu behalten, falls die Beinteile zerstört sind, ist praktisch verschwunden. Jedoch ist bei heutigen Modellen der nur am Rande erwähnte Zwickel fast immer aus Baumwolle gearbeitet. Zum Zweck der stärkeren Figurformung ist im Höschenteil zusätzliches Elastan verarbeitet. [1] Seit Mitte der 1980er Jahre ist es möglich komplizierter strukturierte Höschenteile zu fertigen. So ist es möglich gezielt bestimmte Bereiche zu formen oder gar hervorzuheben. Z.B das Gesäß. Deshalb wird diese Art Strumpfhose auch mit kurzen Beinteilen als Formhose, einer Art langen Miederhose, angeboten. Trotz fehlender Sollbruchstelle ist es auch möglich diese Formhosen durch vorsichtiges Abtrennen der (beschädigter) Beineteile einer figurformenden Strumpfhose zu erhalten.[12]

Stütz- und Kompressionsstrumpfhosen[Bearbeiten]

Patienten mit Venenleiden und Lymphödemen sind häufig gezwungen, spezielle Kompressionsstrümpfe oder -hosen zu tragen. Diese sind besonders fest und üben dadurch einen definierten Druck auf die Beine aus. Dieser Druck ist bei Kompressionsstrumpfhosen stärker (etwa 3 kPa) als bei Stützstrumpfhosen (etwa 1 kPa). Stützstrümpfe dienen der Vorbeugung von Thrombose. Sie sind bei vorhandener Krankheit nicht zu empfehlen.

Glanzstrumpfhosen[Bearbeiten]

Unter Glanzstrumpfhose versteht man eine meist stark glänzende Strumpfhose, wie sie zum Beispiel im Tanzsport oder beim Eiskunstlauf getragen wird. Da diese Strumpfhosen häufig bei diesen Sportarten sehr beansprucht werden, sind sie sehr widerstandsfähig gegen Laufmaschen und andere Beschädigungen. Die meisten Modelle sind in dunklen Hauttönen mit Garnfeinheit von 70 bis 90 Den und Schrittzwickel aus Baumwolle oder auch Coolmax erhältlich.

Strickstrumpfhosen[Bearbeiten]

Strickstrumpfhosen werden aus dickeren, gesponnenen Garnen hergestellt als Feinstrumpfhosen, meistens aus Baumwolle oder Wolle mit einer Beimischung von Synthetikfasern wie zum Beispiel Elastan, das die Strumpfhose dehnbar macht. Sie werden mit speziellen Strickmaschinen hergestellt. Strickstrumpfhosen sind dicker und wärmer als Feinstrumpfhosen. Es gibt sie sowohl glatt gestrickt als auch mit strukturierter Oberfläche (unterschiedlich breit gerippt oder mit Zopfmuster).

Netzstrumpfhosen[Bearbeiten]

Netzstrumpfhosen, oder auch Ajour-Strümpfe, haben eine netzartige, löchrige Struktur. Sie sind meist nahtlos gearbeitet und haben nur eine Zehenverstärkung. Analog zum Netzstrumpf werden sie, vor allem mit weiten Maschen oder auch Rücknähten am Bein, mit Erotik in Verbindung gebracht. Sind aber auch in engmaschigen Varianten als luftige Alternative zu Feinstrümpfen in strengen Kleiderordnungen geduldet.

Spezielle Strumpfhosen[Bearbeiten]

Zusätzlich werden Strumpfhosen produziert, die speziellen Bedürfnissen entgegenkommen. Beispiele dafür sind:

  • Für Schwangere mit verstellbarem oder über dem Bauch endendem Bund, welche den Bauch auch stützen können.
  • Hüftstrumpfhosen mit niedrigerem Höschenteil, die unter Hüfthosen und -röcken getragen werden können, ohne dass der Bund der Strumpfhose sichtbar wird
  • Herrenstrumpfhosen
  • Fußlose Strumpfhose als Leggings
  • Bodystockings als eng anliegende Ganzkörpertrikots
  • Skistrumpfhosen, welche innen mit Frottee versehen sind
  • Sommerstrumpfhosen in sehr dünnen DEN-Stärken und oft ohne Zehenverstärkung für offene Schuhe
  • Spezielle Strumpfhosen mit erotischer Anmutung, zum Beispiel Ouvert-Strumpfhosen (offener Zwickel) oder Netzbodystockings
  • „Over Boot“-Strumpfhose mit offenen Sohlen, welche über die Schuhe oder Stiefel (englisch: Boot) im Eislauf gestülpt werden oder auch wahlweise als Leggings getragen werden können

