The Virgin Suicides

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Filmdaten
Deutscher Titel The Virgin Suicides
Originaltitel The Virgin Suicides
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1999
Länge 97 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Sofia Coppola
Drehbuch Sofia Coppola
Produktion Dan Halsted,
Chris Hanley,
Francis Ford Coppola,
Julie Costanzo
Musik Air
Kamera Edward Lachman
Schnitt Melissa Kent,
James Lyons
Besetzung
Synchronisation

The Virgin Suicides (teils verwendeter Untertitel: Verlorene Jugend, TV-Titel: Das Geheimnis ihres Todes) ist ein Film von Sofia Coppola aus dem Jahr 1999. Vorlage der fiktionalen Geschichte ist der gleichnamige Roman von Jeffrey Eugenides, dessen deutscher Titel „Die Selbstmord-Schwestern“ lautet.

Handlung[Bearbeiten]

Die Familie Lisbon lebt in den 1970er Jahren in einem kleinen Vorstadthaus mit ihren fünf streng behüteten Töchtern Cecilia (13), Draufgängerin Lux (14), Bonnie (15), Mary (16) und Therese (17).

Der Film beginnt mit einem Selbstmordversuch von Cecilia, die sich in der Badewanne die Pulsadern aufschneidet. Sie wird jedoch von einem Nachbarsjungen gefunden und kann gerettet werden. Ein Psychologe, der Cecilia anschließend behandelt, empfiehlt den Eltern, ihr „normalen Umgang mit männlichen Altersgenossen“ zu ermöglichen. Als Maßnahme beschließen Mr. und Mrs. Lisbon daher, eine Party für Cecilia zu geben, bei der auch ihre Schwestern und Jungen aus der Nachbarschaft anwesend sind. Cecilia verabschiedet sich frühzeitig. Wenig später findet ihr Vater sie tot auf – aufgespießt auf den gusseisernen Gartenzaun des Grundstücks, auf den sie aus einem Fenster des Hauses gesprungen ist.

Als es Cecilia mit diesem zweiten Suizidversuch gelingt, ihrem Leben ein Ende zu bereiten, beginnt das „Jahr der Selbstmorde“, das alle Beteiligten und Beobachter für immer verändern wird. Nach dem Verlust Cecilias verschärfen die Eltern die Regeln im Haus drastisch.

Der Mädchenschwarm Trip Fontaine verliebt sich jedoch in Lux Lisbon und möchte sie zum Schulball ausführen. Ihre Eltern erlauben es sogar, unter der Bedingung, dass Mr. Lisbon die Aufsicht auf dem Ball führen wird und dass Trip männliche Begleitung auch für Lisbons andere Töchter organisiert und somit alle zu dem Ball fahren können. Abgesehen von Lux sind die Lisbon-Töchter am Anfang des Abends nicht allzu begeistert von ihren Begleitern, doch letztlich haben sie an diesem Abend alle viel Spaß. Trip und Lux werden zu Homecoming-Queen und -King gewählt und machen sich gegen Ende des Balls aus dem Staub. Die Schwestern fahren am Abend ohne Lux heim.

Lux und Trip unternehmen einen Spaziergang auf das Football-Feld der Schule, der darin endet, dass Lux ihre Jungfräulichkeit verliert. Sie schlafen zusammen ein, aber Trip verlässt den Ort frühmorgens und lässt Lux allein zurück. Als sie aufwacht und mit dem Taxi nach Hause kommt, werden die Regeln der Eltern für ihre Töchter erneut verschärft. Lux wird ins Haus gezerrt, wobei angekündigt wird, dass die Lisbon-Schwestern die nächsten Wochen auch nicht mehr in die Schule gehen werden. Von diesem Zeitpunkt an können die Mädchen kein normales Leben mehr wie andere Jugendliche führen, sie sind stattdessen in ihren Zimmern isoliert.

Die Mutter zwingt Lux, ihre Rock-Schallplatten von Kiss und Aerosmith zu zerstören. Danach beginnt Lux, sich immer wieder nachts mit unterschiedlichen Männern auf dem Dach des Hauses zum Sex zu treffen, was die Nachbarjungs mit Ferngläsern beobachten. Die Mädchen nehmen mit den Jungs per Morsezeichen Kontakt auf, später kommunizieren sie mit Schallplatten, die sie einander am Telefon vorspielen.

Eines Abends eskaliert die Situation. Die Schwestern beschließen, ohne dass dies der Zuschauer erfährt, dem Beispiel ihrer Schwester zu folgen und sich ebenfalls umzubringen. Vorher vereinbaren sie mit den Nachbarjungen, dass diese um Mitternacht, wenn die Eltern bereits schlafen, zu ihnen herüberkommen sollen. Aufgeregt folgen die Jungen der Einladung und finden Lux im Wohnzimmer des Hauses vor, wo sie eine Zigarette raucht. Sie bittet die Jungen hinein und teilt ihnen mit, sie und ihre Schwestern wollten aus dem elterlichen Haus fliehen. Lux weist die Jungen an, auf ihre Schwestern zu warten, während sie selbst sich zum Wagen begibt, der zur Flucht dienen soll. Nach kurzem Warten schauen sich die Jungen im Haus weiter um und finden im Keller die Leiche von Bonnie, die sich erhängt hat. Als sie Hals über Kopf das Haus verlassen wollen, stoßen sie auf dem Weg auf Therese, die sich mit Schlaftabletten das Leben genommen hat, und Mary, die sich im Gasofen selbst erstickt hat. Die später eintreffenden Polizisten finden außerdem Lux im angeblichen Fluchtwagen in der Garage des Hauses sitzen, in der sie sich mit Abgasen selbst erstickt hat.

Mr. und Mrs. Lisbon sind nach den Selbstmorden verzweifelt. Sie beauftragen den Verkauf des Hauses und der gesamten Einrichtung und verlassen die Stadt. Die Nachbarsjungen sammeln aus dem Müll alles, was sie an die Lisbon-Töchter erinnert.

Das Ende des Films zeigt das Verhalten der kleinstädtischen Gesellschaft nach dem Selbstmord der Töchter: Nach anfänglichen Unsicherheiten, sich angemessen zu verhalten, wenden sich die Menschen bald wieder ihrem alltäglichen Leben zu.

Nur die Nachbarsjungen, allesamt verliebt in eine der Lisbon-Töchter, können diese auch Jahre später nicht aus ihren Gedanken streichen und fragen sich, wie es zu den Selbstmorden kommen konnte. Der Film enthält einen Off-Kommentar aus der Ich-Perspektive eines inzwischen erwachsenen Nachbarsjungen. Er beschreibt, wie die Schwestern für ihn und seine Freunde ein ewiges Rätsel blieben: Obwohl sie nebenan wohnten, schienen sie immer so weit entfernt.

Synchronisation[Bearbeiten]

Darsteller Rolle Synchronsprecher[1]
(Giovanni Ribisi) (Erzähler) Philipp Moog
Kirsten Dunst Lux Lisbon Stephanie Kellner
A. J. Cook Mary Lisbon Stefanie von Lerchenfeld
Kathleen Turner Mrs. Lisbon Traudel Haas
Scott Glenn Pater Moody Joachim Höppner
Josh Hartnett Trip Fontaine Matthias von Stegmann
Michael Paré Trip Fontaine (alt) Gudo Hoegel
Danny DeVito Dr. E. M. Horniker Michael Habeck

Kritik[Bearbeiten]

„Eine ebenso eindrucksvolle wie irritierende Studie, die die im Prinzip düstere Geschichte in frohe Farben taucht und die 70er-Jahre nicht als Ära des Liberalismus feiert, sondern sie als Hort kleinbürgerlichen Denkens darstellt.“

Lexikon des internationalen Films

„Nach eigenem Drehbuch gelang Sofia Coppola mit The Virgin Suicides ein subtil suggestives Werk, das ihren stilsicheren Sinn für Komposition und Musik erstmals unter Beweis stellt und eine zart humorige, zugleich schwermütige Atmosphäre kreiert.“

critic.de – die Filmseite[2]

Soundtrack[Bearbeiten]

Neben dem offiziellen Soundtrack des Filmes hat die französische Band Air eigens für den Film das Album The Virgin Suicides veröffentlicht, auf dem jene Instrumentalstücke enthalten sind, die nicht auf dem offiziellen Soundtrack sind. Zudem sind Teile von Dialogen des Filmes in das Album eingearbeitet worden.

Varia[Bearbeiten]

Den Hinweis auf den Roman von Jeffrey Eugenides bekam Sofia Coppola von dem mit ihr befreundeten Sonic-Youth-Gitarristen Thurston Moore.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsche Synchronkartei: The Virgin Suicides – Verlorene Jugend. Abgerufen am 28. Dezember 2008.
  2. Katharina Stumm: The Virgin Suicides. critic.de – die Filmseite, 30. April 2008, abgerufen am 2. Februar 2013.
  3. David Browne: Goodbye 20th Century – Die Geschichte von Sonic Youth. Aus dem amerikanischen Englisch von Ralf Niemczyk mit Imke Trainer. Kiepenheuer & Witsch, KiWi Paperback 1132, Köln 2009, ISBN 978-3-462-04162-0, Kapitel 14.