American Diner

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Filmdaten
Deutscher Titel American Diner
Originaltitel Diner
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1982
Länge 105 Minuten
Altersfreigabe FSK ohne
Stab
Regie Barry Levinson
Drehbuch Barry Levinson
Produktion Jerry Weintraub
Musik Bruce Brody
Ivan Kral
Kamera Peter Sova
Schnitt Stu Linder
Besetzung

American Diner (Diner) ist eine US-amerikanische Filmkomödie von Barry Levinson aus dem Jahr 1982. Der Film handelt von fünf Freunden, die viel Zeit damit verbringen zu ignorieren, dass sie langsam älter werden. Die Zeit lässt sich jedoch nicht aufhalten.

Handlung[Bearbeiten]

In Baltimore im Jahr 1959 treffen sich sechs Freunde, die sich noch aus der High School kennen, in der Zeit von Weihnachten bis Silvester einmal pro Woche im Diner, einem jener typisch US-amerikanischen Schnellimbisse, die oft rund um die Uhr geöffnet sind. Sie sprechen über ihre Träume und planen die Zukunft, doch die Freunde haben sich seit den High-School-Tagen verändert.

Laurence “Shrevie” Schreiber ist als einziger bereits verheiratet und hat bei Diskussionen immer einen leicht melancholischen Zug um die Mundwinkel. Seine Erinnerungen an die Jugend stehen in Form einer Schallplattensammlung im heimischen Schallplattenregal. Zornig wird er nur, wenn seine Frau Beth sie durcheinanderbringt. Robert Sheftell, genannt Boogie, studiert Jura und jobbt als Friseur. Um seine Spielschulden loszuwerden, schließt er Wetten auf seine Verführungskünste ab. Edward Simmons will seine Verlobte heiraten, sobald sie ausreichende Kenntnisse über Baseball hat. Das will er mit einem 140-Fragen-Baseball-Quiz überprüfen. Auch William “Billy” Howard, der in New York studiert und nur zu Besuch zu Hause in Baltimore ist, denkt ans Heiraten. Aber seine schwangere Freundin Barbara hat mehr Interesse an ihrer Karriere. Einzig bei Fenwick, dem Problemfall der Clique, entlädt sich diese latente Unzufriedenheit von Zeit zu Zeit in makabren Scherzen, blinder Aggression oder exzessivem Alkoholkonsum, wenn er zum Beispiel seinen Freunden einen Autounfall vortäuscht oder zur Weihnachtszeit die Krippenfiguren der Heiligen Drei Könige verprügelt.

Kritiken[Bearbeiten]

Roger Ebert verglich in der Chicago Sun-Times die „episodische“ Struktur des Films mit American Graffiti. Einige der gezeigten Situationen würden „unplausibel“ wirken. Der Film sei oft „sehr witzig“, wozu besonders die Dialoge beitragen würden.[1]

Das Lexikon des internationalen Films schrieb, der Film vermische „realistische Zeitzeichnung“ und „leicht verklärende Nostalgie“, wobei die „rüden“ Dialoge zum Realismus beitragen würden. Er thematisiere die „Probleme des Erwachsenwerdens“.[2]

Im Fischer Film Almanach von 1988 wurde der Film wie folgt beurteilt: „Wie Tin Men spielt auch Diner Ende der fünfziger Jahre in Baltimore, eine Reminiszenz des Regisseurs an seine Heimatstadt, die aber nicht zur nostalgischen Schönfärberei verkommt, sondern ein von den Accessoires bis hin zum Soundtrack stimmiges Zeitporträt ergibt.“[3]

Roger Graf urteilte 1983 in der Zeitschrift Zoom Nr. 1/1983 wie folgt: „Bestechend sind neben der exzellenten Dialogregie die jungen Darsteller - allesamt neue Gesichter -, die mit ihrem subtilen, realistischen Spiel viel zum Gelingen des Films beitragen. Der junge Regisseur hat bezüglich Schauspielerführung für einen Newcomer Erstaunliches geleistet. Sein Film ist keine Abrechnung mit seiner Jugendzeit, eher eine schöne Erinnerung mit einem leicht ironischen Augenzwinkern, das aber nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass in dieser Hommage an die fünfziger Jahre einiges an Sentimentalität mitschwingt.“[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Barry Levinson wurde im Jahr 1983 für das Drehbuch für den Oscar nominiert; er wurde außerdem 1983 für den Writers Guild of America Award nominiert. Er und Mickey Rourke gewannen 1983 den Boston Society of Film Critics Award. Mickey Rourke gewann 1983 den National Society of Film Critics Award. Der Film wurde 1983 in der Kategorie Bester Film – Komödie oder Musical für den Golden Globe Award nominiert.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Film wurde in Baltimore gedreht. [4] Seine Produktionskosten betrugen schätzungsweise 5 Millionen US-Dollar. In den Kinos der USA spielte er ca. 14,1 Millionen US-Dollar ein. [5] In den USA kam er am 5. März 1982 in die Kinos. In der Bundesrepublik Deutschland startete er im Kino erst am 6. September 1990, während er im Fernsehprogramm der ARD bereits am 30. November 1987 ausgestrahlt wurde.[2]

Der Film hatte großen Einfluss auf nachfolgende Filme und war für Steve Guttenberg (Police Academy, Noch drei Männer, noch ein Baby), Daniel Stern (Kevin allein zu Haus), Timothy Daly (Die Sopranos) und natürlich auch Mickey Rourke (9½ Wochen, Angel Heart) und Kevin Bacon (Footloose, Flatliners – Heute ist ein schöner Tag zum Sterben) sowie Ellen Barkin (The Big Easy – Der große Leichtsinn) der Einstieg in ihre bis heute andauernde Filmkarriere. Auch Barry Levinson (Rain Man, Banditen!) startete mit diesem Werk seine überaus erfolgreiche Karriere als Regisseur.[6]

Dieser Film enthält auch die Szene, die Mickey Rourke bekannt machte. Es geht um eine Wette mit seinen Freunden. Die Filmfigur Boogie behauptet, dass ein begehrtes Mädchen, das jedoch sehr zurückhaltend und unnahbar auf männliche Annäherungsversuche reagiert, seinen Penis in die Hand nehmen würde. Das Ganze soll in einem Kino passieren. Beide essen Popcorn aus einer Pappbox, die Boogie auf seinem Schoß platziert hat. Ohne dass die junge Frau es merkt, steckt Boogie seinen Penis durch ein Loch im Boden der Box. Als das Mädchen wieder zugreift, hat es plötzlich sein Glied in der Hand. Seine Freunde quittieren das Schauspiel feixend.[3][7]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kritik von Roger Ebert
  2. a b American Diner im Lexikon des Internationalen Films
  3. a b c Meinolf Zurhorst: Mickey Rourke Seine Filme - sein Leben. Heyne Filmbibliothek Nr. 32/129. Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co. KG, München, 1989, S. 42-43, 148-149
  4. Drehorte für Diner
  5. Business Data for Diner
  6. American Diner bei vanityfair.com
  7. American Diner – Popcorn Szene