Talsperre Malter

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Talsperre Malter
Luftbild der Talsperre Malter
Luftbild der Talsperre Malter
Lage: Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Zuflüsse: Rote Weißeritz
Größere Orte am Ufer: Malter
Talsperre Malter (Sachsen)
Talsperre Malter
Koordinaten 50° 55′ 19″ N, 13° 39′ 11″ O50.92194444444413.653055555556Koordinaten: 50° 55′ 19″ N, 13° 39′ 11″ O
Daten zum Bauwerk
Bauzeit: 1908 - 1913
Höhe über Talsohle: 26,8 mdep1
Höhe über Gründungssohle: 34 mdep1
Höhe der Bauwerkskrone: 335,00 m
Bauwerksvolumen: 75.000 m³dep1
Kronenlänge: 193 mdep1
Kronenbreite: 6,1 mdep1
Krümmungsradius: 250 mdep1
Kraftwerksleistung: 700 kWdep1
Daten zum Stausee
Höhe des Stauziels: 333 m
Wasseroberfläche bei Vollstau: 84 hadep1
Speicherraum: 8,78 Mio. m³dep1
Gesamtstauraum: 9,2 Mio. m³dep1
Einzugsgebiet: 104,6 km²dep1
Maltertalsperre-MauerAug2007.jpg
Staumauer der Talsperre Malter

Die Talsperre Malter ist eine Talsperre im Freistaat Sachsen, deren Staumauer eine gekrümmte Gewichtsstaumauer aus Bruchsteinmauerwerk nach dem Intze-Prinzip darstellt. Über die Staumauer verläuft die Ortsverbindungsstraße Malter-Seifersdorf.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Beschreibung

Fundamente der Roten Mühle am Grunde der Talsperre, im Hintergrund die Brücke der Weißeritztalbahn

Die Talsperre wurde 1908-1913 am Mittellauf der Roten Weißeritz in Malter nördlich bzw. unterhalb Dippoldiswalde im Osterzgebirge erbaut (Inbetriebnahme 1913). Ihre Errichtung war Teil eines Hochwasserschutzkonzeptes, welches nach dem verheerenden Hochwasser von 1897 umgesetzt wurde. Damals hatten die Fluten in den Siedlungen und an den Verkehrswegen der Weißeritz-Täler erhebliche Schäden verursacht. Allein im Tal der Roten Weißeritz wurden 320 Häuser zerstört und 19 Menschen in den Tod gerissen. Neben dem Aspekt des Hochwasserschutzes spielten beim Bau der Talsperre aber auch Überlegungen hinsichtlich der Brauchwasserbereitstellung, Elektroenergieerzeugung und Niedrigwasserregulierung eine Rolle. Die Errichtung des Sperrwerkes machte die Räumung von Nieder-Malter mit 45 Anwesen und eine Verlegung der Weißeritztalbahn notwendig, welche einen Seitenarm auf einer Brücke überquert.

Die Talsperre verfügt über eine Vorsperre, deren Absperrbauwerk im Gegensatz zur Hauptsperre ein Erd- und Steinschüttdamm ist. Das Wasserkraftwerk erzeugt mit zwei Francis-Turbinen eine Leistung von 700 Kilowatt.

Nach dem Augusthochwasser 2002 wurde der Stauspiegel um mehrere Meter abgesenkt, um einen größeren Hochwasserschutzraum zu schaffen.

Blick vom Paulsdorfer Strandbad auf die Talsperre
vergrößern und Informationen zum Bild anzeigen
Magnify-clip.png
Blick vom Paulsdorfer Strandbad auf die Talsperre

[Bearbeiten] Freizeit und Erholung

Segelsport auf der Talsperre (1970er Jahre)

Aufgrund der fehlenden Trinkwassernutzung hat sich das Gebiet um die Talsperre zu einem beliebten Erholungsgebiet im Osterzgebirge entwickelt. Baden und Freizeitsport im Stausee sind möglich, es gibt vier Strandbäder (Paulsdorf, Malter, Seifersdorf und am Fitness-Studio), zwei Campingplätze (Paulsdorf und Malter) und mehrere Ruderbootverleihe. In Paulsdorf (unmittelbar an Campingplatz und Strandbad) befindet sich ein Erlebnis-Hallenbad mit Sauna. Die unmittelbar benachbarte Dippoldiswalder Heide ist ein beliebtes Wandergebiet.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

  • Königliches Talsperrenamt: Besondere Bedingungen und Erläuterungen für die Ausführung der Talsperre bei Malter im Gebiete der Roten Weißeritz, Verlag Jehne, Dresden 1910
  • Arno Willibald Alfred Sorger: Von den Weißeritztalsperren und von dem Bau der Talsperre bei Malter, Dippoldiswalde 1913
  • Herbert Wotte: Talsperren Malter und Klingenberg, Rabenauer Grund, Reihe Wanderheft Bd. 34, Tourist Verlag, Leipzig 1988, ISBN 3-350-00207-2

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Talsperre Malter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge