Warcraft

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Warcraft
WarCraft.gif
Entwickler Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Blizzard Entertainment
Erster Titel Warcraft: Orcs & Humans (1994)
Letzter Titel Hearthstone: Heroes of Warcraft (2014)
Plattform(en) DOS, Windows, Mac OS, Saturn, PC-98, PlayStation, iOS, Android
Genre(s) Echtzeit-Strategiespiel, MMORPG, Online-Sammelkartenspiel

Warcraft (engl. für "Kriegshandwerk") ist eine Computerspielreihe, die seit 1994 vom US-amerikanischen Entwicklerstudio Blizzard Entertainment entwickelt wurde. Während die ersten Ableger Echtzeit-Strategiespiele waren, betrat Blizzard ab 2004 mit World of Warcraft auch den Markt für MMORPGs. In beiden Genres gehört die Reihe dabei zu den einflussreichsten und erfolgreichsten Franchises.

Übersicht[Bearbeiten]

Bisher sind in der Reihe folgende Spiele erschienen:

Konzept[Bearbeiten]

Die Geschichte von Warcraft ist in der mittelalterlichen Fantasy-Welt Azeroth angesiedelt. Die ersten Veröffentlichungen zählen zum Genre der Echtzeit-Strategiespiele und werden vom Kampf zwischen den beiden Parteien der "Allianz der Menschen" und der "Horde der Orks" bestimmt. In Warcraft 3 kommen auch die Nachtelfen und Untoten als eigenständige Konfliktparteien hinzu. Die Spieler nehmen abwechselnd die Perspektive der verschiedenen Völker ein und kämpfen in umfangreichen Kampagnen gegen die anderen Völker.

Wie in vielen Echtzeit-Strategiespielen müssen zu Beginn verschiedene Ressourcen gesammelt werden (Holz, Gold, in Warcraft 2 auch Öl), mit deren Hilfe Gebäude errichtet werden können. In den Gebäuden werden militärische Einheiten produziert, die ebenfalls mit den gesammelten Rohstoffen bezahlt werden. Neben den unterschiedlichen Einheiten spielen Magie und sogenannte "Spezialfähigkeiten" eine entscheidende Rolle.

2003 veröffentlichten Blizzard dann, aufbauend auf den vorherigen Spielen, das Online-Rollenspiel World of Warcraft, wodurch sich Fokus der Reihe verschob.

Echtzeit-Strategiespiele[Bearbeiten]

Warcraft[Bearbeiten]

Logo von Warcraft
Hauptartikel: Warcraft: Orcs & Humans

Warcraft: Orcs & Humans erschien 1994, zwei Jahre nach Westwoods Dune 2, welches als einer der Urväter von Echtzeit-Strategiespielen gilt. Es übernahm im Wesentlichen das mit Dune 2 etablierte Spielprinzip, bestehend aus Rohstoffsammeln, Basisausbau und Echtzeit-Kämpfen.

Erzählerisch beschreibt Warcraft den Einfall der Horde der Orks mit Hilfe des sogenannten Dunklen Portals aus der fremden Welt Draenor in die von Menschen besiedelte Welt von Azeroth. In den jeweiligen Kampagnen geht es für die Menschen um die Abwehr der Orks, während die Orks die Menschen zu unterwerfen versuchen. Das Ergebnis der Ork-Kampagne, die Zerstörung der Hauptstadtfeste Sturmwind, gilt dabei im weiteren Serienverlauf als kanonisch.

Beide Parteien verfügen über einen ähnlichen Technologiebaum und unterscheiden sich vor allem in ihren Spezialfähigkeiten. Der Spieler wählt nach dem Spielstart eine Seite und führt entweder die Menschen oder die Orks zum Sieg.

Warcraft 2[Bearbeiten]

Logo von Warcraft 2
Hauptartikel: Warcraft 2

Warcraft 2 ist die 1995 für Windows veröffentlichte Fortsetzung des Spiels Warcraft: Orcs vs. Humans, später folgten Portierungen auf Mac OS, PlayStation und Sega Saturn.

Tides of Darkness[Bearbeiten]

Das Hauptspiel Warcraft 2: Tides of Darkness schließt an die Ereignisse der Ork-Kampagne des Vorgängers an. Das Königreich Sturmwind ist durch die Zerstörung der Hauptstadt gefallen und die Menschen flüchten sich über das Meer in das Königreich Lordaeron. Doch die Orks setzen ebenfalls über und versuchen Lordaeron unter ihre Kontrolle zu bringen. Je nach Wahl der Spielfraktion ist es das Ziel der Kampagne, die Truppen Lordaeron zu vernichten (Orks) oder die Invasoren zurückzuschlagen und das Dunkle Portal, das die Verbindung zur orkischen Heimatwelt Draenor herstellt, zu zerstören (Menschen). Das Ergebnis der Menschenkampagne gilt dabei im weiteren Serienverlauf als kanonisch.

Tides of Darkness bietet eine höhere Grafik-Auflösung (SVGA) und erweiterte Einheitengruppen mit bis zu neun Einheiten. Als große Neuerung wurden der Schiffbau und die dafür wichtige dritte Ressource Öl eingeführt. Wesentlich bedeutsamer für das gesamte Echtzeitstrategie-Genre war jedoch die Einführung des "Nebels des Krieges", der bereits aufgeklärte Gebiete wieder verhüllte, wenn man keine Einheiten oder Gebäude dort positionierte.

Nicht zuletzt mit der Veröffentlichung der "Battle.net Edition" des Spiels 1999, mit der man auf leichte Weise in Blizzards Online-Spieleplattform Battle.net gegen andere Mitspieler antreten konnte, wurde Warcraft 2 ein großer kommerzieller Erfolg.

Beyond the Dark Portal (Add-on)[Bearbeiten]

Logo der Erweiterung

1996 veröffentlichte Blizzard das von Cyberlore Studios entwickelte Add-on Beyond the Dark Portal, die jeweils eine neue, zwölf Missionen umfassende Kampagne für die Menschen und die Orks sowie rund 50 Mehrspielerkarten umfasst. Zu den weiteren Neuerungen gehören unter anderem ein neuer Landschaftstyp (Sumpfgebiet) und stärker ausgearbeitete Heldeneinheiten. Diese verfügen, im Gegensatz zu den eher irrelevanten Helden in Tides of Darkness, über eigene Portraits und Sprachausgabe und spielen eine elementare Rolle in den Kampagnen; diese Idee wurde im Nachfolger Warcraft 3 erneut aufgegriffen und deutlich ausgebaut.

Thematisch knüpft das Erweiterungsset an das Ende der Menschen-Kampagne von Warcraft 2 an. Das Dunkle Portal ist zerstört, doch es existiert weiterhin ein Riss zwischen den Welten, der den Übergang ermöglicht. Unter Führung des Nekromanten Ner'zhul versuchen die Orks abermals, eine dauerhafte Portalverbindung zwischen den Welten herzustellen. Auf Seiten der Menschen führt eine Gruppe Helden daher eine Expedition nach Draenor, um den Riss für immer zu schließen, was ihr schließlich gelingt.

Warcraft 3[Bearbeiten]

Logo von Warcraft 3
Hauptartikel: Warcraft 3

Warcraft 3 (kurz WC3 oder War3) ist der dritte Teil der Warcraft-Reihe. Es ist das erste Spiel von Blizzard, das 3D-Grafik verwendet.

Reign of Chaos[Bearbeiten]

Mit Untoten und Nachtelfen führt das Hauptspiel Warcraft 3: Reign of Chaos zwei vollkommen neue, eigenständige Völker in das Spielkonzept ein. Ebenfalls neu hinzugekommen ist die starke Fokussierung auf Helden, die vom Spieler ähnlich wie in Rollenspielen mit verschiedenen Gegenständen ausgerüstet werden können und in Kämpfen Erfahrungspunkte sammeln, wodurch sie höhere Stufen erreichen und somit neue Spezialfähigkeiten erlernen können. Außerdem spielen sich die vier Konfliktparteien - ähnlich wie die drei Rassen in StarCraft - sehr verschieden, was in den Vorgängern kaum bis gar nicht der Fall war.

Die Handlung von Warcraft 3 ist in fünf inhaltlich aufeinander folgende Spielkampagnen, intern als Kapitel bezeichnet, gegliedert. Dabei stellt das erste Kapitel (Der Auszug der Horde) die Einführung dar und ist vergleichsweise kurz. Darauf folgen vier Kapitel mit steigender Schwierigkeit, die jeweils einer der spielbaren Fraktionen zugeordnet sind. Zuerst führt Prinz Arthas von Lordaeron die Menschen in den Kampf gegen die marodierenden Orks und anschließend gegen die untote Geißel, wird schließlich jedoch selbst zum Anführer der Untoten. Zusammen mit dem Lich Kel'Thuzad vernichtet er ein Reich der Menschen und das der Hochelfen, um der Invasion einer dämonischen Armee den Weg zu ebnen. Währenddessen versuchen die aus der Gefangenschaft der Menschen geflohenen Orks, angeführt von Kriegshäuptling Thrall, auf dem wilden Kontinent Kalimdor eine neue Heimat aufzubauen und werden dabei sowohl mit der Urbevölkerung als auch mit einem Bürgerkrieg konfrontiert. Doch in Folge eines Orakelspruchs schließen sich Menschen und Orks schließlich zusammen, um eine weitaus größere Gefahr zu bekämpfen. Die letzte Kampagne von Warcraft 3 handelt schließlich vom Kampf des alten Volks der Nachtelfen gegen die dämonische Invasion. In den letzten Missionen schließen die Elfenanführer und Protagonisten Tyrande und Malfurion ein Bündnis mit den Menschen und Orks, um den gottgleichen Gebieter der Dämonen ein für alle mal zu vernichten. Dies tun sie, in dem sie Lord Archimonde, dem Anführer aller Untoten und Dämonen und Führer der Invasion, eine tödliche Falle stellen.

Ein Spieler spielt Warcraft III beim ESWC 2005

Wie schon im Vorläufer kann Warcraft 3 im Mehrspielermodus über das Internet gespielt werden. Hierfür hatte Blizzard das kostenlose Battle.net mit neuen Funktionen speziell für Warcraft 3 ausgestattet. Des Weiteren gibt aufgrund des kostenlos beigelegten Welten-Editors eine große Anzahl an selbsterstellten Karten und Modifikation, die zum Teil auch neue Spielprinzipien einbrachten. Die bekannteste Modifikation ist Defense of the Ancients (DotA), eine Weiterentwicklung der Starcraft-Modifikation Aeon of Strife, die als Begründer des MOBA-Genres gilt.

The Frozen Throne (Add-on)[Bearbeiten]

Logo der Erweiterung

Anfang Juli 2003 wurde das Add-on The Frozen Throne veröffentlicht. Jedem Volk wurde ein weiterer Held hinzugefügt, der dem Spieler im Einzel- und Mehrspieler-Modus mehr taktische Möglichkeiten gibt. Des Weiteren wurden "neutrale Helden" hinzugefügt, die auf manchen Karten in einem ebenfalls neuen Gebäude namens "Taverne" angeheuert werden können. Ebenfalls neu ist eine fünfte Fraktion, die die schlangenartigen Seekreaturen der Naga, die allerdings nur in einigen speziellen Missionen der Kampagne spielbar sind. Weiterhin wurden Schiffe sowie amphibische Einheiten hinzugefügt, was die Entwicklung vieler weiterer Modifikationen ermöglichte.

Inhaltlich dreht sich das erste Kapitel um die Nachtelfe Maiev und ihre Jagd nach dem Verräter Illidan. Dieser hat inzwischen einen Pakt mit den Dämonen und den Naga geschlossen. Maiev erhält auf ihrer Jagd Unterstützung von Tyrande und Malfurion, den Protagonisten der Nachtelfenkampagne des Vorgängers. Im zweiten Kapitel übernimmt der Spieler die Kontrolle über den Elfenprinz Kael und seine Gefolgsleute. Nachdem die Untoten im vorigen Teil das Reich der Hochelfen vernichtet haben, bezeichnen sich die Überlebenden nun als Blutelfen und werden von einem schrecklichen Hunger nach Magie geplagt. Kael führt sein Volk aus der Allianz und in eine ferne Welt, wo er sich mit Illidan, den Naga und ihren Dämonenherren verbündet. Das letzte Kapitel dreht sich um einen Bürgerkrieg im Reich der Untoten. Die untote Elfe Sylvanas zettelt eine Revolution gegen Arthas an und muss sich anschließend mit Arthas dämonischen Herren herumschlagen. Währenddessen reist Arthas in den Norden, um seinen Gebieter, den Lich-König, vor Illidan und seinen Gefolgsleuten zu bewahren. In diesem Kapitel spielt der Spieler abwechselnd Missionen mit Sylvanas und mit Arthas.

Daneben ist ein Bonus-Kapitel mit einer Ork-Kampagne enthalten, das besonders starken Wert auf Rollenspielelemente legt. Der Spieler übernimmt nicht die Kontrolle über eine ganze Basis, sondern lediglich über eine kleine Gruppe an Helden und Einheiten. Die Handlung der drei Bonus-Missionen dreht sich um die Expansion der Orks in Kalimdor und einen erneuten Krieg gegen die Menschen.

World of Warcraft[Bearbeiten]

Logo von World of Warcraft
Hauptartikel: World of Warcraft

Bei World of Warcraft handelt es sich um ein MMORPG, das in der Warcraft-Welt, einige Jahre nach den Geschehnissen von Warcraft 3: The Frozen Throne, spielt. Es geht um den Kampf zwischen zwei Fraktionen, der Horde und der Allianz, die jeweils aus mehreren spielbaren Völkern bestehen. Im Gegensatz zu anderen Blizzard-Spielen, die im Battle.net gespielt werden, muss hier eine monatliche Gebühr bezahlt werden (je nach Tarif zwischen 10,99 und 12,99 Euro).

World of Warcraft wurde am 11. Februar 2005 offiziell in Europa veröffentlicht. Mit World of Warcraft: The Burning Crusade wurde am 16. Januar 2007 die erste Erweiterung veröffentlicht. Mit dieser kamen 2 neue spielbare Rassen hinzu, nämlich die Blutelfen und die Draenei. Die zweite Erweiterung wurde unter dem Titel World of Warcraft: Wrath of the Lich King am 13. November 2008 veröffentlicht. Seitdem ist die Klasse Todesritter spielbar. Die dritte Erweiterung World of Warcraft: Cataclysm wurde am 7. Dezember 2010 veröffentlicht. Mit dieser wurden zwei weitere spielbare Rassen - die Worgen und Goblins - sowie neue Rassen/Klassen Kombinationen hinzugefügt. Mit der vierten Erweiterung World of Warcraft: Mists of Pandaria kam die Klasse Mönch sowie die Rasse Pandaren als spielbare Objekte hinzu.

Hearthstone: Heroes of Warcraft[Bearbeiten]

Logo von Hearthstone: Heroes of Warcraft

Hearthstone: Heroes of Warcraft ist ein Online-Sammelkartenspiel.

Merchandise-Umfang[Bearbeiten]

Bedingt durch den großen Erfolg des PC-Spiels wurden inzwischen zahlreiche Fanartikel und Medien zu Warcraft produziert: Dazu zählen unter anderem Action-Figuren von den Hauptdarstellern des Spiels, Comicreihen (u. a. bei WildStorm), Pen-&-Paper-Rollenspiele und Buchreihen.

Das Computerspiel wurde auch als Brettspiel für zwei bis vier Spieler mit verschiedenen spielbaren Szenarien umgesetzt. Auch wenn hier der Echtzeitaspekt verloren geht, so kommen zumindest Strategen auf ihre Kosten. Durch den Einsatz von Würfeln gerät das Spiel jedoch nicht zu einer reinen Kopfsache. Die Spieldauer liegt, je nach Szenario, zwischen einer und drei Stunden.

Des Weiteren wurde ein Film, der im Warcraft-Universum spielt, angekündigt. Dieser kommt am 11. März 2016 in die US-amerikanischen Kinos.[1] Nachdem der ursprünglich für die Regie vorgesehene Sam Raimi abgesagt hatte,[2] trat Duncan Jones, der unter anderem durch seine Filme Moon und Source Code Bekanntheit erlangt hatte, dessen Nachfolge im Regiestuhl an. Das Handlungsskript wird von Chris Metzen geschrieben, das Drehbuch stammt von Robert Rodat.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Warcraft-Film: IMDb - Release 2016
  2. Collider.com: Sam Raimi Reveals Why He Left WORLD OF WARCRAFT and SPIDER-MAN 4
  3. Internet Movie Database