The Score (Album)

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The Score
Studioalbum von Fugees
Veröffentlichung 13. Februar 1996
Label Columbia Records
Format CD
Genre Hip-Hop
Anzahl der Titel 17
Laufzeit 77:46 Min
Produktion Fugees, Salaam Remi, John Forté, Shawn King, und Diamond D
Studio Booga Basement in New Jersey, The Crib in New York City, Anchor Recording Studios in Kingston
Chronologie
Blunted on Reality
(1994)
The Score -

The Score ist das zweite und bislang letzte Studio-Album der Hiphop-Gruppe Fugees aus New Jersey, welches am 13. Februar 1996 über Columbia Records erschien und heute als Meilenstein der Entwicklung von Hiphop- und Popmusik gezählt wird.[1]

Konzept[Bearbeiten]

Das Album wurde als musikalischer Schmelztiegel der modernen Musikkultur entworfen, was Pras Michel in einem Interview 1996 auf die Hörgewohnheiten der Mitglieder zurückführte. Zusammengesetzt mit Zitaten und Referenzen aus Reggae, Soul, Hiphop und haitianischer Folklore agiert es teilweise Genre-übergreifend, was seinerzeit im Eastcoast-Hiphop eine eher unpopuläre Herangehensweise war. [2][3] The Score hat die Klangästhetik der amerikanischen Hiphop- Musik der ausgehenden 1990er Jahre stark beeinflusst, welche sich vorwiegend durch sozialkritische, selbstreflexive Inhalte und sample-basierte Musik auszeichnet.[4] So ist das Arrangement des Albums, basierend auf Samples (u.a. finden die Lieder Ooh La La La von Teena Marie , Ready or Not (Here I Come) von The Delfonics oder Rock Dis Funky Joint von Poor Righteous Teachers Verwendung)[5] aus Drumcomputern und Live-Instrumentierung, deutlich melodieorientierter und klangfarblich wärmer als die damals erfolgreichen Dr. Dre-Produktion auf Synthesizer-Basis.[6][7] Die Fugees sahen sich in der Tradition von De La Soul, was sich unter anderem in der zugänglichen, eingängigen Umsetzung komplexer Themen niederschlug.[8][7] Die teils sehr eindeutigen Inhalte (Explicit Content) der Texte bezeichnete Pras als "spirituellen Ausdruck des eigenen Bewusstseins".[2] Thematisch behandelt The Score afrozentrische sowie Hiphop-kritische Inhalte und Auseinandersetzungen mit Gebieten von gesellschaftlichen und kulturellem Belangen wie Religion, Polizeikorruption oder der Glorifizierung von Kriminalität.

Mitwirkende sind Stephen Marley, Rah Digga, Young Zee, Pacewon, Akon, Salaam Remi, John Forté, Shawn King, und Diamond D.

Titelliste[Bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[9]
The Score
  DE 1 19.05.1996 (46 Wo.)
  AT 1 19.05.1996 (28 Wo.)
  CH 1 28.04.1996 (44 Wo.)
Singles[10]

[11] [12]

Fu-Gee-La
  DE 25 06.05.1996 (19 Wo.)
  AT 12 23.06.1996 (14 Wo.)
  CH 9 21.07.1996 (3 Wo.)
Killing Me Softly
  DE 1 01.07.1996 (24 Wo.)
  AT 1 14.07.1996 (21 Wo.)
  CH 9 16.06.1996 (28 Wo.)
Ready Or Not
  DE 15 16.09.1996 (8 Wo.)
  AT 17 29.09.1996 (12 Wo.)
  CH 23 13.10.1996 (10 Wo.)
No Woman, No Cry
  DE 33 09.12.1996 (11 Wo.)
  AT 40 05.01.1997 (1 Wo.)
  CH 23 15.12.1996 (10 Wo.)
  1. Red Intro - 1:51
  2. How Many Mics - 4:28
  3. Ready Or Not - 3:47
  4. Zealots - 4:20
  5. The Beast - 5:37
  6. Fu-Gee-La - 4:20
  7. Family Business - 5:43
  8. Killing Me Softly - 4:58
  9. The Score - 5:02
  10. The Mask - 4:50
  11. Cowboys - 5:23
  12. No Woman, No Cry - 4:33
  13. Manifest/Outro - 5:59
  14. Fu-Gee-La [Refugee Camp Remix] - 4:22
  15. Fu-Gee-La [Sly & Robbie Mix] - 5:27
  16. Mista Mista - 2:42
  17. Fu-Gee-La [Refugee Camp Global Mix] - 4:20

Rezeption[Bearbeiten]

Charts[Bearbeiten]

