Verliebt in eine Hexe

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Dieser Artikel behandelt die Fernsehserie Verliebt in eine Hexe, der gleichnamige Kinofilm, der auf dieser Serie beruht, findet sich unter Verliebt in eine Hexe (Film).
Seriendaten
Deutscher Titel Verliebt in eine Hexe
Originaltitel Bewitched
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Jahr(e) 1964–1972
Episoden 254 in 8 Staffeln
Idee Sol Saks
Musik Warren Barker
Erstausstrahlung 17. September 1964 (USA) auf ABC
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
4. Juni 1968 auf
Deutsches Fernsehen[1]
Besetzung

Verliebt in eine Hexe (Originaltitel Bewitched) ist eine US-amerikanische Fernsehserie. Die Serie wurde vom Sender ABC in den Jahren 1964 bis 1972 gesendet.

Handlung[Bearbeiten]

Die Handlung dreht sich um das Familienleben der Hexe Samantha Stephens und ihres nicht magisch begabten Ehemanns Darrin. Samanthas Mutter Endora, (gespielt von Agnes Moorehead, die für ihre Rolle einen Emmy erhielt), missbilligt die Ehe mit Darrin, dessen Namen sie immer wieder falsch als „Durwood“, „Darwin“ und dergleichen ausspricht. Darrin selbst ist der typische auftstrebende Amerikaner, er arbeitet in einer Werbeagentur. Sein Chef, Larry Tate, ist ein aalglatter, ältlicher und opportunistischer Geschäftsmann, der Darrin sofort im Stich lässt, wenn es um Geld und Aufträge geht. In Krisensituationen deckt er Darrin nie den Rücken. Trotzdem ist die Rolle sympathisch angelegt, Larry hat Humor.

Darrins und Samanthas Nachbarn gehören zum lustigsten Inventar der Serie — Gladys und Abner Kravitz sind ein älteres jüdisches Ehepaar — sie eine Klatschbase, die gern den Stephens nachspioniert, er ein resignierter, genervter Rentner, der seine Ruhe haben will und seine Frau für leicht verrückt hält. Ein Running-Gag besteht darin, dass Gladys viel von den Zaubereien Sams mitbekommt, ihren Mann aber nie von diesen übersinnlichen Phänomenen überzeugen kann.

Weitere wichtige Figuren sind Samanthas liebenswerte Hexen-Tante Clara, die schrecklich senil ist und immer alles falsch macht, und Sams nervtötender Hexen-Onkel Arthur, ein Freund von Kalauern und schlechten Zauber-Scherzen. Ab Staffel 2 taucht die Tochter der Stephens auf, Tabatha, die aber nicht in allen Folgen präsent ist. Sie kommt nach der Mutter und kann auch hexen. Ein Sohn, Adam, wird in Staffel 6 geboren, der als Nicht-Zauberer nach Darrin schlägt.

In der sechsten Staffel kam das verwirrte magische Hausmädchen Esmeralda (gespielt von Alice Ghostley) dazu, welches, genau wie Tante Clara, Probleme mit seiner Zauberkraft hat. Die Rolle wurde wegen Marion Lornes Tod im Jahr 1968 eingeführt. Hiermit wurde die Lücke der vergesslichen Hexe geschlossen.

Apart ist eine Doppelrolle von Elizabeth Montgomery, die nach einiger Zeit die Rolle der ewig um Harmonie bemühten Blondine etwas leid war und deshalb die Figur der verruchten schwarzhaarigen Cousine Serena einführte (ab Staffel 2). Deren Verhältnis zu Darrin ist ambivalent und schwankt zwischen Ekel und Faszination. (In einer der frechsten Folgen, V/5, Stellvertretung, versucht Darrin mit ihr zu schlafen.) Elizabeth Montgomery wählte für diese Rolle das vielsagende Pseudonym Pandora Spocks.

Die Hauptschauplätze sind das Haus der Stephens, Adresse: 1164 Morning Glory Circle, bzw. Darrins Büro; nur selten sieht man die Familie auf Reisen oder in anderen Zeitebenen.

Am Ende der verwirrenden Turbulenzen einer Folge steht meist die Versöhnung des Paares mit einem Kuss, ganz im Sinne der klassischen Komödie, mitunter wird aber auch mit dieser Erwartung gespielt und ein überraschender Schluss entwickelt.

Bedeutung[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu anderen „Fantasy-Sitcoms“ wie z. B. Bezaubernde Jeannie hat Verliebt in eine Hexe ihre Wurzeln eher in der traditionellen Liebespaar-Screwball-Komödie-Tradition, wie sie im Kino Ernst Lubitsch, George Cukor oder Howard Hawks geprägt haben. Die Zauberei der verzweifelten Ehefrau Samantha wird hier zum Korrektiv-Versuch, die Absurdität des gewöhnlichen Alltags aufzuheben — eine Umkehrung des Komödienprinzips also. Die Familien-, Arbeits- und Nachbarschaftsbeziehungen der Protagonisten sind trotz guter Präsentation nicht unkompliziert und werden von Staffel zu Staffel immer komplexer: Kinder kommen hinzu, Hausmädchen, Tanten und Onkel. Da sich die Biographie der Stephens in gewissem Grade weiterentwickelt und damit keine stagnierenden Typen geschaffen wurden, stellt die Sitcom bei allem Traditionsbewusstsein auch einen Meilenstein in der Fernsehgeschichte dar — hier wurden nicht nur neue Formen der Serien- und Situationskomödie ausprobiert, sondern auch erstmals Tabus gebrochen. Zum ersten Mal schläft ein Ehepaar auf dem Bildschirm zusammen in einem Bett, und zum ersten Mal wird das Getrennt-Leben eines Paares wohlwollend demonstriert (Samanthas Eltern).

