Bahnhof Berlin Schönhauser Allee

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Der Bahnhof Berlin Schönhauser Allee ist ein Berliner S- und U-Bahnhof im Bezirk Pankow im Ortsteil Prenzlauer Berg. Der im Geländeinschnitt liegende Bahnhof der S-Bahn wurde 1879 eröffnet und liegt an der Ringbahn. Der Bahnhof der U-Bahn befindet sich im Zuge der Schönhauser Allee in Hochbahnlage und wurde 1913 in Betrieb genommen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] S-Bahnhof

Der erste Teilabschnitt der Berliner Ringbahn im Norden und Osten wurde am 17. Juli 1871 eröffnet, seit 1877 war der Ring komplett. Der Haltepunkt an der Schönhauser Allee kam jedoch erst am 1. August 1879 dazu, 1889 erhielt der Bahnhof ein im Akademismus gehaltenes kleines Empfangsgebäude. Mit der wachsenden Bevölkerung im von Mietskasernen dominierten Stadtteil Prenzlauer Berg gewann auch der Bahnhof an Bedeutung. Nach 1900 kam die elektrische Straßenbahn hinzu, ab 1913 hielt hier auch die Berliner Hoch- und Untergrundbahn.

1913 erhielt der Bahnhof ein weiteres Empfangsgebäude an der Ostseite am Ausgang zur Greifenhagener Straße. Bis zur Elektrifizierung der Berliner Ringbahn und der Vorortbahnen fuhren weiterhin noch Dampfzüge auf der Ringbahn. Am 1. Februar 1929 hielten erstmals die rot-gelben Züge der Berliner S-Bahn im Bahnhof.

Während des Zweiten Weltkrieges fuhren die Züge der Berliner S-Bahn weiterhin, erst zwischen März/April 1945 und Juni 1945 fand aufgrund des fehlenden Fahrstromes kein Betrieb statt. Mit der politischen Spaltung und dem späteren Mauerbau gewann der Bahnhof wegen der geänderten Verkehrsströme mehr und mehr an Bedeutung. Im Dezember 1952 hatte die Deutsche Reichsbahn der DDR die Gütergleise zwischen Schönhauser Allee und Bornholmer Straße elektrifiziert, sodass dort auch S-Bahnzüge fahren konnten. Ab 1961 war die Berliner Ringbahn nun keine Ringbahn mehr, die Strecke war geteilt und die S-Bahnen fuhren nun auf direktem Wege über die Gütergleise, auch als „Ulbrichtkurve“ bezeichnet, über Pankow bis nach Buch und Bernau, ab 1962 auch nach Oranienburg. Kurz nach dem Mauerbau, 1962, ließ die Reichsbahn ein neues weißgekacheltes Empfangsgebäude in Stahlbetonweise errichten. Zur gleichen Zeit wurde auch ein Tunnel für die Umsteigefahrgäste zwischen U-Bahn und S-Bahn errichtet.

Ringbahn und Hochbahnhof Schönhauser Allee. Kurioserweise verlaufen die S-Bahn-Gleise unterhalb der Straßenebene, während die U-Bahn auf der Hochbahnstrecke verkehrt.
Ringbahn und Hochbahnhof Schönhauser Allee. Kurioserweise verlaufen die S-Bahn-Gleise unterhalb der Straßenebene, während die U-Bahn auf der Hochbahnstrecke verkehrt.

Nach der Wiedervereinigung plante die mfi Management für Immobilien AG den Bau eines neuen Einkaufszentrums an der Schönhauser Allee direkt über den Bahnsteig der S-Bahn. Dafür musste jedoch zunächst der S-Bahnsteig komplett saniert werden, was zwischen 1995 und 1997 erfolgte. Im Zuge der Bahnsteigsanierung wurden auch die beiden Empfangsgebäude abgerissen. 1997 begannen die Bauarbeiten für das Einkaufszentrum Schönhauser Allee Arcaden und konnten 1999 beendet werden. Seitdem ist der Bahnsteig quasi komplett überdeckelt.

Seit 2002 ist die Berliner Ringbahn wieder komplett befahren, sodass sich vom S-Bahnhof die verschiedensten Fahrtmöglichkeiten Richtung Wedding, Reinickendorf und Pankow bieten.

[Bearbeiten] U-Bahnhof

[Bearbeiten] Planung und Bau

Grundlegendes Ziel der ersten Betreiberin der Berliner Hoch- und Untergrundbahn, der Hochbahngesellschaft, war das Zentrum Berlins um den Alexanderplatz zu erschließen, um ihre marktwirtschaftlichen Ziele zu erreichen. Die Pankower Gemeindeverwaltung hatte bereits 1905 eine Anbindung ihrer Gemeinde gefordert [1], die staatliche Genehmigung für eine Strecke vom Spittelmarkt via Alexanderplatz zum Bahnhof Nordring an der Ringbahn folgte bereits am 22. Dezember 1907. Die Bauarbeiten begannen im März 1910. [1]

Auf Grund der erheblichen Kosten für die unterirdische Strecke am Spittelmarkt einerseits und nicht verlegbarer Sammelkanäle in der Schönhauser Allee andererseits, wurde die Strecke nicht komplett unterirdisch, sondern mit einem markanten Hochbahnabschnitt mit den Bahnhöfen Danziger Straße (heute Eberswalder Straße) und Nordring (heute Schönhauser Allee) ausgeführt. 1913 war die Strecke zwischen Spittelmarkt und Nordring fertiggestellt.

[Bearbeiten] Architektur

Die Gestaltung des Bahnhofes Nordring übernahm, wie zu damaliger Zeit nahezu alle Berliner Hoch- und Untergrundbahnhöfe, der schwedische Architekt Alfred Grenander. Zwischen der Architektur dieses Bahnhofes und den Hochbahnhöfen der ersten Berliner U-Bahn wie beispielsweise Görlitzer Bahnhof ist eine starke Weiterentwicklung zu sehen.

So besaß der Bahnhof Nordring einen Mittelbahnsteig, sodass die Hallenwände wegen der nun seitlich fahrenden Züge komplett verdeckt wurde. Um nun den Bahnhof nicht zu dunkel erscheinen zu lassen, schuf Grenander schmale Lichtbänder und Oberlichter sowohl an den Seitenwänden als auch am Bahnhofsdach. Im Gegensatz zu den ersten Hochbahnhöfen verzichtete Grenander auch auf zusätzliche dekorative Gestaltungselemente, da die Breite der Schönhauser Allee dafür nicht ausreichend genug war und, so schreibt Bohle-Heintzenberg, dies auch nur geschadet hätte.[2]

[Bearbeiten] Verlängerung bis Pankow (Vinetastraße)

1925/1926 ließ die Hochbahngesellschaft einen zusätzlichen Südausgang errichten, dieser führt zur Stargarder Straße und zur Gleimstraße.

Der Umsteigeverkehr zwischen S-Bahn und U-Bahn am Bahnhof Schönhauser Allee war erheblich. Im Betriebsjahr 1929 stand der Bahnhof mit neun Millionen Fahrgästen pro Jahr hinter den Bahnhöfen Potsdamer Platz (13 Millionen), Alexanderplatz, Hallesches Tor (je elf Millionen) und Friedrichstadt (sieben Millionen) bei der U-Bahn an fünfter Stelle. Der 90-Sekunden-Takt, der im der Frühspitze notwendig war, konnte auf Grund der ungenügenden Abstellanlage hinter dem Hochbahnhof jedoch häufig nicht eingehalten werden. Daher beschloss die Stadt Berlin beziehungsweise die BVG die U-Bahn zunächst um eine Station bis zur Vinetastraße zu verlängern. Die Bauarbeiten für die neue Strecke begannen bereits im Jahr 1927. Seit dem 29. Juni 1930 fuhren die Züge der U-Bahn weiter bis zum Bahnhof Pankow (Vinetastraße), sodass die Kehrgleise hinter dem Bahnhof Schönhauser Allee abgebaut werden konnten.

Am 1. Februar 1936 wurden die Namen von S- und U-Bahnhof vereinheitlicht und der U-Bahnhof Nordring in Schönhauser Allee umbenannt.

