Neuroleptikum

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Neuroleptika (etwa „Nervendämpfungsmittel“) oder Antipsychotika sind Arzneistoffe aus der Gruppe der Psychopharmaka, die eine sedierende und antipsychotische – den Realitätsverlust bekämpfende – Wirkung besitzen. Sie werden hauptsächlich zur Behandlung von Wahnvorstellungen und Halluzinationen eingesetzt, die bei psychischen Störungen wie etwa der Schizophrenie oder Manie auftreten können. Auch als Beruhigungsmittel werden sie verwendet, etwa bei Ängsten, Schlafstörungen, Erregungszuständen oder der Neuroleptanalgesie. In neuerer Zeit werden sie zunehmend bei weiteren psychiatrischen Krankheitsbildern eingesetzt, unter anderem bei Autismus,[1] dem Tourette-Syndrom,[2] Depressionen[3] und Zwangserkrankungen.[4]

Das erste Neuroleptikum, Chlorpromazin, wurde 1953 unter dem Namen Megaphen in Deutschland eingeführt. Seitdem wurden eine Vielzahl weiterer Substanzen entwickelt und auf den Markt gebracht. Seit den 1990er Jahren werden diese Medikamente häufig auch Antipsychotika genannt.[5]

Der Einsatz von Neuroleptika ist heute üblicher Standard bei der Behandlung von akuten Psychosen. Seit ihrer Einführung ist über die Jahrzehnte hinweg ein kontinuierlicher Anstieg der verordneten Tagesdosen und des Umsatzes von Neuroleptika zu verzeichnen.[6][7] Von 2005 bis 2010 stieg die durchschnittliche Anzahl der verordneten Tagesdosen jährlich zwischen 2 % und 5 % an. Dies ist unter anderem den mit der Zeit erweiterten Anwendungsgebieten und der steigenden Off-Label-Verwendung zuzuschreiben.[8]

Mit der Einführung von Neuroleptika konnten Menschen, die an einer akuten Psychose litten, erstmals symptomatisch behandelt werden. Zusätzlich kann eine präventive Langzeitbehandlung mit Neuroleptika den Ausbruch einer behandlungsbedürftigen Psychose verhindern.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte [Bearbeiten]

Anfänge [Bearbeiten]

Ausgangspunkt der Entwicklung von Neuroleptika war die deutsche Farbstoffindustrie Ende des 19. Jahrhunderts. Damals stellte die Firma BASF chemische Farbstoffe her, die bald auch in der Histologie Verwendung fanden. Bei bestimmten Farbstoffen stellte man eine antibiotische Wirksamkeit fest, beispielsweise wirkte der Stoff Methylenblau, ein Phenothiazin-Derivat, gegen Malaria. Bei Anwendung der Phenothiazinderivate wie Promethazin (1948; als Atosil bis heute im Handel) stellte man eine sedierende und antihistaminerge Wirkung fest. Dies sollte bei kriegsbedingten Schock- und Stressreaktionen und bei Operationen von Vorteil sein. Die zusätzlichen vegetativen (sympathico- und vagolytischen) Eigenschaften wurden als „künstlicher Winterschlaf“ bezeichnet und sollten bei größeren Operationen hilfreich sein. Zusammen mit Opiaten wurde damals von Neuroleptanästhesie gesprochen.

Chlorpromazin, das erste Neuroleptikum [Bearbeiten]

Der französische Militärarzt und Chirurg Henri Marie Laborit entdeckte als erstes die psychotrope Wirkung von Chlorpromazin und ebnete damit den Weg für die Einführung der Neuroleptika

Der erste Wirkstoff, der als antipsychotisch wirksames Medikament vermarktet wurde, ist das Chlorpromazin. Es wurde im Jahre 1950 in Frankreich bei Forschungen zu antihistaminisch wirksamen Substanzen vom Chemiker Paul Charpentier bei der Firma Rhône-Poulenc synthetisiert. Seine antipsychotische Wirkung wurde zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht erkannt.

Im Jahre 1952 erprobte der französische Chirurg Henri Marie Laborit auf der Suche nach einem wirksamen Anästhetikum mehrere Antihistaminika. Er bemerkte, dass diese Stoffe eine sedierende und angstlösende Wirkung zu haben schienen, allen zuvor das Chlorpromazin. Zwischen April 1951 und März 1952 wurden 4000 Proben an über 100 Forscher in 9 Länder verschickt. Am 13. Oktober 1951 erschien der erste Artikel, in dem Chlorpromazin öffentlich erwähnt wurde. Laborit berichtete über seine Erfolge mit der neuen Substanz bei der Anästhesie. Die beiden französischen Psychiater Jean Delay und Pierre Deniker gaben am 26. Mai 1952 bekannt, dass sie eine beruhigende Wirkung bei Patienten mit Manie gesehen hätten. Während Chlorpromazin am Anfang noch gegen viele verschiedene Störungen eingesetzt wurde, zeigte sich später als wichtigste Indikation eine spezifische Wirkung gegen psychomotorische Unruhe, vor allem bei der Schizophrenie.

