The Kids Are All Right

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Filmdaten
Deutscher Titel The Kids Are All Right
Originaltitel The Kids Are All Right
The Kids Are All Right, Abspann, Text-Screenshot.jpg
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2010
Länge 106 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
JMK 12[2]
Stab
Regie Lisa Cholodenko
Drehbuch Stuart Blumberg
Lisa Cholodenko
Produktion Gary Gilbert
Jordan Horowitz
Jeffrey Levy-Hinte
Celine Rattray
Musik Nathan Larson
Craig Wedren
Kamera Igor Jadue-Lillo
Schnitt Jeffrey M. Werner
Besetzung

The Kids Are All Right ist eine US-amerikanische Filmkomödie aus dem Jahr 2010. In den Hauptrollen sind Julianne Moore und Annette Bening zu sehen, die ein lesbisches Paar darstellen.

Handlung[Bearbeiten]

Jules und Nic sind seit vielen Jahren ein lesbisches verheiratetes Paar und leben in Kalifornien. Die beiden sind die Mütter von Joni und Laser, beide nutzten den gleichen anonymen Samenspender. Jules hat sich jahrelang um die Kinder gekümmert, während Nic eine erfolgreiche Frauenärztin ist. Tochter Joni ist 18 Jahre alt und wird bald aufs College gehen. Sohn Laser ist 15 Jahre alt und möchte wissen, wer sein biologischer Vater ist. Da nur Joni als 18-jährige diese Information bei der Samenbank einholen kann, bittet er sie um Hilfe. Als die Samenbank bei dem Spender namens Paul nachfragt, erklärt sich Paul damit einverstanden, dass die beiden Kinder Kontakt zu ihm aufnehmen. Die drei treffen sich. Der attraktive Paul führt ein erfolgreiches Bio-Restaurant und ist ein Lebemann, der nie eine feste Beziehung hatte. Seine jetzige Freundin ist die hübsche Tanya. Paul freut sich, seine Kinder kennenzulernen. Nach der ersten Begegnung mit Paul erzählt Laser seinen Müttern von dem Treffen mit dem Samenspender. Sie sind zunächst erschrocken, laden dann jedoch Paul zum Essen ein. Jules, die gerade eine Firma für Landschaftsarchitektur aufbauen möchte, findet in Paul ihren ersten Kunden; Nic ist wenig begeistert. Jules beginnt, Pauls vernachlässigten Garten neu zu gestalten. Während dieser Arbeit kommen sich die beiden näher, und Jules beginnt eine Affäre mit Paul. Jules und die Kinder verbringen viel Zeit mit Paul zusammen. Nic glaubt, dass Paul ihre Autorität als Mutter untergräbt, indem er z.B. Joni auf seinem Motorrad mitnimmt, was sie verboten hat. Nach einem heftigen Streit der beiden Mütter schlägt Nic vor, mit einem Abendessen der gesamten Familie bei Paul die Situation zu entspannen. Anfangs verläuft der Abend so harmonisch, dass sich Nic und Paul sogar näherkommen. Doch dann entdeckt Nic Haare von Jules in Pauls Bad und Schlafzimmer und somit die Beziehung zwischen Jules und Paul. Zuhause konfrontiert Nic Jules mit ihrer Entdeckung. Jules streitet die Affäre zunächst ab, gesteht sie dann aber ein, beharrt aber darauf, nicht verliebt zu sein und nicht hetero geworden zu sein, sie habe nur mal Anerkennung gebraucht. Nic ist wütend und traurig. Joni und Laser kriegen den Streit ihrer Mütter mit und machen Jules Vorwürfe. Die Stimmung in der Familie ist mies. Jules verbringt die Nächte nun auf dem Sofa im Wohnzimmer. Als Paul Jules vorschlägt, sich scheiden zu lassen und mit den Kindern zu ihm zu ziehen, lehnt sie dies entrüstet ab und beendet die Affäre. Ein letzter Versuch Pauls, den Kontakt aufrechtzuerhalten, endet damit, dass Nic ihn wütend einen Eindringling nennt; wenn er eine Familie suche, solle er doch eine eigene gründen. Am späten Abend gesteht dann Jules ihre Fehler ein und bittet Nic und die Kinder, ihr zu verzeihen. Am nächsten Morgen bringt die Familie Joni mit dem Auto zum College. Bei der Verabschiedung von ihrer Tochter versöhnen sich auch die beiden Frauen wieder. Auf der Rückfahrt bittet Laser seine Mütter, sich nicht zu trennen, dafür seien sie zu alt. Jules und Nic lächeln sich an und fassen sich an der Hand.

Hintergründe[Bearbeiten]

Der Film wurde beim Sundance Film Festival am 25. Januar 2010 uraufgeführt. Die internationale Premiere fand am 17. Februar 2010 bei der Berlinale 2010 statt. Der Kinostart in den USA war am 7. Juli 2010 und in Deutschland am 18. November 2010.