Trageeigenschaften und Verwendung[Bearbeiten]

Gesundheitsrisiken und Nutzen[Bearbeiten]

Für Kälte geeignete Baumwollstrumpfhosen können wie sonstige Unterwäsche behandelt werden. Da aber Nylon wegen mangelnder Atmungsaktivität kaum Wärme und Wasserdampf entweichen lässt, noch Feuchtigkeit (normaler Ausfluss, Schweiß) bindet, werden hier die Mitverursacher für Pilzinfektionen im Intim-[8] und Fuß- Bereich vermutet. Microfaser gilt zwar als atmungsaktiv und somit als etwas schneller trocknend, die Feuchtigkeitsaufnahme des meist dünnen Stoffes ist jedoch dementsprechend begrenzt.

Intimbereich[Bearbeiten]

Für beste Luftzirkulation und Kühlung wird empfohlen nur Strumpfhosen mit Baumwollzwickel ohne Unterwäsche zu tragen.[8] Bei Fehlen dieses speziellen Zwickels, ebenso ohne Unterwäsche darunter, um so mehr Feuchtigkeit fernzuhalten.[8]

Füße[Bearbeiten]

Bei vorhandenem Fußteil sollten Strumpfhosen nicht mehrere Tage wie Oberbekleidungshosen getragen, sondern wie Socken täglich gewechselt werden. In seltenen Fällen sind Einsätze aus Baumwolle oder mit Silber versetzte Faser im Sohlenbereich zu finden. Ebenso gibt es, ursprünglich für Diabetiker oder Schiefzehen gedacht, Fußteile mit offenen Zehen.

Nutzen[Bearbeiten]

  • Neben dem Warmhalten der Beine bei kaltem Wetter kann auch das Austrocknen der Haut bei niedriger Luftfeuchtigkeit vermindert werden.
  • Da das Material Poren hat und mit der Haut in direktem Kontakt steht, bringen manche Hersteller Hautpflegeprodukte ein. So werden mittels Mikroverkapselung Feuchtigkeits- und andere Haut- Cremes eingebracht, welche sich bei Körpertemperatur auflösen. Manche Hersteller gingen sogar so weit Coffein gegen Cellulite zu benutzen. Dessen Wirkung ist jedoch zweifelhaft. [13]
  • Feinstrumpfhosen dienen auch als Schutz gegen Insekten- oder Quallenstiche wie auch Sand, da mehr Maschen dicht auf weniger Raum zusammengepackt werden. Diese werden auch dichter gewebt speziell für Männer in entsprechenden Proportionen mit Eingriff hergestellt.[14]

Kritik[Bearbeiten]

  • Für sehr stämmige Personen können Strumpfhosen extrem unkomfortabel sein. So werden Strumpfhosen für breite Beine kaum angeboten und verfügen selbst dann über einen taillenhohen Bund, der seinen Halt erst auf der Hüfte findet[15] und somit das restliche Material nach unten rutschen lässt.
  • Manche Menschen lehnen Strumpfhosen aus geld- wie auch ressourcenwirtschaftlichen Gründen ab. Zu einem wegen der leichten Bildung von Laufmaschen oder Reißen der Strumpfhose. Zum anderen, weil sie in der Regel nicht biologisch abbaubar sind bzw. nicht recycelt werden. Obwohl laufmaschenfreie Strumpfhosen existieren, bilden diese nur eine Randerscheinung.
  • Slipeinlagen können zwar direkt in Strumpfhosen eingeklebt werden,[16] aber weil das Höschenteil weit gedehnt wird, muss hier auch die Slipeinlage mithalten können. Ansonsten löst sie sich ab oder wird zusammengestaucht. Dementsprechend müssen dickere Damenbinden ohne Kleber durch ihre eigene Größe, wie in Fixierhosen gleicher Machart,[17] gehalten werden. Ansonsten sorgen auch Figurformende Strumpfhosen[18] wie auch bereits vorhandene Bodysuits/Leotards oder Miederhosen darüber für straffen Sitz.
  • Die Idee von Strumpfhosen als Unterhose kann Menschen aus unterschiedlichen Gründen widerstreben.[2] Hier zu zählen das persönliche Hygienebedürfnisse vor allem im Niedrigpreis-Sektor ungenügend erfüllt werden[2] oder das Höschenteil als zu transparent und empfindlich erachtet wird. Aber auch kulturelle Vorbehalte die das Nichttragen von einfachen Unterhosen als ungehörig oder unhygienisch ansehen.

