Arriva

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Arriva (Begriffsklärung) aufgeführt.
Arriva PLC
Arriva-Logo.svg
Rechtsform Public Limited Company
Gründung 1938
Sitz Sunderland, Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich

Leitung

Mitarbeiter 47.500 (2011)
Umsatz 3.147,8 Mio £ (2009)[1]
Branche Transportdienstleistungen
Website www.arriva.co.uk

Arriva PLC ist ein britisches Tochterunternehmen der Deutschen Bahn, die ihre europäischen Regionalverkehre unter der Marke DB Arriva zusammengefasst hat. Arriva operiert als Bus- und Bahndienstleister in 14 europäischen Ländern.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ursprünge von Arriva gehen auf das Jahr 1938 zurück. Damals gründete die Familie Cowie im nordenglischen Sunderland ein Unternehmen gleichen Namens, das mit gebrauchten Motorrädern handelte. Im Jahr 1960 wurde der Handel mit Autos aufgenommen.

1965 wurde aus dem Unternehmen eine Aktiengesellschaft mit Notierung an der Londoner Börse.

1980 erfolgte mit der Akquisition von Grey-Green Coaches in London der erste Schritt in den Bussektor. Es folgten weiter Akquisitionen von Busunternehmen. Durch die bis dahin größte Übernahme von British Bus Group plc, im Jahr 1996 wurde das Unternehmen zu einem der führenden Busbetreiber in Großbritannien.

1997 wurde die Cowie Group schließlich in Arriva umbenannt.[2]

Im März 2010 kündigte die Deutsche Bahn ein öffentliches Übernahmeangebot mit einem Wert von 2,8 Mrd Euro[3] für Arriva an. Am 27. August 2010[4] wurde die Übernahme vollzogen und die Börsennotierung an der Londoner Börse aufgehoben. Einerseits wurden die Tätigkeiten in Deutschland (heute firmierend unter Netinera) im Zuge der Übernahme an ein Konsortium um Trenitalia verkauft.[5][6] Andererseits wurden die bisherigen Auslandsaktivitäten des Personenverkehrs der DB jetzt Arriva zugeordnet (z.B. Chiltern Railways).

Mitte Mai 2013 hat die Deutsche Bahn die mitteleuropäischen Regionalverkehrsleistungen von Veolia Transdev komplett übernommen, die unter der Marke Veolia Transport Central Europe geführt wurden. Damit verstärkt DB Arriva ihre Aktivitäten in Polen, der Slowakei und Tschechien und dehnt diese erstmals auf die Länder Kroatien, Serbien und Slowenien aus. Dadurch werden 6.300 Mitarbeiter und 3.400 Fahrzeuge an 60 Standorten übernommen. Im Jahr 2012 betrug der Umsatz 253 Millionen Euro. Die größten übernommen Ländergesellschaften sind Tschechien und Polen.[7]

In Malta wurde Arriva im Rahmen der Reform des Transportsystems neuer Betreiber ausgewählt und betrieb ab dem 3. Juli 2011 den Busverkehr dort. Der Vertrag wurde zum Jahreswechsel 2013/2014 vorzeitig beendet.

Arriva ist heute in die Sparten UK Bus (über 17.000 Beschäftigte), UK Trains (ca. 5.000 Beschäftigte) und Mainland Europe (ca. 23.000 Beschäftigte) gegliedert.

UK Bus[Bearbeiten]

Arriva betreibt Busservices in den Midlands, North East England, North West and Wales, Scotland West, the Shires and Essex, Southern Counties und Yorkshire. Arriva ist zudem Betreiber von Busverkehren in London und der Original Tour in London. Anfang 2008 hat Arriva ihr Portfolio in England mit der Übernahme von Telling Golden Miller erweitert und erbringt jetzt auch Dienste an den Flughäfen in London wie u.a. Shuttleservices zu den Hotels und Ersatzfahrten bei Flugzeugausfällen.

UK Trains[Bearbeiten]

Zu den von Arriva betriebenen Eisenbahnen gehören ein Großteil der Bahnlinien von Wales mit Arriva Trains Wales (Trenau Arriva Cymru): Am 7. Dezember 2003 übernahm Arriva für 15 Jahre die Konzession der Bahnlinien in Wales von der NX Group (Wales and Borders Trains), wobei jeweils nach 5 Jahren eine Überprüfung stattfindet. Bis 2004 wurden von der Arriva Trains North die Bahnlinien im Gebiet um Middlesbrough, darunter auch die Strecke der ehemaligen Stockton and Darlington Railway, betrieben. Am 10. Juli 2007 wurde Arriva die Franchise für das bisher von Virgin betriebene Subnetz Cross Country für die Zeit vom November 2007 bis April 2016 zugeteilt, dem noch Teile von Central Trains zugeschlagen werden. In Zusammenhang mit der Übernahme durch die DB kamen Chiltern Railways, London Overground und Tyne and Wear Metro zu Arriva UK.

