Massenproduktion

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Massenproduktion ist die Herstellung von großen Mengen gleicher Produkte unter Verwendung von austauschbaren, standardisierten Einzelteilen und Baugruppen für eine nicht vorherbestimmte Zeitspanne. Maschinelle Fertigung und Fertigungsstraßen sind oft für die Massenproduktion eingesetzte Technik.

Geschichte[Bearbeiten]

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Der Beginn der Massenproduktion kann zeitweise bereits in der Antike angesetzt werden. Beim Pyramidenbau vor beinahe 5000 Jahren wurden bereits millionenfach Blöcke in Massenproduktion zurechtgeschnitten und zur Baustelle transportiert. Ägyptische Götter-Statuetten wurden bereits vor 4000 Jahren in Massenproduktion gefertigt. Ebenso im Kriegswesen Speere, Schwerter, Helme, Schilde. Die phönizischen Faktoreien rund ums Mittelmeer damaliger Zeiten dürften entscheidend dazu beigetragen haben. Armbrüste aus Bronze wurden bereits in China während der Zeit der Streitenden Reiche in Massenproduktion hergestellt . Die Qin-Kaiser vereinheitlichten China zumindest teilweise durch die Ausstattung großer Armeen mit diesen Waffen, die mit einem ausgeklügelten Auslösemechanismus von austauschbaren Teilen ausgerüstet wurden. Kriegsschiffe der punischen Kriege (3. Jh. v. Chr. bis 2. Jh.v. Chr.) wurden in Massenproduktion zu moderaten Kosten von den Karthagern in ihren ausgezeichneten Häfen gefertigt, so dass sie effizient die Kontrolle über das Mittelmeer erlangen konnten. Selbst Venedig stellte in Massenware produzierte Schiffe aus vorgefertigten Teilen und Montagelinien viele Jahrhunderte später her. Das Venezianische Arsenal produzierte anscheinend fast ein Schiff pro Tag, in dem, was effektiv als die weltweit erste Fabrik bezeichnet werden kann, die auf ihren Blütezeiten, 16.000 Menschen beschäftigte.

Ab dem späten Mittelalter wurde in Hammerschmieden und Sensenwerken Sensen, Sicheln, Hellebarden und schwere Messer produziert. Die Massenproduktion in der Verlagsbranche wurde alltäglich, da die Gutenberg-Bibel mit einer Druckmaschine in der Mitte des 15. Jahrhunderts erschien.

In der industriellen Revolution wurden einfache Massenproduktions Techniken bei den Portsmouth Block-Mühlen verwendet, um Schiffe zu Flaschenzügen für die Royal Navy in den Napoleonischen Kriegen zu machen. Diese wurden auch verwendet, um Uhren zu produzieren und Kleinwaffen herzustellen. Obwohl sie in einem sehr kleinen Maßstab hergestellt wurden, wurden im Krimkrieg 1854 Kanonenboot Motoren konzipiert und von John Penn von Greenwich montiert wie die erste Instanz der Anwendung von Techniken der Massenproduktion (wenn auch nicht unbedingt die Montage-Methode) zu Schiffstechnik aufgezeichnet. in Befüllen eines Admiralty Auftrag für 90 Sätze zu seiner Hochdruck- und High-Revolution horizontalen Stamm-Motor-Design, gefertigt Penn sie alle in 90 Tagen. Er benutzte auch Whitworth Normgewinde ganz.


Viele Jahrhunderte herrschte das Handwerk im Bereich der Produktion. Zur Zeit der Industriellen Revolution wurde das Handwerk weitgehend durch Maschinen ersetzt. So bildete sich gegen Mitte des 19. Jahrhunderts in den USA durch den Antrieb der Mechanisierung das „American System of Manufacture“. Es baute auf den Prinzipien der Präzision, der austauschbaren Teile, der speziellen Maschinen, der Konzentration auf das Fertigungsverfahren und der Arbeitsteilung auf.