The Score stieg am 22. April 1996 auf Platz 62 der Media-Control-Charts ein und kletterte innerhalb von 13 Wochen in der 29. Kalenderwoche des Jahres 1996 bis auf Platz 1, wo es sich über 6 Wochen lang hielt. Bis zum 10. März 1997 (Platz 88) hatte The Score sich 46 Wochen in den Top 100 aufgehalten, bevor es am 24. März 1997 auf Platz 91 und mit insgesamt 47 Wochen Aufenthalt letztmals in den Charts verzeichnet wurde.[9]

Kritik[Bearbeiten]

Die Reaktion von Fans und Kritikern fiel überwiegend positiv aus, was vor allem an der eklektizistischen Gestaltung des Albums lag, die Gesang und Rap gleichermaßen miteinbezog. Die Zeit attestierte der Platte "hübsche Melodien [zu haben] und sehr ansprechend montiert [zu sein]" und sah in den vielen Referenzen und Zitaten, die das Album beinhaltet "die Härte des Rap, die Leichtigkeit des Reggae und die Wärme des Soul [verschmolzen] zu einer verblüffenden Vision schwarzer Musik.".[13] Die Redaktion der Intro lobte den Hiphop-Entwurf der Band mit diesem Album, da Sie "[...]viele 'Regeln' des Rap(Biz) unkonventionell angehen oder gar brechen[...]" würden und interpretierte dies als "Weiterentwicklung [von Rap-Musik][...] durch Simplifikation [...]". Darüber hinaus behauptete sie, dass jeder Hörer in musikalischer Hinsicht "Unmengen aus dieser Platte lernen" könne. [14] Angus Taylor verglich auf bbc.co.uk die Fugees mit Santana und Bob Marley, da sie in ähnlicher Form wie die Genannten ihre musikalische Sozialisation (im Hiphop) durch ihre Gestaltung massentauglich machen würden.[15] Andere Kritiker vernahmen Fu-Gee-La als die Quintessenz des Fugee-Sounds und verstanden die Veröffentlichung der Single No Woman, No Cry unmittelbar nach 2Pacs Tod als offensichtliche Symbolik des Friedens für die Hiphop-Szene, sahen die restlichen Titel der Platte jedoch nicht auf dem gleichen Niveau der Singles und titulierten sie bisweilen als "minderwertig".[16] Das Juice Magazin, im Erscheinungsjahr 1996 noch nicht erschienen, nahm The Score 2002 auf Platz 71 in seine Liste der "100 besten Rap-Alben" auf und begründete diese Entscheidung damit, dass es verantwortlich für die späteren Karriereaufstiege von Lauryn Hill und Wyclef Jean gewesen sei. [17] Der Rolling Stone listet The Score auf Platz 477 seiner "The 500 Greatest Albums of All Time"[1] und Robert Dimery hat The Score in sein musikalisches Referenzbuch 1001 Albums You Must Hear Before You Die aufgenommen[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten]

  • Auf dem Fu-Gee-La (Sly & Robbie Mix) befindet sich ein Beitrag des Sängers Akon, der im Booklet jedoch nur in den Danksagungen erwähnt wird.[22]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c acclaimedmusic.net: The Score
  2. a b Interview mit Pras Michel um 1996
  3. http://www.allmusic.com/album/mw0000646570
  4. http://www.laut.de/Fugees#diskografie
  5. siehe CD - Credits CB 791
  6. http://www.ew.com/ew/article/0,,291360,00.html
  7. a b http://www.nytimes.com/1996/02/13/arts/critic-s-choice-pop-cd-s-prison-makes-rap-tougher.html
  8. Interview mit Pras Michel um 1996; Pras auf die Frage wie er den Stand der Fugees in der 96er Hiphop-Welt einschätzt
  9. a b Quellen Chartplatzierungen:Alben DE
  10. Quellen Chartplatzierungen:Singles DE
  11. Quellen Chartplatzierungen:Singles AT
  12. Quellen Chartplatzierungen:Singles CH
  13. http://www.zeit.de/1996/17/cd17.txt.19960419.xml
  14. http://www.intro.de/platten/kritiken/23019284/fugees-the-score
  15. http://www.bbc.co.uk/music/reviews/3h25
  16. http://www.sputnikmusic.com/album.php?reviewid=1453
  17. Juice Magazin Nr 40 April 2002 S. 54
  18. http://www.allmusic.com/album/mw0000646570
  19. http://www.ifpi.at/?section=goldplatin
  20. http://www.ifpi.com/
  21. http://www.disqueenfrance.com/certifications/album.asp?forme_certif=15&annee=12
  22. Interview mit Wiclef Jean

Weblinks[Bearbeiten]