Geschichte[Bearbeiten]

Erkennbar sind die einzelnen Beinlinge der Delinquenten um 1438

Definiert man die Strumpfhose als ein Paar langer Strümpfe, die an einer kurzen Hose befestigt sind und beachtet, dass Strümpfe bis ins 16. Jahrhundert nicht gewirkt oder gestrickt, sondern aus gewebtem Stoff gefertigt wurden, dann reicht die Geschichte der Strumpfhose in der europäischen Kleidung bis ins 15. Jahrhundert zurück. Allerdings ist die Abgrenzung zu Hosen bzw. Unterhosen schwierig bis unmöglich.

15. bis 18. Jahrhundert[Bearbeiten]

Männer in Strumpf-Hosen (damals Beinlinge genannt), ca. 1495.

Frühe Vorläufer der Strumpfhose gehen auf die mittelalterlichen Beinlinge zurück, d.h. auf Männerstrümpfe, die am Gürtel befestigt wurden. Im 15. Jahrhundert wurden die Beinlinge durch einen dazwischengenähten Zwickel zu einem Kleidungsstück kombiniert. In Alpirsbach hat sich eine solche Hose erhalten, die auf um 1500 datiert wird.[19] Im 16. Jahrhundert wurden die Strümpfe wieder von der Hose (Heerpauke) getrennt, aber an diese angenestelt.[20]. Im Verlauf des Jahrhunderts kommen auch gestrickte Strümpfe auf.[21] Als Anfang des 17. Jahrhunderts die Hosen knielang werden, wird auch das Annesteln unnötig. Erst Ende des 18. Jahrhunderts kehrt die Strumpfhose - immer noch als Männerkleidungsstück - unter dem Namen Pantalons wieder, allerdings als Unterkleidung, so dass nur das Vorhandensein von Fußteilen sie von langen Unterhosen unterscheidet. Im Zuge der teilweise durchsichtigen, den Körper umschmiegenden Revolutionsmode wurden sie erstmals auch von Frauen getragen.[22]

Erste Hälfte des 20. Jahrhunderts[Bearbeiten]

Die Pantalons des späten 18. Jahrhunderts wurden im 19. Jahrhundert zu fußlosen langen Unterhosen, so dass man sagen kann, dass im 19. Jahrhundert keine Strumpfhosen getragen wurden. In den zwanziger bis vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts nähten Tänzerinnen Schauspielerinnen mitunter ihre Strümpfe an die Unterhose an, aber es gab keine industrielle Fertigung.[10] Die Firma Glen Raven brachte 1959 die ersten panty hose aus synthetischen Fasern auf den Markt. [11][23] 1956 hatte bereits Ernest Rice ein entsprechendes Patent eingereicht, das 1958 genehmigt wurde, was zu Rechtsstreitigkeiten führte.[24]

1960er Jahre[Bearbeiten]

Nylonstrumpfhosen (Feinstrumpfhosen)[Bearbeiten]

Die Feinstrumpfhose setzte sich in den folgenden Jahren schnell durch. Bereits 1966 betrug der Anteil der Strumpfhose an der gesamten Nylonstrumpferzeugung 77 %, zwei Jahre später war der Anteil auf 85 % angestiegen. Die Nylonstrumpfhose löste zur Zeit des Minirocks die bis dahin üblichen Nylonstrümpfe mit Strumpfhalter und Hüftgürtel weitgehend ab, hatte aber zunächst noch ein blickdichtes Höschenteil. Die Notwendigkeit, auch auf dieses zu verzichten, ergab sich erst mit dem Aufkommen der „Hot Pants“ (1971).

