Nils Schmid

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Nils Schmid, 2013

Nils Schmid (* 11. Juli 1973 in Trier) ist ein Politiker der SPD. Seit 2009 ist er Landesvorsitzender der SPD in Baden-Württemberg.

Für die Landtagswahl am 27. März 2011 trat er als SPD-Spitzenkandidat im Wahlkreis Reutlingen an. Im Kabinett Kretschmann ist er seit dem 12. Mai 2011 Landesminister für Finanzen und Wirtschaft und Stellvertreter des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann.

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten]

Nach dem Abitur 1993 am Eduard-Spranger-Gymnasium in Filderstadt und seinem Zivildienst in einem Altenheim absolvierte Schmid ein Studium der Rechtswissenschaft an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, welches er 1999 mit dem ersten juristischen Staatsexamen beendete. Das anschließende Referendariat, während dessen er zeitweise bei dem Energieversorgungsunternehmen Energiedienst tätig war[1], beendete er 2001 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen. Seitdem ist er als Rechtsanwalt zugelassen. 2006 schloss er seine Promotion am Lehrstuhl von Ferdinand Kirchhof ab.

Politische Tätigkeit[Bearbeiten]

Parteilaufbahn[Bearbeiten]

Nils Schmid auf dem SPD-Landesparteitag 2011

Seit 1991 ist Nils Schmid Mitglied der SPD. Er engagierte sich zunächst bei den Jusos und war von 1993 bis 1997 Juso-Kreisvorsitzender in Esslingen. Daneben war er von 1996 bis 1998 stellvertretender Landesvorsitzender der Jusos in Baden-Württemberg. 1993 bis 2011 gehörte er dem SPD-Kreisvorstand Esslingen an und 1999 bis 2010 war er Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Nürtingen.

Nachdem die damalige Landesvorsitzende der SPD Baden-Württemberg, Ute Vogt, von ihrem Amt als Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion zurückgetreten war, unterlag Nils Schmid am 10. Januar 2008 mit 18 zu 20 Stimmen nur knapp in einer Kampfabstimmung um ihre Nachfolge in diesem Amt gegen Claus Schmiedel. 2009 war er neben Claus Schmiedel und Hilde Mattheis einer von drei Kandidaten für die Nachfolge von Ute Vogt als Vorsitzender des SPD-Landesverbands. Hierzu fand am 21. November 2009 eine Mitgliederbefragung in der SPD Baden-Württemberg statt. Bei einer Wahlbeteiligung von 47,35 % erhielt er in der Zweitauszählung unter Berücksichtigung der Zweitstimmen 56 % gegenüber 37 % für Hilde Mattheis. Bei den Erststimmen entfielen 46,2 % der Stimmen auf ihn, 29,1 % auf Hilde Mattheis und 22,8 % auf Claus Schmiedel.[2] Daraufhin wurde Nils Schmid auf dem Landesparteitag der SPD in Karlsruhe am 27. November 2009 mit 265 von 299 Stimmen der Delegierten (88,63 %) zum Landesvorsitzenden gewählt.[3] Am 16. Oktober 2010 wurde Nils Schmid auf dem Landesparteitag der SPD in Ulm mit über 92 % der Stimmen zum Spitzenkandidaten der SPD für die Landtagswahl 2011 und damit zum Herausforderer von Ministerpräsident Stefan Mappus gewählt.

Abgeordnetentätigkeit und öffentliche Ämter[Bearbeiten]

1997 rückte Schmid als Nachfolger von Werner Weinmann, der am 13. Februar 1997 nach einem Herzinfarkt verstarb, in den Landtag von Baden-Württemberg nach. Hier war er ab Juni 2001 finanzpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. Nach dem erneuten Einzug in den Landtag 2006 rückte er zum stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion auf. Nils Schmid ist 2001 und 2006 über ein Zweitmandat im Landtagswahlkreis Nürtingen in den Landtag eingezogen. Bei der Landtagswahl 2001 erreichte er hier 32,0 % der Stimmen, 2006 waren es 23,0 %. 2011 kandidierte er im Landtagswahlkreis Reutlingen, wo er mit 24,7 % der Stimmen wiederum ein Zweitmandat erreichte.

Im Kabinett Kretschmann übernahm Nils Schmid nach der Wahl von Winfried Kretschmann zum Ministerpräsidenten am 12. Mai 2011 die Rolle des stellvertretenden Regierungschefs und das Amt des Ministers für Finanzen und Wirtschaft.[4]

Sonstige Ämter, Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

2003 war er Gründungsmitglied des Stiftungsrats der Werner-Weinmann-Stiftung, die vor allem Einrichtungen der Alten- sowie Kinder- und Jugendhilfe im Raum Nürtingen und Filder fördert. Seit 2003 ist er Mitglied des Kuratoriums der Kunststiftung Baden-Württemberg, bis 2011 als dessen Vorsitzender. 2004 wurde er in den Verwaltungsrat der Landesbank Baden-Württemberg berufen. 2006 wählten ihn die Mitglieder des Wilhelma-Fördervereins in den Vorstand, aus dem er 2011 ausschied. 2007 bis 2011 war er Mitglied des Kuratoriums der Akademie Schloss Solitude. 2008 wurde er Mitglied des Kuratoriums des Deutsch-Türkischen Forums Stuttgart. Seit 2011 ist er Ehrenmitglied der juristischen Vereinigung Phi Delta Phi. Seit Gründung der "Aktion Sterntaler" 2012, die sich im Kreis Reutlingen für benachteiligte Kinder und Jugendliche einsetzt, ist er Mitglied in deren Kuratorium.

Familie und Privates[Bearbeiten]

Schmids Ehefrau brachte einen Sohn mit in die Ehe, außerdem hat das Paar eine gemeinsame Tochter. Seine Mutter ist Professorin an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nils Schmid will offene SPD: SPD-Landesvorsitzender im Redaktionsgespräch. Badische Zeitung vom 3. November 2010
  2. Wahlergebnis nach Kreisverbänden
  3. Wahlergebnis auf www.spd-bw.de
  4. Kretschmann stellt sein Kabinett vor, Südwestrundfunk, 4. Mai 2011
  5. Roland Muschel: Nils Schmid: Genosse Musterschüler. In: Badische Zeitung vom 28. November 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nils Schmid – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien