Verbandsgemeinde Pellenz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Verbandsgemeinde Pellenz
Verbandsgemeinde Pellenz
Deutschlandkarte, Position der Verbandsgemeinde Pellenz hervorgehoben
50.4397222222227.4016666666667Koordinaten: 50° 26′ N, 7° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mayen-Koblenz
Fläche: 55,27 km²
Einwohner: 16.290 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 295 Einwohner je km²
Verbandsschlüssel: 07 1 37 5001
Verbandsgliederung: 5 Gemeinden
Adresse der
Verbandsverwaltung:
Breite Straße 40
56626 Andernach
Webpräsenz: www.pellenz.de
Bürgermeister: Klaus Bell (CDU)
Lage der Verbandsgemeinde Pellenz im Landkreis Mayen-Koblenz
Karte
Vorlage:Infobox Gemeindeverband in Deutschland/Wartung/Wappen

Die Verbandsgemeinde Pellenz ist eine Verwaltungseinheit in der Rechtsform einer Gebietskörperschaft im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz. Der Verbandsgemeinde gehören fünf eigenständige Ortsgemeinden an. Der Verwaltungssitz ist in der Stadt Andernach, die aber selbst der Verbandsgemeinde nicht angehört. Sie erhielt ihren Namen wegen ihrer Lage in der Landschaft Pellenz, vom 1. Oktober 1968 bis zum 31. Dezember 1991 lautete ihr Name „Verbandsgemeinde Andernach-Land“.

Geographie[Bearbeiten]

Die Verbandsgemeinde Pellenz bildet zusammen mit den Verbandsgemeinden Vordereifel, Mendig und Brohltal die Vulkanische Osteifel, eine von drei Teilregionen in die sich die Vulkaneifel gliedert.

Verbandsangehörige Gemeinden[Bearbeiten]

Ortsgemeinde Fläche (km²) Einwohner
Kretz 4,18 734
Kruft 18,18 3.913
Nickenich 16,56 3.659
Plaidt 9,39 5.765
Saffig 6,97 2.219
Verbandsgemeinde Pellenz 55,27 16.290

(Einwohner am 31. Dezember 2012)[1]

Geschichte[Bearbeiten]

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Die Geschichte der VG Pellenz ist auch Teil der jüngeren Geschichte der Landschaft Pellenz, die über die heutige Verbandsgemeinde hinausgeht und Orte wie Thür und Mendig (Verbandsgemeinde Mendig), Ochtendung und Polch (Verbandsgemeinde Maifeld) einschließt.

Bis 1794 gehörten die Orte außer Miesenheim (mit Andernach und Kell zum Kurfürstentum und Erzstift Köln (Kurköln)) zum Kurfürstentum und Erzstift Trier (Kurtrier). Während der französischen Besatzungszeit (1794-1815) wurden die Orte Kretz, Kruft, Plaidt und Saffig in einer „Mairie“ (Samtgemeinde) zusammengefasst, 1815 mit der im Jahre 1800 gegründeten Mairie Andernach vereint, unter Preußens Herrschaft in Landbürgermeisterei Andernach umbenannt. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts kamen Namedy, Eich und Miesenheim, die 1969 (Namedy) bzw. 1970 in die Stadt Andernach eingemeindet wurden, sowie die waldreiche Gemeinde Nickenich hinzu. Am 3. November 1858 wurde durch Bürgermeister Ferdinand-Josef Weygold, damals Land- und Stadtbürgermeister von Andernach, entschieden, nur noch für die Landgemeinden zuständig zu sein. Damit wurde die Stadt Andernach (Stadtbürgermeisterei Andernach, seit 1927 Amt Andernach) verwaltungstechnisch von den Landgemeinden getrennt und erhielt einen neuen eigenen Bürgermeister, Heinrich Bynz. Der damals Andernach-Land genannte Kommunalverband wurde damit ins Leben gerufen und bestand zu der Zeit aus den Gemeinden Eich, Kretz, Kruft, Miesenheim, Namedy, Nickenich, Plaidt und Saffig. Aus der Landbürgermeisterei Andernach wurde die Bürgermeisterei Andernach-Land, seit 1927 Amt Andernach-Land, das bis zum 31. Dezember 1991 Gültigkeit hatte. Seit dem 1. Januar 1992 heißt dieser Kommunalverband nach ihrem alten angestammten Namen Verbandsgemeinde Pellenz. Neun Bürgermeister haben der Verbandsgemeinde Pellenz und ihren Rechtsvorgänger Landbürgermeisterei Andernach sowie Amt Andernach-Land bisher vorgestanden, bis zum Zweiten Weltkrieg waren es nach Ferdinand-Josef Weygold die Landbürgermeister Heinrich Franz Kruft (1870-1880), Maximilian Franz Josef Adam (1880-1920) mit der längsten Amtszeit von 40 Jahren und Friedrich Gerhard Hasdenteufel (1920-1942). Das Verwaltungsgebäude, Breite Straße 40 in Andernach, wurde bereits nach 1870 erbaut und mehrmals erweitert, während der Luftangriffe des Zweiten Weltkriegs unter Bürgermeister Anton Krings (1942-1945) nach Nickenich ausgelagert und 1948 durch Michael Dedenbach (1945-1961) erneut in Betrieb genommen. Nachfolger Erich Dahm (1961-1973), während dessen Amtszeit der Amtsbereich den Namen Verbandsgemeinde Andernach Land erhnielt (1. Oktober 1968), ließ weitere Erweiterungen anbauen, die als Bürgermeisterwohnung dienten. Heute ist es ein reiner Verwaltungbau, das Rathaus der VG Pellenz. Der Verwaltungssitz soll gemäß Beschluss von 2012 in den nächsten Jahren nach Plaidt verlegt werden. Nach Paul-Werner Kohns (1973-2003), der de iure der erste Verbandsbürgermeister der Pellenz war, leitet seit 2003 Klaus Bell als neunter Bürgermeister die heutige VG Pellenz. In ihr leben zur Zeit um die 17.000 Einwohner auf einer Fläche von 55,23 km² (5.523 Hektar)[2].

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl bezogen auf das Gebiet der heutigen Verbandsgemeinde Pellenz; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3][1]

Jahr Einwohner
1815 2.900
1835 4.387
1871 5.271
1905 7.290
1939 9.530
1950 11.242
Jahr Einwohner
1961 13.806
1970 15.036
1987 14.947
1997 15.810
2005 16.343
2012 16.290

Politik[Bearbeiten]

Verbandsgemeinderat[Bearbeiten]

Der Verbandsgemeinderat Pellenz besteht aus 32 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem hauptamtlichen Bürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Verbandsgemeinderat:[4]

Wahl SPD CDU FDP Gesamt
2014 14 17 1 32 Sitze
2009 13 17 2 32 Sitze
2004 14 17 1 32 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „Geviert, in 1: In Silber ein durchgehendes schwarzes Balkenkreuz, überdeckt durch zwei schräggekreuzte rote Schlüssel, in 2: In Grün ein silberner Wellenschrägbalken, in 3: In Blau ein achtstrahliger, geschliffener, goldener Stern und in 4: In Silber ein rotes durchgehendes Balkenkreuz.“

Wappenerläuterung: Das Wappen oben rechts (in 1) ist das Stadtwappen von Andernach und soll auf den Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Pellenz in Andernach mit der ehemalige Bezeichnung Andernach-Land hinweisen, der silberne Wellenschrägbalken in Grün stellt die Nette dar, die durch die grünen, fruchtbaren Flure der Pellenz fließt, der achtstrahlige goldene Stern in Blau versinnbildlicht die vor 1969 insgesamt acht zur Verbandsgemeinde gehörenden Ortsgemeinden (das waren noch: Eich, Miesenheim und Namedy) und das rote Balkenkreuz in Silber erinnert an die ehemalige Landeshoheit in der Pellenz (ausgenommen in Miesenheim, das mit Andernach zu Kurköln gehörte) durch das Kurfürstentum und den Erzstift Trier (Kurtrier) bis 1794.

Gemeinschaftshaus[Bearbeiten]

Im Jahre 2011 entstand in der Gemeinde Plaidt das preisgekrönte Haus der Gemeinschaft, das gleichzeitig eine Erweiterung der regionalen Schule Pellenz um Aula und Mensa ist. Entworfen wurde der Betonquader, dessen Eingangsbereich holzverkleidet ist, von dem Büro 05 architekten und Ingenieure raab hafke lang & monreal aus Frankfurt am Main.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Maria Zaar-Görgens: Die Entstehung eines rheinischen Kommunalverbundes – Von der preußischen Bürgermeisterei Andernach zur Verbandsgemeinde Pellenz In: 150 Jahre Verbandsgemeinde Pellenz, S. 126-146. Andernach, 2008; ISBN 978-3-941385-01-6
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Verbandsgemeinderatswahlen