Ute Vogt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ute Vogt bei einer Wahlkampfveranstaltung in Ulm am 23. März 2006

Ute Vogt (* 3. Oktober 1964 in Heidelberg) ist eine deutsche Politikerin (SPD). Sie war von 2002 bis 2005 parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister des Innern. Von 1999 bis 2009 war sie Landesvorsitzende der SPD in Baden-Württemberg. Sie ist Mitglied des Deutschen Bundestages.

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten]

Die in Wiesloch aufgewachsene Ute Vogt absolvierte nach dem Abitur am Wieslocher Wirtschaftsgymnasium[1] ein Studium der Rechtswissenschaft in Heidelberg, welches sie mit beiden juristischen Staatsexamina beendete. Zudem studierte Vogt an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer. Seitdem ist sie als Rechtsanwältin[2] tätig.

Partei[Bearbeiten]

Nachdem sich Ute Vogt schon seit 1983 bei den Jusos engagierte, wurde sie 1984 auch Mitglied der SPD. Von 1991 bis 1994 war sie Sprecherin der Jusos in Baden-Württemberg. Seit 1993 gehörte sie dem SPD-Landesvorstand in Baden-Württemberg an. 1995 wurde sie zur stellvertretenden Landesvorsitzenden gewählt. Von 1999 bis 2009 war sie SPD-Landesvorsitzende in Baden-Württemberg.

2001 trat sie bei der Landtagswahl als Spitzenkandidatin der SPD gegen Ministerpräsident Erwin Teufel an. Ihr erklärtes Ziel, einen Regierungswechsel zu erreichen, verfehlte sie zwar, jedoch gelang ihr insoweit ein Achtungserfolg, als die SPD sich um 8,2 Prozentpunkte verbesserte und mit 33,3 Prozent der Stimmen ihr bestes Landesergebnis seit 1972 erzielen konnte.

Seit 2001 ist sie zudem Mitglied im Präsidium der SPD. Von 2003 an war Ute Vogt stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD. Für den Bundesparteitag im Oktober 2007 wurde sie nicht mehr für das Amt einer Vize-Vorsitzenden nominiert. Auf dem Bundesparteitag am 26. Oktober 2007 in Hamburg wurde sie als Mitglied des Parteivorstands im ersten Wahlgang mit 345 Stimmen gewählt.

Sie war erneut Spitzenkandidatin der SPD für die Landtagswahl in Baden-Württemberg am 26. März 2006. Mit 25,2 % der Stimmen erreichte die SPD bei dieser Wahl ihr zweitschlechtestes Ergebnis seit 1952 und verlor annähernd genau den Stimmenanteil, den sie unter Vogts erster Spitzenkandidatur 2001 hinzugewonnen hatte.

Vogt übernahm nach der Landtagswahl den Vorsitz ihrer Fraktion und damit das Amt der Oppositionsführerin im Landtag. Immer wieder musste sie sich gegen innerparteiliche Kritiker behaupten. Obwohl dem Landesparteitag im September 2007 in Fellbach eine heftige Diskussion um sie vorausging, wurde sie nach einer kämpferischen Rede mit 77,4 Prozent als Landesvorsitzende bestätigt.

Zum Anfang des Jahres 2008 erklärte sie ihren Rücktritt vom Fraktionsvorsitz. Zu ihrem Nachfolger wurde am 10. Januar 2008 Claus Schmiedel gewählt.

Als Reaktion auf das schlechte Ergebnis der Südwest-SPD bei der Bundestagswahl 2009 sowie ihr eigenes Abschneiden im Bundestagswahlkreis Stuttgart I erklärte sie am 30. September 2009, nicht mehr für den Landesvorsitz der SPD kandidieren zu wollen. Auf dem Landesparteitag der SPD in Karlsruhe wurde Nils Schmid am 27. November 2009 zu ihrem Nachfolger gewählt.

Abgeordnete[Bearbeiten]

Ute Vogt auf der SPD-Basiskonferenz am 10. Oktober 2006 in Schorndorf
Ute Vogt beim 25. Jubiläumsfilmfest in Biberach/Riss

Von 1989 bis 1994 gehörte sie dem Stadtrat von Wiesloch an.

Von 1994 bis 2005 war sie Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war sie von 2000 bis 2002 Vorsitzende des Innenausschusses. Ute Vogt ist 1998 als direkt gewählte Abgeordnete des Wahlkreises Pforzheim und sonst stets über die Landesliste Baden-Württemberg in den Deutschen Bundestag eingezogen.

2006 bis 2009 war Ute Vogt Mitglied des Landtages von Baden-Württemberg. Bei der Landtagswahl 2006 erreichte sie im Wahlkreis Bretten 31,2 % der Stimmen und zog über ein Zweitmandat in den Landtag ein, nachdem das Direktmandat an den CDU-Kandidaten Joachim Kößler mit 43,8 % der Stimmen ging. Trotz innerparteilicher Kritik aufgrund des landesweit schlechten SPD-Wahlergebnisses wurde sie am 29. März 2006 mit 24 zu 14 Stimmen zur Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion gewählt und löste damit Wolfgang Drexler ab. Am 9. Oktober 2007 gab sie bekannt, für diese Position bei den Neuwahlen zum Fraktionsvorstand im Januar 2008 nicht mehr zur Verfügung zu stehen; zu ihrem Nachfolger wurde Claus Schmiedel gewählt. Ute Vogt legte ihr Landtagsmandat am 30. September 2009 nach ihrer erneuten Wahl in den Bundestag nieder.

Seit 2009 gehört Ute Vogt erneut dem Bundestag an. Bei der Bundestagswahl 2009 erreichte sie im Bundestagswahlkreis Stuttgart I mit 18,0 % der Erststimmen nur den dritten Platz nach dem Grünen-Kandidaten Cem Özdemir, der auf 29,9 % der Erststimmen kam. Sie kehrte über die Landesliste in den Bundestag zurück, während Stefan Kaufmann von der CDU mit 34,4 % das Direktmandat erreichte.

Sie ist ordentliches Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, stellv. Mitglied im Rechtsausschuss, und Obfrau (Sprecherin) der SPD-Bundestagsfraktion im 1. Untersuchungsausschuss (Gorleben).[3][4]

Öffentliche Ämter[Bearbeiten]

Nach der Bundestagswahl 2002 wurde sie am 22. Oktober 2002 als parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister des Innern in die von Bundeskanzler Gerhard Schröder geführte Bundesregierung berufen. Am 22. November 2005 schied sie aus dem Amt.

Gesellschaftliches Engagement und Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Ute Vogt ist Schirmherrin des Vereins MEHRSi und von Blick nach Rechts, Vizepräsidentin der DLRG, Ehrenpräsidentin der THW-Jugend (Baden-Württemberg). Daneben ist sie Mitglied im Auto Club Europa, ADFC, AK Asyl Stuttgart, Bergwacht Schwarzwald, BiWu - Beschäftigungsinitiative Wiesloch und Umgebung e. V., Eurosolar, Europa-Union Deutschland e. V. (Landesverband BW - EUD BW), Fördermitglied im BUND, Förderverein für das Kulturhaus Osterfeld e.V., Gegen Vergessen - Für Demokratie, Gewerkschaft ver.di, Kinderzentrum Maulbronn, Lilith e. V., Männergesangverein Arlinger, Mieterverein Stuttgart, Naturfreunde, SGK Baden-Württemberg, Tierschutzverein Stuttgart und weiteren örtlichen Vereinen. Ute Vogt ist katholisch.[5]

Kabinette[Bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Eva Rühmkorf, Ute Vogt: „Wir sind die Besseren.“ Starke Frauen und Politik. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart u. a. 2002, ISBN 3-421-05606-4.
  • Ute Vogt: Nichts genaues weiß man nicht – Politikberatung aus den Erfahrungen der Praxis. in: Steffen Dagger, Christoph Greiner, Kirsten Leinert, Nadine Meliß, Anne Menzel (Hrsg.): Politikberatung in Deutschland. Praxis und Perspektiven. VS, Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2004, ISBN 3-531-14464-2, S. 30–36.
  • Stephan Braun, Ute Vogt (Hrsg.): Die Wochenzeitung „Junge Freiheit.“ Kritische Analysen zu Programmatik, Inhalten, Autoren und Kunden. VS, Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-531-15421-3 (Rezensionen: Kampf ums Image. In: taz, vom 11. August 2007; Ideologie aus dem Nichts. In: Jungle World, vom 23. August 2007).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ute Vogt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Setzen, Sechs! - Schulgeschichten aus Deutschland (3/3). Experiment Schule. Dokumentarfilm von Susanne Bausch im Auftrag des SWR. Deutsche Erstausstrahlung am 22. Dezember 2005
  2. Kanzlei Silcher. Abgerufen am 24. April 2013
  3. 1. Untersuchungsausschuss (Gorleben). Website des Deutschen Bundestags. Abgerufen am 24. April 2013.
  4. Ute Vogt, SPD – Biografie. Website des Deutschen Bundestags. Abgerufen am 24. April 2013.
  5. Ute Vogt – Mitglied des SPD-Parteivorstands und Präsidiums, Landesvorsitzende der SPD Baden-Württemberg (Version vom 17. Januar 2009 im Internet Archive)