Schönborn (Adelsgeschlecht)

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Stammwappen der von Schönborn

Die Familie der Grafen von Schönborn ist ein bis heute blühendes Adelsgeschlecht, das ursprünglich aus dem Rheingau und Taunus stammt und in der Frühen Neuzeit viele kirchliche Würdenträger des Heiligen Römischen Reiches stellte. Die Schönborn, insbesondere ihre Kirchenfürsten, zählen zu den bedeutendsten Bauherren der Barockzeit in Süddeutschland.

Ab 1661 hatte das Geschlecht die Herrschaft Heusenstamm in Südhessen inne und ab 1671 die würzburgische Lehnsherrschaft Reichelsberg. Ab 1701 regierten die Schönborn die reichsunmittelbare Herrschaft Wiesentheid in Unterfranken, wodurch sie in den Hochadel aufstiegen. Zugleich mit Wiesentheid waren durch Erbschaft Herrschaften in der Steiermark und in Kärnten sowie bald darauf durch Kauf in Niederösterreich, ab 1726 auch in Ungarn und gegen Ende des 18. Jahrhunderts in Böhmen in den Familienbesitz gelangt.

Ursprung[Bearbeiten]

Schloss Heusenstamm (Landkreis Offenbach), erbaut ab 1661 für Philipp Erwein von Schönborn
Schönborner Hof (Mainz), erbaut 1668-1670 für Philipp Erwein von Schönborn
Neue Residenz (Bamberg), erbaut 1697-1703 unter Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn
Lustschloss Favorite (Mainz), 1700-1722 erbaut für Kurfürst Lothar Franz
Schloss Wiesentheid, seit 1701 im Besitz der Familie, zur Residenz ausgebaut durch Rudolf Franz Erwein von Schönborn
Schloss Weißenstein (Pommersfelden), seit 1711 im Besitz der Familie, erbaut 1711-1718 unter Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn
Würzburger Residenz, erbaut 1719-44 von Balthasar Neumann für die Fürstbischöfe Johann Philipp und Friedrich Karl von Schönborn
Schloss Bruchsal, erbaut ab 1720 für Damian Hugo, Fürstbischof von Speyer
Reichshofkanzlei-Trakt der Wiener Hofburg, 1723–1730 von Lukas von Hildebrandt unter Reichsvizekanzler Friedrich Karl von Schönborn errichtet
Schloss Werneck, 1733-1745 erbaut für Fürstbischof Friedrich Karl
Dikasterialgebäude von Schloss Philippsburg in Koblenz, 1738-1749 von Balthasar Neumann und Johannes Seiz für den Trierer Kurfürsten Franz Georg von Schönborn errichtet

Ihren Ursprung führt die Familie auf ein Ministerialengeschlecht zurück, das bereits vor 1180 zur rheinischen Ritterschaft gehörte. Das Stammland der Familie befand sich im Rheingau (westlicher Hintertaunus) und im östlichen Hintertaunus. Der Name der Familie stammt von dem Ort Schönborn nahe Limburg an der Lahn ab.[1] Erster bekannter Träger dieses Namens soll ein Ritter namens Eucharius von Schönborn gewesen sein, der in der Mitte des 12. Jahrhunderts gelebt haben soll. Allerdings ist dieser Eucharius lediglich in einer Sekundärquelle aus der Zeit um 1670 erwähnt. Urkundlich erscheint das Geschlecht bei einer Belehnung erstmals 1275 mit H. von Sconenburne.[2] Möglicherweise waren die frühen Vorfahren der Familie als Vasallen an die Herren der Schaumburg gebunden, ihr Wappen lässt allerdings auch auf eine Verbindung zu den Grafen von Diez schließen.

