Umwelt-Campus Birkenfeld

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Hochschule Trier
Umwelt-Campus Birkenfeld
Logo
Motto Umwelt macht Karriere
Gründung 1996
Trägerschaft staatlich
Ort Hoppstädten-Weiersbach
Bundesland Rheinland-Pfalz
Staat Deutschland
Präsident Norbert Kuhn
Studenten 2.695 10/2013
Mitarbeiter 292
davon Professoren 55
Website www.umwelt-campus.de
Panoramaaufnahme des Zentralen Neubaus (ZN)
Gebäude 9911 des Umwelt-Campus Birkenfeld. Früher Teil des 98th General Hospital der US-Armee
Einfacher Plan des Umwelt-Campus Birkenfeld

Der Umwelt-Campus Birkenfeld (UCB) liegt etwa 5 km südlich der Stadt Birkenfeld im oberen Nahetal, im Ortsteil Neubrücke der Gemeinde Hoppstädten-Weiersbach und ist ein Außenstandort der Hochschule Trier mit etwa 2.700 Studierenden, 237 Beschäftigten und 55 Professoren.[1] Geleitet wird er von dem Präsidenten der Hochschule Trier, Norbert Kuhn.

Organisatorisch gliedert sich der UCB in zwei Fachbereiche: Umweltwirtschaft/Umweltrecht und Umweltplanung/Umwelttechnik. Im erstgenannten Fachbereich sind die hauptsächlich wirtschaftlich und rechtlich orientierten Studiengänge angesiedelt, im zweitgenannten die eher technisch orientierten. Der UCB beherbergt sechs Institute und fünf Kompetenzzentren (welche ähnlich wie Institute arbeiten), außerdem gibt es weitere Forschungsprojekte und etliche studentische Initiativen. Das Campusgelände mit acht Studentenwohnheimen ermöglicht gemeinsames Leben, Lernen und Arbeiten an einem Ort. Der Umwelt-Campus Birkenfeld wird als einzige deutsche Hochschule ausschließlich mit erneuerbarer Energie wie zum Beispiel für Strom und Heizwärme versorgt.

Im Januar 2008 wurde die Hochschule als „Ausgewählter Ort 2008“ ausgezeichnet. Damit gehört der Campus nun offiziell zu den von der Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ und ihrem Projektpartner Deutsche Bank ausgezeichneten „365 Orten im Land der Ideen“. Die Hochschule Trier hatte sich mit ihrem Umwelt-Campus Birkenfeld als einer von rund 1.500 Orten an dem Wettbewerb beteiligt.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Militär-Lazarett[Bearbeiten]

In der Nähe des größeren amerikanischen Standortes Baumholder wurde das 98th General Hospital in Neubrücke, heute ein Ortsteil der Ortsgemeinde Hoppstädten-Weiersbach, errichtet. Das 44 Hektar große Krankenhausgelände wurde 1952 eröffnet und verfügte über 1.000 Betten sowie diverse medizinische Fachstationen, unter anderem die Chirurgie, Zahnmedizin, Orthopädie, Radiologie, Rehabilitation und Augenheilkunde. Ab den 1970er Jahren bis 1984 war das Hospital aus Kostengründen geschlossen, anschließend wurde es zum weiteren Einsatz vorgehalten.

Der Hauptgebäudekomplex verlief beidseitig kammförmig um einen Mittelgang in Ost-West Richtung, im südlichen Appendix befanden sich Versorgungseinrichtungen (Casino, Supermarkt, Kino, Kirche), im nördlichen, zumindest in den letzten Jahren, die Zahnarztpraxis. Im östlichen Teil befanden sich Mannschaftsquartiere, westlich in den freistehenden Gebäuden eine Grundschule und Wohnblocks. Südlich bei den Bahnschienen gab es Lager-/Güterabfertigungshallen, die noch bis in die 1990er Jahre zum Verschluss des Mobiliars des Krankenhauses genutzt wurden.

Interessant sind die umfangreichen Bahninstallationen für "the army hospital trains". Die bis auf das Campusgelände reichenden Gleise sind heute entfernt. Der an der Mainz und Saarbrücken verbindenden Nahe-Strecke liegende Bahnhof Neubrücke befindet sich allerdings in unmittelbarer Nähe. In der gleichen Ortschaft fand sich ebenfalls das Böhmer Airfield, heute ein Flugfeld mit einem Segelflugsportverein.

1994 gaben die Amerikaner das Hospital endgültig auf, bis 1996 standen die Gebäude leer.

Umwelt-Campus Birkenfeld[Bearbeiten]

Wandgemälde Umwelt-Campus

Der Umwelt-Campus Birkenfeld wurde auf Initiative des ehemaligen Landrats des Landkreises Birkenfeld, Dr. Ernst Theilen, auf dem Gelände des ehemaligen US-Militär-Lazaretts errichtet. Der UCB wurde zu einem Vorzeige-Konversions-Projekt im Hunsrück, da hier ein von den amerikanischen Streitkräften verlassenes Gelände neu genutzt werden konnte. Die drei Gründungsprofessoren waren Michael Eulenstein, Hanns Köhler und Marott Bronder.

Das Gelände und die Gebäude wurden in den 1990er Jahren saniert bzw. umgebaut. So entstand der Standort Birkenfeld der Hochschule Trier, kurz Umwelt-Campus Birkenfeld (UCB).

Einige amerikanische Wohnblocks und eine Grundschule waren noch bis Ende 2009 in Gebrauch.

Die Kirche auf dem Gelände wurde bis Ende des letzten Jahrhunderts weiterbetrieben. Der Kinokomplex wurde noch lange als Hörsaal mit studentischen Kinoaktivitäten genutzt, der amerikanische Einzelhandelsladen existierte bis 2009. 2010 wurde der Gebäudekomplex abgerissen, um an derselben Stelle ein Kommunikationsgebäude mit Mehrzweckhalle, Seminar- und Bandproberäumen sowie einer Kindertagesstätte zu errichten, welches am 28. Juni 2012 eröffnet wurde.[3] Die Gebäude am UCB tragen bis heute vierstellige "amerikanische Hausnummern".

UCB-Contact, ein Treffpunkt für den Campus
Ein Gebäude des Umweltcampus Birkenfeld.JPG

Studiengänge[Bearbeiten]

Die beiden Fachbereiche des UCB bieten – neben den auslaufenden Diplomstudiengängen – folgende Bachelor- und Master-Studiengänge an:

Bachelor-Studiengänge[Bearbeiten]

  • Maschinenbau – Produktentwicklung und Technische Planung (Bachelor of Engineering), Regelstudienzeit 6 Semester
  • Bio-, Umwelt- und Prozess-Verfahrenstechnik (Bachelor of Engineering), Regelstudienzeit 6 Semester
  • Bio- und Pharmatechnik (Bachelor of Science), Regelstudienzeit 6 Semester
  • Physikingenieurwesen (Bachelor of Engineering), Regelstudienzeit 6 Semester
  • Erneuerbare Energien (Bachelor of Science), Regelstudienzeit 6 Semester
  • Wirtschaftsingenieurwesen/Umweltplanung (Bachelor of Science), Regelstudienzeit 6 Semester
  • Angewandte Informatik (Bachelor of Science), Regelstudienzeit 7 Semester
  • Umwelt- und Wirtschaftsinformatik (Bachelor of Science), Regelstudienzeit 7 Semester
  • Medieninformatik (Bachelor of Science), Regelstudienzeit 7 Semester
  • Umwelt- und Betriebswirtschaft (Bachelor of Arts), Regelstudienzeit 6 Semester
  • Wirtschafts- und Umweltrecht (Bachelor of Laws), Regelstudienzeit 7 Semester

Duale Bachelor-Studiengänge[Bearbeiten]

Master-Studiengänge[Bearbeiten]

