U-Bahnhof Neu-Westend

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Bahnsteig des U-Bahnhofes Neu-Westend
1935 errichteter Eingang an der Westseite des Bahnhofs

Der U-Bahnhof Neu-Westend der Berliner U-Bahn im Ortsteil Westend des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf wurde am 20. Mai 1922 eröffnet, wobei er bereits in den Jahren 1908–1913 baulich vorbereitet worden war. Heute fahren diesen Bahnhof Züge der Berliner U-Bahnlinie 2 an. Der Bahnhof befindet sich in der Olympischen Straße, östlich grenzend an die Reichsstraße und den Steubenplatz, westlich an die Oldenburgallee.

Geschichte[Bearbeiten]

Als der Bahnhof Reichskanzlerplatz am 29. März 1908 in Betrieb genommen wurde, fanden bereits die Bauarbeiten für eine Verlängerung der U-Bahnlinie weiter in Richtung Ruhleben statt. Fünf Jahre später wurde vorerst eine Station am zukünftigen Deutschen Stadion erbaut, das gleichzeitig mit dem U-Bahnhof Stadion dort eröffnet wurde. Auf der 1,7 Kilometer langen Strecke wurde dabei ein Bahnhof baulich vorbereit, die Umgebung dort war zu dünn besiedelt, dass ein Ausbau gerechtfertigt wäre. Ein Ausbau des U-Bahnhofs, damaliger Planungsname „Reichsstraße“, war bis spätestens 1. April 1918 zu verrichten.[1]

Nach dem Ersten Weltkrieg hatte sich die Wohnsituation geändert, sodass die Hochbahngesellschaft, damals Betreiberin der Hoch- und Untergrundbahn, beschloss, nun den Ausbau zu tätigen. Der ursprüngliche Termin konnte aufgrund der wirtschaftlichen Zwänge während des Kriegs nicht eingehalten werden. Die architektonische Konzeption übergab die Hochbahngesellschaft, wie damals bei nahezu allen Bahnhöfe üblich, an Alfred Grenander. Aufgrund der damaligen schlechten Wirtschaftssituation waren die Mittel für die Ausstattung sehr karg, weswegen der Bahnhof nur einen grünen Anstrich erhielt. Eine Besonderheit erhielt der Bahnhof mit seinem 113 Meter langen Bahnsteig dennoch: Beim Neubau des Bahnhofs Nollendorfplatz, der ebenfalls zu dieser Zeit stattfand und 1926 abgeschlossen wurde, gab es für das Eingangsportal des autarken Bahnhofs der unter Leitung des Schöneberger Stadtbaurats Friedrich Gerlach gebauten Schöneberger Untergrundbahn keine Verwendung mehr, sodass dieser zum Bahnhof Neu-Westend transloziert wurde. Der aus Muschelkalk bestehende Eingang mit Säulen und Laternen stammt demnach aus dem Jahr 1910.

Die Eröffnung des Mittelbahnsteigs fand schließlich am 20. Mai 1922 statt. In dem Zusammenhang gab es nun auch einen regelmäßigen Betrieb zum Bahnhof Stadion.

Der Bahnhof Neu-Westend besaß bis zum Jahr 1935 nur einen Ausgang zum Steubenplatz beziehungsweise zur Reichsstraße. Im Vorfeld der Olympischen Spiele 1936 erhielt die Station einen weiteren Ausgang an der nordwestlichen Seite. Dabei ähnelt der Eingang stark dem an der östlichen Seite. Sonst änderte sich relativ wenig an der Station, auch der Zweite Weltkrieg betraf den Bahnhof in diesem Sinne nicht direkt, abgesehen von der Zwangseinstellung des Betriebes zwischen dem 25./26. April und dem 16. Mai 1945.

In den Jahren 1986/1987 fand eine Grundsanierung des Bahnhofes statt, dabei blieben die Eingangsportale weitestgehend unangetastet. Zunächst wurde im Frühjahr 1986 eine neue Beleuchtungsanlage eingebaut,[2] im Sommer und Herbst desselben Jahres erhielten Hintergleiswände der Station Neu-Westend neue grüne Keramikpaneele.[3] Im Zuge dessen ließ die BVG auch neue, genormte Stationsschilder anbringen.[4]

Zwischen März 1990[5] und dem 3. Juli 1991[6] ließ die BVG westlich des Bahnhofes eine eingleisige Kehranlage errichten. Der genaue Grund für den Bau ist unbekannt, als wahrscheinlich gilt unter anderem eine Vergrößerung der Gesamtzugabstellfläche auf der U-Bahnlinie U2, da die Übernahme der Fahrzeuge der Ost-Berliner Verkehrsbetriebe kurz bevorstand und eine Wiedereröffnung der Wagenhalle am Bahnhof Warschauer Straße noch nicht abzusehen war. Im März 2007 folgte jedoch bereits der aus Spargründen forcierte Rückbau des Kehrgleises. Ein Aufzugseinbau in der Zeit nach dem Jahr 2010 ist seit Ende 2003 vorgesehen.[7]

Anbindung[Bearbeiten]

Am U-Bahnhof besteht eine Umsteigemöglichkeit von der Linie U2 zur Omnibuslinie 104 der Berliner Verkehrsbetriebe.

Linie Verlauf
Berlin U2.svg Pankow – Vinetastraße – Schönhauser Allee – Eberswalder Straße – Senefelderplatz – Rosa-Luxemburg-Platz – Alexanderplatz – Klosterstraße – Märkisches Museum – Spittelmarkt – Hausvogteiplatz – Stadtmitte – Mohrenstraße – Potsdamer Platz – Mendelssohn-Bartholdy-Park – Gleisdreieck – Bülowstraße – Nollendorfplatz – Wittenbergplatz – Zoologischer Garten – Ernst-Reuter-Platz – Deutsche Oper – Bismarckstraße – Sophie-Charlotte-Platz – Kaiserdamm – Theodor-Heuss-Platz – Neu-Westend – Olympia-Stadion – Ruhleben

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Denkmalpflege-Verein Nahverkehr Berlin: U2 – Geschichte(n) aus dem Untergrund. GVE, Berlin 1995, S. 17 ISBN 3-89218-032-6
  2. Berliner Verkehrsblätter, Ausgabe Juni 1986, S. 131
  3. Berliner Verkehrsblätter, Ausgabe November 1986, S. 245
  4. Berliner Verkehrsblätter, Ausgabe März 1987, Seite 61
  5. Berliner Verkehrsblätter, Ausgabe März 1990, S. 66
  6. Berliner Verkehrsblätter, Ausgabe September 1991, S. 198
  7. Schriftliche Anfrage (PDF; 166 kB) des Grünen-Abgeordneten Michael Cramer bzgl. des Aufzugseinbaus, Prioritätenliste im Anhang, 1. Dezember 2003, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

52.51555555555613.261111111111Koordinaten: 52° 30′ 56″ N, 13° 15′ 40″ O