Da Samantha Hexe und somit eine Non-Konformistin ist, Darrin sehr ambivalent liebenswürdig-spießig, konnte die Serie viele Frechheiten wagen, die sonst nicht möglich gewesen wären — die Serie wirkt auch heute noch nicht angestaubt, weil Darrins Spießigkeit nun wie eine Karikatur wirkt, während Samantha als späte unorthodoxe, sehr intelligente Screwball-Queen erscheint, eine Schwester von Carole Lombard und Claudette Colbert. Allerdings verändert sich Darrins Rolle im Lauf der Jahre; in den späteren Staffeln ist seine Borniertheit ganz bewusst maßlos übertrieben worden, was der Serie nicht immer guttut, da nun nicht mehr plausibel ist, warum Sam ihn liebt.

Generell lässt der Esprit der ersten drei Staffeln in der 4. und 5. etwas nach, wenn auch in diesen beiden letzteren einige der lustigsten und absurdesten Folgen überhaupt zu finden sind. Mit der Auswechslung des Darrin-Darstellers in Staffel 6-8 und neuer Aufstockung des Personals beginnt der Niedergang der Serie, die nun anfängt, sich zu wiederholen und mitunter recht manieriert wirkt. Lange Zeit die letzte große Erbin der klassischen Screwball-Comedy, passte Bewitched nun nicht mehr so recht zum anarchischeren Zeitgeist der 70er Jahre.

Trotzdem halten die Folgen 1-168 insgesamt ein hohes Niveau. Oft entfaltet der Wortwitz sich — paradox für eine aktionsreiche Zauber-Sitcom — gerade in den starren, handlungsarmen Momenten, auf Dinner-Partys, bei Arbeitsessen oder am Frühstückstisch, wo man den deutlichen Einfluss der Boulevardkomödie im Stil von Oscar Wilde und Noël Coward spürt. (In Folge V/28 eröffnet Samantha in Anspielung auf die Anleihen bei der Salonkomödie eine Streit-Szene mit den Worten: „It’s Noel-Coward-Time!“. In der Synchronisation fehlt der Satz.)

Synchronisation[Bearbeiten]

Es gab drei Phasen der Synchronisierung, die mit den unterschiedlichen Ausstrahlungsphasen im deutschen Fernsehen zu tun haben. (70er, 80er und 90er Jahre). 47(!) Folgen der ersten beiden Staffeln sind nie synchronisiert worden. Man beschränkte sich auf 25 Folgen. Für die Ausstrahlung im ARD-Regionalprogramm wurden insgesamt 86 Folgen (26 in s/w, 60 in Farbe) synchronisiert; weitere 119 Folgen ließ die Kirch-Gruppe erst in den späten 80er Jahren synchronisieren. 25 in schwarzweiß produzierte Folgen aus den ersten zwei Staffeln wurden im deutschen Fernsehen seit 1968 nicht mehr gezeigt, auch nicht im Pay-TV. Die deutsche Synchronisation verzichtete auf die feinen Anspielungen und die Komplexität der Screwball-Comedy, weil die Ausstrahlung von Verliebt in eine Hexe sich in Deutschland vor allem an Kinder richtete. Außerdem ersetzte man in den später synchronisierten Folgen den originalen Soundtrack oft durch eine neue Begleitung von Fred Strittmatter und Quirin Amper jr., die bereits für die deutsche Version der "Bezaubernden Jeannie" verwendet worden war. Die Lacher wurden, wie damals allgemein üblich, ganz eliminiert. Dass die deutsche Synchronisation vom Original in vielen Details abweicht, lässt sich schon an der sperrigen Übertragung des dynamischen Originaltitels Bewitched (Verhext, verzaubert) ablesen. Die spätere deutsche Fassung verändert sogar die Struktur der Folgen, die normalerweise von einem Handlungs-Opener, also einer vorbereitenden Szene eröffnet werden und dann im Titeltrickfilm münden. Danach beginnt die eigentliche Folge. In den deutschen Fassungen beginnt die Folge meist gleich mit dem Trickfilm.

Inzwischen (März 2010) sind die Staffeln 1-8 auf DVD erschienen, so dass man auch im deutschen Sprachraum die Originale (mit Untertiteln) sehen kann.

Kinofilm[Bearbeiten]

2005 wurde, basierend auf der Serie, der Kinofilm Verliebt in eine Hexe mit Nicole Kidman und Will Ferrell gedreht.

Staffeln[Bearbeiten]

Die Serie wurde in acht Staffeln (252 Folgen) produziert. Eine Folge hat die übliche Sitcom-Länge von ca. 23-24 Minuten. Alle Folgen zusammen sind 100 Stunden lang. Man kann die erfolgreiche Sitcom in drei Phasen einteilen:

A - Schwarzweiß-Staffeln

  • Staffel 1: 36 Folgen. 17. September 1964 - 3. Juni 1965
  • Staffel 2: 36 Folgen + 2 Wiederholungen aus Staffel 1 mit neuem Opener. 16. September 1965 - 9. Juni 1966

B - Farbe, mit Dick York als Darrin

  • Staffel 3: 33 Folgen. 19. September 1966 - 4. Mai 1967
  • Staffel 4: 33 Folgen. 7. September 1967 - 16. Mai 1968
  • Staffel 5: 30 Folgen. 26. September 1968 - 24. April 1969

C - Farbe, mit Dick Sargent als Darrin

  • Staffel 6: 30 Folgen. 18. September 1969 - 15. April 1970
  • Staffel 7: 28 Folgen. 24. September 1970 - 22. April 1971
  • Staffel 8: 26 Folgen. 15. September 1971 - 25. März 1972

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.fernsehserien.de/verliebt-in-eine-hexe