Mainland Europe[Bearbeiten]

Dänemark[Bearbeiten]

Von Arriva in Dänemark befahrene Eisenbahnstrecken in türkis

Dänemark war der erste Verkehrsmarkt auf dem europäischen Festland, in den Arriva sich 1997 mit dem Kauf der Firma Unibus begab. In den folgenden Jahren wurden die Busgesellschaften Bus Danmark, Combus, Wulff Bus, Veolia Danmark und Pan Bus integriert. 2003 war Arriva Danmark das erste private Unternehmen, das Konzessionen für den Betrieb von Schienenpersonennahverkehr (SPNV) erhalten hat. Momentan betreibt Arriva mit über 4.000 Mitarbeitern Bus- und Bahndienstleistungen unter anderem in Kopenhagen (dort auch Linienschiffe im Stadtverkehr), sowie Mittel- und Nordjütland.

Italien[Bearbeiten]

Arriva stieg 2002 in den italienischen Busmarkt ein und ist mittlerweile der größte private Busbetreiber in Italien. Arriva betreibt unter anderem Busdienstleistungen in der Lombardei, Friaul-Julisch Venetien und Turin.

Kroatien[Bearbeiten]

Mit der Übernahme von Veolia Transdev erfolgte Mitte Mai 2013 der Einstieg in den Busverkehr in Kroatien.[7]

Niederlande[Bearbeiten]

In den Niederlanden betreibt Arriva Personenvervoer Nederland zahlreiche Buslinien in der Hälfte der Provinzen (nicht in: Drenthe, Groningen, Nordholland, Overijssel, Zeeland und Limburg). Darüber hinaus erhielt ihr Tochterunternehmen NoordNed gemeinsam mit der Niederländischen Eisenbahn NS (Nederlandse Spoorwegen) die Konzession für die Bahnlinien im Nordosten des Landes (Provinzen: Groningen, Friesland), wobei eine grenzüberschreitende Linie Groningen mit Weener und Leer in Ostfriesland verbindet. Arriva übernahm die Anteile am Konsortium im Jahr 2003 zu 100 %. Arriva betreibt auch die Linie Dordrecht-Geldermalsen.

Polen[Bearbeiten]

In Polen war Arriva bis Mitte Mai 2013 mit der Tochtergesellschaft Arriva RP nur im regionalen Eisenbahnverkehr tätig. Seitdem wird durch die Übernahme von Veolia Transdev auch Busverkehr im Norden und Süden des Landes betrieben (1.800 Mitarbeiter und 840 Fahrzeuge).[7]

Portugal[Bearbeiten]

Portugal wurde von Arriva 2000 durch eine Akquisition im Nordwesten betreten. Mittlerweile ist Arriva auch in der Umgebung von Lissabon aktiv, unter anderem mit einer Beteiligung am grösten portugiesischen Verkehrsunternehmen Barraqueiro Transportes.[8] Transportes Sul do Tejo gehört zu 100% der Gruppe.[9] Portugal ist mit über 6.500 Beschäftigten der größte Arriva-Standort auf dem Festland.

Schweden[Bearbeiten]

In Schweden betreibt Arriva seit Sommer 2007 die Pågatåg genannten Regionalbahnlinien in Schonen im Süden des Landes. Seit März 2009 betreibt Arriva im Auftrag von SL Buslinien um Märsta und auf den Inseln des Mälaren. Seit August 2012 hat Arriva auch den Bus- und Bahnverkehr der Hauptstadt Stockholm übernommen. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 12 Jahren.[10] Seit Januar 2013 werden auch die drei Strecken der Roslagsbanan betrieben, nachdem Arriva Sverige eine entsprechende Ausschreibung gewonnen hatte.[11] Seit 2010 betreibt Arriva die Östgotapendeln genannten Regionalbahnlinien in der Region Östergotland.

