Trenitalia

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Trenitalia S.p.A.
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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 2000
Sitz Rom, Italien
Leitung Marco Zanichelli
Mitarbeiter 39.668 (2010)
Umsatz 5.707 Mio. EUR (2011)[1]
Branche Schienenverkehr
Website www.trenitalia.com

Trenitalia ist eine im Jahr 2000 gegründete italienische Eisenbahngesellschaft und 100-prozentige Tochtergesellschaft der Ferrovie dello Stato. Das Unternehmen entstand durch die Herauslösung der Geschäftsbereiche Güter- und Personenverkehr aus der FS.

Finanzen[Bearbeiten]

Zwischen 2004 und 2009 steigerte Trenitalia den Umsatz von 4 auf 5,6 Milliarden Euro. Trotzdem hatte das Unternehmen finanzielle Probleme, die Nettoverschuldung betrug 2007 5,67 Milliarden Euro. Unnachgiebige Gewerkschaften, teilweise veraltetes Rollmaterial und Intransparenz im Management belasteten das Unternehmen. Bis 2009 schaffte es Trenitalia jedoch, seine Schulden abzubauen und einen Reingewinn von 90,60 Millionen Euro zu erzielen. Von diesem Zeitpunkt an stieg der Umsatz, Jahr für Jahr, weiter an. Im Geschäftsjahr 2011 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 5,70 Milliarden Euro und einen Reingewinn von 156 Millionen Euro.[2]

Personenverkehr[Bearbeiten]

Elektrolokomotive E.464
ETR 500 Frecciarossa
Vivalto-Zug für schnellere Regionalzüge
Minuetto

Trenitalia ist Marktführer im Schienenverkehr in Italien. Die Flotte umfasst unter anderem die Lokomotiven der Serie E.464, die Triebzüge ETR 500 und die Regionalzüge Nahverkehrszüge Vivalto und Minuetto.

Auf den Hochgeschwindigkeitslinien Torino – Milano, Roma – Napoli, auf der Direttissima Firenze – Roma und weiteren Schnellfahrstrecken verkehren die ETR-500-Triebzüge, Frecciarossa genannt, mit bis zu 300 km/h. Seit 2012 hat Trenitalia Konkurrenz durch das private Unternehmen Nuovo Trasporto Viaggiatori, das mit dem Triebzug Alstom AGV die Strecken befährt. Im inneritalienischen Verkehr setzt Trenitalia auf die Le FRECCE (die Pfeile). Man unterscheidet zwischen drei Kategorien Frecciarossa, Frecciargento und Frecciabianca.

Für den Regionalverkehr sind in Italien die Regionen zuständig, die mit einem Transportunternehmen Serviceverträge für eine Dauer von sechs Jahren unterzeichnen.

Trenitalia misst dem internationalen Verkehr nur sehr geringe Bedeutung bei, auf der Brennerachse zog sich Trenitalia 2009 komplett aus dem Fernverkehr zurück. Die grenzüberschreitenden EC-Verbindungen von Mailand, Bologna, Venedig und Verona nach München hätten daraufhin eingestellt werden sollen. Kurzfristig entschlossen sich DB und ÖBB, die Züge im sogenannten Brenner-Kooperationsverkehr[3] auf der gesamten Strecke selbst zu betreiben. Auf italienischem Gebiet erfolgt dies aus rechtlichen Gründen in Zusammenarbeit mit dem EVU LeNORD. Da LeNORD mittlerweile mit der Regionaldirektion Lombardei von Trenitalia zu Trenord fusioniert ist, ist Trenitalia nun indirekt wieder an diesem Verkehr beteiligt. Seit 2010 betreibt Trenitalia den EuroCity in die Schweiz gemeinsam mit den SBB, nachdem Cisalpino gescheitert war.

Angebot[Bearbeiten]

Bezeichnung Vollständiger Name Beschreibung Wagonangebot
FR AV Frecciarossa Hochgeschwindigkeitszug (bis zu 300 km/h) zwischen den Großstädten Turin–Mailand–Bologna–Florenz–Rom–Neapel–Salerno. Stündliche Nonstop-Verbindung zwischen Mailand und Rom. 11 Wagons mit 574 Sitzplätzen und ein Speisewagen.
FA AV Frecciargento Hochgeschwindigkeitszug (bis zu 250 km/h) zwischen dem Nordosten wie u.a. Venedig, Padua, Bozen, Bologna, Verona, Mailand und dem Süden, von Rom bis Lecce und Reggio Calabria. 7–9 Wagons mit 489 Sitzplätzen und ein Speisewagen.
FB AV Frecciabianca Hochgeschwindigkeitszug (bis zu 200 km/h), nicht für die Neubaustrecken (25 kV Wechselstrom, ETCS) geeignet. Wichtige Zuggattung auf den Bestandsstrecken, Rückgrat der Verbindung mit der Adria und Tyrrhenischen Küste. 7–9 Wagons mit 489 Sitzplätzen und ein Speisewagen.
EC Eurocity Internationaler Zug, der Italien mit seinen Nachbarländern verbindet. In der Regel globalpreispflichtig. ca. 7–10 Wagons und ein Speisewagen
EN Euronotte/night Internationaler Zug, der in der Nacht fährt. In der Regel globalpreispflichtig. ca. 10–14 Wagons
IC InterCity Komfortabler Schnellzug, der Italiens Großstädte verbindet. ca. 6–10 Wagons und ein Speisewagen oder Minibar.
ICN InterCitynotte/night Intercity, der in der Nacht fährt. Reservierungspflichtig ca. 7–14 Wagons, von denen die Hälfte Liege- bzw. Schlafwagons sind und einen Speisewagen oder Minibar.
RV Regionale Veloce Regionalexpresszug, der im Vergleich zum Regionale nur in den wichtigeren Bahnhöfen hält ca. 5–10 Wagons, führt Wagen 1. und 2. Klasse
R Regionale Regionalzug, der in (fast) allen Bahnhöfen hält ca. 3 bis 10 Wagons, auch Triebwagen, Niederflur- und Doppelstock-Wagons. Führt nur Wagen 2. Klasse.
S Suburbano Vorortzug, Gattungsbezeichnung im S-Bahn-Netz Mailand ca. 3 bis 10 Wagons, auch Triebwagen, Niederflur- und Doppelstock-Wagons. Führt nur Wagen 2. Klasse.
M Metropolitano Stadtzug, nur im Stadtverkehr bei Neapel

Trenitalia Cargo[Bearbeiten]

E412 Trenitalia Cargo

Trenitalia Cargo befördert jährlich 28 Milliarden Tonnenkilometer und besitzt mehr als 30.000 Güterwagen. Der Anteil des internationalen Verkehrs beträgt 53 % und ist für die italienische Stahlindustrie sehr wichtig. Das Unternehmen sieht sich mit starker Konkurrenz konfrontiert, z.B. von SBB Cargo, DB Schenker oder SNCF Géodis. Der Einzelwagenladungsverkehr wurde größtenteils eingestellt.

Die Tochtergesellschaft TX Logistik ist eine europaweite, private Eisenbahngesellschaft und besitzt mehrere Mehrsystemlokomotiven.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Trenitalia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.fsnews.it/cms/v/index.jsp?vgnextoid=e8bcb16142387310VgnVCM1000008916f90aRCRD
  2. Bilanz 2011: Bilanz Trenitalia S.p.A., 31 dicembre 2011 (PDF; 2,7 MB)
  3. http://www.obb-italia.com/de/Reisen_ab_Italien/DB-OeBB_EuroCity/index.jsp

Schweizer Eisenbahn-Revue 11/2009, erschienen im Minirex-Verlag