Neben Nylon war auch das chemisch verwandte Perlon in Gebrauch. Nylonstrumpfhosen wurden schnell zum Massenprodukt in den westlichen Staaten, im Ostblock waren sie dagegen noch lange ein knappes Gut, so auch in der DDR. Hier wurde ein zum Nylon ähnliches Material verwandt, das Dederon.

Geringelte Strickstrumpfhose

Strickstrumpfhosen[Bearbeiten]

Etwa zur gleichen Zeit kamen verstärkt Strickstrumpfhosen auf den Markt. Sie wurden zum Schutz vor Kälte unter langen Hosen getragen, seltener zu Röcken und Kleidern, da hier die Nylonstrumpfhose als feiner galt.

Kinderstrumpfhosen[Bearbeiten]

Außerdem wurde die Strickstrumpfhose ab den 1960ern ein sehr weit verbreitetes Kleidungsstück für Kinder. Mädchen tragen sie seitdem unter Röcken und Kleidern, Jungen in der kälteren Jahreszeit unter langen Hosen. Manche Jungen trugen in den 1960er Jahren Strickstrumpfhosen aber auch in Verbindung mit kurzen Hosen. Die Strumpfhose ersetzte hier lange Wollstrümpfe, besonders bei kühler Witterung.

Herrenstrumpfhosen[Bearbeiten]

In den 1960er und 1970er Jahren wurden zunehmend auch (Strick-)Strumpfhosen für Männer hergestellt. Um die Nachfrage zu erhöhen, kamen zu den von beiden Geschlechtern tragbaren eingrifflosen Strumpfhosen Modelle mit Eingriff speziell für den Mann auf den Markt. Diese fanden, verglichen mit den eingrifflosen Modellen, nur beschränktes Interesse. Zwischenzeitlich werden Feinstrumpfhosen für den Mann mit und ohne Eingriff angeboten, die sich wachsender Verkaufszahlen erfreuen, sie sind vom Schnittmuster her der Anatomie des männlichen Körpers angepasster.

1970er und 1980er Jahre[Bearbeiten]

Mit Abflauen der Begeisterungswelle für Hot Pants zu Beginn der 1970er sowie Ablösung der Minimode zunächst durch Midi- und Maxi-Kleider und zunehmender Akzeptanz langer Hosen in der Frauenmode verloren Strumpfhosen weitgehend ihren „modisch chic“-Status und wurden zum allgemeinen Gebrauchsgut. Unter langen Hosen wurden im Winter durchaus gern wärmende Strickstrumpfhosen getragen. Auch Strumpfhosen mit Frottéesohle bzw. Frottée-Einsätzen im Knie- und Gesäßbereich waren in den Siebzigern auf dem Markt, diese Jahre gelten als Hochzeit der Strickstrumpfhose.

Ende der 80er Jahre wurde durch die Popkultur, mit Künstlern wie Madonna oder Prince, die blickdichte (und meist bunte) Strumpfhose ohne Fuß – genannt Leggings – populär.

1990er[Bearbeiten]

Zu Beginn der 1990er wiederholte sich kurzzeitig der modische Trend der Kombination von Strumpfhosen mit kurzen bis halblangen Hosen bei Frauen.

Mitte der 1990er kamen für Frauen auch Strickstrumpfhosen mit (oft buntem) Ringelmuster auf. Die Strickstrumpfhose hat sich damit ein wenig von ihrem bisherigen Image als Kinderstrumpfhose oder wärmende Unterwäsche befreit und wird zunehmend auch als modisches Accessoire eingesetzt.