Ab 1953 wurde das Chlorpromazin als Megaphen (Deutschland 1. Juli 1953) oder Largactil in Europa vermarktet, 1955 kam es in den USA unter dem Namen Thorazine auf den Markt. Die heute gebräuchliche Bezeichnung „Neuroleptikum“ wurde erst ab 1955 verwendet. Das neue Medikament wurde in den USA als „chemische Lobotomie“ beworben. Die Lobotomie war zu dieser Zeit eine verbreitete Gehirnoperationsmethode zur Behandlung einer Reihe von psychischen Krankheiten und Verhaltensstörungen. Die Verwendung von Chlorpromazin versprach eine vergleichbare Wirkung mit dem Vorteil, dass eine rein medikamentöse Behandlung nicht-invasiv und reversibel ist.

Die neurophysiologische Wirkung des Chlorpromazin wurde erforscht, davon ausgehend wurden zahlreiche weitere antipsychotisch wirksame Stoffe entdeckt. Die Forschungen führten 1957 zur zufälligen Entdeckung der modernen Antidepressiva sowie weiteren Wirkstoffen wie Anxiolytika.

Einfluss auf die Behandlung psychisch Kranker [Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte der Psychiatrie
Anzeige aus den 60er-Jahren für das Chlorpromazin-Präparat Thorazine in den USA. Der Text links bedeutet übersetzt: Wenn der Patient auf „sie“ einschlägt, setzt Thorazine seinem Gewaltausbruch ein schnelles Ende. Gemeint sind imaginäre Angreifer, die der Patient im Rahmen einer halluzinatorischen Psychose vor sich sieht.

Vor Einführung der Neuroleptika stand Menschen, die an einer akuten Psychose litten, keine symptomatische Behandlungsmethode zur Verfügung. Sie mussten aufgrund fehlender Selbständigkeit oder drohender Eigen- und Fremdgefährdung oft in eine psychiatrische Klinik eingeliefert und solange dort behalten werden, bis die Symptome mit der Zeit abklangen. Als Behandlungsmöglichkeiten standen lediglich Schutzmaßnahmen wie Freiheitsentzug oder medikamentöse Sedierung zur Verfügung, um die Patienten daran zu hindern, sich selbst oder Dritte in ihrem wahnhaften Zustand zu schädigen. Mit Einführung der Neuroleptika konnten die Symptome der Patienten erstmals gezielt bekämpft werden, was die Dauer des krankhaften Zustandes und damit auch die nötige Aufenthaltsdauer in den Kliniken reduzierte. Die Verwendung von Neuroleptika setzte sich vor allem in Europa schnell durch. In den USA waren noch lange Zeit andere Behandlungsmethoden wie Lobotomie und Psychoanalyse gebräuchlich. Heute ist die Gabe von Neuroleptika in den Industrieländern die Standardmethode bei behandlungsbedürftigen Psychosen.

Einführung der atypischen Neuroleptika [Bearbeiten]

Die frühen Neuroleptika verursachten neben der erwünschten antipsychotischen Wirkung eine Reihe von Nebenwirkungen, darunter das sogenannte extrapyramidale Syndrom. Dabei handelt es sich um Störungen der Bewegungsabläufe, die sich beispielsweise in Form einer Sitzunruhe oder einer Muskelstarrheit ähnlich wie bei Parkinson-Erkrankten äußern. Es wurde festgestellt, dass ein Neuroleptikum umso stärker antipsychotisch wirkte, je größer diese Nebenwirkungen waren.

Mit der Einführung des Clozapin im Jahre 1971 kamen neuartige Medikamente auf den Markt, bei denen dieser Zusammenhang nicht bestand und die eine starke antipsychotische Wirkung bei vergleichsweise geringen oder fehlenden extrapyramidalmotorischen Nebenwirkungen versprachen. Zur Abgrenzung gegen die bisherigen Neuroleptika wurden diese neuen Wirkstoffe als atypische Neuroleptika bezeichnet, die alten Wirkstoffe hingegen als typische, konventionelle oder klassische Neuroleptika. Seitdem wurden eine Reihe weiterer atypische Neuroleptika erforscht und auf den Markt gebracht.

Neuroleptische Potenz [Bearbeiten]

Nach Einführung der Neuroleptika stellte der Psychiater Hans-Joachim Haase fest, dass ein Medikament umso stärker antipsychotisch wirkte, je größer seine extrapyramidalmotorischen Nebenwirkungen waren. Er führte daher den Begriff der neuroleptischen Potenz ein. Die neuroleptische Potenz ist ein Maß für die antipsychotische Wirkung einer Substanz.

