Wag the Dog – Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt
| Filmdaten | |
|---|---|
| Deutscher Titel | Wag the Dog – Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt |
| Originaltitel | Wag the Dog |
| Produktionsland | USA |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 1997 |
| Länge | 97 Minuten |
| Altersfreigabe | FSK 12 |
| Stab | |
| Regie | Barry Levinson |
| Drehbuch | Larry Beinhart Hilary Henkin David Mamet |
| Produktion | Barry Levinson Robert De Niro Jane Rosenthal |
| Musik | Tom Bähler Mark Knopfler |
| Kamera | Robert Richardson |
| Schnitt | Stu Linder |
| Besetzung | |
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Wag the Dog – Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt (Wag the Dog) ist ein US-amerikanischer Spielfilm von 1997. Die Satire basiert sehr frei auf dem Roman American Hero von Larry Beinhart.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Handlung
Als der US-amerikanische Präsident zwei Wochen vor der Wahl in einen Sex-Skandal mit einer minderjährigen Schülerin gerät, wird Conrad „Mr. Fix-It“ Brean (Robert de Niro) engagiert, um das Bild des Präsidenten in der amerikanischen Öffentlichkeit und vor allem seine Wiederwahl zu retten. Brean holt sich wiederum Hilfe bei einem waschechten Filmproduzenten, Motss (Dustin Hoffman), um seine Gegenkampagne entsprechend in Szene zu setzen. Die einzige Möglichkeit, den Skandal zu vertuschen, sehen die Hintermänner des Präsidenten darin, einen Krieg zu inszenieren. In den Nachrichten wird nun die Meldung verbreitet, dass die USA gegen Albanien in den Krieg ziehen würden, da die Albaner eine Atombombe in einem Koffer versteckt haben. Diese Kofferbombe sei an der Grenze Kanadas und auf dem Weg in die USA. Mit allen möglichen Aktionen und Inszenierungen wird von den Spin Doctors eine Welle von Patriotismus erzeugt.
Als die CIA von der Sache Wind bekommt, scheint die Aktion gescheitert, aber es gelingt Brean wieder einmal, seinen Kopf aus der Schlinge zu reden. Allerdings erklärt die Opposition wenige Tage später, der Krieg sei beendet. Wieder einmal scheint das Ende der Präsidentschaft besiegelt. Motss allerdings kommt die Idee, das Gerücht von einem verschollenen Helden zu verbreiten, einem gewissen Schumann, genannt „Shoe“, der hinter den feindlichen Linien zurückgelassen wurde. Auf ein Neues wird ein Mediengewitter um den Veteranen entfacht, der im Kampf für sein Land in Albanien eingeschlossen sei. Kurz vor dem Wahltag wird die Befreiung des Soldaten verbreitet.
Der von den Hintermännern auserwählte Soldat eines „Sonderprogramms“ wird in die Obhut von Brean übergeben und es stellt sich heraus, dass er ein Sträfling ist, der eine Nonne vergewaltigt und getötet hat. Als Krönung der Geschichte kommt heraus, dass Shoe nur mit starken Neuroleptika unter Kontrolle zu halten ist. Trotz eines Unwetters wollen die Wahlkämpfer Shoe auf eine Airbase fliegen, auf der der Präsident den „Heimkehrer“ empfangen kann.
Während des turbulenten Flugs rastet Shoe aus und bringt das Flugzeug zum Absturz. Brean, Motss, Shoe und die Präsidentenberaterin Winifred Ames (Anne Heche) überleben unverletzt und werden von einem Mexikaner ohne Greencard zu einer Tankstelle gefahren, die sich unweit der Absturzstelle befindet. Dort belästigt Shoe die Tochter des Pächters, da seine Psychopharmaka keine Wirkung mehr zeigen. Aus Angst, seiner Tochter könne etwas passieren, erschießt der Pächter Shoe. Nach dem ersten Schreck kommt dies den Spin Doctors durchaus gelegen, da sie nun keine öffentlichen Auftritte des Sträflings mehr fürchten müssen; stattdessen veranlassen sie seine Bestattung auf der Airbase als gefallener Veteran mit allen militärischen Würden. Der Mexikaner bekommt seine Green Card.
Die Vertuschungsaktion scheint Erfolg zu haben. Motss, mit seiner Arbeit zufrieden, verkraftet aber nicht, dass im Fernsehen die Produzenten der Fernsehwerbespots des Präsidenten als Erfolgsgaranten bezeichnet werden. Brean warnt ihn, dass die Aktion nie in der Öffentlichkeit bekannt werden darf. Motss, dem es nie um eine Bezahlung ging, kann aber nicht ertragen, um die Anerkennung seiner Arbeit gebracht zu werden, und verlässt den Raum in der Absicht die Sache publik zu machen. Brean gibt einem Agenten ein Zeichen. Kurz darauf erfährt man aus den Nachrichten, dass Motss – angeblich durch einen Herzinfarkt beim Sonnenbaden – ums Leben gekommen ist. In einer weiteren Nachrichtenmeldung ist von einem Terroranschlag in Albanien die Rede, der von einem ranghohen Militär mit den Worten kommentiert wird, dass er keinen Zweifel habe, dass weitere Truppen nach Albanien geschickt werden, um den Job zu Ende zu bringen.
[Bearbeiten] Kritiken
Das Lexikon des internationalen Films schrieb, der Film sei eine „sehr vergnügliche schwarze Komödie“, die die „Macht der Medien und der Manipulierbarkeit der Öffentlichkeit“ thematisiere sowie „zum Nachdenken über die Machtmechanismen der Gegenwart und eine noch stärker mediengesteuerte Zukunft“ anrege. Die „guten Darsteller“ würden sie tragen.[1]
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung resümiert in ihrer Filmkritik: „Genauso perfekt wie dieser Medienkrieg läuft der Film ab, dessen geradezu heimtückische Dramaturgie uns von Anfang an zu Mitverschwörern macht und zeigt, dass im Kino nichts über unterhaltsame Lügen geht.“[2]
Der Deutsche Depeschendienst konstatiert in einer Agenturmeldung: „Man mag es schier nicht glauben, dass Barry Levinsons neuer Film „Wag the Dog“ lange vor der Lewinsky-Affäre fertiggestellt wurde. Es drängen sich so viele Parallelen zwischen filmischer Fiktion und Bill Clintons Sex-Nöten auf, dass man zu dem Schluss gelangt, der Drehbuchautor David Mamet habe vorab Insider-Informationen bekommen oder besitze hellseherische Fähigkeiten.“[3]
Die Tageszeitung Die Welt meint „Wag the Dog ist eine vergnügliche Erinnerung an unsere Medienmanipulierbarkeit, an die Verquickung von Politik und Geschäft und an die Macht, welche die Technik kleinen Gruppen in die Hand gibt.“[4]
[Bearbeiten] Auszeichnungen
- Dustin Hoffman und die Drehbuchautoren wurden 1998 für den Oscar nominiert.
- Der Film als Beste Komödie, Dustin Hoffman und die Drehbuchautoren wurden 1998 für den Golden Globe Award nominiert.
- Silberner Bär der Internationalen Filmfestspiele Berlin 1998 für Barry Levinson.
- Dustin Hoffman und Anne Heche wurden 1998 für den Golden Satellite Award nominiert.
- Die Drehbuchautoren wurden 1999 für den BAFTA Award nominiert.
[Bearbeiten] Hintergrund
Der Film ist eine kritische Satire über den Umgang der Mächtigen mit Medien und Öffentlichkeit, welche durch gezielte Medienmanipulation die Macht des Präsidenten retten wollen, und nimmt die Theorie auf, dass von den USA schon häufiger Kriege aus wahltaktischen Gründen geführt wurden. Als Vorgriff auf die Realität wird Wag the Dog im Zusammenhang mit der Lewinsky-Affäre des Präsidenten Bill Clinton gehandelt. Dieser ließ 1998 während der Anhörungen über die Affäre den Irak bombardieren (Operation Desert Fox), was von einigen Medien als Ablenkungsmanöver bewertet wurde.
Parallelen zeigen sich auch zu der medienwirksamen Rettungsaktion von Jessica Lynch im Irakkrieg 2003 – also Jahre nachdem der Film entstand – bei der ein Hollywood-Kameramann Regie führte.[5]
In einem der Ablenkungsmanöver lässt Brean die Nachricht über den eventuellen Einsatz des nichtexistierenden B-3-Bombers im Albanienkrieg gerüchteweise verbreiten, damit der Sprecher des Weißen Hauses dies später – wenig glaubhaft – dementieren kann, weil es ja keinen B-3-Bomber gebe. Einen solchen Bomber gibt es auch in der Wirklichkeit nicht.
Der Filmtitel bedeutet übersetzt „Den Hund wedeln“ – abgeleitet ist er von dem auch im deutschsprachigen Raum bekannten Witz: „Warum wedelt der Hund mit dem Schwanz? – Weil er schlauer ist. Wäre es umgekehrt, würde ja der Schwanz mit dem Hund wedeln!“ Wie dieser Scherz in Bezug auf den Film zu interpretieren ist, ist unklar. Der Hund könnte das amerikanische Volk symbolisieren, welches durch die Regierung (den schlaueren Schwanz) beliebig manipuliert werden kann. Eine andere Lesart sieht die Regierung, beziehungsweise den Präsidenten, als den Hund, welcher erst von seinen gewieften PR-Leuten gelenkt wird.
Der gleichnamige Soundtrack stammt von Mark Knopfler, der auch den Song Wag The Dog komponierte und sang.
Der Film hat Ähnlichkeiten mit Michael Moores Film Unsere feindlichen Nachbarn, nur dass in jenem Kanada der Feind ist.
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ Lexikon des internationalen Films
- ↑ Filmkritik Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 20. März 1998
- ↑ Filmkritik Deutscher Depeschendienst (ddp) vom 24. März 1998
- ↑ Filmkritik Die Welt vom 26. März 1998
- ↑ Soldaten entlarven Heldenlügen des Pentagon. In: Spiegel Online vom 25. April 2007
[Bearbeiten] Weblinks
- Wag the Dog – Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
- Sammlung von Kritiken zu Wag the Dog – Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt bei Rotten Tomatoes (englisch)
- Gesammelte Zeitungskritiken zu Wag the Dog auf Metacritic.com (englisch)
- Wag the Dog – Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt im Lexikon des internationalen Films
- Kritik bei The-Fan.net
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