UN-Campus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Langer Eugen, Zentrum des UN-Campus (2014)

Der UN-Campus (auch VN-Campus; Langform United Nations Campus) ist das Zentrum der Organisationen der Vereinten Nationen in Bonn. Er wurde am 11. Juli 2006 von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem damaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan eingeweiht. Er besteht aus dem ehemaligen Abgeordnetenhochhaus Langer Eugen und dem „Alten Hochhaus“, einer südlichen Erweiterung des Bundeshauses am Platz der Vereinten Nationen. Letzteres wurde bis 2013 umfassend saniert, um gemeinsam mit einem geplanten Neubau das Sekretariat der Klimarahmenkonvention aufnehmen zu können. Der Campus hat eine Kapazität für 1000 Mitarbeiter und ist als exterritoriales Gebiet ausgewiesen. Er ist Teil des Wegs der Demokratie.

Altes Abgeordnetenhochhaus, Sitz des Sekretariats der Klimarahmenkonvention (2014)

Geschichte[Bearbeiten]

Seit 1996 haben sich in Bonn zahlreiche Organisationen der Vereinten Nationen (UN) niedergelassen. Diese waren bisher im Haus Carstanjen und dessen Erweiterungsbau, im Bundeshaus sowie einem Gebäude in der Kennedyallee[1] ansässig. Im November 2000 hat die Bundesregierung beschlossen, die schwerpunktmäßig im Umwelt- und Nachhaltigkeitsbereich tätigen Organisationen an einem zentralen Punkt zu bündeln. 2001 wurde vereinbart, dafür die ehemaligen Parlamentsbauten den Vereinten Nationen zur dauerhaften Nutzung zur Verfügung zu stellen, was durch den Kabinettsbeschluss vom 28. Mai 2003 bekräftigt wurde. Ab April 2006 zogen elf der zwölf Organisationen in das ehemalige Abgeordnetenhochhaus, den Langen Eugen ein. Dabei wurde dieser UN-Campus komplett eingezäunt, was die Sperrung der Hermann-Ehlers-Straße zur Folge hatte.

Das Klimasekretariat ist mit etwa 265 von insgesamt 600 Mitarbeitern (Stand: 2013) im achtgeschossigen Alten Hochhaus, dem Fraktionsbau, dem Zwischenflügel sowie dem Südflügel des Bundeshauses als zweitem Teil des UN-Campus untergebracht. Dazu wurden die denkmalgeschützten Gebäude von September 2009 bis Herbst 2012 für 92 Millionen Euro umgebaut.[2] Der Umzug war ursprünglich schon für 2008 vorgesehen, verzögerte sich aber, weil der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages eine Haushaltssperre für die Sanierung des Alten Hochhauses verhängt hatte.[3][4] Am 31. Oktober 2012 erfolgte die Schlüsselübergabe an das Klimasekretariat, die endgültige Fertigstellung bis zur offiziellen Übernahme des Gebäudes durch die UN am 15. Juli 2013.[5][6][7] Zusätzlich ist für das Klimasekretariat ein Neubau auf dem UN Campus geplant, womit alle bisher 850 Mitarbeiter der Vereinten Nationen in Bonn an einem gemeinsamen Standort arbeiten würden.[8] Bei dieser Erweiterung sollen auch das Alte Wasserwerk und sein Pumpenhaus, bisher Konferenzstätten des World Conference Center Bonns (WCCB), in den UN Campus einbezogen werden.[9]

2006 wurde auf dem benachbarten Grundstück ein umfangreicher Erweiterungsbau für das WCCB begonnen, das bislang neben Wasswerwerk und Pumpenhaus nur den ehemaligen Plenarsaal des Bundeshauses nutzte. Mit dem zwischenzeitlich United Nations Conference Center genannten Projekt sollten vor allem die Vereinten Nationen in die Lage versetzt werden, internationale Konferenzen in Bonn abhalten zu können. Dafür reichten die bisherigen Bonner Kongressstätten nicht aus. Dieser Beitrag zum Ausbau der UN-Stadt, von dem auch die Weiterentwicklung des UN-Campus abhängt, ist seit einem 2009 ans Licht gekommenen Finanzskandal in Gefahr.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. UN-Campus von Zaun umgeben, Kölner Stadt-Anzeiger, 15. Oktober 2005
  2. Pressemitteilung der Stadt Bonn vom 12. Oktober 2011
  3. Berliner Haushälter spendieren weiteren UN-Baustein für Bonn, General-Anzeiger, 26. Juni 2008
  4. Pressemitteilung der Stadt Bonn vom 2. September 2009
  5. Schlüsselübergabe an das UN-Klimasekretariat, Pressemitteilung der Stadt Bonn, 31. Oktober 2012
  6. Abgeordnetenhaus seit Montag exterritoriales Gebiet, General-Anzeiger, 16. Juli 2013
  7. Umbau für UN-Klimasekretariat kostet deutlich mehr als geplant, General-Anzeiger, 22. Juli 2013
  8. Platz auf dem UN-Campus wird ausgebaut, General-Anzeiger, 9. April 2011
  9. UN-Campus wird erweitert, General-Anzeiger, 30. Mai 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: UN-Campus – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

50.7180555555567.1272222222222Koordinaten: 50° 43′ 5″ N, 7° 7′ 38″ O