Der direkte Zusammenhang zwischen antipsychotischer Wirkung und extrapyramidalmotorischen Nebenwirkungen besteht allerdings nur bei den typischen Neuroleptika und gilt nicht für die atypischen Neuroleptika. Das bedeutet, dass sich die Wirkstoffe beim Vergleich eines typischen mit einem atypischen Neuroleptikum bezüglich genannter Nebenwirkungen voneinander unterscheiden können, obwohl sie dieselbe neuroleptische Potenz aufweisen – ebenso muss beim Vergleich zweier atypischer Neuroleptika jenes mit der höheren neuroleptischen Potenz nicht zwangsläufig mehr extrapyramidalmotorische Nebenwirkungen aufweisen.

Die neuroleptische Potenz wird im Chlorpromazin-Index (CPZi) angegeben. Als Referenzwert von 1 wurde dabei Chlorpromazin festgelegt, der erste als Neuroleptikum verwendete Wirkstoff. Ein CPZi von 10 bedeutet beispielsweise, dass der Wirkstoff bei gleicher Dosierung zehn mal stärker antipsychotisch wirksam ist als ein Wirkstoff mit einem CPZi von 1.

Je nach der Potenz werden klassische Neuroleptika in drei Klassen unterteilt:

  • niederpotente Neuroleptika (CPZi ≤ 1,0)
Beispiele: Promethazin, Levomepromazin, Thioridazin, Promazin
  • mittelpotente Neuroleptika (CPZi = 1,0–10,0)
Beispiele: Chlorpromazin, Perazin, Zuclopenthixol
  • hochpotente Neuroleptika (CPZi > 10,0)
Beispiele: Perphenazin, Fluphenazin, Haloperidol, Benperidol

Die Zahlenangabe der Potenz eines Neuroleptikums sagt wenig über den Effekt der Substanz im Einzelfall (beim konkreten Patienten) aus, da individuell das Ansprechen auf eine Dosis sehr verschieden sein kann.

Neuroleptikum
(Arzneistoff)
Stoffklasse CPZ-
Äquivalent X
mittlere (-max.) Dosis
je Tag in mg
Hochpotente N.:
Benperidol Butyrophenon 75 1,5–20 (–40)
Haloperidol Butyrophenon 50 1,5–20 (–100)
Bromperidol Butyrophenon 50 5–20 (–50)
Flupentixol Thioxanthen 50 3–20 (–60)
Fluspirilen DPBP 50 1,5–10 mg/Wo. (max.)
Olanzapin Thienobenzodiazepin 50 5–20 (max.)
Pimozid DPBP 50 1–4 (–16)
Risperidon Benzisoxazolderivat 50 2–8 (–16)
Fluphenazin Phenothiazin 40 2,5–20 (–40)
Trifluoperazin Phenothiazin 25 1–6 (–20)
Perphenazin Phenothiazin 15 4–24 (–48)
Mittelpotente N.:
Zuclopenthixol Thioxanthen 5 20–40 (–80)
Clopenthixol Thioxanthen 2,5 25–150 (–300)
Chlorpromazin Phenothiazin 1 25–400 (–800)
Clozapin Dibenzodiazepin 1 12,5–450 (–900)
Melperon Butyrophenon 1 25–300 (–600)
Perazin Phenothiazin 1 75–600 (–800)
Quetiapin Dibenzothiazepin 1 150–750 (max.)
Thioridazin Phenothiazin 1 25–300 (–600)
Niedrigpotente N.:
Pipamperon Butyrophenon 0,8 40–360 (max.)
Triflupromazin Phenothiazin 0,8 10–150 (–600)
Chlorprothixen Thioxanthen 0,8 100–420 (–800)
Prothipendyl Azaphenothiazin 0,7 40–320 (max.)
Levomepromazin Phenothiazin 0,5 25–300 (–600)
Promazin Phenothiazin 0,5 25–150 (–1.000)
Promethazin Phenothiazin 0,5 50–300 (–1.200)
Amisulprid Benzamid 0,2 50–1.200 (max.)
Sulpirid Benzamid 0,2 200–1.600 (–3.200)

(Modifiziert nach Möller 2001, S. 243)

Darreichungsformen [Bearbeiten]