In Singapur ist die Komödie erst ab 21 Jahren freigegeben und es gibt nur eine einzige Kopie.[3]

Kritiken[Bearbeiten]

Die Rezeption des Films war fast einhellig positiv. Laut Rotten Tomatoes bewerteten 95 Prozent aller Kritiker den Film positiv.[4] Nach den US-Rezensionen zeigten sich auch die deutschen Kritiker begeistert:

Die Zeit schrieb zum deutschen Kinostart, der Film sei „wunderbares Schauspielerinnenkino“, und weiter: „The Kids Are All Right ist ein kleines Meisterstück der Dialogregie und der Beobachtung, ein Film, der sich nicht geniert, Energie und Inspiration aus den Performances zu beziehen.“[5]

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung urteilte, dies sei „definitiv ein Film, der einen durch den Winter bringt.“

Die Welt bezeichnete den Film als „wunderbare Komödie, die nur scheinbar leicht wirkt und doch viel Tiefgang bietet. Und großartige Mimen obendrein, allen voran die Mums Bening und Moore.“[6]

Der Tagesspiegel notierte: „Lisa Cholodenkos sonnige Familienkomödie ‚The Kids Are All Right‘ besticht durch tolle Schauspieler und durchweg gelungene Dialoge, die sogar den dogmatischsten Heten-Fundis ein Lächeln entlocken dürften.“[7]

Die Süddeutsche Zeitung schrieb, die Regisseurin „behandelt kein Thema, sondern zeichnet Charaktere. Das tut sie mit Einfühlungsvermögen, mit einem Gespür für Stimmungslagen, für die Momente von Schönheit und Peinlichkeit, von wachem Selbstbewusstsein und versteckter Selbstverleugnung. Sie hat brillante Darsteller: Julianne Moore, Annette Bening, Mark Ruffalo.“ Das Ende allerdings zeige „eine realistische und wahrhaftige Sicht. Aber es ist ein trauriger Realismus, der alle utopischen Momente, die in der Story doch aufblitzten, wieder einkassiert. Da findet kein Paradigmenwechsel statt, wenn sich das Unkonventionelle dem Konventionellsten fügen muss, um seine Arglosigkeit zu beweisen.“[8]

Die Neue Zürcher Zeitung nannte den Film „das amüsanteste und anrührendste amerikanische Kinostück seit langem […] Schon lange konnte man im Kino keine Figuren mehr sehen, die so authentisch wirkten. Das liegt zum einen an dem mit leichter Hand geschriebenen Drehbuch, das die Regisseurin gemeinsam mit ihrem Koautor Stuart Blumberg verfasst hat und in dem keine Situation gezwungen und kein Dialog unecht wirken. Vor allem jedoch hat Cholodenko ein Ensemble von wunderbaren Schauspielern vereint, in dem jedes Mitglied einen sehr markanten Charakter mit Leben füllt. […] Cholodenkos Kunststück besteht darin, ihrer im Grunde banalen Alltagsgeschichte durch genaue Beobachtung grosse Wahrheit zu verleihen, die sich auch darin erweist, dass die Figuren gegen die Erwartung handeln und so jedes Klischee vom «typischen» Kalifornier – im Hinblick etwa auf die im Lande hochgehaltene ökologische Korrektheit – herausfordern. So entsteht ein facettenreiches Bild, das gerade durch seine Makel zu überzeugen vermag, weil es allzu menschlich ist.“[9]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film lief auf der Berlinale im Wettbewerb außer Konkurrenz und gewann den Teddy Award. Hauptdarstellerin Annette Bening wie auch Mark Ruffalo als bester Nebendarsteller und das Drehbuch wurden mit dem New York Film Critics Circle Award ausgezeichnet.

Oscarverleihung 2011

  • Nominierungen:

Golden Globe Awards 2011

  • Preise:
  • Nominierungen:

British Academy Film Awards 2011

  • Nominierungen:

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung (PDF; 34 kB) der FSK
  2. Freigabe der Jugendmedienkommission
  3. APA: Singapur hat Probleme mit lesbischem Film, dieStandard.at, 16. Februar 2011
  4. Sammlung von Kritiken zu The Kids Are All Right bei Rotten Tomatoes (englisch)Vorlage:Rotten Tomatoes/Wartung/Verschiedene Kenner in Wikipedia und Wikidata
  5. Sabine Horst: Pornos und Vanillekerzen. Zeit Online, abgerufen am 2. Februar 2011.
  6. Peter Zander: Julianne Moore & Annette Bening sind Mutter & Vater. Welt Online, abgerufen am 2. Februar 2011.
  7. Daniela Sannwald: Normal geht auch anders. Der Tagesspiegel, abgerufen am 2. Februar 2011.
  8. Rainer Gansera: Voll normale Familie. sueddeutsche.de, abgerufen am 2. Februar 2011.
  9. Wohin der Apfel fällt. NZZ Online, abgerufen am 19. Februar 2011.