IMAX

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IMAX ist ein von dem gleichnamigen kanadischen Unternehmen IMAX Corporation entwickeltes Kino-System. Es beruht mit 70-mm-Film auf dem breitesten genormten Filmformat bei gleichzeitig größtem üblichen Bildformat auf dem horizontal geführten Film. Die sich daraus ergebende hohe Auflösung ermöglicht helle und scharfe Projektionen auf besonders großen Leinwandflächen, die das Blickfeld des Zuschauers nahezu vollständig ausfüllen. Dadurch tritt der Vektions-Effekt auf, die Zuschauer sollen sich fühlen, als befänden sie sich selbst im Filmgeschehen.

Das Wort „IMAX“ entstand aus den Worten „Images MAXimum“, was auf Deutsch in etwa „größtmögliche Bilder“ bedeutet. Mittlerweile existieren unter der Marke IMAX auch Kinos mit digitaler 2K-DLP-Doppelprojektion, deren Bildwandgrößen im Bereich üblicher Multiplex-Kinos liegen.

Geschichte[Bearbeiten]

IMAX-Kino in London

Auf der EXPO 1967 in Montreal, Kanada galten Multi-Leinwand-Filme als Attraktion. Die kanadischen Filmemacher und Unternehmer Graeme Ferguson, Roman Kroitor und Robert Kerr beschlossen angesichts des Erfolges, ein System zu konzipieren, in dem statt der noch üblichen multiplen Projektoren ein einzelner starker Projektor verwendet wird. Sie gründeten 1967 die IMAX Corporation mit Sitz in Mississauga, Kanada. Auf der Expo '70 in Ōsaka, Japan wurde schließlich im Fuji-Pavillon erstmals das IMAX-Filmprojektorensystem vorgestellt.

Das erste permanente IMAX-Projektionssystem wurde 1971 im Cinesphere-Kino am Ontario Place in Toronto installiert. Eine Variation, das IMAX Dome, hatte seine Premiere als „OMNIMAX“ im Jahre 1973 im Reuben H. Fleet Space Theater in San Diego.

In der Folge setzte IMAX seine Anstrengungen fort, das IMAX-Erlebnis weiterzuentwickeln. So hatte IMAX 3D im kanadischen Pavillon auf der Expo 86 in Vancouver, Premiere, die beiden Systeme IMAX 3D Dome (später IMAX Solido) und IMAX Magic Carpet jeweils im Fujitsu-Pavillon und im Sanwa-Midori-Kai-Pavillon auf der Expo 1990 in Ōsaka, Japan. Auf der EXPO 1992 in Sevilla, Spanien setzte IMAX im kanadischen Pavillon seine Weltausstellungs-Tradition mit der Uraufführung des IMAX HD-Systems fort.

Im März 2008 gab IMAX bekannt, die bisher mechanischen Filmprojektoren in den IMAX-Kinos gegen digitale Projektoren des Unternehmens Texas Instruments in DLP-Technik auszutauschen.[1]

Technik[Bearbeiten]

Folgende Teile dieses Abschnitts scheinen seit 2006 nicht mehr aktuell zu sein: Der Inhalt ist großteils veraltet und damit inzwischen teilweise inhaltlich falsch. Bitte hilf mit, die fehlenden Informationen zu recherchieren und einzufügen.

Wikipedia:WikiProjekt Ereignisse/Vergangenheit/2006

IMAX-Kamera; daneben eine Rolle 70-mm-Film
15 kW Xenon-Gasentladungslampe für IMAX-Projektor
Filmteller mit 70-mm-Film

Der 70-mm-Film läuft horizontal durch den Projektor, so dass eine Bildfläche von etwa 71 mm x 52 mm erreicht wird. Das Bildformat beträgt also in etwa 1,36:1 und ist damit dem gewöhnlichen Fernsehformat 4:3 (1,33:1) wesentlich ähnlicher als den sonst verwendeten Kinoformaten. Die eingesetzte Projektionslampe ist eine Xenon-Gasentladungslampe mit einer elektrischen Leistung von 15 kW und bei 3D-Projektionen, für die zwei Projektoren mit unterschiedlich polarisiertem Licht verwendet werden, insgesamt 30 kW. Die Lampe muss wassergekühlt werden; ihre Betriebsspannung beträgt 37,5 V bei einer Stromaufnahme von 400 A. Die Verstärker des Mehrkanal-Tonsystems haben eine maximale elektrische Ausgangsleistung von 25 kW. Filmmusik und Geräusche erscheinen realistisch.

Um den Film schonend durch den Projektor zu transportieren und gleichzeitig ein brillantes, scharfes und flimmerfreies Bild zu erzielen, hat die IMAX Corporation den so genannten Rolling-Loop-Filmtransport (Wellenschleifenmechanismus) übernommen, welcher von P. R. W. Jones, Brisbane, Queensland, erfunden wurde. Der Filmstreifen wird bei diesem Verfahren horizontal und in wellenartiger Bewegung vorwärts bewegt.

Formatvergleiche

Anliegend am Rotor befindet sich ein sogenanntes Einlaufrad, das den Film in die vorbeifahrenden Taschen des Rotors drückt, so dass der Film wellenförmig auf diesem liegt. Die einzelnen Bilder werden von Sperrstiften fixiert und an ein geschliffenes und poliertes Bildfensterglas gesaugt. Somit ergeben sich annähernd perfekter Bildstand und Schärfe. Durch die starken Xenon-Gasentladungslampen wird ein brillantes Bild produziert. Das Gewicht eines Projektors beträgt ungefähr 900 kg.

Bei 3D-Projektionen bekommen die Zuschauer eine 3D-Brille (siehe unten) zum Betrachten der Filme.