21. Jahrhundert[Bearbeiten]

An Stelle von Strumpfhosen wird nun auch häufiger Thermounterwäsche (Funktionsunterwäsche) als wärmende Unterbekleidung angeboten und getragen. Frauen und Mädchen tragen Strumpfhosen weiterhin als modisches Accessoire zu Röcken, Kleidern und Hot Pants, dabei erfreuen sich – ermöglicht durch die technische Verbesserung der Wirkmaschinen – eingewirkte Muster zunehmender Beliebtheit. Im Segment der Herren werden neben den seit längerem eingeführten Strickstrumpfhosen in den letzten Jahren vereinzelt auch Feinstrumpfhosen für den Mann angeboten. Die Stärken variieren von 15 bis 100 DEN.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ingrid Loschek: Mode im 20. Jahrhundert, eine Kulturgeschichte unserer Zeit. Bruckmann, München 1988, ISBN 3-7654-2161-8.
  • Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.): Künstliche Versuchung. Nylon – Perlon – Dederon. (Begleitbuch zur Ausstellung im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, 23. April bis 22. August 1999.) Wienand, Köln 1999, ISBN 3-87909-640-6.
  • Susanne Buck: Gewirkte Wunder, hauchzarte Träume - Von Frauenbeinen und Perlonstrümpfen. Jonas-Verlag, Marburg 1996, ISBN 3-89445-199-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Strumpfhose – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Strumpfhose – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b (Englisch) Patent US 2826760 Ernest G. Rice, Combination Stockings and Panty, veröffentlicht am 18. März 1958
  2. a b c d Patent US 20030196252 , Sara Blakely, "Two-ply body-smoothing undergarment", veröffentlicht am 23. Oktober 2003
  3. Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm
  4. Why choose Bootights?. Abgerufen am 5. Oktober 2013.
  5. Tipps für Feinstrumpfhosen. Abgerufen am 12. August 2013.
  6. Glossary of hosiery terms. Abgerufen am 5. April 2014.
  7. U.S. National Library of Medicine - Vaginal discharge. Abgerufen am 12. August 2013.
  8. a b c d (Englisch) Prevention Magazine Editors: The Doctors Book of Home Remedies, Thousands of Tips and Techniques Anyone Can Use to Heal Everyday Health Problems. Bantam, USA 1991, ISBN 0553291564. S. 705, S. 707
  9. East Carolina University: Yeast Infections (PDF; 7 kB) Abgerufen am 5. April 2014.
  10. a b Private screenings: Ann Miller. Abgerufen am 6. Oktober 2013.
  11. a b Smithsonian Magazine: 50 Years of Pantyhose. Abgerufen am 12. August 2013.
  12. (Deutsch) lisa-freundeskreis.de: Fragen Sie die NUR DIE Experten: Besteht die Möglichkeit - sollte der "Strumpfteil" beschädigt sein oder eine Laufmasche haben - einfach den oberen Teil (Höschen) abzutrennen und weiter zu tragen?
  13. Shake a Leg: Here Comes Caffeinated Pantyhose. Abgerufen am 7. September 20013.
  14. Pantyhose fight sand, fleas in Iraq. Abgerufen am 7. September 20013.
  15. (Englisch) Plus Size Lingerie Tips: How to Say Goodbye to Pantyhose Forever. E-zinearticles.com. Abgerufen am 8. Juli 2012.
  16. (Englisch) Always (Procter & Gamble) FAQ: Can I use a pantiliner with pantyhose if I don't wear underwear? (Anmerkung: Früher auch im deutschen, nun stark gekürzten, FAQ enthalten)
  17. Carefix Fixierhose auf Amazon.de
  18. (Englisch) Yahoo Answers Can you wear a maxi pad with just pantyhose? auf Yahoo.com
  19. Ninya Mikhaila: The Tudor Tailor. Reconstructing sixteenth-century dress. London: Batsford, 2006. S. 16
  20. Janet Arnold: Patterns of Fashion. The cut and construction of clothes for men and women c1560-1620. London: Macmillan, 1985. S. 30
  21. Janet Arnold: Patterns of Fashion 4. The cut and construction of linen shirts, smocks.... London: Macmillan, 2008. S. 12f
  22. Almut Junker, Eva Stille: Die zweite Haut. Zur Geschichte der Unterwäsche 1700-1960. Historisches Museum Frankfurt, 1988. S. 81f
  23. Website von Glen Raven Inc. Abgerufen am 29. Februar 2012
  24. justitia.com, abgerufen am 29. Februar 2012