Erhebliche Startprobleme bei den Verkehren in Stockholm und die daraufhin zu zahlenden hohen Strafen - die höchsten jemals im schwedischen Nahverkehr fälligen Pönalen - führten dazu, dass Arriva Sverige im Jahr 2013 einen Verlust von 326 Mio. SEK (35,3 Mio. EUR) machte und nur durch einen Zuschuss des Eigentümers DB vor dem Bankrott bewahrt werden konnte.[12]

Serbien[Bearbeiten]

Mitte Mai 2013 erfolgte durch die Übernahme von Veolia Transdev der Einstieg in den Busverkehr in Serbien.[7]

Slowakei[Bearbeiten]

Im Juli 2008 hat Arriva 80 % der Anteile von Eurobus Invest erstanden und ist seitdem auch in Ungarn und der Slowakei mit Busservices vertreten. Durch die Übernahme von Veolia Transdev im Jahr 2013 konnte die Marktstellung weiter ausgebaut werden.[7]

Slowenien[Bearbeiten]

Mit der Übernahme von Veolia Transdev erfolgte Mitte Mai 2013 der Einstieg in den Busverkehr in Slowenien.[7] DB Arriva hat in Slowenien rund 460 Mitarbeiter.

Spanien[Bearbeiten]

Der spanische Verkehrsmarkt wurde bereits 1999 von Arriva durch den Erwerb zweier Busunternehmen in Galizien betreten. Seither ist Arriva auch auf Mallorca und in der Umgebung von Madrid aktiv.

Tschechische Republik[Bearbeiten]

Arriva betrat 2007 den tschechischen Busmarkt durch ARRIVA holding Česká republika s.r.o. und betreibt seither die Busunternehmen Transcentrum Bus s.r.o., Bosák Bus s.r.o. und OSNADO s.r.o. im Norden von Prag (Praha) sowie im Südwesten von Prag.

Nach der Übernahme von Veolia Transport Central Europe im Jahr 2013 kommen Busverkehre Veolia Transport Praha s.r.o. (in dem Region um Prag), Veolia Transport Východní Čechy a.s., Veolia Transport Morava a.s. (in Ostrau Region) und Veolia Transport Teplice s.r.o. (Teplitz) mit 2.600 Mitarbeitern und 1.600 Fahrzeugen hinzu.[7] Von 1. Juli 2013 sind diese Unternehmen umbenannt nach Arriva Praha s.r.o., Arriva Východní Čechy a.s., Arriva Morava a.s. und Arriva Teplice s.r.o.. Ebenfalls 2013 übernahm Arriva zwei Busunternehmen von Abellio. Damit steigt die Zahl der Mitarbeiter von DB Arriva in Tschechien rund 3.100 und die der Busse auf über 2.000 Fahrzeuge.

Arriva Morava betreibt SPNV auf einer Strecke von 22 Kilometern (Železnice Desná). Am 23. September 2013 startete Arriva vlaky eigenwirtschaftlichen Nahverkehr auf der Verbindung zwischen Praha Masarykovo nádraží und dem nördlich gelegenen Kralupy nad Vltavou mit einem Dieseltriebwagen der Baureihe 628.[13] Diese Verbindung wurde am 13. Dezember 2013 wieder eingestellt.[14]

Ungarn[Bearbeiten]

Seit der Übernahme von 80 % der Anteile von Eurobus im Juli 2008 ist Arriva auch in Ungarn vertreten. 2012 gewann VT Transman (ein Joint Venture zwischen Videoton und Arriva) eine Ausschreibung über Busverkehr in Budapest.

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatArriva PLC: Geschäftsbericht 2009. Abgerufen am 22. April 2010 (PDF, englisch, Seite 34).
  2. Geschichte von Arriva. Arriva, abgerufen am 30. Dezember 2012.
  3. Unternehmenswert ausgedrückt als Enterprise Value
  4. Pressemitteilung: „Acquisition of Arriva by Deutsche Bahn“
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatEU-Kommission billigt Arriva-Übernahme. Eisenbahnjournal Zughalt.de, 12. August 2010, abgerufen am 14. August 2010.
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatItaliens Staatsbahn steigt in deutschen Markt ein. In: Der Spiegel. 8. Dezember 2010, abgerufen am 17. März 2011.
  7. a b c d e f g Deutsche Bahn erwirbt Osteuropageschäft von Veolia Transdev. Deutsche Bahn, 16. Mai 2013, abgerufen am 16. Mai 2013.
  8. http://www.barraqueirotransportes.pt/btransportes/emp_organigrama.asp
  9. http://www.tsuldotejo.pt/index.php?page=inicio&sub=36
  10. http://www.tagesschau.de/wirtschaft/arriva112.html
  11. jst: DB Arriva gewinnt in Stockholm. In: Eisenbahn-Revue International 2012/1, S. 41.
  12. Schweden: Katastrophales Ergebnis für Arriva Sverige. eurailpress.de, 11. August 2014, abgerufen am 16. September 2014.
  13. Jízdenky přímo na palubě vlaku. 23. September 2013, abgerufen am 23. September 2013 (tschechisch).
  14. Soukromé vlaky Praha - Kralupy končí. Arriva z trati zmizí v pátek. 10. Dezember 2013, abgerufen am 11. Dezember 2013 (tschechisch).