  • Digitale Produktentwicklung - Maschinenbau (Master of Engineering), Regelstudienzeit 4 Semester
  • Umweltorientierte Energietechnik (Master of Science), Regelstudienzeit 4 Semester
  • Business Administration and Engineering[4] (Master of Science), Regelstudienzeit 4 Semester
  • Nachhaltige Prozessverfahrenstechnik (Master of Science), Regelstudienzeit 4 Semester
  • Bio- und Prozessverfahrenstechnik (Master of Science), Regelstudienzeit 4 Semester
  • Angewandte Informatik (Master of Science), Regelstudienzeit 3 Semester
  • Medieninformatik (Master of Science), Regelstudienzeit 3 Semester
  • International Material Flow Management[5] (kann sowohl als Weiterbildungsstudiengang (Master of Science) am UCB oder als Dualer Masterstudiengang (Master of Science und Master of Engineering), in Zusammenarbeit mit (und Studienphase an) der Ritsumeikan Asia Pacific University (APU) in Japan belegt werden. Der Doppelabschluss steht unter der Schirmherrschaft des ehemaligen Bundesumweltministers Sigmar Gabriel.), Regelstudienzeit 4 Semester
  • Umwelt- und Betriebswirtschaft (Master of Arts), Regelstudienzeit 4 Semester, ermöglicht auch einen Doppelabschluss mit einem MBA an der Midwestern State University in 4 Semestern (2 in Deutschland, 2 in Texas)
  • Europäisches Wirtschaftsrecht (Master of Laws), Regelstudienzeit 3 Semester
  • Unternehmensrecht (Master of Laws), Regelstudienzeit 3 Semester
  • Energiewirtschafts- und Energieumweltrecht (Master of Laws), Regelstudienzeit 3 Semester

Bekannte Professoren[Bearbeiten]

derzeit aktiv:

ehemalig bzw. inaktiv:

Studenten beim jährlichen Volleyballturnier

Studentische Initiativen[Bearbeiten]

Für Erstsemester, die ihr Studium zum Wintersemester beginnen, startet das Studium mit so genannten Flying Days-Projekten. Diese werden von Studierenden höherer Semester für Erstsemester veranstaltet. Für die Leitung von Flying Days-Projekten, können erstere ECTS-Punkte erwerben.

Von studentischer Seite wird die Zertifizierung des UCB nach ISO 14001, einer Umweltmanagementnorm vorangetrieben. Jedes Jahr sind weltweit Studierende des UCB in Projektarbeiten, bspw. im Rahmen der Reisenden Hochschule, aktiv, was sie schon nach China, Polen, Brasilien oder Amerika führte.

Forschung[Bearbeiten]

Wandgemälde auf dem Umwelt-Campus Birkenfeld
Wandgemälde auf dem Umwelt-Campus Birkenfeld - Detail

Seit der Gründung des Umwelt-Campus wurden eine Reihe von Instituten und Kompetenzzentren gegründet. Zu diesen Einrichtungen gehören:

Institute[Bearbeiten]

Kompetenzzentren[Bearbeiten]

Partnerhochschulen[Bearbeiten]

Erreichbarkeit[Bearbeiten]

Der Umwelt-Campus ist über die Anschlussstelle Birkenfeld der Bundesautobahn 62 und die Bundesstraße 41 erreichbar. Über den Regionalbahnhof Neubrücke/Nahe ist der Campus im Stundentakt an die Nahetalbahn (Frankfurt - Mainz - Bingen - Saarbrücken) angebunden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Umwelt-Campus Birkenfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rhein-Zeitung - UCB meldet so viele Studenten wie noch nie
  2. Pressemitteilung - Der UCB ist "Ausgewählter Ort im Land der Ideen"
  3. Umwelt-Campus Blog - Einweihung des neuen Kommunikationsgebäudes
  4. Masterstudiengang Business Administration and Engineering
  5. Masterstudiengang International Material Flow Management
Hochschule Trier
Hochschule Trier | Umwelt-Campus Birkenfeld | HS-Trier Standort Idar-Oberstein |
Hochschule Trier

49.6077777777787.1691666666667Koordinaten: 49° 36′ 28″ N, 7° 10′ 9″ O