[Bearbeiten] Zweiter Weltkrieg und seine Folgen

Drei Jahre später folgte der von den Nationalsozialisten ausgelöste Zweite Weltkrieg. Erste Auswirkungen waren auch sofort zu spüren, da ab dem 1. September 1939 alle Lichter verdunkelt werden mussten, was auch die U-Bahnzüge und besonders die Hochbahnhöfe betraf. Der Bahnhof Schönhauser Allee überstand den Zweiten Krieg relativ unbeschadet, es waren keine Treffer auf den Bahnhof zu verzeichnen. Ab Ende April 1945 war der Zugverkehr wegen des in der Hauptstadt tobenden Endkampfes jedoch trotzdem komplett eingestellt.

Am 26. Mai 1945 wurde der U-Bahnhof Schönhauser Allee wieder in Betrieb genommen, jedoch gab es nur einen eingleisigen Verkehr zwischen Alexanderplatz und Schönhauser Allee. Etwa zwei Wochen später, am 8. Juni war der Betrieb wieder zweigleisig möglich. Die Strecke von Schönhauser Allee nach Pankow (Vinetastraße) konnte erst am 1. August 1945 wieder in Betrieb gehen. Mit der Wiedereröffnung des heutigen U-Bahnhofs Mohrenstraße am 18. August 1950 war die Rekonstruktion der heutigen U2 komplett.

[Bearbeiten] Bahnhof zu DDR-Zeiten

1955/1956 errichte die BVG-Ost als Ergänzung zum südlichen und mittleren Ausgang einen weiteren Zugang an der Nordseite des Bahnhofes. Dieser ist mit Sandstein verkleidet und führt in eine schmale Eingangshalle, die mit gelben Fliesen ausgestattet ist.[3]

Mit dem Mauerbau 1961 verlagertern sich die Fahrgastströme erheblich.

Da der im Grenzstreifen gelegene unterirdische S-Bahnhof Potsdamer Platz geschlossen wurde, ließ man die Rolltreppen dort ausbauen und verwendete diese für den Bahnhof Schönhauser Allee. Ein direkter Übergang zwischen S- und U-Bahn mit einem schmalen Tunnel zwischen den beiden Bahnsteigen wurde 1962 eröffnet. Zur 750-Jahr-Feier Berlins 1987 erhielt der U-Bahnhof, wie einige Nachbarbahnhöfe auch, unter anderem einen neuen Anstrich. Die dringende Grundsanierung blieb dem Bahnhof jedoch verwehrt.

[Bearbeiten] Nach der Wiedervereinigung

Bahnsteig des U-Bahnhofes, 2004
Bahnsteig des U-Bahnhofes, 2004

Nach der Wiedervereinigung änderte sich zunächst wenig am U-Bahnhof Schönhauser Allee. Erst zur Verlängerung der U-Bahnlinie U2 bis zum Bahnhof Pankow sanierte die BVG das gesamte Hochbahnviadukt zwischen Senefelderplatz und Vinetastraße. Im Rahmen dessen erfolgte auch eine erste Sanierung des Bahnhofes.[4]

Seit 2004 sanierte die BVG den Bahnhof in Einzelprojekten. So gibt es seitdem einen Aufzug zwischen Bahnsteig und Straßenniveau, 2005/2006 erneuerte die BVG den mittleren Zugang zur S-Bahn, 2007 den Südzugang. 2008/2009 soll die Viaduktstrecke zwischen Senefelderplatz und Vinetastraße ein weiteres Mal für eine Sanierung gesperrt werden.[5]

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b Denkmalpflege-Verein Nahverkehr Berlin: U2 – Geschichte(n) aus dem Untergrund. GVE, Berlin 1995, S. 28f., S. 68., S. 90, ISBN 3-89218-032-6
  2. Sabine Bohle-Heintzenberg: Architektur der Berliner Hoch- und Untergrundbahn/Planungen – Entwürfe – Bauten, Verlag Willmuth Arenhövel, Berlin 1980, S. 87, ISBN 3-922912-00-1
  3. Biagia Bongiorno: Verkehrsdenkmale in Berlin - Die Bahnhöfe der Berliner Hoch- und Untergrundbahn, Michael Imhof Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-86568-292-5; Seite 72
  4. Peter Neumann: U2-Sanierung sorgt für Stau, Berliner Zeitung, 22. Juni 2000
  5. Bernd Kammer: U2 soll schneller werden, Neues Deutschland, 11. April 2007

[Bearbeiten] Weblinks

Vorherige Station U-Bahn Berlin Nächste Station
Vinetastraße
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Koordinaten: 52° 32' 57" N, 13° 24' 58" O

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