Depotpräparat Risperdal Consta zur intramuskulären Injektion

Neuroleptika werden in verschiedenen Darreichungsformen angeboten. Am häufigsten ist dabei die orale Einnahme in Tablettenform. Flüssige und intravenös injizierbare Präparate werden aufgrund des schnelleren Wirkungseintritts vor allem in psychiatrischen Kliniken verabreicht, etwa zur Behandlung von akuten Erregungszuständen. Später wurden so genannte Depotpräparate entwickelt, die mit einer Spritze intramuskulär verabreicht werden.[9] Die Bezeichnung „Depot“ kommt daher, dass der injizierte Wirkstoff im Muskelgewebe gespeichert bleibt und von dort langsam in den Blutkreislauf abgegeben wird. Eine Auffrischung der Dosis ist erst nach mehreren Wochen nötig, wenn das Depot erschöpft ist. Depotpräparate können im Vergleich zur oralen und intravenösen Verabreichung die Verträglichkeit erhöhen, da durch die langsame, kontinuierliche Freisetzung eine gleichmäßigere Konzentration des Wirkstoffes im Blut erreicht wird. Im Rahmen einer Zwangsbehandlung können Neuroleptika in psychiatrischen Kliniken unter bestimmten Voraussetzungen auch gegen den Willen des Patienten verabreicht werden. Hierbei kommen häufig injizierbare Präparate zum Einsatz, da zur oralen Einnahme bestimmte Präparate von unkooperativen Patienten ausgespuckt oder im Mund versteckt werden können.

Chemie [Bearbeiten]

Trizyklische Neuroleptika (Phenothiazine und Thioxanthene) [Bearbeiten]

Chlorpromazin – ein Phenothiazin

Seit den 1950er-Jahren finden die trizyklischen Neuroleptika therapeutische Anwendung. Sie besitzen ein trizyklisches Phenothiazin- (Phenothiazine: zum Beispiel Chlorpromazin, Fluphenazin, Levomepromazin, Prothipendyl, Perazin, Promazin, Thioridazin und Triflupromazin) oder Thioxanthenringsystem (Thioxanthene: zum Beispiel Chlorprothixen und Flupentixol). Das trizyklische Promethazin war zudem das erste therapeutisch genutzte Antihistaminikum. Strukturell ähneln trizyklische Neuroleptika weitgehend den trizyklischen Antidepressiva. Unterschiede in der pharmakologischen Wirkung zwischen beiden Substanzklassen werden mit einer voneinander abweichenden dreidimensionalen Konformation des trizyklischen Ringsystems in Verbindung gebracht.

Dibenzepine [Bearbeiten]

Quetiapin, ein Dibenzepin

Von den älteren trizyklischen Neuroleptika sind die neueren trizyklischen Dibenzepine (zum Beispiel Clozapin, Olanzapin, Quetiapin und Zotepin) abzugrenzen. Sie verfügen über ein Dibenzothiepin- (Zotepin), Dibenzodiazepin- (Clozapin), Thienobenzodiazepin- (Olanzapin) oder ein Dibenzothiazepin-Ringsystem (Quetiapin), welche eine von den klassischen trizyklischen Neuroleptika abweichende dreidimensionale Anordnung besitzen und somit für deren abweichende (atypische) pharmakologische Wirkung verantwortlich sind.

Butyrophenone und Diphenylbutylpiperidine [Bearbeiten]

Haloperidol, ein Butyrophenon

Die Butyrophenone (z. B. Haloperidol, Melperon, Bromperidol und Pipamperon) zeichnen sich chemisch durch einen 1-Phenyl-1-butanon-Baustein aus. Ausgehend vom Haloperidol wurden zahlreiche weitere Neuroleptika entwickelt, etwa das Spiperon mit klar erkennbarer Strukturverwandtschaft zu den Butyrophenonen. Therapeutische Anwendung finden auch die abgeleiteten Diphenylbutylpiperidine Fluspirilen und Pimozid.

Benzamide [Bearbeiten]

Eine Sonderstellung nehmen die Benzamide (Wirkstoffe Sulpirid und Amisulprid) ein, die außer einem neuroleptischen noch einen gewissen stimmungsaufhellenden, aktivierenden Effekt haben.

Benzisoxazol-Derivate, andere Stoffe [Bearbeiten]

Zwischen den „AtypikaRisperidon und Ziprasidon bestehen ebenfalls Strukturparallelen, sie können als entfernt mit Haloperidol verwandt betrachtet werden. Das neuere Aripiprazol weist einige Gemeinsamkeiten mit den älteren Substanzen auf. Während Risperidon besonders stark antipsychotisch wirkt, zeigt Ziprasidon noch einen Noradrenalin-spezifischen Effekt. Aripiprazol ist ein Partialagonist an Dopamin-Rezeptoren und in diesem Punkt von sämtlichen übrigen Neuroleptika verschieden.

Alkaloide [Bearbeiten]

Das pentazyklische Rauvolfia-Alkaloid Reserpin hat in der Therapie der Schizophrenie nur noch historische Bedeutung.

Pharmakologie [Bearbeiten]

Wirkmechanismus [Bearbeiten]

Neuroleptika hemmen die Übertragung des körpereigenen Botenstoffs Dopamin. Ein erhöhter Dopaminspiegel im Gehirn kann zu Halluzinationen und Wahnvorstellungen führen, die im Rahmen einer Psychose auftreten können.

Als gesichert gilt heute, dass der Wirkungsmechanismus von Neuroleptika auf einem Eingreifen in die synaptische Erregungsübertragung innerhalb des Gehirns beruht, wobei alle derzeitigen Neuroleptika die Übertragung des Neurotransmitters Dopamin hemmen. Zusätzlich können Neuroleptika mit Rezeptoren für Serotonin, Acetylcholin, Histamin und Noradrenalin interagieren.

Neuroleptika wirken symptomatisch, können also psychische Krankheiten nicht im eigentlichen Sinne heilen. Symptome wie Halluzinationen, Wahn oder Erregungszustände können aber zumindest für die Dauer der medikamentösen Behandlung unterdrückt werden. Dies ermöglicht dem Patienten eine Distanzierung von der Erkrankung, sodass er seinen eigenen Zustand als krankhaft erkennen kann.

Die antipsychotische und sedierende Wirkung ist je nach Wirkstoff unterschiedlich stark ausgeprägt. Stoffe mit einer hohen neuroleptischen Potenz wie Haloperidol wirken besonders stark antipsychotisch und eignen sich zur Behandlung von Symptomen wie Wahn und Halluzinationen, während niederpotente Wirkstoffe wie Pipamperon eher sedierend wirken und bei Symptomen wie Angst, Schlafstörungen und Erregungszuständen verabreicht werden. Dementsprechend kann der zu verabreichende Wirkstoff je nach Behandlungsziel ausgewählt werden. Auch eine kombinierte Einnahme ist möglich. Häufig bei der Behandlung einer akuten Psychose ist beispielsweise die tägliche Gabe eines antipsychotisch wirksamen Stoffes, während ein sedierendes Präparat bei Bedarf zusätzlich eingenommen werden kann.

Unerwünschte Wirkungen [Bearbeiten]

Die möglichen unerwünschten Wirkungen hängen stark vom jeweiligen Wirkstoff und der Dosierung ab.

Bei den unerwünschten Wirkungen sind solche vegetativer Art (hormonelle und sexuelle Störungen, Muskel- und Bewegungsstörungen, Schwangerschaftsschäden, Körpertemperaturstörungen etc.) und solche psychischer Art (sedierende Wirkungen, Depressionen, Antriebslosigkeit, emotionale Verarmung, Verwirrtheit, andere Wirkungen auf das Zentralnervensystem etc.) zu unterscheiden.

Störung von Bewegungsabläufen [Bearbeiten]

Neuroleptika können Bewegungsstörungen verursachen, die in ihrem Erscheinungsbild der Parkinson-Krankheit ähneln
Typische Bewegungsstörungen wie „Trippeln“ und motorische Unruhe einer an Akathisie leidenden Patientin (man beachte den Drang, im Stehen statt im Sitzen zu essen).

Eine Folge der hemmenden Wirkung auf den Überträgerstoff Dopamin ist die Störung von körperlichen Bewegungsabläufen, da Dopamin daran wesentlich beteiligt ist. Da diese Störungen das extrapyramidalmotorische System betreffen, werden sie unter dem Begriff extrapyramidales Syndrom zusammengefasst. Dabei wird unterschieden zwischen:

  • Akathisie: Eine Bewegungsunruhe, die den Betroffenen dazu bringt, ständig umher zu laufen oder sinnlos erscheinende Bewegungen wie Auf-der-Stelle-treten oder Wippen mit dem Knie zu vollziehen. In den USA wird dieses Phänomen umgangssprachlich als „thorazine shuffle“ bezeichnet (englisch to shuffle = schlurfen, Thorazine ist der Handelsname eines Neuroleptikums).
  • Frühdyskinesien: Unwillkürliche Bewegungen bis hin zu krampfartigen Anspannungen von Muskeln und Muskelgruppen. Möglich sind auch Zungen- und Schlundkrämpfe.
  • Parkinsonoid: Bewegungsstörungen, die in ihrem Erscheinungsbild der Parkinson-Krankheit ähneln. Häufig ist dabei eine Muskelstarre (Rigor), die die Bewegungen des Betroffenen ungelenk und „roboterartig“ erscheinen lässt. Auch dystone Störungen wie zum Beispiel ein Schiefhals kommen vor. Zur Früherkennung solcher Störungen kann der auf Handschriftenbeobachtung beruhende Haase-Schwellen-Test (HST) genutzt werden.
  • Spätdyskinesien: Bei Langzeitbehandlungen treten in bis zu 20 % aller Fälle Spätdyskinesien, auch tardive Dyskinesien genannt, auf. Dabei handelt es sich um Bewegungsstörungen im Gesichtsbereich (Zuckungen, Schmatz- und Kaubewegungen) oder Hyperkinesen (unwillkürliche Bewegungsabläufe) der Extremitäten. Die Schwere dieser Störungen hängt von Dosierung und Dauer der neuroleptischen Behandlung ab. Spätdyskinesien bilden sich in einigen Fällen auch nach Absetzen des Neuroleptikums nicht zurück und bleiben ein Leben lang. Das Absetzen des Neuroleptikums kann die Beschwerden vorübergehend verstärken, verhindert aber langfristig das weitere Fortschreiten.

Ein Anticholinergikum wie Biperiden kann diesen Symptomen entgegenwirken und daher ergänzend verabreicht werden. Spätdyskinesien sprechen darauf allerdings nicht an.

Sedierung [Bearbeiten]

Eine übermäßige Sedierung kann beim Patienten zu kognitiven Defiziten führen und ihn in seinen Aktivitäten einschränken. Bei aggressivem, selbstschädigendem oder hyperaktivem Verhalten ist eine sedierende Wirkung jedoch mitunter erwünscht. Eine stark sedierende Wirkung haben vor allem die typischen, niederpotenten Neuroleptika, die deshalb als Beruhigungsmittel etwa bei Schlafstörungen, aggressivem Verhalten und psychomotorischen Erregungszuständen zum Einsatz kommen. Auch einige atypische Neuroleptika wie Quetiapin können stark sedierend wirken.

Schädigung des Gehirns [Bearbeiten]

Die Behandlung mit Neuroleptika führt zu einem dosis- und zeitabhängigen Umbau der Struktur des Gehirns mit einer Verschiebung der Verhältnisses von grauer zu weißer Substanz und einer Verringerung des Volumens verschiedener seiner Strukturen[10]. Eine an Affen durchgeführte Studie ergab, dass deren Hirnvolumen und -gewicht um etwa 10 % sank, nachdem diese über einen längeren Zeitraum hinweg Neuroleptika in bei der Behandlung von Schizophreniekranken üblichen Dosen erhielten.[11]

Weitere unerwünschte Wirkungen [Bearbeiten]

Weitere mögliche unerwünschte Wirkungen sind Leber- oder Nierenfunktionsstörungen, Herzrhythmusstörungen, Funktionsstörung der Bauchspeicheldrüse, Einschränkungen von Sexualität und Libido, Gewichtszunahme, Hormonstörungen (u. a. bei Frauen: Störungen der Regelblutung). Fallkontrollstudien zeigten auch ein um etwa ein Drittel erhöhtes Risiko für eine Thromboembolie.[12]

Bei Vorliegen einer entsprechenden Disposition können Neuroleptika der Auslöser für sog. Gelegenheitsanfälle sein.

Seltene (bis zu 0,4 %), aber unter Umständen lebensgefährliche Nebenwirkungen sind das Maligne Neuroleptische Syndrom mit Fieber, Muskelsteifigkeit und Bewegungsstarre, Bewusstseinsstörungen, starkem Schwitzen und beschleunigter Atmung sowie Störungen der Bildung weißer Blutkörperchen (Agranulozytose).

Bestimmte Neuroleptika dürfen unter anderem nicht eingenommen werden bei einigen Blutbildveränderungen (z. B. Clozapin), Hirnerkrankungen, akuten Vergiftungen, bestimmten Herzerkrankungen sowie bei schweren Leber- und Nierenschäden. Die Einnahme von Neuroleptika zusammen mit Alkohol oder Beruhigungsmitteln kann zu einer gefährlichen Wirkungsverstärkung führen. Tee, Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke können die Wirkung von Neuroleptika verringern. Durch Neuroleptika kann es zu einer Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens kommen. Die Fahrtüchtigkeit kann eingeschränkt sein, und es kann zu einer Gefährdung am Arbeitsplatz (zum Beispiel beim Bedienen von Maschinen) kommen.

Antipsychotika schränken Problemlösen[13] und Lernen[14] ein. Sie werden mit der Entstehung von Hypophysentumoren in Verbindung gebracht[15] und können im Alter zu Stürzen führen.