Frühe Besitzungen[Bearbeiten]

Zum Ende des 14. Jahrhunderts hatten sich die Schönborn in drei Linien gespalten, von denen die "Stroß" bald wieder erloschen war. Die ältere Linie behielt den Stammsitz Schönborn (bei Katzenelnbogen) sowie als wichtigste Lehen Burgschwalbach mit dem katzenelnbogischen Amtsschloss Burg Schwalbach und das nassauische Hahnstätten. Ihre Angehörigen erscheinen mehrfach als Inhaber von Ämtern für die Grafschaft Katzenelnbogen und Kurmainz. Zudem zeigt sich bereits eine Häufung kirchlicher Würden: mehrere Äbte, ein Großbailli des Johanniterordens und ab dem 16. Jahrhundert Domherren in Trier und Mainz. Die dritte Linie bildete einen Besitzschwerpunkt im Westerwald. Die Westerwälder Schönborn standen in den Diensten der Herrschaft Westerburg, von Kurtrier, Kurmainz, Nassau-Weilburg und der Grafschaft Wied. Zwei Unterlinien der Westerwälder bildeten sich in Laubuseschbach und Freienfels. Zahlreiche Urkunden beweisen die fortgesetzt engen Verbindungen zwischen den beiden fortbestehenden Linien, die sich bis zum Erlöschen der älteren, Hahnstätter Linie mit dem Mainzer Domherren Friedrich Gerog 1640 fortsetzte.

Ausbreitung[Bearbeiten]

Die Familie Schönborn lebte noch bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts in ihrem Stammgebiet. Zu dieser Zeit breitete sich die Reformation im Hintertaunus aus, während die Familie weiterhin katholisch blieb, da viele ihrer Mitglieder traditionell in Domstifte eingetreten waren. Philipp Erwein von Schönborn zu Freienfels und Eschbach verließ seine Heimat und wurde von seinem Bruder Johann Philipp, ab 1647 Erzbischof und Kurfürst von Mainz, als kurmainzischer Oberamtmann in Steinheim eingesetzt. Durch Erbschaft, Kauf und Belehnung erwarb er Ländereien und Güter beiderseits des Rheins, am Main und im Taunus, darunter 1650 Gaibach. Die Herrschaft Heusenstamm mit dazugehörenden Gütern in der Wetterau kaufte er 1661. Bereits 1663 wurden er und alle seine Nachkommen durch Kaiser Leopold I. zum edlen Panierherren und Reichsfreien ernannt. Gleichzeitig wurde ihm das große Palatinat und ausgedehnte Vorrechte verliehen. Sein Bruder ernannte ihn überdies zum Erbschenken des Erzstifts Mainz und zum Erbtruchsessen des Hochstifts Würzburg. Des Weiteren führte er die Titel Reichshofrat und kurmainzischer Geheimer Rat. 1671 erhielt die Familie wegen der reichsständischen Herrschaft Reichelsberg Sitz und Stimme im Reichstag und im fränkischen Kreistag.

1635 heiratete Philipp Erwein die Freiin Maria Ursula von Greiffenclau-Vollraths (eine nahe Verwandte des seinerzeitigen Mainzer Kurfürst-Erzbischofs Georg Friedrich von Greiffenclau zu Vollrads), mit der er 12 Kinder hatte, darunter Lothar Franz, der 1695 Kurfürst und Erzbischof von Mainz wurde, und Melchior Friedrich Graf von Schönborn-Buchheim, der 1710 vom letzten Grafen von Puchheim die Herrschaften Göllersdorf, Mühlberg und Aspersdorf in Niederösterreich kaufte und in den österreichischen Adel aufgenommen wurde. Melchior Friedrich übernahm auch das Erbe der Herrschaft Heusenstamm. Er war kaiserlicher und kurmainzischer geheimer Rat und Vizedomus zu Aschaffenburg, verheiratet mit Sophie Freiin von Boineburg, und bewohnte den Schönborner Hof in Aschaffenburg. Ihm folgte 1700 im Amt sein Sohn Rudolf Franz Erwein Graf von Schönborn (1677–1754), der 1701 die verwitwete Gräfin Eleonore von Dernbach, geborene Gräfin von Hatzfeld, heiratete, durch die der Besitz der Grafschaft Wiesentheid (bis heute) sowie die Herrschaft Arnfels in der Steiermark (bis 1912) und die Herrschaft Waldenstein in Kärnten (bis 1803) an das Adelsgeschlecht von Schönborn gelangte. Melchior Friedrich erwarb 1710 von den (bald darauf erloschenen) Grafen von Buchheim noch die Herrschaften Göllersdorf, Mühlberg und Aspersdorf in Niederösterreich hinzu. Die Familie wurde daraufhin in den österreichischen Adel aufgenommen und erhielt durch Kurfürst Lothar Franz zudem 1726 großen Besitz im Königreich Ungarn (mit 200 Dörfern). Auf Rudolf Franz Erwein folgte von 1733 bis 1772 Joseph Franz Bonaventura Graf von Schönborn (1708–1772). 1794 erwarb Graf Hugo Damian einen Fideikommiss in Böhmen: Unter-Lukawitz (Dolní Lukavice) mit 18 Dörfern, Přeštice und Žehrovice mit 3 Dörfern und Příchovice mit 6 Dörfern. 1796 wurde die Burg Skalka erworben. Ende des 18. Jahrhunderts teilte sich die Familie in einen bayrischen, einen österreichischen und einen böhmischen Ast.

