Bahnhof Berlin-Pankow

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Berlin-Pankow
Bahnhofsgebäude
Bahnhofsgebäude
Daten
Kategorie 5
Betriebsart Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 2
Abkürzung BPKW
IBNR 8089080
Eröffnung 15. Oktober 1880
Webadresse s-bahn-berlin.de
Architektonische Daten
Architekt Karl Cornelius, Ernst Schwartz, Lücking
Lage
Stadt Berlin
Land Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 34′ 0″ N, 13° 24′ 40″ O52.56666713.411111Koordinaten: 52° 34′ 0″ N, 13° 24′ 40″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe im Raum Berlin
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Die Bezeichnung Bahnhof Berlin-Pankow wird für einen S- und einen U-Bahnhof im Berliner Bezirk Pankow benutzt. Sie befinden sich an der Kreuzung der Stettiner Bahn mit der Berliner Straße, die die schnellste Verbindung zwischen dem Ortsteil Pankow und dem Berliner Stadtzentrum herstellt.

Die Bahnhofsanlage[Bearbeiten]

S-Bahnhof[Bearbeiten]

Lage des Pankower Ortskerns mit Bahnhof, aus: Berlin und Umgebung (Ausgabe 1894)
Der Bahnsteig des S-Bahnhofs Berlin-Pankow

Das bis 1920 selbstständige Pankow war beim Bau der Eisenbahn die nächste größere Siedlung an der Strecke nach Stettin, doch anfangs befand sich der erste Halt nach dem Stettiner Bahnhof in Berlin erst in Bernau, weit entfernt von Pankow. Erst am 15. Oktober 1880 wurde auch in Pankow ein Halt eingerichtet. Bereits drei Jahre zuvor war der Bahnhof im benachbarten Blankenburg (bei Berlin) eröffnet worden.

Der Ortskern von Pankow liegt nahezu einen Kilometer vom Bahnhof entfernt an der Chaussee nach Berlin. Das Bahnhofsumfeld lag somit in den Anfangsjahren der Eisenbahn weit außerhalb, wurde aber unter dem Einfluss des Bahnhofs bald besiedelt. Der heutige Bahnhof Pankow wurde kurze Zeit nach Eröffnung in Pankow-Schönhausen umbenannt. Dieser Name bezog sich auf das unweit entfernte Schloss Schönhausen im nahe gelegenen Niederschönhausen. Den Namen Bahnhof Pankow erhielt die nahegelegene Station der Berliner Nordbahn (heute Bahnhof Wollankstraße).

Etwa ab 1911 wurden an der Stettiner Bahn eigene Vorortgleise bis Bernau gebaut. Der Bahnhof in Pankow und auch die umliegenden Bahnhöfe wurden umgebaut. Gut zehn Jahre später wurde elektrischer Betrieb auf der gesamten Vorortstrecke erprobt. Die Deutsche Reichsbahn plante anfangs noch eine Oberleitung, dafür wurden die notwendigen Masten bis nach Pankow aufgestellt. Die Reichsbahndirektion entschied sich jedoch für den noch heute bei der Berliner S-Bahn üblichen Betrieb mit seitlicher Stromschiene. Für die Stromversorgung wurde in Pankow das Umformerwerk errichtet. Am 8. August 1924 konnte der elektrische Regelbetrieb aufgenommen werden.

Die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs waren für die Bahnhofsanlage gering. Seit 1954 heißt der Bahnhof Berlin-Pankow.

Anlässlich der Errichtung des U-Bahnhofs wurde ab 2003 das Bahnhofsumfeld neu gestaltet und der S-Bahnhof saniert. Dazu wurden die Bahnsteigkanten erneuert. Die Brücke über die Berliner Straße wurde durch einen Neubau ersetzt. Auch die Gleise der S-Bahn und der Fernbahn wurden erneuert. Da ein S-Bahngleis wegen der Brückenarbeiten fehlte, war zur Zeit der Bauarbeiten nur ein eingeschränkter Betrieb möglich.

Ehemaliger Rangierbahnhof[Bearbeiten]

Nördlich des Personenbahnhofs schloss sich an der Ostseite des durchgehenden Streckengleises ein 1904 eröffneter und 1997 stillgelegter einseitiger Rangierbahnhof mit jeweils zwei Einfahr- und Ausfahrgruppen sowie einer Richtungsgruppe an, der eine Wagenumstellleistungsfähigkeit von bis zu 1800 Güterwagen pro Tag hatte. Bis 2007 wurden die gesamten Gleisanlagen und einige Gebäude abgerissen. 2009 wurde dieses 250.000 m² große Areal von einem Investor erworben, der dort ein Einkaufszentrum mit Möbelhaus sowie ein Parkgelände errichten will.[1]

U-Bahnhof[Bearbeiten]