IMAX 3D[Bearbeiten]

Polfilterbrille

Bei der Aufnahme eines IMAX-3D-Filmes wird für jedes Auge durch zwei Kameras je ein Bild im Augenabstand aufgezeichnet. Das „IMAX 3D“-Verfahren nutzt für die erforderliche Bildtrennung bei der Projektion die Polarisationstechnik, um ein dreidimensionales farbiges Bild zu erzeugen.

Die Filmprojektion erfolgt mit linear polarisiertem Licht. Dabei sind die Polarisationsrichtungen für das rechte und das linke Teilbild um 90° gegeneinander verdreht. Der Betrachter trägt spezielle 3D-Brillen, die wiederum durch entsprechende Polarisationsfilter dafür sorgen, dass jedes Auge nur das entsprechende Teilbild zu sehen bekommt. Im Gehirn entsteht so der dreidimensionale Filmeindruck. Das Bild wird auf eine Silberleinwand projiziert, da herkömmliche Projektionsflächen die Polarisation des Lichtes zerstören würden.

Ein Vorteil der Polarisationsfiltertechnik sind die kostengünstige Herstellung der 3D-Brillen und deren unkomplizierte Handhabung. Die Polfilter lassen allerdings nur ein Drittel des vorhandenen Lichtes durch. Deshalb sind sehr starke Xenonlampen nötig, die aufgrund der hohen Hitzeentwicklung (Betriebstemperatur ca. 800 °C) kontinuierlich mit Luft und Wasser gekühlt werden müssen. Ein weiterer Nachteil ist die starke Blickwinkelabhängigkeit der Silberleinwand. Für seitliche Blickwinkel größer als ca. 20° ist das Bild nur noch weniger als halb so hell, verglichen mit der frontalen Betrachtung. Zuschauer sollten also bei der Projektion möglichst mittig vor der Leinwand sitzen.

In manchen Kinos werden dagegen Shutterbrillen verwendet. Bei dieser Technik wirft der Projektor abwechselnd ein Bild für das linke bzw. für das rechte Auge auf die Leinwand. Die Shutterbrillen enthalten für jedes Auge ein dünnes LCD-Glas, welches – synchron mit dem Projektor – nur dann lichtdurchlässig wird, wenn auch das für dieses Auge vorgesehene Bild auf der Leinwand zu sehen ist. Dieser Vorgang wird durch Infrarotsignalgeber oberhalb der Leinwand für alle Brillen gleichzeitig gesteuert. Um ein Kopfschmerzen bereitendes Flimmern des Bildes zu verhindern, muss jedes linke Einzelbild viermal in Abwechslung mit dem jeweils passenden rechten Einzelbild gezeigt werden. Da die Brillen aktive Komponenten enthalten, wird diese Technik auch als „aktive“ Stereoprojektion bezeichnet, im Gegensatz zu der „passiven“ Polarisationsfiltertechnik.

IMAX Dome[Bearbeiten]

Das IMAX-Dome-System (früher OMNIMAX) zeichnet sich durch eine halbkugelartige Leinwand mit bis zu 21 m Durchmesser und bis zu 700 m² Fläche aus, die in der Horizontalen 180°, in der Vertikalen 122° (100° über dem Horizont des Betrachters und 22° darunter) abdeckt und somit das komplette Sichtfeld des Betrachters ausfüllt. Hierbei wird der Film mittels einer entsprechenden Kamera mit Fischaugen-Weitwinkelobjektiv aufgenommen, sodass auf dem Filmstreifen ein ovales, verzerrtes, schwarz umrandetes Bild erscheint. Dieser schwarze Rand wird bei der Projektion maskiert und der verzerrte Bildbereich durch eine entsprechende Weitwinkellinse und die gewölbte Projektionsfläche entzerrt auf die Leinwand projiziert. Dieses System verstärkt das Gefühl, sich „im Film“ zu befinden. Schwindelgefühle bei den Zuschauern während schneller Kamerafahrten sind daher keine Seltenheit.

Siehe dazu auch das Omnivision-Verfahren in 180-Grad-Kinos ab 1979 und dessen Vorgänger ab 1958.

Inzwischen sind einige IMAX-Dome-fähige Kinos dazu übergegangen, auch „flache“ IMAX-Filme auf die Dome-Leinwand zu projizieren. Dies wirkt sich aber in der Bildqualität negativ aus, da Verzerrungen im Bild auftreten, die mit zunehmender Nähe zum Rand der Leinwand stärker werden. So werden gerade Linien zur Leinwandmitte hin gekrümmt. Gelegentlich sind auch leichte blaue und gelbe Farbsäume zu erkennen.

IMAX HD[Bearbeiten]

Hierbei wird der Film mit der doppelten Geschwindigkeit aufgenommen und abgespielt (48 statt 24 Bilder pro Sekunde). Dadurch werden Bewegungsunschärfen stark reduziert; Bewegungen wirken flüssiger und natürlicher. Der Nachteil dieses Systems liegt darin, dass die meisten IMAX-Kinos Filmteller haben, die für höchstens 50-minütige Filme ausreichen. Somit können IMAX-HD-Filme bei gleicher (Meter-)Länge nur maximal 25 Minuten lang sein. Die Bezeichnung HD (High Definition, hohe Auflösung) bezieht sich nicht auf die Bildpunkteanzahl des Filmmaterials, sondern auf die zeitliche Auflösung. Durch die recht kurze maximale Spieldauer dieses Verfahrens hat es sich allerdings nicht durchsetzen können.

IMAX HD kann auch mit Dome und 3D kombiniert werden, dann heißt es IMAX Solido (siehe unten).

IMAX Solido[Bearbeiten]

Das „IMAX Solido“-System ist eine Kombination aus IMAX 3D, IMAX Dome und IMAX HD. Hierbei werden zwei Filmstreifen, die mit 48 Bildern pro Sekunde laufen, gegenseitig abwechselnd auf eine kuppelförmige Leinwand vor/über den Zuschauern projiziert. Die Zuschauer tragen Shutterbrillen, die für jedes Auge nur die Bilder durchlässt, die dafür bestimmt sind. Somit kommt IMAX Solido dem menschlichen Sehvermögen am nächsten, da die Zuschauer ein scharfes, nicht flackerndes, dreidimensionales und das ganze Gesichtsfeld ausfüllendes Bild sehen. Dieses Verfahren hat sich bisher nicht durchgesetzt. Ein Solido-fähiges IMAX-Kino findet sich heutzutage nur noch im Futuroscope in Poitiers, Frankreich.

Für nähere Informationen siehe IMAX 3D, IMAX Dome und IMAX HD.

IMAX Ride[Bearbeiten]

Bewegungssimulatoren setzen entsprechende Ereignisse auf der Leinwand in synchrone Bewegungsimpulse um, die auf die Sitzgelegenheit des Zuschauers übertragen werden. Eine solche Technik entwickelte die IMAX Corporation: das sogenannte „IMAX Ride“-System. Das Unternehmen war bereits an der Entwicklung von Back to the Future – The Ride beteiligt, einer Attraktion der Universal Studios Hollywood. Das System bietet bis zu 208 Zuschauern vor einer 30 Meter hohen IMAX-Dome-Leinwand Platz. Der weltweit erste 3D-Ride, „Race for Atlantis“, wurde im Caesars Palace in Las Vegas eröffnet.

Das verbesserte System „IMAX Ridefilm“ wurde unter der Leitung von Douglas Trumbull entwickelt. Es arbeitet mit einem horizontal laufenden 35-mm-Film im Vistavision-Bildformat, der mit 48 Bildern pro Sekunde auf einer gewölbten Leinwand abgespielt wird. Jeweils 18 Personen können gleichzeitig in der sich bewegenden Simulatorenkapsel sitzen.

In Europa gibt es bislang nur in Frankreich und Belgien insgesamt vier Kinos der Gaumont-Gruppe, die IMAX Rides anbieten: in den französischen Orten Archamps, Labege und Valenciennes und im belgischen Anvers. Des Weiteren existiert ein IMAX-Ride-Kino im Phantasialand in Brühl bei Köln, in dem eine 2D-Version von „Race for Atlantis“ läuft. Dieses besitzt zwei Leinwände, die jeweils die Hälfte der Kuppel ausmachen. Die acht Simulatoren in der oberen Etage der Kuppel wurden 2005 mit der Umthematisierung von Galaxy (gezeigter Film „Asteroid Adventure“) zu Race for Atlantis stillgelegt und dienen seither als Ersatzteillager für die verbliebenen acht Simulatorkapseln im Erdgeschoss der Attraktion.

IMAX Magic Carpet[Bearbeiten]

Bei dieser Technik wird der Film mit zwei Kameras aufgenommen, wobei eine nach vorne und eine nach unten gerichtet ist. Die Projektion des nach vorne gerichteten Filmes erfolgt normal. Der nach unten gerichtet aufgenommene Film wird mittels eines zweiten, unter dem Zuschauerraum gelegenen Projektors über einen Spiegel auf die waagrechte, „liegende“ Leinwand (deshalb Magic Carpet = „magischer Teppich“) unter (!) den Sitzreihen projiziert. Diese müssen logischerweise mit Glasböden ausgestattet sein. So können beispielsweise Luftaufnahmen gezeigt werden, wobei die Zuschauer nicht nur den Ausblick nach vorn haben, sondern auch die Landschaft unter ihnen sehen können. Die beiden bisher einzigen „IMAX Magic Carpet“-Filme waren Flowers in the Sky, der die lange Reise der Monarch-Schmetterlinge zeigte, und „Flying Raft“.

Dieses Verfahren konnte sich jedoch nicht durchsetzen, da die Zuschauer es gewohnt sind, im Kino nach vorne zu sehen und so den „Magic Carpet“-Effekt nicht mitbekamen. Außerdem ist der Blick nach unten durch die eigenen Beine und den Sessel des Vordermannes stark eingeschränkt.

Derzeit existiert nur ein „IMAX Magic Carpet“-Kino. Es befindet sich im Futuroscope in Poitiers. Außerdem gibt es ein „Nicht-IMAX-Kino“, das jedoch eine sehr ähnliche Technik benutzt, im Jungfraupark in Interlaken (Schweiz).

IMAX DMR[Bearbeiten]

DMR ist die Abkürzung für Digital Media Remastering. Bei diesem Verfahren werden herkömmliche, auf 35-mm-Film gedrehte Filme so hochauflösend wie möglich (in der Regel mit 6k) eingescannt und so digitalisiert. Im Idealfall wird dazu das aus der Kamera stammende Negativmaterial verwendet, da bei jedem Kopiervorgang ein Qualitätsverlust auftritt. Dann wird mit speziellen Software-Algorithmen die sichtbare Körnung des Filmes entfernt, die auf den IMAX-Leinwänden sonst unangenehm auffallen würde. Anschließend wird das Bild nachgeschärft, um Details zu erhalten. Die verarbeitende Renderfarm braucht mehrere Wochen für die Nachbearbeitung. Zum Schluss wird der Film mit 8k, d. h. 8000 × 6000 Pixeln (48 Megapixel) auf 70-mm-Film ausbelichtet.

Rechenbeispiel für einen 90-Minuten-Film: Der Film wird mit einer Auflösung von 8.000 × 6.000 Pixeln und einer Farbtiefe von 48 Bit (je 16 Bit pro Farbkanal, entspricht 6 Byte) pro Pixel eingescannt. Jedes Bild hat unkomprimiert eine Größe von ca. 275 MB (8000 × 6000 × 6). Der unkomprimierte 90-Minuten Film besteht aus etwa 130.000 Einzelbildern (24 Bilder pro Sekunde) und belegt somit etwa 34 TB (275 MB × 130.000) Speicherplatz.

Bei komplett computeranimierten Filmen oder solchen, die teilweise auf IMAX-Film gedreht wurden, kann durch einen oben und unten vergrößerten Bildausschnitt der Letterbox-Effekt, der sich sonst bei der Projektion „normaler“ Breitbildfilme auf den 4:3-IMAX-Leinwänden ergäbe (schwarze Balken oben und unten), vermieden oder zumindest verringert werden. Diese Erweiterung des vertikalen Sichtfeldes war beispielsweise bei den Filmen Avatar sowie Tron: Legacy zu sehen.

Früher wurden für einige DMR-bearbeitete Filme (Superman Returns, Harry Potter und der Orden des Phönix) bestimmte Szenen nachträglich in 3D konvertiert; dies geschah durch ein aufwändiges „Nachbauen“ der Szenen in einem 3D-Programm. Inzwischen ist dies durch die aktuelle Vielzahl an 3D-Filmen nicht mehr nötig.

Bei der Projektion muss allerdings beachtet werden, dass „herkömmliche“ Filme üblicherweise länger als IMAX-Filme sind. Deshalb wird – je nach verfügbarer Filmtelleranlage – nach 60 bis 100 Minuten eine Pause zum Filmwechsel gemacht. Neuere Telleranlagen ermöglichen inzwischen eine Filmlänge von maximal 160 Minuten.

Entwicklungen[Bearbeiten]

SANDDE[Bearbeiten]

Zur SIGGRAPH 1997 in Los Angeles, Kalifornien präsentierte die IMAX Corporation erstmals ihr proprietäres 3D-Animations- und Zeichenwerkzeug SANDDE (Sterephonic Animation Drawing Device). SANDDE stellt ein System aus Hardware- und Software-Komponenten dar, das es ermöglicht, 3D-Animationsfilme für IMAX-3D-Kinos zu erstellen. Als Erfinder gilt Roman Kroitor, während die Entwicklungsarbeit hauptsächlich seinem Bruder Paul Kroitor und Greg Labute zugesprochen wird.

SANDDE zeichnet sich besonders dadurch aus, dass es sogar Künstlern, die bislang nur in 2D gezeichnet haben, nach kurzer Eingewöhnungszeit ermöglicht, Bilder von Hand im dreidimensionalen Raum zu zeichnen. Der Zeichner steht dazu frei in einem speziell ausgestatteten Raum. Als Zeichenwerkzeug dient ein Stabwerkzeug, das ein magnetisches Feld aufbaut und so die eigene Position im Raum direkt an das per Kabel angeschlossene Rechnersystem überträgt. Um die Formen und Bewegungen des magnetischen Trackers in Echtzeit umsetzen zu können, wurde eigens eine vektorbasierte Animations-Software für IMAX-3D-Filme entwickelt. Das System läuft auf Windows NT und wurde anfänglich mit Pentium-III-Prozessoren betrieben.

Um dem Zeichner zu ermöglichen, seine Arbeit möglichst ähnlich dem späteren Ergebnis zu betrachten, kommt eine ähnliche Technik zum Einsatz, die auch in den IMAX-3D-Kinos benutzt wird. Hierzu ist eine maximal 4,88 m × 3,66 m große Leinwand vor dem Künstler angebracht. Durch die angeschlossenen Computersysteme wird – ausgehend vom gezeichneten Bild – in Echtzeit ein Bild für das linke Auge und eins für das rechte Auge gerendert und anschließend durch zwei Projektoren hinter dem Zeichner projiziert. Um das auf der Leinwand entstehende, stereoskopische Bild erkennen zu können, nutzt der Animator eine 3D-Brille. Je nach angewendetem Verfahren ist dies eine Polarisations- oder eine Shutterbrille. So ist es ihm möglich, seine Zeichnungen optimal auf die perspektivischen Gegebenheiten im IMAX-3D-Kino abzustimmen. Anders als in der 2D-Animationstechnik ist es nur nötig, die Farben für die Flächen eines Bildes festzulegen, um den Film zu kolorieren. Durch einen automatischen Prozess wird die Farbe der Flächen auf die restlichen Frames übertragen.

Im IMAX-3D-Film „Legends of Flight“, der im Juni 2010 in amerikanischen IMAX-Kinos angelaufen ist, ist eine Sequenz zu sehen, in der ein Pilot eine 3D-Skizze eines Flugzeugs mittels SANDDE-Technik erstellt.

GEPPETTO[Bearbeiten]

Benannt nach dem Schreiner, der die Marionette Pinocchio erschaffen hat, stellt Geppetto eine komplementäre Animations-Technik zu SANDDE dar. Es wurde auf der SIGGRAPH 1998 in Orlando, Florida erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt und dient der Animation in 3D erstellter Charaktere. Während mit SANDDE die Keyframes gezeichnet wurden, ist es mit GEPPETTO möglich, die Bewegungen zwischen diesen automatisch zu berechnen. So kann der Zeichner Änderungen in der Bewegung seiner Charaktere durch die Veränderung von Keyframes in Echtzeit umsetzen. GEPPETTO befindet sich wie SANDDE derzeit im Entwicklungsstadium.

Filme[Bearbeiten]

Gezeigt werden Filme, die im 15/70-Format (15 Perforationslöcher pro 70-mm-Bild) mit speziellen Kameras aufgenommen wurden. Aufgrund technischer Gegebenheiten (Größe und Gewicht (80 kg) einer Filmrolle) sind IMAX-Filme selten länger als eine Stunde.

Filmliste (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 3D für Fortgeschrittene (Misadventures in 3D)
  • Abenteuer Regenwald 3D (Bugs!)
  • Adrenalin-Rausch (Adrenaline Rush – The Science of Risk)
  • Afrika – Die Serengeti
  • Ägypten
  • Akrobaten der Lüfte
  • Alaska (Alaska - Spirit of the Wild), 1997
  • African Adventure 3D – Safari im Okavango
  • Aliens der Meere 3D (Aliens of the Deep Sea), gedreht von James Cameron
  • Alice im Wunderland 3D (auf 35-mm-Film gedreht, nachträglich in 3D konvertiert und per DMR-Verfahren ins IMAX-Filmformat konvertiert)
  • Amazonas (Amazon)
  • Antarktis (Antarctica: An Adventure of a different Nature), 1991
  • Avatar – Aufbruch nach Pandora 3D (lediglich mit stereoskopischen 3D-HD-Kameras gedreht, jedoch als IMAX-Film gezeigt)
  • Bären (Bears)
  • Biber
  • Blue Planet – Ein Porträt der Erde
  • Cirque du Soleil – Journey of Man 3D
  • Cyberworld 3D
  • Das Geisterschloss 3D (Haunted Castle) (2001, 38 min)
  • Delfine (Dolphins)
  • Delfine und Wale 3D (lediglich mit HD-Kameras gedreht, jedoch als IMAX-Film gezeigt)
  • Deep Sea 3D
  • Der blaue Nil (Mystery of the Nile)
  • Der rote Planet – Expedition Mars (Roving Mars)
  • Der schwarze Hengst (Young Black Stallion) (Kurzspielfilm von Disney)
  • Destiny in Space
  • Die Alpen (The Alps)
  • Dinosaurier – Giganten der Urzeit 3D (2007, 40 min)
  • Drachenzähmen leicht gemacht 3D (How to train your Dragon) (2010, 98 min, per DMR-Verfahren aufgeblasener, computeranimierter 3D-Spielfilm)
  • Echoes of the Sun (1990, 20 min) (bisher einziger IMAX-Film im Solido-Verfahren, s. o.)
  • Extreme – Mut zum Risiko
  • Everest – Gipfel ohne Gnade
  • Faszination Planet Erde (Sacred Planet)
  • Ferne Paradiese (Greatest Places)
  • Galapagos 3D (1999)
  • Die Geister der Titanic (Ghosts of the Abyss) (von James Cameron; lediglich mit HD-Kameras gedreht, jedoch als IMAX-Film gezeigt)
  • Grand Canyon – Verborgene Geheimnisse (Grand Canyon – The Hidden Secrets)(1986)
  • Grand Canyon Adventure 3D: River at Risk (2008)
  • Griechenland – Geheimnisse der Vergangenheit (Greece Secrets of the Past) (2006)
  • Hail Columbia!
  • Haie 3D (Sharks) (42 min)
  • Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 1 (2010, auf 35-mm-Film gedreht und in IMAX-DMR-Fassung gezeigt)
  • Hidden Dimension (1997, 39 min)
  • Imagine 3D (1993, 22 min)
  • Der Nussknackerprinz 3D (IMAX Nutcracker, 1997, 40 min)
  • Indien – Königreich der Tiger
  • Into the Deep (1995, 35 min)
  • Kilimanjaro (Kilimanjaro - To the Roof of Africa)
  • L5 – First City In Space 3D (1996, 35 min) (keine Dokumentation, sondern ein Science-Fiction-Film)
  • Die Legende von Beowulf (per DMR-Verfahren aufgeblasener, computeranimierter 3D-Spielfilm)
  • Der König der Löwen (Lion King, mit verbesserter Bildqualität und in 4:3 gezeigt)
  • Lipizzaner – Welt der weißen Pferde
  • Madagascar 3: Flucht durch Europa
  • Men in Black 3
  • Mission Mond 3D (Magnificent Desolation – Walking on the Moon 3D)
  • Mission to MIR
  • NASCAR 3D (40 min)
  • New York 3D – Eine Zeitreise (New York 3D – Across the Sea of Time, 1995, 52 min)
  • Ocean Wonderland 3D (44 min, lediglich mit HD-Kameras gedreht, jedoch als IMAX-Film gezeigt)
  • Odyssee 3D – Aufbruch in die 3. Dimension (3D Mania – Encounter in the Third Dimension, 40 min)
  • Over Canada - An Aerial Adventure
  • Race for Atlantis (5 min, ein IMAX-Ridefilm)
  • Rolling Stones – Live at the MAX (1992, 90 min, muss daher mit einer Pause gezeigt werden)
  • Resident Evil: Afterlife (2010, lediglich mit stereoskopischen HD-Kameras gedreht, jedoch in einer IMAX-DMR-Version gezeigt)
  • Resident Evil: Retribution (2012)
  • Santa vs. the Snowman 3D
  • Sea Monsters 3D
  • Ski to the Max (2000, gedreht von dem ehemaligen Skirennfahrer Willy Bogner)
  • Siegfried & Roy – The Magic Box (3D, 45 min)
  • Space Station 3D (2001)
  • Speed Racer (2008, lediglich mit HD-Kameras gedreht, jedoch in einer IMAX-DMR-Version gezeigt)
  • SOS Planet (2002)
  • Superman Returns (2006, 148 min, lediglich mit HD-Kameras gedreht, jedoch in einer IMAX-DMR-Version mit vier nachträglich in 3D konvertierten Szenen gezeigt)
  • Survival Island (2000)
  • Stomp – A Pulse Odyssey
  • The Dark Knight (2008, 152 min, erster Spielfilm, der teilweise mit IMAX-Kameras aufgenommen wurde; die in 35 mm aufgenommenen Teile wurden per DMR bearbeitet)
  • The Dark Knight Rises (2012, etwa 70 von 164 Filmminuten)
  • The Last Buffalo (1990, 27 min, einer der ersten IMAX-3D-Filme)
  • The Living Sea
  • Tiger Child (1970, der erste IMAX-Film überhaupt)
  • Top Speed
  • Transformers 2 – Die Rache (2009, zweiter Spielfilm, der teilweise mit IMAX-Kameras aufgenommen wurde; die in 35 mm aufgenommenen Teile wurden per DMR bearbeitet)
  • Der Traum vom Fliegen
  • T-Rex 3D (Back to the Cretaceous, 1998, 40 min)
  • TRON LEGACY (2011, lediglich mit stereoskopischen HD-Kameras gedreht, jedoch in einer IMAX-DMR-Version gezeigt)
  • U2 3D (2008, Livekonzert der Band U2; lediglich mit stereoskopischen HD-Kameras gedreht, jedoch in einer IMAX-DMR-Version gezeigt)
  • Urgewalten der Natur (Forces of Nature)
  • Verschollen in den Anden 3D (Wings of Courage 3D, 1996, erster IMAX-3D-Spielfilm, Regisseur: Jean-Jacques Annaud)
  • Wale
  • Watchmen – Die Wächter (auf 35-mm-Film gedreht und in einer IMAX-DMR-Version gezeigt)
  • Water and Man – Mensch und Wasser
  • Welt des Körpers (Body Worlds)
  • Wirbelstürme (Stormchasers)
  • Wild Australia (2002)
  • Wild Safari 3D (auf 35-mm-Film gedreht und als Blow-up in IMAX-Kinos gezeigt)
  • Wunderwelt Korallenriff (Coral Reef Adventure)
  • Yellowstone
  • 300 (2007, 116 min, digital gedreht und in einer IMAX-DMR-Version gezeigt)

Shrek 3D“ (15 min), als Beigabe auf der Neuausgabe des ersten Shrek-Kinofilms auf DVD, wurde in einigen Ländern auch in IMAX-Kinos in 3D gezeigt.

Disneys „Der König der Löwen“ (1994) wurde 2004 mit zusätzlichen Szenen sowie verbesserter Bild- und Tonqualität in IMAX-Kinos gezeigt. Ebenso gab es eine erweiterte Version von „Die Schöne und das Biest“. Dies geschah jedoch vor der Einführung von IMAX DMR, welches unter diesem Namen erstmals für die IMAX-Version von Apollo 13 verwendet wurde.

Der Animationsfilm „Der Polarexpress“ (2004, 90 min) wurde mittels DMR im IMAX-3D-Format vorgeführt.

Folgende Filme wurden mit der IMAX-SANDDE™-Technik erstellt:

  • Paint Misbehavin’ (1997), Regie: Peter Stephenson und Roman Kroitor, IMAX 3D, 2:07 min
  • CyberWorld 3D (2000), Regie: Colin Davies und Elaine Despins, IMAX 3D, 55 min
  • Falling in Love Again (2003), Regie: Munro Ferguson, National Film Board of Canada, 2:57 min
  • Moon Man (2004), Regie: Paul Morstad, National Film Board of Canada, 2:30 min
  • June (2004), Regie: Munro Ferguson, National Film Board of Canada, 6:45 min

Kinos[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

IMAX-Kinos in Deutschland gibt es in Berlin (CineStar IMAX), Karlsruhe (Filmpalast am ZKM), Brühl (Simulatoren im Phantasialand) sowie in den Technikmuseen Sinsheim (IMAX 3D) und Speyer (Dome).

Das ehemals erfolgreichste IMAX-Kino der Welt, das Discovery Channel IMAX Berlin, welches 1997 als erstes IMAX-Theater in Berlin eröffnet wurde, befand sich bis zur Schließung am 30. Juli 2006 in der Nähe des Potsdamer Platzes; es wurde anschließend zum Musicaltheater „Bluemax-Theater“ umgebaut, in dem aktuell die Blue Man Group gastiert. Das neuere, Cinestar IMAX 3D befand sich bis zum 27. März 2011 im Sony Center (ebenfalls am Potsdamer Platz); in diesem wurden auf einer 588 m² (28 x 21 m) großen Leinwand ausschließlich IMAX-3D-Filme sowie aktuelle DMR-Versionen normaler Spielfilme gezeigt. Am 18. Mai 2011 wurde es nach Umbau auf eine verkleinerte 300 m² Silberleinwand mit Barco 4K 3D-Projektion, als CineStar Event Cinema wiedereröffnet. Nach einer Umbaupause wurde das CineStar EVENT Cinema am 19. Juni 2013 als CineStar IMAX wiedereröffnet. Die Projektion erfolgt derzeit mit zwei digitalen DLP-Projektoren in 2K-Auflösung, eine Umrüstung auf Laser Illuminated Projectors (LIP) ist geplant..[2].

Ehemaliges IMAX im Cinecittà Nürnberg, die Dome-Leinwand ist in Vorführposition geschwenkt

Das IMAX im Cinecittà Nürnberg hatte, ebenso wie das bereits erwähnte Discovery Channel IMAX Berlin, zwei IMAX-Systeme in einem Kinosaal untergebracht, zum einen IMAX Dome mit einer nach hinten (Parkposition) und nach vorne (Vorführposition) schwenkbaren Leinwand und zum anderen IMAX 3D. Dieses Theater bietet den Zuschauern im Dome ein circa 1000 m² großes Bild und besitzt damit die größte Kinoleinwand Deutschlands. Die flache Leinwand, auf der 3D-Filme gezeigt werden, ist zwar mit 609 m² (29 x 21 m) kleiner als die Kuppelleinwand, sprengt aber immer noch jegliche Dimension herkömmlicher Kinoleinwände. Das Nürnberger IMAX-Kino war das größte Europas und befindet sich komplett unter der Erde. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde 2010 der Vertrag mit IMAX gekündigt. Seitdem werden in dem Saal unter dem Namen Cinemagnum normale 3D-Filme gezeigt.[3]

Im ehemaligen Space Center (jetzt Waterfront) Bremen befand sich bis zur Schließung am 26. September 2004 ebenfalls ein IMAX-Kino, das während der Parköffnungszeiten eine auf 25 Minuten gekürzte Fassung von Space Station 3D zeigte, nach Parkschluss aber als reguläres IMAX-Kino diente.

Durch eine Kooperation mit der CinemaxX-Gruppe wurde im November 2010 das erste digitale IMAX-3D-Kino Deutschlands im größten Saal des Bremer CinemaxX eröffnet. Die Projektion erfolgte hier mit 2 2K-DLP-Projektoren auf eine Leinwand, die nur unwesentlich größer als eine normale Multiplex-Kinoleinwand ist.[4] Die Kooperation wurde am 28. Januar 2013 beendet.[5]

Das IMAX-Kino im Forum der Technik München (in der Nähe des Deutschen Museums), welches ebenfalls 3D-Filme im Angebot hatte, musste Anfang 2005 wegen Insolvenz des Betreibers geschlossen werden. Nach Wiedereröffnung als „Forum am Deutschen Museum“ wurde der IMAX-Saal für konventionelle Filmvorführungen, teilweise mit digitaler Projektion, genutzt. Ab dem 30. August 2007 wurden in diesem Kino wieder 3D-Filme, abwechselnd mit „normalen“ Spielfilmen, in digitaler 2K-Projektion vorgeführt. Im Zuge der Generalsanierung des Deutschen Museums wurde der Kino-Komplex im Jahr 2009 durch das Museum zurückgekauft und wird in einen neuen Eingangsbereich für das Museum umgewandelt. Zusammen mit den anderen noch vorhandenen Kinos wurde auch das IMAX-Kino damit Ende Juni geschlossen. Ein Ersatz ist nicht geplant.[6]

In Düsseldorf befand sich bis 2001 im UFA-Palast am Hauptbahnhof ein IMAX-Kino. Auch die IMAX-Kinos in Dettelbach/Franken, Bochum (eröffnet im Dezember 1997, seit März 2003 geschlossen, seit 2011 in eine Spielhalle umgebaut) und Frankfurt am Main (seit Mitte 2007 ebenfalls wieder als 3D-Kino mit digitaler Projektion in 2K in Betrieb unter dem Namen Cinemagnum) mussten wegen Insolvenz schließen. Als Grund für die häufigen Schließungen wird, neben den hohen Investitionen, die geringe Publikumsresonanz aufgrund einer geringen, nicht abendfüllenden, und zu wenig durch aktuelle Filme ergänzten Filmauswahl genannt.

Frankreich[Bearbeiten]

Im „Disney Village“ im Disneyland Resort Paris befindet sich ein Gaumont-IMAX-Kino; außerdem gibt es im Nordosten von Paris seit 1985 das IMAX-Dome-Kino La Géode im Parc de la Villette.

Eine Besonderheit ist in Frankreich das Futuroscope, ein Freizeitpark, welcher sich mit der Zukunft beschäftigt. Es befindet sich in Chasseneuil-du-Poitou in der Nähe von Poitiers. In den vielen verschiedenen Kinos werden alte und neue Filme gezeigt. Unter diesen Kinos sind auch mehrere IMAX-Kinos, die die verschiedenen oben bezeichneten IMAX-Techniken verwenden. Obwohl die Filme in französischer Sprache gezeigt werden, ist über Kopfhörer auch der Filmton in Deutsch und Englisch zu empfangen.

Großbritannien[Bearbeiten]

In Großbritannien gibt es IMAX-Kinos in Belfast, Birmingham, Bradford, Edinburgh, Glasgow und Manchester sowie zwei in London (unweit des Bahnhofs Waterloo und im Science Museum). Ein IMAX-Kino wurde 2005 in Bournemouth nach nur drei Jahren Betriebszeit geschlossen[7], ein weiteres in Bristol 2007.

Israel[Bearbeiten]

Israel besitzt 3D-IMAX-Kinos in Eilat und Be’er Scheva.

Kroatien[Bearbeiten]

In Kroatien wurde Cinestar-IMAX am 14. April 2011 in Zagreb eröffnet.

Niederlande[Bearbeiten]

In Den Haag befindet sich das einzige IMAX-Kino in den Niederlanden mit dem Namen Omniversum. Zudem werden IMAX 3D-Filme in einigen Kinos der Pathé-Kinokette gezeigt.

Polen[Bearbeiten]

In Polen gibt es IMAX-Kinos in Katowice, Krakau, Łódź, Posen und Warschau.

Schweden[Bearbeiten]

Schweden hat drei IMAX-Kinos. Eines befindet sich im Naturhistoriska riksmuseet in Stockholm und trägt den Namen Cosmonova. Das Akva Mega befindet sich in Pite havsbad nahe der Stadt Piteå. Das Kreanova befindet sich im Zentrum Kreativum in Karlshamn.

Schweiz[Bearbeiten]

In Luzern wurde 1996 ein IMAX-Kino im Verkehrshaus der Schweiz (Museum) eröffnet. Ab Februar 2010 änderte man allerdings den Namen von IMAX-Filmtheater in Verkehrshaus-Filmtheater und es gilt nicht mehr als offiziell lizenziertes IMAX-Kino, weil die im Verkehrshaus-Filmtheater hauptsächlich gezeigten 3D-Filme nicht im 70-mm-IMAX-Filmformat, sondern in digitaler Form gezeigt werden. 2D-IMAX-Filme werden weiterhin vom 70-mm-Film projiziert.

Spanien[Bearbeiten]

In Valencia gibt es seit 1998 das L'Hemisfèric, welches ein IMAX-Kino und ein Planetarium in einem Saal verbindet. Es wurde von dem Architekten Santiago Calatrava entworfen und bildet einen Teil der Ciudad de las Artes y de las Ciencias. Auch in Barcelona gibt es ein IMAX-Kino auf der Moll d’Espanya.

Taiwan[Bearbeiten]

In Taipeh gibt es ein IMAX-Kino No. 87, Section 2, Wuchang Street, Wanhua District Taipei 108.

Österreich[Bearbeiten]

Das ehemalige IMAX Wien
Abriss des ehemaligen IMAX Wien

Das erste IMAX-Kino Österreichs wurde zunächst in Pasching neben dem Einkaufszentrum PlusCity eröffnet. Dieser Standort war von Anfang an nur als Provisorium gedacht, das Kino sollte später nach Linz übersiedeln. Da sich Betreiber und Stadt Linz nicht über den Standort (unter anderem war die Donaulände im Gespräch) und die architektonische Gestaltung einigen konnten, wurde das Kino schließlich nach Wien neben das Technische Museum verlegt. Es war einige Jahre in einem provisorischen Gebäude an der Ostseite des Museums untergebracht, später wurde es an der Westseite neu gebaut und im Jahre 2002 wiedereröffnet.

Am 16. November 2005 musste das einzige IMAX-Kino Österreichs wegen Insolvenz des Betreibers LFC geschlossen werden. Verhandlungen über eine Weiterführung des Kinobetriebs durch die IMAX Corp. selbst sind gescheitert, obwohl die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) als Inhaber des IMAX-Gebäudes auch angeboten hatte, vorerst auf die Miete zu verzichten und diese erst später über eine Gewinnbeteiligung wieder einzubringen. Die IMAX Corp. wollte jedoch keinerlei Betreiberrisiken übernehmen, weshalb die BIG die Verhandlungen abbrechen musste.

Die Gründe für die Insolvenz sind vielfältig, vor allem sind sie aber auf Besuchermangel zurückzuführen. Anfangs ein Besuchermagnet und auf Monate hinaus ausgebucht, waren die Besucherzahlen in den vergangenen Jahren immer mehr rückläufig. Oft kritisiert wurde die Standortwahl neben dem Technischen Museum. Als mögliche Ursache für den Misserfolg gilt etwa eine mangelhafte Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln; auch befinden sich in der näheren Umgebung weder erwähnenswerte Gastronomie noch andere Freizeiteinrichtungen. Weiter wurde auch auf Marketing (bis auf Plakatierung) nahezu zur Gänze verzichtet und die Filmauswahl war vergleichsweise bescheiden und nicht besonders abwechslungsreich. Mit ein Grund war wohl auch die mangelnde Kooperationsbereitschaft des Technischen Museums.

Im September 2007 beschloss die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) das gesamte Gebäude samt Parkgrundstück und Tiefgarage zu verkaufen,[8] welches im November 2007 für eine Summe von 4,65 Millionen € an die finanz4you Projekt Invest Ges.m.b.H. ging.[9] Die Stadt Wien genehmigte im Mai 2009 auf dem Grund des Kinos ein Hotelprojekt, das bis 2011 fertiggestellt sein soll.[10] Im Oktober 2009 begann der Abriss des Kinos.

Seit der Schließung des IMAX war das einzige Großleinwandkino in Österreich das Maxoom in Hartberg, das ein 70 mm/8-perf-Verfahren benutzt. Im Jahr 2008 ging Cineplexx eine Kooperation mit IMAX ein, die ursprünglich die Ausstattung von drei Kinosälen in Österreich mit digitaler IMAX-Projektionstechnik vorsah. Umgerüstet werden sollten Säle in den Cineplexx-Kinos in Wien bei der Reichsbrücke und in Graz (Eröffnung März 2009), sowie ein weiterer Saal in Westösterreich (ab Herbst 2009).[11] Die Pläne wurden geändert und für insgesamt 1,5 Millionen Euro[12] je ein Saal im Apollo Kino in Wien und im Cineplexx in Graz umgerüstet. Seit dem 24. Juni 2009 werden dort wieder IMAX-Filme gezeigt.[13] Seit dem 19. Mai 2011 gibt es auch im Cineplexx in Hohenems einen Saal mit dem IMAX-3D-Verfahren. Seit Ende 2012 ist auch das Cineplexx im Donauplex in Wien mit der aktuellsten IMAX-Technik ausgestattet.[14]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pressemitteilung von IMAX bezüglich der verwendeten Technik beim Wechsel von Film auf Digital
  2. IMAX und CineStar verkünden offizielle Kooperation- Laserprojektion hält Einzug
  3. Kein IMAX-Kino mehr in Nürnberg, Nürnberger Nachrichten vom 19. Oktober 2010
  4. Weser-Kurier vom 17. November 2010
  5. IMAX im CinemaxX Bremen
  6. Bericht in der Augsburger Allgemeinen vom 23. Februar 2010
  7. http://www.bournemouthecho.co.uk/news/4861106.Bournemouth_s_hated_Imax_to_be_pulled_down/
  8. Bericht in orf.at vom 21. September 2007
  9. Presseinformation des BIG über den Verkauf (PDF)
  10. Bericht auf wienerbezirksblatt.at
  11. OTS: Cineplexx bringt IMAX(R) nach Österreich zurück
  12. Die Presse: Imax kommt ins Wiener Apollo und ins Cineplexx Graz.
  13. [1]
  14. IMAX Eröffnung am 19. Mai im Cineplexx Hohenems

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: IMAX – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Technik[Bearbeiten]

IMAX-Theater[Bearbeiten]

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