Der wahre Erfinder des Systems der „austauschbaren Teile“ ist aber der französische Waffenschmied Honore Le Blanc, der dieses System bereits Mitte des 18. Jahrhunderts erfand. Da die anderen französischen Waffenschmiede darin aber eine Bedrohung für ihre Zukunft sahen, konnte es sich in Frankreich nicht entwickeln. Thomas Jefferson, der zu dieser Zeit in Frankreich lebte, erkannte die Bedeutung dieser Technologie und förderte sie nach seiner Rückkehr nach Amerika. So wurde 1796 der berühmte amerikanische Erfinder Eli Whitney beauftragt 10.000 Musketen Mittels der neuen Technologie herzustellen. Ihm wurden dafür 2 Jahre Zeit gegeben, aber er brauchte insgesamt acht Jahre, um die geforderte Menge herzustellen. Er benötigte die Zeit, um das System zu verfeinern und die Maschinen für eine solche Produktion zu bauen. Allerdings lieferte Whitney nach diesen Jahren weitere 15.000 Musketen, die er in nur zwei Jahren produzierte. Der Grundstein für die industrielle Massenproduktion war gelegt.

Die Massenfertigung wird als direkter Nachfolger des Amerikanischen Systems angesehen. Heutzutage ist der Begriff Massenfertigung auch unter dem Namen Fordismus bekannt, unter welchem es seine Blütezeit erlebte. Um Massenfertigung erfolgreich zu betreiben, ist Massenkonsum erforderlich, da ansonsten eine Überproduktion gegeben wäre. Daher wurden unter Henry Ford Lohnerhöhungen bei gleichzeitiger Verbilligung der Produkte angestrebt.

Das Prinzip der Massenfertigung wird gegenwärtig in allen Teilen der Welt angewendet.

Ein gutes Beispiel für die Massenproduktion ist die Automobilbranche. Henry Ford soll einer Legende zufolge damals erklärt haben: „Sie können jede Farbe haben, solange es Schwarz ist.“ Es ist aber bislang nicht erwiesen, dass Henry Ford diese Aussage tatsächlich getan hat. Im Übrigen gilt dieser Leitsatz schon seit langem nicht mehr.

Da sich jedoch die Wettbewerbsbedingungen im Laufe der Zeit änderten, erschloss sich eine neue Form der Produktion, die sogenannte Individualisierte Massenfertigung, welche ihren Fokus auf individuelle Kundenwünsche, Flexibilität und heterogene Märkte richtet. Anwendungsbereiche dieser jungen Produktionsform sind beispielsweise die Automobil-, Computer-, Elektrowerkzeug- und Textilindustrie. Der Vorteil dieser Technik liegt in der Kombination von Standardisierung und Individualisierung.

Prinzipien der Massenfertigung[Bearbeiten]

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Arbeitsteilung[Bearbeiten]

Arbeitsteilung hat zur Folge, dass jeder Mitarbeiter nur einige wenige, bestimmte Verrichtungen im gesamten Produktionsverfahren erledigt, welche strikten Vorgaben unterliegen. Dies führt dazu, dass Effizienz und Produktivität gesteigert werden können, da jeder einzelne Arbeiter auf nur eine Verrichtung spezialisiert ist. Damit ist aber eine effiziente Kontrolle, Überwachung und Disziplinierung möglich.

Das berühmte Stecknadel-Beispiel von Adam Smith zeigt, dass durch Arbeitsteilung weit höhere Mengen an Stecknadeln hergestellt werden können, als wenn jeder Arbeiter sämtliche für die Produktion nötigen Vorgänge selbst erledigt. Auch Frederick Winslow Taylor plädierte in seinen Grundprinzipien des Taylorismus für einen hohen Grad der Arbeitsteilung. Dabei wird insbesondere auch ausführende Arbeit streng von der planenden Arbeit getrennt.