Einfluss auf die Lebenserwartung [Bearbeiten]

An Schizophrenie leidende Menschen haben eine im Vergleich zum Bevölkerungsdurchschnitt um 20 % verringerte Lebenserwartung.[16] Der Einfluss einer Behandlung mit Neuroleptika auf diese Tatsache wurde in verschiedenen Studien untersucht. Dabei kamen einige Studien zu widersprüchlichen Ergebnissen. Dies lässt sich unter anderem dadurch erklären, dass etwa zwei Drittel aller Medikamentenstudien durch die Industrie gefördert werden[7]. Solche Studien kommen tendenziell zu positiveren Ergebnissen hinsichtlich der Eigenschaften der überprüften Medikamente. Widersprüchliche Ergebnisse kommen aber auch durch die Art der überprüften Auswirkungen zustande. Die erhöhte Mortalität der Erkrankten hat sowohl körperliche als auch psychische Ursachen. Zum einen wirken sich Neuroleptika durch vielfältige, teils irreversiblen Nebenwirkungen negativ auf die körperliche Gesundheit aus. So werden sie beispielsweise mit einer höheren Wahrscheinlichkeit von kardiovaskulären Ereignissen in Zusammenhang gebracht,[17] schädigen das Gehirn und können zu Gewichtszunahme führen. Die negativen körperlichen Auswirkungen hängen stark von der Behandlungsdauer, Dosis und Art des eingenommenen Medikaments ab. Neuroleptika können andererseits jedoch die psychische Gesundheit positiv beeinflussen. So ist etwa die Selbstmordrate bei Erkrankten deutlich erhöht. Auch führen sie allgemein einen ungesünderen Lebensstil als der Bevölkerungsdurchschnitt.[16] Neuroleptika können hier durch die Unterdrückung wahnhafter Zustände etwa selbstschädigende Handlungen verhindern oder die Fähigkeit des Erkrankten zu einer geregelten Lebensführung erhöhen, was etwa mit häufigeren Arztbesuchen und einer gesünderen Lebensweise einhergehen kann.[18] Eine Studie, die zu einer insgesamt positiven Auswirkung von Neuroleptika auf die Lebenserwartung kommt, argumentiert, dass bei einer möglichst geringen Dosierung und der Verwendung nebenwirkungsärmerer Wirkstoffe sowohl die positiven Wirkungen auf die psychische Gesundheit erreicht als auch die negativen Wirkungen auf die körperliche Gesundheit minimiert werden können.[18]

Kritik [Bearbeiten]

Therapeutischer Nutzen [Bearbeiten]

Einer US-amerikanischen Langzeitstudie zufolge können Schizophreniekranke, die nicht mit Neuroleptika behandelt werden, weniger psychotische Rezidive erleiden als Schizophreniekranke, die regelmäßig Neuroleptika einnehmen.[19] Demzufolge könnten personeninterne Faktoren die Wahrscheinlichkeit, ein Rezidiv zu erleiden, stärker bedingen als die Verlässlichkeit der Medikamenteneinnahme.

Überlegenheit neuerer Medikamente [Bearbeiten]

Die neueren atypischen Neuroleptika werden von Herstellern als wirksamer, nebenwirkungsärmer und verträglicher als die älteren Präparate beworben. Die Unterschiede zwischen typischen und atypischen Präparaten wurden durch eine Vielzahl an vergleichenden Studien untersucht.[20][21][22][23][24] Ergebnis dieser Vergleiche ist, dass atypische Neuroleptika nicht wirksamer sind als typische Neuroleptika. Sie verursachen zwar in geringerem Maße extrapyramidalmotorische Störungen und verringern das Risiko von Spätdyskinesien, können aber im Gegenzug andere, neue Nebenwirkungen wie starke Gewichtszunahme aufweisen. Atypische Neuroleptika haben durch das insgesamt günstigere Nebenwirkungsprofil eine etwas bessere Compliance als typische Neuroleptika. Im Jahre 2009 wurde eine deutschlandweite, durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Studie ins Leben gerufen, die häufig verschriebene atypische Neuroleptika hinsichtlich Wirksamkeit und Nebenwirkungsprofil mit klassischen Neuroleptika vergleicht und bis heute andauert.[25]

Kritisiert wird im Zusammenhang mit diesen Ergebnissen auch das Kosten-Nutzen-Verhältnis moderner atypischer Neuroleptika. Die neueren Präparate sind deutlich teurer als die Medikamente der ersten Generation, unter anderem deshalb, weil aufgrund des Patentschutzes noch keine Generika verfügbar sind. Atypische Neuroleptika machen derzeit in Deutschland etwa die Hälfte aller verschriebenen Neuroleptika aus, sind aber für 87 % der erzielten Umsätze verantwortlich.[8] Laut einem von der Barmer GEK veröffentlichten Arzneimittelreport waren im Jahr 2011 unter den 20 am meisten Kosten verursachenden Präparaten mit Seroquel (Quetiapin) und Zyprexa (Olanzapin) zwei atypische Neuroleptika vertreten.[26] Der Arzneiverordnungs-Report 2012 kritisiert unter anderem die Präparate Seroquel, Zyprexa und Abilify und ist der Ansicht, dass für diese teuren Präparate ältere, ähnlich gut wirksame Alternativen zur Verfügung stehen, deren Verwendung deutliche Einsparungen ermöglichen würden.[27]

Zwangsbehandlung [Bearbeiten]

Neuroleptika können in psychiatrischen Kliniken im Rahmen einer Zwangsbehandlung gegen den Willen von Patienten verabreicht werden. Die Notwendigkeit einer solchen Zwangsbehandlung wird von Gesetzgeber und Ärzten damit begründet, dass Erkrankte, die eine medikamentöse Behandlung ablehnen, ihre eigene Hilfsbedürftigkeit aufgrund der durch die Krankheit beeinflussten Wahrnehmung und Willensbildung nicht erkennen.

Literatur [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Neuroleptika – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. David J. Posey, Kimberly A. Stigler, Craig A. Erickson, Christopher J. McDougle: Antipsychotics in the treatment of autism. PMC 2171144 (freier Volltext)
  2. T. Pringsheim, M. Pearce: Complications of antipsychotic therapy in children with tourette syndrome. PMID 20682197
  3. J Chen, K Gao, DE. Kemp: Second-generation antipsychotics in major depressive disorder: update and clinical perspective. PMID 21088586
  4. K Komossa, AM Depping, M Meyer, W Kissling, S. Leucht: Second-generation antipsychotics for obsessive compulsive disorder. PMID 21154394
  5. Caroline King, Lakshmi N.P. Voruganti: What’s in a name? The evolution of the nomenclatureof antipsychotic drugs. PMC 161646 (freier Volltext)
  6. DER SPIEGEL 3/1995: Artikel Krücke bleibt, abgerufen am 20. April 2013
  7. a b Pia Heinemann: Artikel Zu viele Psychopillen senken die Lebenserwartung vom 25.09.09, Online-Ausgabe DIE WELT, abgerufen am 20. April 2013
  8. a b Jürgen Fritze: Psychopharmaka-Verordnungen: Ergebnisse und Kommentare zum Arzneiverordnungsreport 2011. (PDF; 3,6 MB), abgerufen am 24. Januar 2013
  9. Peter Riederer, Gerd Laux, Walter Pöldinger: Neuro-Psychopharmaka – Ein Therapie-Handbuch. Band 4: Neuroleptika, S. 126
  10. Puri BK.: Brain tissue changes and antipsychotic medication.. In: Expert Rev Neurother.. 2011. PMID 21721911.
  11. K-A Dorph-Petersen, J Pierri, J Perel, Z Sun, A-R Sampson, D Lewis: The Influence of Chronic Exposure to Antipsychotic Medications on Brain Size before and after Tissue Fixation: A Comparison of Haloperidol and Olanzapine in Macaque Monkeys. In: Neuropsychopharmacology, 2005, 30, S. 1649–1661
  12. C. Parker, C. Coupland, J. Hippisley-Cox: Antipsychotic drugs and risk of venous thromboembolism: nested case-control study. In: BMJ (British Medical Journal). 341, 2010, S. c4245. PMID 20858909.
  13. Wasserman JI, Barry RJ, Bradford L, Delva NJ, Beninger RJ.: Probabilistic classification and gambling in patients with schizophrenia receiving medication: comparison of risperidone, olanzapine, clozapine and typical antipsychotics.. In: Psychopharmacology (Berl).. 2012. PMID 22237855.
  14. Harris MS, Wiseman CL, Reilly JL, Keshavan MS, Sweeney JA.: Effects of risperidone on procedural learning in antipsychotic-naive first-episode schizophrenia.. In: Neuropsychopharmacology. 2009. PMID 18536701.
  15. Wasserman JI, Barry RJ, Bradford L, Delva NJ, Beninger RJ.: Atypical antipsychotics and pituitary tumors: a pharmacovigilance study.. In: Pharmacotherapy. 2006. PMID 16716128.
  16. a b H. Munitz: Schizophrenia – a life shortening disease. PMID 21341429
  17. S Weinmann, J Read, V. Aderhold: Influence of antipsychotics on mortality in schizophrenia: systematic review. PMID 19524406
  18. a b Bernadette A. Cullen: Use of Antipsychotic Drugs Improves Life Expectancy for Individuals with Schizophrenia.
  19. Martin Harrow, Thomas H. Jobe: Factors involved in outcome and recovery in schizophrenia patients not on antipsychotic medications: a 15-year multifollow-up study. 2007, PMID 17502806
  20. T Stargardt, S Weinbrenner, R Busse, G Juckel, CA. Gericke: Effectiveness and cost of atypical versus typical antipsychotic treatment for schizophrenia in routine care. PMID 18509216
  21. John Geddes, Nick Freemantle, Paul Harrison, Paul Bebbington: Atypical antipsychotics in the treatment of schizophrenia: systematic overview and meta-regression analysis. PMC 27538 (freier Volltext)
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