Hohen Einfluß erlangte die Familie über etliche Generationen in der katholischen Kirche. Im Jahre 1743 waren Söhne der Familie gleichzeitig Fürstbischöfe von Bamberg, Würzburg, Konstanz, Speyer und Worms, ein weiterer saß auf dem Trierer Erzstuhl - und auf dem (zuvor bereits von zwei Schönborns besetzten) Erzstuhl von Mainz saß mit Johann Friedrich Karl von Ostein ein enger Verwandter der Familie. Auch im 19. und 20./21. Jahrhundert stellte das Haus Schönborn je einen Kardinal-Erzbischof von Prag und Wien.

Aufstieg der Schönborn und Leistungen als Bauherren[Bearbeiten]

Der Begründer der Schönborn'schen Hausmacht war Johann Philipp (1605-73), der als Bischof von Würzburg und Worms sowie als Erzbischof von Mainz, damit auch als Kurfürst und Erzkanzler des Reiches, als erster hochbedeutende geistliche Würden erlangte. Vor allem wegen seiner hervorragenden Rolle auf den Friedenskongressen von Münster und Osnabrück wurde er, seit 1642 bereits würzburgischer Bischof, am 19. November 1647 vom Mainzer Domkapitel zum Erzbischof gewählt. Zu dieser Zeit drohten die Schönborns in der männlichen Linie auszusterben, er und sein Bruder Philipp Erwein waren die letzten männlichen Namensträger. Sich dessen bewusst, beschlossen die beiden Brüder folgendes Vorgehen: Der ältere, klug und mit diplomatischem Geschick, strebte hohe geistliche Würden an, die nicht nur für politischen Einfluss sorgten, sondern auch durch Einkommen und Pfründen den Lebensunterhalt der Familie sicherten. Philipp Erwein seinerseits heiratete standesgemäß und setzte zwölf Kinder in die Welt - sieben Töchter und fünf Söhne. Durch weltliche Ämter, Weinanbau und Vergrößerung des Grundbesitzes untermauerte er den Aufbau des Familienvermögens. Die Söhne Philipp Erweins wurden in einem klar formulierten Leistungs- und Moralethos erzogen, damit sie durch Protektion des Onkels wiederum in geistliche Ämter eintreten konnten. Die Töchter verheiratete man in angesehene Adelsgeschlechter. Der gewagte politische und gesellschaftliche Aufbau des Verwandtschaftsnetzwerkes funktionierte so erfolgreich, dass die Neffen der zweiten und dritten Schönborn-Generation, trotz der beträchtlichen Konkurrenz aus dem hohen katholischen Adel, viele wichtige geistliche Ämter des Reiches erlangten. Zwar mussten sie sich durch Leistung und Erfolg beweisen, hatten aber bei ihrem Aufstieg weniger Verpflichtungen und Abhängigkeiten als viele Rivalen aus dem eingesessenen rheinisch-fränkischen Stiftsadel. [3]

Diesen politischen und gesellschaftlichen Einfluss und den daraus resultierenden Machtanspruch suchten die Schönborns in einer Zeit des beginnenden Wandels vom Absolutismus zur Aufklärung zu manifestieren: in Kultur, Bildung und Architektur. Als Kinder des katholischen Barock blickten sie politisch zum Habsburger Kaiserhaus, in der Repräsentation aber vor allem nach Versailles. Hatte Kurfürst Johann Philipp nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges noch vor allem Sicherheitsfragen im Blick und baute zwischen 1655 und 1675 die Festung Mainz mit 16 Bastionen, die einen sternförmigen Gürtel um Mainz bildeten, und der Zitadelle Mainz als Kommandantur, so konnte sich sein Neffe, Kurfürst Lothar Franz, mehr auf Repräsentationsbauten verlegen, obwohl auch er während des Spanischen Erbfolgekrieges den Festungsbaumeister Johann Maximilian von Welsch einen zweiten Festungsring mit fünf weit vorgeschobenen Forts um die Stadt Mainz errichten ließ (1710-1730). Doch Welsch wurde auch mit dem Bau des Lustschlosses Favorite bei Mainz beauftragt (1700-1722) und erweiterte die Kurmainzische Statthalterei in Erfurt zu einer Vierflügelanlage (1713-1720), Johann Baptist Ferolski errichtete 1721–29 das Mainzer Rochusspital. Vor allem aber wurden die Brüder Dientzenhofer zu Lothar Franz' Hofarchitekten: Leonhard Dientzenhofer entwarf 1697-1703 die Neue Residenz Bamberg sowie mehrere Klöster, Johann Dientzenhofer 1711-1718 Schloss Weißenstein in Pommersfelden, letzteres als privaten Landsitz, der bis heute von den Grafen Schönborn aus Wiesentheid als Sommersitz bewohnt wird. Dort kann auch Lothar Franz' Bibliothek besichtigt werden sowie die größte private Barockgemäldesammlung Deutschlands mit über 600 Exponaten, darunter Gemälde von van Dyck, Rubens, Brueghel, Giordano, Tizian, Artemisia Gentileschi und Dürer. Kaiser Karl VI. übergab seinem Reichserzkanzler, Kurfürst Lothar Franz, der ihn 1711 gewählt, gekrönt und politisch unterstützt hatte, 1726 die Burg Palanok mit dem Gebiet um Mukatschewe und Tschynadijowo im Königreich Ungarn, einen der größten Besitze in Osteuropa, der aus 4 Städten und 200 Dörfern mit einer Gesamtfläche von 2.400 Quadratkilometern bestand; ein Jahr später fiel er an dessen Neffen Friedrich Karl von Schönborn-Buchheim. Er blieb bis ins 20. Jahrhundert im Besitz der Familie.

1719 wurde Lothar Franz' Neffe Johann Philipp Franz zum Fürstbischof von Würzburg gewählt. Er ernannte den Ingenieur und Architekten Balthasar Neumann zum Baudirektor und bedachte ihn 1720 mit dem Bau der Würzburger Residenz, die zu seinem großen Lebenswerk wurde. Ihm assistierten Johann Dientzenhofer sowie der Festungs- und Schlossbaumeister von Mainz und Bamberg, Maximilian von Welsch, ferner Johann Lucas von Hildebrandt, der Baumeister von Johann Phillip Franz' Bruder Friedrich Karl, dem seinerzeitigen Reichsvizekanzler in Wien. Neumann wurde zum meist gefragten Baudirektor und Ingenieur in den Landen der Hochstifte Würzburg und Bamberg. Er war zuständig nicht nur für die Schlösser, sondern auch für Kirchen (über 100, darunter die Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen, Kloster Gößweinstein und St. Mauritius zu Wiesentheid), ferner Wohn-und Amtshäuser, Brücken, Straßen und Brunnen. Als Neumanns Spezialität galten nach dem kühnen Entwurf für die Würzburger Residenz seine herrschaftlichen Treppenhäuser, so auch im Schloss Bruchsal (errichtet 1720-31 von Welsch) dasjenige für Kardinal Damian Hugo, einem weiteren Bruder. Dieser gab auch das Jagdschloss Kislau und die Eremitage in Waghäusel in Auftrag und vollendete das Neue Schloss Meersburg, ebenfalls mit Treppenhaus und Schlosskapelle von Balthasar Neumann. Für Fürstbischof Friedrich Karl erbaute Neumann 1733 bis 1745 das Schloss Werneck und vollendete unter ihm die Würzburger Residenz. Friedrich Karl hatte bereits in seiner Wiener Zeit Lucas von Hildebrandt damit beauftragt, das Gartenpalais Schönborn, den Umbau des Palais Schönborn-Batthyány und die Geheime Hof- und Staatskanzlei (das heutige Bundeskanzleramt) zu errichten, von 1723–1730 auch den Reichshofkanzlei-Trakt der Wiener Hofburg, ferner den Blauen Hof in Laxenburg sowie Schloss und Kirche zu Göllersdorf. Er war außerdem Bauherr oder Renovierer von rund 100 Kirchenbauten, darunter der Abtei Münsterschwarzach. Der jüngste Bruder aus der dritten Generation, Franz Georg, erbaute ab 1734 die Kirche St. Paulin in Trier, die er aus eigenen Mitteln finanzierte, durch Christian Kretzschmar, mit Innenausstattung von Balthasar Neumann. Von diesem ließ er auch die St. Laurentiuskirche auf seinem Sommersitz in Dirmstein errichten, ferner erweiterte er nach Neumanns Plänen das Schloss Philippsburg in Koblenz um den Dikasterialbau sowie die Abtei Prüm um neue Abteigebäude, barockisierte das Schloss ob Ellwangen und baute in Kesselheim das Jagdschloss Schönbornslust.

Neue kritische Forschungsergebnisse zum ansonsten als nahezu beispiellos und ungebremst stilisierten Aufstieg der Familie von Schönborn stellte allerdings 2013 der fränkische Historiker Andreas Flurschütz da Cruz in einem Aufsatz dar, der eine Auseinandersetzung innerhalb des fränkischen und österreichischen Adels von 1716, in die auch das Kaiserhaus involviert wurde, zur Grundlage dafür macht, dass der Familie von Schönborn die Bitte um die Aufnahme in den Reichsfürstenstand 1717 vom Reichsoberhaupt abgeschlagen wurde – ein Detail in der Familiengeschichte, das die äußerst umfangreiche Schönbornforschung bisher vernachlässigt zu haben scheint.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung des Stammwappens:
„In Rot ein auf drei silbernen Spitzen schreitender zweischwänziger blau gekrönter und blau bezungter goldener Löwe.“ Helmzier: „Auf einem Topfhelm in Seitenansicht mit rot-silbernen Decken der Löwe zwischen zwei roten Büffelhörnern stehend.“

Weltliche Namensträger[Bearbeiten]

Kirchenfürsten aus dem Hause Schönborn[Bearbeiten]

Altarbild von Franz Lippold in der Pfarrkirche Gaibach (um 1745): Drei Generationen des Hauses Schönborn

Das Altarbild in der Pfarrkirche Gaibach zählt als Denkmal der Familie. Es zeigt drei Generationen von männlichen Mitgliedern des Hauses Schönborn, welche in der Reichskirche und im weltlichen Bereich Karriere machten (die im Vordergrund liegenden Insignien dienen als Hinweise auf die geistliche und weltliche Herrschaft, welcher sie dienten - Reichskirche, heiliger Stuhl und Kaiser). Der Auftraggeber des Werkes, Friedrich Karl von Schönborn (Fürstbischof von Bamberg und Würzburg), kniet als Stifter links im Vordergrund. Hinter diesem eine relativ systematische Darstellung der Angehörigen dreier Generationen. Die Vertreter der ersten Generation (in verbeugender Haltung) links Johann Phillip (Kurfürst von Mainz, Fürstbischof von Würzburg und Worms), rechts Philipp Erwein (Mainzer Oberamtmann). Hinter diesem rechts leicht vorgebeugt dessen Sohn Melchior Friedrich (Mainzer Obermarschall und Vizedom von Aschaffenburg). Hinter diesem wiederum die nächste Generation mit Anselm Franz (ganz rechts hinten, kaiserlicher General) und daneben Rudolf Franz Erwein (Mainzer Vizedom, mit dem Orden vom Goldenen Vlies dargestellt), die beiden Gründer der Linien Wiesentheid und Heusenstamm. Auf der linken Bildseite sind die geistlichen Repräsentanten des Hauses dargestellt. Hinten ganz links außen Johann Philipp Franz (Fürstbischof von Würzburg), daneben Lothar Franz (Bischof von Bamberg und Erzbischof von Mainz), rechts von diesem Franz Georg (Kurfürst von Trier, Fürstbischof von Worms). In der Bildmitte Kardinal Damian Hugo (Fürstbischof von Speyer und Konstanz) und rechts hinter diesem noch Marquard Wilhelm (Dompropst von Bamberg und Eichstätt). In Würzburg gibt es eine im Barockstil gebaute Grabkapelle derer von Schönborn.