Dem Prinzip der Arbeitsteilung steht jedoch die Tatsache gegenüber, dass der Verantwortungsbereich eines einzelnen Arbeiters enorm eingeschränkt wird, da seine Tätigkeit auf monotone Verrichtungen reduziert wird. Dies vermindert die Zufriedenheit und Motivation unter den Arbeitskräften. So waren in der Fabrik von Ford gigantische Mitarbeiterfluktuationen zu verzeichnen.

Standardisierung[Bearbeiten]

Die Herstellung austauschbarer Einzelteile erfordert die maßhaltige Fertigung der Teile innerhalb definierter Toleranzen. Teile, die außerhalb des Toleranzbereiches liegen, können in der Produktion nicht mehr verwendet werden und werden zu Ausschuss, dessen Herstellung die Gesamtproduktivität der Fertigungsstätte herabsetzt. Daher wurde Ende des 19. Jahrhunderts von der an der Massenproduktion stark interessierten Waffenindustrie Techniken und Verfahren zur Überwachung der Maßhaltigkeit entwickelt.

  • Austauschbarkeit

Durch austauschbare Teile wird der Produktionsprozess wesentlich vereinfacht. Dadurch können etwa Reparaturen in kürzerer Zeit durchgeführt werden.

  • Spezielle Maschinen

Um die Leistungsfähigkeit und die Qualität zu steigern und den Ausschuss zu minimieren, werden in der Regel für die spezifische Produktfertigung gesondert konstruierte Maschinen verwendet. Dabei werden aus Kapazitäts- oder Knowhow-Gründen in der Regel Werkzeugmaschinenhersteller als Zulieferer herangezogen. In den Anfängen der Massenproduktion und in speziellen Fällen, etwa um Wissen nicht nach außen zu geben, werden die nötigen Maschinen aber auch in den eigenen Fabriken gebaut.

Fokus auf Fertigungsverfahren[Bearbeiten]

Um Produkte in gleicher Qualität und unter optimaler Materialnutzung zu erstellen, wird das zugrundeliegende Fertigungsverfahren genau analysiert und geplant. Ein Beispiel ist die Produktion an Fertigungsstraßen, welche Anfang des 20. Jahrhunderts Verbreitung durch Henry Ford fand, besonders durch sein Ford Modell T.

Hierarchische Organisation mit professionellen Managern[Bearbeiten]

Der Bedarf an Kontrolle und Überwachung verlangt nach hierarchischen Strukturen. Im Zuge der Massenfertigung entstehen auch große und komplexe Betriebe, Deshalb beschäftigten sich die Manager mit wissenschaftlichen fundierten Methoden des Managements. Eine grundlegende Variante davon ist der Taylorismus, nach dem Erfinder Frederick Winslow Taylor. Dabei liegt der Fokus auf präzisen Zeit- und Bewegungsstudien, um die Produktivität zu steigern.

Fließbandfertigung[Bearbeiten]

Eine organisatorisch und technisch typische Methode der Massenfertigung ist das sogenannte Flussprinzip, das durch die Fließbandfertigung realisiert wurde. Dabei wird ein einheitlicher Arbeitstakt vorgegeben, in dem die Fertigungsschritte ausgeführt werden. Das Ziel dabei ist, durch eine genaue Anpassung des Umfangs der Arbeitsschritte an diese Taktung die Arbeitsdauer je Produktionsstück an den minimalen Wert anzunähern und damit perfekte Wirtschaftlichkeit des Produktionsprozesses zu erreichen. Als eines der ersten Beispiele nahmen 1913 Techniker bei Ford ein Fließband in Betrieb, wodurch sich die Arbeitszeit für die Herstellzeit eines Autos von 12 Stunden und 8 Minuten auf 2 Stunden und 35 Minuten verringerte.

Niedrige Kosten und Preise[Bearbeiten]

Um die Menschen für die produzierten Güter als Käufer zu gewinnen, müssen sie auch deren Preise abstimmen. Da Preise und die Gestehungskosten miteinander zusammenhängen, ist die Erzielung niedrigerer Kosten unumgänglich. Dies wird in der Regel durch den Ersatz des Menschen durch Maschinen, aber auch durch Skaleneffekte (Economies of Scale) erzielt.

Economies of Scale[Bearbeiten]

Aufgrund der Produktion in größeren Mengen ergeben sich Größenvorteile, sogenannte Economies of Scale. Diese Tatsache wird im Gesetz der Massenproduktion näher erläutert.

Vertikale Integration[Bearbeiten]

Da das System der Massenfertigung an sehr hohe Fixkosten gebunden ist, ist das ständige Laufen des Fließbandes von hoher Wichtigkeit. Um dies zu gewährleisten, muss der gesamte Materialfluss von den Lieferanten bis zu den Händlern eng kontrolliert werden, um sowohl auf der Beschaffungsseite als auch Absatzseite Engpässe zu vermeiden. Bei effizienter Organisation führt das zu einer Just-in-time-Produktion.

Vorteile[Bearbeiten]

  • Fokussierung der Arbeitsvorbereitung, der Produktionsverrichtung und der Vertriebsaufgaben auf ein Produkt bzw. eine geringe Anzahl von Produkten, welche in großer Stückzahl produziert werden
  • Rationalisierungspotential des Produktionsvorganges
  • Fixkostendegression und Reduktion der Gesamtkosten durch bestmögliche Ausnutzung der Betriebsmittel
  • Verkürzung der Lieferzeit

Nachteile[Bearbeiten]

  • Unflexibilität im Produktionsprozess
  • Unzufriedenheit der Mitarbeiter auf Grund eintöniger Arbeitstätigkeiten, Entfremdung der Arbeitenden, hohe physische und psychische Belastungen
  • Kapitalintensive Fixkosten
  • Wenn ein Fehler in der Konstruktion oder im Fertigungsprozess eines Produkt vorhanden ist, muss i.d.R. die gesamte Produktion eingestellt werden, mit entsprechend hohen Verlusten.
  • Die hohe Belastung erfordert hohe Standzeiten und daher teure Fertigungsanlagen. Wenn dabei Mängel auftreten, können ganze Chargen oder sogar alle Erzeugnisse fehlerhaft sein.

Literatur[Bearbeiten]

  • Frank Thomas Piller: Mass Customization. Ein wettbewerbsstrategisches Konzept im Informationszeitalter. Deutscher Universitäts-Verlag u. a., Wiesbaden 2000, ISBN 3-8244-7156-6 (Zugleich: Würzburg, Universität, Dissertation, 1999: Kundenindividuelle Massenproduktion (Mass Customization) als wettbewerbsstrategisches Modell industrieller Wertschöpfung in der Informationsgesellschaft.).
  • B. Joseph Pine: Massgeschneiderte Massenfertigung. Neue Dimension im Wettbewerb. Wirtschaftsverlag Ueberreuter, Wien 1994, ISBN 3-901260-66-8.
  • Hartmut Storp: Ablaufplanung und Kostenvergleichsrechnung für veränderte Arbeitsstrukturen der Massenproduktion (= Hannemann Verlag. Wissenschaftliche Reihe. Bd. 2). Hannemann Verlag, Husum 1982, ISBN 3-88716-008-8 (Zugleich: Hannover, Universität, Dissertation, 1981).
  • Volker Wittke: Wie entstand industrielle Massenproduktion? Die diskontinuierliche Entwicklung der deutschen Elektroindustrie von den Anfängen der „großen Industrie“ bis zur Entfaltung des Fordismus (1880–1975). Edition Sigma, Berlin 1996, ISBN 3-89404-415-2 (Zugleich: Göttingen, Universität, Dissertation, 1995).

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Massenproduktion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Massenproduktion – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen