Vitré (Ille-et-Vilaine)

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Vitré (Gwitreg)
Wappen von Vitré
Vitré (Frankreich)
Vitré
Region Bretagne
Département Ille-et-Vilaine
Arrondissement Fougères-Vitré
Kanton Hauptort der Kantone Vitré-Ost und Vitré-West
Gemeindeverband Vitré-Communauté.
Koordinaten 48° 7′ N, 1° 13′ W48.123333333333-1.209444444444496Koordinaten: 48° 7′ N, 1° 13′ W
Höhe 56–127 m
Fläche 37,03 km²
Einwohner 17.106 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 462 Einw./km²
Postleitzahl 35500
INSEE-Code
Website http://www.mairie-vitre.fr/

Vitré [vitʀe] ist eine französische Gemeinde im Département Ille-et-Vilaine in der Region Bretagne. Im Bretonischen heißt sie Gwitreg. Vitré ist eine ehemalige Unterpräfektur (bis 1926) und Hauptort zweier Kantone mit 17.106 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011).

Sie liegt an den Toren der Bretagne und in Nachbarschaft zur Normandie, dem Maine und dem Anjou. Aufgrund ihres reichen Kulturerbes hat sie den Ruf einer „Stadt der Kunst und Geschichte“.

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt an den Hängen des Flusses Vilaine und denen einer in Ost-West-Richtung verlaufenden Senke, die von der Eisenbahnstrecke Paris-Rennes genutzt wird. An der östlichen Grenze der Bretagne wird das Pays de Vitré von einer Schnellstraße durchquert, die die Autobahn A11 verlängert. Wie im gesamten Gebiet des Départements Ille-et-Vilaine, sind die Gemeinden des Pays de Vitré über Schnellstraßen erreichbar. Vitré ist das Zentrum eines Gebietes mit ca. 90.000 Einwohnern, welches sich über sieben Kantone erstreckt (Vitré-Ost, Vitré-West, Argentré-du-Plessis, Châteaubourg, la Guerche-de-Bretagne, Janzé und Retiers).

Die Fläche von Vitré umfasst 3 719 ha. Vitré liegt in einer Höhe von ungefähr 89 m (Bahnhofsplatz). Die höchste Erhebung, 127 m, befindet sich im Industriegebiet "Les Ménardières", rue Pierre et Marie Curie. Der tiefste Punkt, 67 m, befindet sich bei der Firma S.V.A. (Société Vitréenne d'Abattage), unter dem Viadukt der Umgehungsstraße.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung bis 1954[1]
Jahr 1800 1836 1856 1881 1901 1921 1936 1954
Bevölkerung 8809 8901 8854 10314 10775 8154 8506 9611
Bevölkerungsentwicklung in Vitré
Jahr Einwohner
1962 10.380
1968 11.343
1975 12.322
1982 13.046
1990 14.488
1999 15.313
2009 16.712

Am Ende des 14. Jahrhunderts hatte die Stadt zwischen 4000 und 5000 Einwohner, während Rennes und Nantes ungefähr 13 bis 14.000 Einwohner zählten. Während der Renaissance wurde ihre Bevölkerung von Arthur de la Borderie um 1560 auf 7800 Einwohner geschätzt, ungefähr so viel wie die Städte Vannes und Quimper. In der Zeit der Geburt von Madame de Sévigné um 1620, zählte die Stadt 7500 Einwohner. Es scheint, dass die Bevölkerung von Vitré 1762 14.000 Einwohner erreichte, konzentriert auf das mittelalterliche Stadtgebiet von ca. 50 ha, was einer Dichte von nahezu 30.000 Einwohner / km² entspräche! Dreifach weniger ausgedehnt als heute, zählte sie dennoch mehr Einwohner. Nach Angaben des Unterdelegierten, zählte die Bevölkerung im Jahre 1762 ungefähr 14.000 Einwohner, in der Mehrzahl Handwerker für Leinen und Gestricktes.

Längerfristige Bevölkerungsentwicklung von Vitré

1789, am Vortag der französischen Revolution, erreichte die Bevölkerung 10.850 Einwohner, während Rennes mit 35.000 dreimal so viele Einwohner hatte. Die post-revolutionäre Periode zog eine deutliche Verringerung der Bevölkerungszahlen nach sich und erreichte unter der zweiten Republik, 1861, 8904.

Bis zum großen Krieg hat ein verhaltenes aber stetiges Wachstum die Zahl auf 10.613 (1911) ansteigen lassen. Die Kriegsfolgen und die Wirtschaftskrise haben die Zahl danach wieder auf 8506 Einwohner (Erhebung von 1936) sinken lassen. Nach dem Zweiten Weltkrieg nimmt der wirtschaftliche Aufschwung wieder zu und man zählt 1982 13.491, 1990 14.490 und 1999 15.313 Einwohner. Die drei Kantone von Vitré (Vitré-West, Vitré-Ost und Argentré-du-Plessis) zählten 1999 44.623 (42.113 Einwohner im Jahr 1990).

Geschichte[Bearbeiten]

Burg Vitré

Die Ursprünge[Bearbeiten]

Burg Vitré
Kirche Notre-Dame
Burg Vitré (Ostseite)

Es scheint, dass Vitré seit der gallo-römischen Epoche besetzt war. Der Name Vitré könnte sich von dem gallo-römischen Anthroponym Victor oder Victrix, dem Namen eines gallo-romanischen Guts, das sich in der Region befand, ableiten. Das Jahr 1000 hat die Geburt von Vitré gekennzeichnet, als der Herzog der Bretagne Georffroy I. Riwallon Le Vicaire (Riwallon der Vikar) unterstellt. Er hat den Auftrag, diese strategische Region zu bewachen, die Pufferzone der « Märsche der Bretagne » ist. Eine kleine Burg aus Holz wurde auf dem Hügel Sainte-Croix errichtet. Die Burg brannte mehrere Male ab und wurde dann den Benediktinermönchen von Marmoutier vermacht. Eine weitere Burg aus Stein, Zeichen des relativen Reichtums des Lehnsherren, wurde 1070 von Robert I. an seinem gegenwärtigen Standort auf einem Felsen oberhalb der Vilaine erbaut. Einige Teile hiervon sind auch heute noch sichtbar. Ein romanisches Portal existiert noch, welches alternierend aus blau-schwarzem Schiefer und rotem Granit besteht. Der Granit stammt aus einer Grube, die 15 km von der Stadt entfernt liegt, einer zu der damaligen Zeit weiten Strecke. Auf dem Portal ist eine verzierte Ringelblume, Zeichen der Macht des Barons. Im XIII. Jahrhundert wurde die Burg vergrößert und mit mächtigen Türmen und Stadtmauern versehen. Es nimmt in der Bauart der Burgen von Philippe Auguste die dreieckige Form des Felsens an, auf dem es errichtet wurde. In dieser Zeit sind ebenfalls die Altstadt (« Vieil Bourg ») mit der Kirche Notre-Dame auf dem östlichen Plateau entstanden. Die Stadt wurde damit von den Burgmauern und den äußeren Kluften umgeben und die geschlossene Stadt nimmt ihre gegenwärtige Form ein. Zur gleichen Zeit entstehen die « privilégierten Stadtteile » (« bourgs privilégiés »), d. h. die Vorstädte, auf Wunsch des Barons um die geschlossene Stadt herum. Sie sind überwiegend in gerader Anordnung, die dem Straßenverlauf folgen, der diese Stadtviertel verbindet. Seit dem XIII. Jahrhundert vereint Vitré alle Elemente einer mittelalterlichen Stadt: Burg, religiöse Bauten (Kirche, Stiftskirche) und Vorstädte.

Im XV. Jahrhundert verwandelt sich die Burg mit dem Fortschritt der Artillerie, wie dem Bau von Schießscharten für Kanonen. Es verwandelt sich von einem Verteidigungsbau in eine komfortable Residenz für Jeanne de Laval-Châtillon und ihre Tochter Anne de Montmorency. Zur gleichen Zeit entwickelt sich die Stadt und es werden Häuser mit Holzwänden und (nichtköniglichen) Stadtpalais im Stadtinneren gebaut. Das Stadtinnere ist von 3 Toren (Gâtesel im Süden, Enbas im Osten und Enhaut im Westen) und einer Poterne durchbrochen, wobei die Poterne eine enge Passage darstellt, durch die die Stadtmauer durchschritten werden konnte (Poterne Saint-Pierre im Norden). Die städtischen Charakteristika dieser mittelalterlichen Viertel zeigen sich durch die sehr hohe Dichte und gewundenen und dunklen Straßen, sowie eines Gassennetzes, welches die einzelnen Häuserblöcke verband. Diese Straßen profitieren zwischen dem Wechsel von Sonneneinfall und Schatten. Die Straßen sind eng und undurchsichtig angelegt, um es Angreifern zu erschweren, sich zu recht zu finden. Die Häuserfassaden sind aus Holz oder aus Stein. Die Auskragungen (Hervorstehen der höher gelegenen Etagen über die Straße hinaus) erlaubten einen Zugewinn an Raum. Dieses erlaubte weiterhin, dass Fußgänger sich vor Unwettern schützen können und das Regenwasser in einer zentralen Gosse zu sammeln, um eine Verunreinigung der Holzwände zu verhindern. Das Gleiche gilt für Häuser mit Vorhallen, geeignet, um Platz zu gewinnen aber auch, um Handelsware in den geschützten Galerien auszustellen. Die Ausrichtung der Häuser wird üblicherweise wenig respektiert. Der Straßenname leiten sich häufig von der Zunft ab, die diese öffentlichen Plätze bestimmte. Die mittelalterlichen Straßen von Vitré, die dieses am besten illustrieren sind die Rue de la Baudrairie, in der Leder bearbeitet wurde und die Rue de la Poterie (Töpferhandwerk). Das historische Stadtzentrum enthält nur einen wahren Platz: la Place du Marchix. Typischerweise öffnen sich die Plätze zu den religiösen, politischen oder sogar juristischen Machtstätten. Wie der Name andeutet, befand sich der Marktplatz in der Nähe des Konvents der Benediktiner. Der aktuelle Schlossplatz war der Vorhof und damit Teil der Burg. Der Place Notre-Dame war besetzt von einer Halle, die als Halle aux Toiles (Halle der Gewebe) bezeichnet wurde. Die Anwesenheit von Hallen ist Synonym des Wachstums. Vitré, prosperierende Stadt seit dem XV. Jahrhunderts, gründete im Jahr 1472 eine Zunft, die den internationalen Textilhandel erlaubte. Vitré ging zu ihrer Blütezeit in den Wohlstand der Renaissance über…

XV. - XIX. Jahrhundert: vom goldenen Zeitalter bis zum Niedergang der Altstadt[Bearbeiten]

Schloss Rochers-Sevigné

Vitré war eine der florierendsten Städte des Herzogtums. Sie hat ihre Ausdehnung in der geschlossenen Stadt und den Vororten fortgesetzt. Ihr Höhepunkt befindet sich im XVI. Jahrhundert als die Zunft der Überseehändler ihre Hanfstoffe und Stickmustertücher in ganz Europa verkauften. Dieser Handel verlief über den Hafen von Saint-Malo, über welchen der Handel zwischen den südamerikanischen Kontoren und den europäischen Kontoren, insbesondere der Hanse (große und mächtige Handelsvereinigung des nördlichen Europas im Mittelalter), abgewickelt wurde. Das erklärt die Häuser, die großen Stadtpalais und die Elemente der Renaissance die geschlossene Stadt begleitend (Hôtel Ringes de la Troussannais oder auch der Kapellenkranz der Burg). Dies begründete weiterhin den Reichtum dieser zu Zünften zusammengeschlossenen Handelstreibenden. Der erste Franzose, der eine Weltumrundung machte, war der Vitréener Pierre-Olivier Malherbe; ein weiteres Zeichen der Öffnung der Stadt zur Welt. Heinrich IV. kam im Jahre 1598 nach Vitré und war beeindruckt von der Opulenz der bürgerlichen Gesellschaft von Vitré. Während der Hugenottenkriege zu Ende des XVI. Jahrhunderts, war die protestantische Stadt über 5 Monate von den Truppen der Liga unter dem Kommando des Herzogs von Mercœur, Gouverneur der Bretagne. In den Jahren, in denen Rennes von der Pest heimgesucht wurde oder aufständisch war (1655, 1671, 1697 und 1705), fanden die Versammlungen der Staaten der Bretagne in Vitré statt. Madame de Sévigné hatte zu dieser Zeit eine Residenz in der Umgebung von Vitré: Le Château des Rochers. Sie unterstützte diese Staaten und machte vielfältige Referenzen in bedeutsamen Briefen. Im Verlauf des XVII. Jahrhunderts zogen die Barone von Vitré an den Hof von Versailles, der zu der Zeit in Mode war. Die Stadt verlor ihre Bekanntheit und wurde innerhalb der Stadtmauern zu einer etwas verschlafenen Stadt inmitten einer aktiven Landschaft. Sie brach die Verbindungen zur angrenzenden Landbevölkerung, die sie mit Hanf und Flachs versorgte. Dadurch vollzog sich der Anfang des Abstiegs von Vitré, sowohl ökonomisch als auch städtisch. Diese Situation spitzt sich vor allem im XVIII. Jahrhundert zu. Es gibt folglich wenige Bauten in dieser Epoche, mit Ausnahme einiger religiöser Gebäude, wie des Augustiner-Konvents (1620), des Augustiner-Konvents (1675) oder noch einiger schöner Stadtpaläste wie dem Hôtel Sévigné. Es wurde im XVIII. Jahrhundert auf den alten Stadtmauern gebaut, wo sich in einem Turm ein Appartement von Mme de Sévigné befand. Dieser Stadtpalast wurde dem Parlement de Bretagne nachempfunden. Diese Situation dauerte das ganze XVIII. Jahrhundert und bis zum Bau der Eisenbahn Mitte des XIX. Jahrhunderts. Das Ende des XVIII. Jahrhunderts war von einem Aufstand (Chouannerie) bewegt, der das Ende der Herrschaft von Vitré und den Anfang eines neuen und wichtigen Status' für die Stadt bedeutete: Die Rolle als Unterpräfektur.

19. Jahrhundert: der Bau des Bahnhofes und die Ankunft des 70. Infanterieregiments[Bearbeiten]

West-Flügel der ehemaligen Kaserne des 70. Infanterieregiments (1877)

Wahrscheinlich zur Vorbereitung dieser Ereignisse, entschied sich die Stadt, die südlichen Festungsanlagen zu zerstören, die geschlossene Stadt zu öffnen und die Übersichtlichkeit zu verbessern. Die Tore von En Haut (1835), Gâtesel (1839) und En Bas wurden abgerissen. Dies hat eine Urbanisierung der geschlossenen Stadt nach Süden hin erlaubt. Zu dieser Zeit wurden die großen Verkehrsadern gezogen, die heute die Hauptzufahrtsstraßen in die Stadt darstellen (Rue de Fougères im Norden, Rue de Brest im Westen, nach Rennes führend, Boulevard de Châteaubriant nach Nantes und Boulevard des Rochers nach Angers). Vitré war auch ein Knotenpunkt der Eisenbahn, da eine erste Verbindung am 15. April 1857 auf der Strecke Paris-Brest eröffnet wurde. Eine zweite wird im Jahre 1867 in Richtung Fougères eröffnet, schließlich eine dritte im Jahr 1874 in Richtung La Guerche-de-Bretagne. Der Bahnhof wurde 1855 fertiggestellt und nimmt die Form eines kleines Schlösschens im neo-gotischen Stil ein. Er liegt direkt im Zentrum der Stadt, südlich der geschlossenen Stadt. Dennoch wurden verschiedene Entwürfe im Vorfeld in Betracht gezogen. Man dachte zunächst daran, den Bahnhof nördlich von Vitré - oberhalb der mittelalterlichen Vorstädte von Rachapt - zu bauen, um sich der Industriestadt Fougères zu nähern. Dann dachte man daran, ihn im Süden auf dem Lande zu errichten, um näher an der Straße nach La Guerche-de-Bretagne zu sein. Aber der Bürgermeister von Vitré und sein Stellvertreter entschieden sich für das Stadtzentrum. Damit hatte der Bahnhof zwar eine gute Zugänglichkeit, jedoch auch einen massiven Einfluss auf die städtische Struktur. Tatsächlich wird die Stadt durch den Einfluss der Eisenbahntrassen gänzlich zweigeteilt. Durch den Bau des Bahnhofes wurde die Ankunft einer Militär-Garnison am 14. Juli 1867 möglich. Sie wird zehn Jahre später in einer Kaserne untergebracht, mit ausdrucksvoller Architektur wie man sie beispielsweise auch in Rennes in der Kaserne Mac Mahon wiederfinden kann. Bei der Garnison handelte es sich um das 70. Infanterieregiment. Von dieser Zeit an verlief die Stadtentwicklung südlich der Eisenbahntrasse.

Dennoch, trotz des gewissen Wiedererwachens, entwickelte sich die Stadt nur wenig und bleibt eine kleine Handelsstadt inmitten einer von der Landwirtschaft geprägten Region. Sie verlor ihren Status als Unterpräfektur im Jahre 1926. Diese Situation dauerte bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs an. Einige Viertel mit schönen Häusern aus der ersten Hälfte des XX. Jahrhunderts finden sich hauptsächlich in der direkten Nachbarschaft zur geschlossenen Stadt und südlich der Eisenbahnstrecke. Einige von ihnen sind mit sehr schönen Villen der Stadt von Dinard verwandt. Vitré wurde während des Zweiten Weltkriegs größtenteils verschont und hat sein historisches Erbe bewahrt; im Gegensatz zu Fougères, welches massiv im Juni 1944 bombardiert wurde und infolgedessen einen Großteil des historischen Erbes verlor. Lediglich einige Boulevards wurden getroffen, wie dem Boulevard Saint-Martin 1937 zwischen dem Bahnhof und der Kirche Saint-Martin, der im Jahr 1868 gebaut wurde. Nach Ende des Krieges war Vitré nicht vom wirtschaftlichen Wohlstand ausgenommen, den Frankreich und die anderen kapitalistischen Länder erlebt haben.

20. Jahrhundert: Der Aufschwung von Vitré[Bearbeiten]

Historisches Stadtzentrum von Vitré

Vitré hat sich überwiegend in den fünfziger Jahren beträchtlich entwickelt und ausgedehnt. In der Zeit von 1945 - 1973 war Vitré, wie viele andere französische Städte auch, von dem Phänomen der Landflucht betroffen. Zahlreiche Siedlungen wurden entlang der Achsen in den Stadtvierteln westlich, östlich, nördlich und vor allem südlich der Stadt errichtet. Die gebauten Wohnungen sind überwiegend Einfamilienhäuser. Dennoch wurden größere Wohnviertel wie dem Viertel « Maison Rouge », bestehend aus kleinen Häusern mit 4 bis 6 Stockwerken im Jahr 1965 anstelle der Flüchtlingsbaracken, gebaut.

Weitere Wohnungsbauten sind im Rahmen von städtischen Erschließungen wie der Rue de Strasbourg 1954 oder der Rue du 70e RI in den sechziger Jahren entstanden.

In den Randzonen finden sich große Firmen aus den Bereichen Landwirtschaft, Textilien, Schuhe oder Feinchemikalien mit mehr als 100 Angestellten und auch große Supermärkte. Gegenwärtig hält die Entwicklung der Industriegebiete an (überwiegend im Süden und Osten aber auch auf dem Lande). In den siebziger Jahren wurde durch den Bau einer 4 spurigen Schnellstraße, die 7 km südlich verläuft, der wirtschaftliche Aufschwung der Stadt durch den Zuzug zahlreicher Industrien beschleunigt. Die Arbeitslosenquote ist im regionalen Vergleich sehr niedrig und im nationalen Vergleich noch deutlich niedriger. Dieser wirtschaftliche Aufschwung verbirgt jedoch einen großen Stellenanteil der Industrie in der Größenordnung von 40 % mit zahlreichen unsicheren Arbeitsplätzen. Umso mehr als der Wirtschaftsraum von Vitré verstärkt unter der Verlagerung von Firmen ins Ausland leidet. Gegenwärtig dehnt sich die Stadt, durch Gebiete mit Einfamilienhäusern und Industriebgebieten in der Peripherie, weiter aus. Im Zentrum gibt es eine gewisse urbane Erneuerung in Form von kleinen Gruppen, die sich in den alten Stadtvierteln gründen.

Monumente[Bearbeiten]

Das Kulturerbe von Vitrée ist von großem Reichtum. Es ist eines der Kulturerbe der bretonischen Städte, welches am besten in seinem ursprünglichen Aussehen erhalten ist. Mit ihren Häusern mit Vorhallen oder mit Holzwänden, ihren Stadtmauern, ihrem religiösen Erbe, ihren alten Straßen, ihrem Bahnhof ist Vitré ein perfektes Beispiel einer 500 Jahre alten Stadt. Diese Liste ist bei weitem nicht vollständig...

  • Burgmuseum (Musée du Château de Vitré): Besichtigung des Außenbereichs, Museum im Inneren (Gemälde, Teppiche, Skulpturen und naturgeschichtliches Museum)
  • Museum Saint-Nicolas (in 500 m Entfernung vom Schloss): Religiöse Goldschmiedekunst Ende des XIX. und Anfang des XX. Jahrhunderts (einzigartig in Frankreich)
  • Museum der Rochers-Sévigné (7 km von Vitré entfernt, Richtung Argentré-du-Plessis): Bretonische Residenz der Marquise de Sévigné, wo sie zahlreiche Briefe an ihre Tochter schrieb. Sehr schöner Garten im französischen Stil.
  • Museum du Manoir de la Faucillonnaie in Montreuil-sous-Pérouse (6 km von Vitré entfernt, Richtung Fougères): ländliche Kunst des Pays de Vitré (Einrichtung, Kochzubehör, traditionelle Kostüme, wiederhergestellter Stall, etc.)
  • Museum l'Abeille Vivante (Industriegebiet der Briqueterie)
  • Kirche Notre-Dame (XIV. Jh. Spätgotik)
  • Kirche Saint-Martin
  • Kirche Sainte-Croix
  • Protestantisches Gotteshaus
  • Hôtel Ringues de la Troussanais (Stadtpalais im bretonischen Stil der Renaissance)
  • Der Benediktinerkonvent (Gericht)
  • Die Stadtmauern und die Ecktürme
  • Die alten Straßen (Beaudrairie, Poterie, d'Embas, etc.) und Plätze (Marchix, Bahnhof, Schloss, Notre-Dame, etc.)
  • Der Bahnhof (neo-gotisches Schlösschen aus Kalkstein und rotem Backstein)
  • Schloss Château-Marie (XVII. Jh., Decke mit bemalten Balken)
  • Der Parkgarten (Le Jardin du Parc) (Kiosk, Statue von Mme de Sévigné, vielfältige und seltene botanische Pflanzen)

Wirtschaft[Bearbeiten]

Vitré ist eine Industriestadt, in der 12.000 Beschäftigte tätig sind. Die Arbeitslosenquote (ca. 5 %) ist die geringste der Bretagne und bedeutet eine Quasi Vollbeschäftigung.

Die Landwirtschaft ist mit 1,3 % der Beschäftigten wenig vertreten. Die Industrie beschäftigte 1999 4643 Angestellte, was einem Anteil von 41,1 % der aktiven Bevölkerung entspricht.

Der tertiäre Sektor beschäftigt 5890 Personen, d.h. 52,1 %, verteilt vor allem auf Handel und Firmendienstleistungen. Große Firmen aus Vitré sind Institutionen durch ihre regionale Herkunft und ihre Bedeutung auf die Anzahl der Beschäftigten. Einige Beispiele der wesentlichen Arbeitgeber sind:

  • SVA (Société Vitréenne d'Abattage): 1000 - 1999 Beschäftigte (Landwirtschaft)
  • Cooper Standard Automotive France: 700 - 799 Beschäftigte (Kautschuk und Kunststoffe)
  • Texier: 400 - 499 Beschäftigte (Textilien, Leder, Kleidung)
  • Oberthür Cards Systems: 300 - 399 Beschäftigte (Elektrizität - Elektronik)
  • Société Laitière de Vitré: 200 - 299 Beschäftigte (Landwirtschaft).

Verkehr[Bearbeiten]

Vitré ist eine der wenigen Städte in Frankreich mit einem kostenlosen städtischen Nahverkehr auf dem gesamten Netz. Das Netz umfasst 9 Buslinien mit 72 Stationen. Die Stadt profitiert von 15 (Zug-)Halten auf der Strecke Rennes-Vitré-Laval (davon 2 TGV) und 19 Halten in der anderen Richtung (davon 3 TGV).

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

DeutschlandDeutschland Helmstedt (Deutschland) 1978
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lymington (England) 1981
KanadaKanada Terrebonne (Kanada) 1983
MaliMali Djenné (Mali) 1987
SpanienSpanien Villajoyosa (Spanien) 1989
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Greece (USA) 1990
PolenPolen Środa Wielkopolska (Polen) 1994
RumänienRumänien Talmaciu (Rumänien) 1999

Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Jazz in Vitré (Musikalisches März Festival, Konzerte und Kleinkunst)
  • Karneval (April, Carnaval des Gais lurons)
  • Radrennen «Route Adélie» (April)
  • Frühling der Museen (April oder Mai)
  • Die Sévignales (Litterarisches Festival)
  • Fest der Bocage vitréen (Juli)
  • Tage des Kulturerbes (Septembre, Journées du Patrimoine)
  • Weihnachtsmarkt
  • Montagsmarkt
  • Markt mit frischen Produkten am Samstag
  • Das musikalische Sprungbrett (alle 2 Jahre, zur Vorstellung von Gruppen aus Vitré, Le tremplin musical)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. INSEE und «Vitré» von ROBERT-GUÉDON D., LE GOFF D. und BORDILLON H. Verlag Ouest-France

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vitré – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien