Tragelhöchstädt

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49.66527777777810.686388888889302Koordinaten: 49° 39′ 55″ N, 10° 41′ 11″ O

Tragelhöchstädt
Gemeinde Uehlfeld
Höhe: 302 m
Einwohner: 80
Eingemeindung: 1. Juli 1971
Postleitzahl: 91486
Vorwahl: 09163

Tragelhöchstädt ist ein Ortsteil der Gemeinde Uehlfeld im mittelfränkischen Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Uehlfeld.

Geografie/Geologie[Bearbeiten]

Das Dorf liegt im südöstlichen Steigerwald an der Kreisstraße NEA1 zwischen Uehlfeld und Schornweisach. Die Ortschaft wurde in einer Rodungsinsel im Gebiet des Sandstein-Keupers auf einem Sockel des Blasensandsteins gegründet. Dem Blasensandstein sind Tonlagen (Letten) von rot- bis rotbrauner Farbe zwischengeschaltet, die von grünen Bändern durchzogen werden. Besonders auffallend treten die Letten westlich von Tragelhöchstädt auf. Das Landschaftsrelief ist im Jungtertiär und vor allem im Pleistozän herausmodelliert worden.[1] Die durch die Bäche Weisach und Egelsbach sedimentierte Talfüllung stammt aus dem Holozän.[2] Das Flusssystem dieser Zeit war nach Süden gerichtet. Als Hauptfluss entwässerte der Urmain in das Donaugebiet.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Blick über Tragelhöchstädt (2008)

Tragelhöchstädt wird erstmals 1303 urkundlich erwähnt. Der Ortsname hat sich im Laufe der Zeit von Drachenhofstet über Drachaltshöfstäten, Tracholstösteten, Drachenhofstet und Tregelhöchstädt zum jetzigen Ortsnamen gewandelt. Das Dorf wurde im 30-jährigen Krieg (1634) von umherziehenden "Forchheimer Horden" niedergebrannt, sodass 1639 nur noch zwei Familien in Tragelhöchstädt wohnten. Elf Jahre später war es ein Tragelhöchstädter, der das Dorf erneut niederbrannte: Er löste einen Flächenbrand aus, weil er seine verwilderte Weide roden wollte und dabei die Kontrolle über das Feuer verlor. 1678 beherbergte der Ort wieder 178 Einwohner, 1849 wurde gar eine Einwohnerzahl von 261 Personen erreicht.[3] Die bis dahin selbständige Gemeinde Tragelhöchstädt wurde am 1. Juli 1971 ein Ortsteil von Uehlfeld.[4]

Baudenkmale[Bearbeiten]

Historische Sandsteinbrücke
  • Kriegerdenkmal
  • Historische Weisachbrücke (Sandstein)

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

In der nördlich von Tragelhöchstädt gelegenen Weiherkette wird der Aischgründer Spiegelkarpfen gezüchtet.

Trivia[Bearbeiten]

  • Der Mundartdichter Helmut Haberkamm erwähnt den Ort in seiner Science-Fiction Erzählung "Das wunderliche Gesicht von Tragelhöchstädt". (In: Bernd Flessner (Hrsg.): Reisen zum Planeten Franconia. Neustadt an der Aisch: Verlag Ph. C. W. Schmidt, 2001)
  • 1861 wurden in Tragelhöchstädt 115 Zentner Hopfen geerntet. Der Hopfenanbau endete vor dem Zweiten Weltkrieg.[3]
  • Tragelhöchstädt liegt auf dem gleichen Breitengrad wie Vancouver, BC, Canada.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Geologische Karte von Bayern, Kurt Berger: Erläuterungen zum Blatt Nr. 6330 Uehlfeld
  2. http://www.bestellen.bayern.de/application/stmug_app000004?SID=1782953318&ARTSUCHExMATCHCODE=uehlfeld&x=0&y=0&ARTSUCHExMATCHCODE=&ACTIONxSETVAL%28suchergebnisse.htm%2CUSERxTITLE%3ASuchergebnisse%29=x
  3. a b Dorfgemeinschaft Tragelhöchstädt (2008): Erläuterungsbericht zur Dorfentwicklung
  4. http://www.uehlfeld.de/index.php?option=com_content&view=article&id=63&Itemid=93