Wasserbillig

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Moselufer mit Autofähre in der Frühjahrssonne
Mündung der Sauer in die Mosel
Tankstellen zwischen Wasserbillig und Mertert
Rathaus Wasserbillig bei Nacht
Wasserbilliger Kirche

Wasserbillig (luxemburgisch Waasserbëlleg) ist eine Ortschaft am Zusammenfluss von Sauer und Mosel im Osten des Großherzogtums Luxemburg und gehört zur Gemeinde Mertert. Es liegt unmittelbar an der Grenze zu Deutschland. Deutsche Grenzorte sind Wasserbilligerbrück am jenseitigen Sauerufer und Oberbillig am anderen Moselufer.

Geschichte[Bearbeiten]

Schon den Römern war der Ort unter dem Namen Biliacum bekannt.

Lage[Bearbeiten]

Wasserbillig ist mit 130 m ü. NN der tiefste Punkt des Großherzogtums und Sitz der Gemeinde Mertert, die zum Kanton Grevenmacher gehört.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Ort hat 2300 Einwohner. Wegen der Nähe zu Deutschland ist Wasserbillig eine geschäftige Ortschaft, die besonders durch den regen Grenzhandel geprägt ist. Dies ist vor allem Tanktourismus, wegen der steuerlichen Unterschiede zwischen Deutschland und Luxemburg. An der Straße zwischen Wasserbillig und Mertert reihen sich genau 14 Tankstellen aneinander, auch der ehemalige Grenzübergang an der Autobahn A 64 wurde zu einer Tankstelle ausgebaut.

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Am nördlichen Ortsrand entlang verläuft mit der E 44 ein europäischer Hauptverkehrsweg, die Verlängerung der deutschen A 64. An der Kirche zweigt die Rue Nationale Luxembourgeoise (N 10) nach Norden ab, die durch das Sauertal nach Echternach führt. Die Hauptstraße des Ortes („Grande Rue“) überquert die Sauer mit einer Bogenbrücke und verbindet den Ort mit der auf deutschem Boden hier endenden B 49 in der Nachbargemeinde Wasserbilligerbrück. Am deutschen Ufer der Sauer beginnt hier die B 418 nach Echternach. Eine Fähre ermöglicht den Autoverkehr über die Mosel ins rheinland-pfälzische Oberbillig. Die grenzüberschreitende Autobahn A1 (Lux.)/A64 (Dtl.), das ist die bereits erwähnte Europastraße, hat sehr zur Entlastung der angespannten Verkehrssituation in Wasserbillig geführt.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Im Bahnhof Wasserbillig treffen mehrere Eisenbahnstrecken zusammen, u. a.

Wasserbillig ist Halt der InterCity-Linie 35 der Deutschen Bahn AG von Luxemburg nach Norddeich Mole, siehe auch: Liste der InterCity-Bahnhöfe.

Geiselnahme im Jahre 2000[Bearbeiten]

Kurzfristig bekannt wurde Wasserbillig im Jahr 2000, als ein tunesischer Einwanderer den Kinderhort Spatzennascht stürmte und zirka 23 Kinder und 3 Erzieherinnen als Geiseln nahm. Über sein Motiv wurde spekuliert, bis sich herausstellte, dass dem Mann kurz zuvor das Sorgerecht für sein Kind entzogen worden war. Seiner Forderung, mit einem Flugzeug nach Libyen zu gelangen, wurde nicht entsprochen. Stattdessen verletzten aus Deutschland zu Hilfe gerufene Beamte des Sondereinsatzkommandos Düsseldorf,[2] die sich als Fernsehjournalisten tarnten, nach 30 Stunden erfolgloser Verhandlungen den Mann lebensgefährlich mit zwei Kopfschüssen. Dem disziplinierten Verhalten des Personals in der Kindertagesstätte war es zu verdanken, dass es nicht zu weitreichenderen Kurzschlusshandlungen des Täters kam. Der Täter wurde anschließend zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Jacques Santer (* 1937), Präsident der Europäischen Kommission 1995–1999

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bahnhof Wasserbillig
  2. http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2001/erste7732.html

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wasserbillig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

49.7169444444446.5038888888889Koordinaten: 49° 43′ N, 6° 30′ O