U-Bahnhof Pankow
Trassierungsvarianten für die U-Bahn nach Pankow von 1927

Die Planungen, Pankow mit einer U-Bahn zu erschließen, reichen über 70 Jahre zurück. Mit der Verlängerung der Linie A der Berliner U-Bahn (heutige Linie U2) nach Pankow (Vinetastraße) ergab sich die erste Möglichkeit dazu, die Weltwirtschaftskrise machte dem jedoch einen Strich durch die Rechnung. In den Folgejahren gab es weitere Planungen für einen U-Bahnhof. Da sich die jeweiligen Bauherren über die Geldquellen, die genaue Lage des Bahnhofs und über etwaige Fortsetzungen der Strecke uneinig waren, blieben die Pläne in den Schubladen. Die letzte Planung von Seiten der DDR sah eine Betriebswerkstatt auf dem Gebiet des Güterbahnhofs Pankow vor, Vorarbeiten zum Tunnel unter der Berliner Straße und auf dem Gelände des Rangierbahnhofs wurden bereits begonnen.

Nach der Wende wurde die Idee des Verlängerung der U-Bahn bis Pankow erneut aufgegriffen. Die Bauarbeiten begannen 1997. Für den Bau der 1,5 Kilometer langen Tunnelstrecke wurden drei Jahre benötigt, parallel dazu wurde der U-Bahnhof Pankow errichtet. Der neue Endbahnhof der Linie U2 wurde am 16. September 2000 eröffnet. Nördlich des Bahnhofs schließt sich unterirdisch eine Kehranlage für die Züge an.

Der U-Bahnhof befindet sich nicht unterhalb der Fahrbahn der Berliner Straße, sondern westlich davon versetzt. Beim Weiterbau in den Pankower Ortskern müssten so einige Häuser untertunnelt werden, dafür würde die Strecke geradlinig auf die Ossietzkystraße zulaufen, was wiederum eine optionale Verlängerung in Richtung Niederschönhausen erleichtert.

Sonstiges[Bearbeiten]

Das Gelände des Rangierbahnhofs Berlin-Pankow ist der Haupthandlungsort des Kriminalromans Tod an der Grenze[2] des Berliner Schriftstellers Mathias Christiansen.

Anbindung[Bearbeiten]

Der Bahnhof Berlin-Pankow ist mit den Linien S2, S8 und S9 der S-Bahn, der U-Bahnlinie U2, den Straßenbahnlinien M1 und 50, sowie den Buslinien M27, X54, 107, 155, 250, 255, N2 und N50 der Berliner Verkehrsbetriebe zu erreichen.

Linie Verlauf
Berlin S2.svg Bernau – Bernau-Friedenstal – Zepernick – Röntgental – Buch – Karow – Blankenburg – Pankow-Heinersdorf – Pankow – Bornholmer Straße – Gesundbrunnen – Humboldthain – Nordbahnhof – Oranienburger Straße – Friedrichstraße – Brandenburger Tor – Potsdamer Platz – Anhalter Bahnhof – Yorckstraße – Südkreuz – Priesterweg – AttilastraßeMarienfelde – Buckower Chaussee – Schichauweg – Lichtenrade – Mahlow – Blankenfelde
Berlin S8.svg Birkenwerder – Hohen Neuendorf – Bergfelde – Schönfließ – Mühlenbeck-Mönchmühle – Blankenburg – Pankow-Heinersdorf – Pankow – Bornholmer Straße – Schönhauser Allee – Prenzlauer Allee – Greifswalder Straße – Landsberger Allee – Storkower Straße – Frankfurter Allee – Ostkreuz – Treptower Park – Plänterwald – Baumschulenweg – Schöneweide – Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Grünau (– Eichwalde – Zeuthen)
Berlin S9.svg (Blankenburg – Pankow-Heinersdorf –) Pankow – Bornholmer Straße – Schönhauser Allee – Prenzlauer Allee – Greifswalder Straße – Landsberger Allee – Storkower Straße – Frankfurter Allee – Ostkreuz – Treptower Park – Plänterwald – Baumschulenweg – Schöneweide – Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Altglienicke – Grünbergallee – Flughafen Berlin-Schönefeld
Berlin U2.svg Pankow – Vinetastraße – Schönhauser Allee – Eberswalder Straße – Senefelderplatz – Rosa-Luxemburg-Platz – Alexanderplatz – Klosterstraße – Märkisches Museum – Spittelmarkt – Hausvogteiplatz – Stadtmitte – Mohrenstraße – Potsdamer Platz – Mendelssohn-Bartholdy-Park – Gleisdreieck – Bülowstraße – Nollendorfplatz – Wittenbergplatz – Zoologischer Garten – Ernst-Reuter-Platz – Deutsche Oper – Bismarckstraße – Sophie-Charlotte-Platz – Kaiserdamm – Theodor-Heuss-Platz – Neu-Westend – Olympia-Stadion – Ruhleben

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Berlin-Pankow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stefan Strauss: Kurt Krieger möbelt Pankow auf. In: Berliner Zeitung vom 27. Februar 2010, ISSN 0947-174X, abgerufen am 18. August 2012
  2. Erschienen 2008, ISBN 978-3-7751-4895-5
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