Weitere Besitzungen[Bearbeiten]

Zu den Besitzungen der Grafen von Schönborn-Wiesentheid zählen bis heute die Schlösser in Wiesentheid (privater Wohnsitz), Pommersfelden (Schlossmuseum und Gemäldegalerie, Gastronomie), Gaibach (Schule), Geisenheim (Weingut und Gastronomie) und Hallburg (Weinkellerei und Gastronomie), mit mehreren Weingütern, über 1.600 ha Forstflächen, 900 ha Acker und ca. 90 ha Teichen; zum Besitz der Grafen von Schönborn-Buchheim gehört bis heute Schloss Göllersdorf mit Land- und Forstwirtschaft und das Palais Schönborn-Batthyány in Wien.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Schönbornkapelle am Dom St.Kilian in Würzburg, Grablege der Schönborn
Gemehrtes fürstbischöfliches Wappen an einem Tor der Festung Marienberg
  1.  Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder. 7. Auflage. Verlag C. H. Beck, München 2007, S. 637 (online, abgerufen am 27. Dezember 2012).
  2. R. Knipping, Die Regesten der Erzbischöfe von Köln im Mittelalter III 2, 1913, Nr. 3533.
  3. Hierzu und zum Folgenden: Monumente Online: Im Dienste des Absoluten, die Schönborns und Balthasar Neumann

Literatur[Bearbeiten]

  • Max Hermann von Freeden (Hg.): Quellen zur Geschichte des Barocks in Franken unter dem Einfluß des Hauses Schönborn. I. Teil: Die Zeit des Erzbischofs Lothar Franz und des Bischofs Johann Philipp Franz von Schönborn 1693–1729, Zweiter Halbband, Kommissionsverlag F. Schöningh, Würzburg 1955
  • Max Domarus: Das Bildungswesen in Würzburg unter Friedrich Karl von Schönborn, Diss. Würzburg 1943.
  • Max Domarus: Würzburger Kirchenfürsten aus dem Hause Schönborn. Domarus, Wiesentheid 1951.
  • Max Domarus: Rudolf Franz Erwein v. Schönborn. Domarus, Wiesentheid 1954.
  • Max Domarus: Äbtissin Eva Theresia von Schönborn und das Adelige Damenstift zur Heiligen Anna in Würzburg. Schöningh [in Kommission], Würzburg 1964.
  • Hellmuth Gensicke: Zur Geschichte des nassauischen Adels. Die von Schönborn. Die Anfänge des Grafenhauses. In: Nassauische Annalen, 91 (1980), S. 259–283.
  • Constantin von Wurzbach: Schönborn, die Herren und Grafen, Genealogie. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. Band 31, Verlag L. C. Zamarski, Wien 1876, S. 131–136.
  • Constantin von Wurzbach: Schönborn, Wappen. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. Band 31, Verlag L. C. Zamarski, Wien 1876, S. 139 f.
  • Genealogisches Handbuch des Adels: Adelslexikon Band XIII, Band 128 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 2002, ISSN 0435-2408
  • Sylvia Schraut: Das Haus Schönborn – eine Familienbibliographie. Katholischer Reichsadel 1640–1840. Schöningh, Paderborn 2004, ISBN 978-3506717429.
  • Andreas Flurschütz da Cruz: Das Ende einer Familienkarriere. Die verhinderte Würzburger Koadjutorwahl von 1716 und ihre Folgen für das Haus Schönborn. In: Jahrbuch für Regionalgeschichte 31 (2013), S. 17–43, ISSN 1860-8248
  • Peter C. Hartmann (Hg.): Die Mainzer Kurfürsten des Hauses Schönborn als Reichserzkanzler und Landesherren (= Mainzer Studien zur Neueren Geschichte), Peter Lang: Frankfurt am Main 2002.
  • Philipp Thull: Die Dynastie der Schönborn - 'die glänzendsten Repräsentanten der Reichskirche'. In: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst 65 (2013), 131-144.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: House of Schönborn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien