Köln Hauptbahnhof

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Köln Hauptbahnhof
Luftaufnahme von Südosten
Luftaufnahme von Südosten
Daten
Kategorie 1
Betriebsart Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise 11
  • 9 Fern- und Regionalgleise
  • 2 S-Bahn-Gleise
Abkürzung KK
IBNR 8000207
Eröffnung 5. Dezember 1859
Webadresse DB AG: Köln Hbf
Lage
Stadt Köln
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 56′ 33″ N, 6° 57′ 29″ O50.94256.9580555555556Koordinaten: 50° 56′ 33″ N, 6° 57′ 29″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen
i7i11i12i13i15i16i16i18i20

Der Kölner Hauptbahnhof ist der wichtigste Eisenbahnknoten von Köln und liegt im Stadtzentrum neben dem Kölner Dom. Mit täglich etwa 280.000 Reisenden steht er nach Hamburg, München, Frankfurt (Main) und Berlin auf Platz fünf der meistfrequentierten Fernbahnhöfe der Deutschen Bahn. Der Durchgangsbahnhof mit seinen elf Gleisen gehört – zusammen mit dem nicht weit entfernten Bahnhof Köln Messe/Deutz – zu den 21 Bahnhöfen der höchsten Bahnhofskategorie 1 der DB Station&Service. Von seiner südöstlichen Ausfahrt führt die Bahntrasse in einer engen Kurve auf die Hohenzollernbrücke über den Rhein nach Deutz auf der rechtsrheinischen Seite.

Der Hauptbahnhof ist Umsteigepunkt zwischen Personenfern- (ICE, IC/EC, HKX) und Nahverkehr (Regionalbahn/Regional-Express sowie den S-Bahnen Rhein-Sieg bzw. Köln und Rhein-Ruhr).

Vom Empfangsgebäude aus besteht Zugang zum innerstädtischen Verkehr der Stadtbahn Köln über die beiden U-Bahnhöfe Dom/Hauptbahnhof und Breslauer Platz/Hauptbahnhof der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB), die mit der S-Bahn zum Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) gehören.

Geschichte[Bearbeiten]

Um 1850 gab es in Köln und der bis 1888 eigenständigen Stadt Deutz Bahnhöfe fünf verschiedener Betreiber: Linksrheinisch (Kölner Seite) waren dies die Bonn-Cölner Eisenbahn-Gesellschaft (BCE), die Cöln-Crefelder Eisenbahn-Gesellschaft (CCE) und die Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft (RhE); rechtsrheinisch in Deutz die Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft (BME) und die Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft (CME).

Nachdem 1854 die umstrittene Lage der neuen Bahn- und Straßenbrücke am Dom festgelegt worden war, folgten Überlegungen, wie das später Dombrücke genannte Bauwerk an den bestehenden Güter- und provisorischen Personenbahnhof am Rheinufer („Rheinstation“ an der Trankgasse) angeschlossen werden könnte. Pläne, die Waggons mit Aufzügen herabzulassen, wichen schnell der Erkenntnis, dass für die Verbindung der links- und rechtsrheinischen Bahnverkehre ein zentraler Bahnhof geschaffen werden müsse. Die Stadt stimmte 1857 zu und steuerte die Fläche des Alten Botanischen Gartens der 1798 aufgelösten Universitas Studii Coloniensis bei. Die Bahntrasse wurde von der Brücke kommend über die vom Rhein her ansteigende Maximinenstraße gelegt und dann weiter ebenerdig den Eigelstein querend – zwischen Ritterstraße und Weidengasse – durch die mittelalterliche Stadtmauer geführt.

Vorgänger Centralbahnhof[Bearbeiten]

Centralbahnhof, um 1893

Der sogenannte „Centralbahnhof“ wurde ab 1857 nach den Plänen von Hermann Otto Pflaume im Auftrag der RhE gebaut, die im gleichen Jahr die BCE übernommen hatte. Zusammen mit der Dombrücke wurde der Bahnhof 1859 eröffnet. Der Centralbahnhof war ein kombinierter Kopf- und Durchgangsbahnhof: An vier Kopfgleisen endeten die Züge der RhE aus Westen, während die Züge der CME von der Dombrücke auf zwei Durchgangsgleisen den Bahnhof tangierten.

Der Centralbahnhof stieß schnell an seine Kapazitätsgrenzen, jedoch hatte die RhE als Betreiberin nur begrenzt Interesse an einem Ausbau des Bahnhofs, da dieser überwiegend den Konkurrenzgesellschaften zugutegekommen wäre. Ernsthafte Planungen für einen vergrößerten Hauptbahnhof konnten daher erst nach der Verstaatlichung der Eisenbahngesellschaften um 1880 aufgenommen werden.

Hauptbahnhof[Bearbeiten]

Hauptbahnhof im Jahr 1892 beim Neubau
Hauptbahnhof um 1900
Bahnsteigüberdachung, Ende der 1990er Jahre erbaut

Für den neuen Hauptbahnhof wurden zwei Planungsvarianten verfolgt:

  • Neubau eines großen Hauptbahnhofs auf freier Fläche nördlich der Venloer Straße und Abstufung des Centralbahnhofs zum Nebenbahnhof, oder
  • Ersatz des Centralbahnhofs durch einen Neubau an gleicher Stelle mit Anhebung der Gleisanlagen nach Vorbild der Berliner Stadtbahn mit Bau zweier untergeordneter Personenbahnhöfe (Cöln West und Cöln Süd) an der Stadtbahnstrecke und einer Güterumgehungsbahn.

Während die Regierung in Berlin für die zweite Variante plädierte, war man in Köln gespalten. Am 9. Januar 1883 beschloss der Kölner Stadtrat mit einer Stimme Mehrheit schließlich die zweite Variante nach dem Dispositionsplan von Ingenieur E. Grüttefien, Berlin. Die Bauarbeiten begannen 1889. Die Gleise wurden um sechs Meter angehoben, die Hälfte des Freiraumes unter den Gleisen wurde mit Erde gefüllt und ein neues Empfangsgebäude nach Plänen des Aachener Architekten Georg Frentzen errichtet. Die Grundsteinlegung war am 7. Mai 1892.[1]

Im Jahre 1894 wurde die große dreigliedrige Bahnsteighalle fertiggestellt. Mit der seinerzeit größten Spannweite von 64 Metern überspannte die Mittelhalle die heutigen Gleise 2 bis 7 und die beiden 13,50 Meter breiten Seitenschiffe die Gleise 1 und 8. In der 255 Meter langen Halle entstand ein zweistöckiges Wartesaalgebäude, von dem aus die Reisenden bequem alle Gleise der Mittelhalle erreichen konnten. In Hallenmitte endeten vor dem Wartesaalgebäude an je vier Kopfgleisen die Züge aus Westen und Osten. Außerdem gab es auf beiden Seiten je zwei Durchgangsgleise.

Im Zuge einer Neustrukturierung des gesamten Bahnverkehrs (1909–1915), dessen sichtbarste Zeichen die neue „Südbrücke“ und die viergleisige „Hohenzollernbrücke“ waren, wurde das Wartesaalgebäude in der Halle entfernt und alle Gleise zu Durchgangsgleisen umgebaut. Dabei wurde auch an der Nordseite ein neuntes Gleis eingerichtet. Man nutzte nun auch die gesamte Fläche unter den Gleisen. Einzig die Wartesäle der ersten und zweiten Klasse im Bereich Trankgasse und Johannisstraße haben den Zweiten Weltkrieg und die nachfolgenden Umbauten überstanden und werden heute als Restaurant und Veranstaltungszentrum Alter Wartesaal genutzt.

Wiederaufbau und Neubau[Bearbeiten]

Kölner Hauptbahnhof, im Vordergrund die Hohenzollernbrücke, rechts vorne der Musical Dome
Empfangshalle des Kölner Hauptbahnhofs
Der Innenraum des Kölner Hbfs
Bahnhofsvorplatz und Empfangsgebäude bei Nacht (2010)
Bahnsteigüberdachung & Dom

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde einige Jahre überlegt, ob man nicht den Hauptbahnhof auf dem Gelände des Güterbahnhofs Gereon – dort befindet sich heute der Mediapark – neu errichten sollte. Daher ging der Wiederaufbau des Hauptbahnhofs nur sehr langsam vonstatten und die Kölner mussten sich für ein Jahrzehnt mit Provisorien begnügen.

Zunächst wurde 1953 der zerstörte westliche Langbau durch ein modernes Gebäude mit Gepäckabfertigung und Hotel ersetzt. Das nur gering zerstörte und provisorisch reparierte alte Empfangsgebäude wurde erst 1955 abgerissen. Am 23. September 1957 wurde die neue Eingangshalle der Architekten Schmitt und Schneider mit ihrer schalenförmigen Dachkonstruktion eröffnet. Auf der Nordseite des Hbf entstand durch die Räumung des ursprünglich eng bebauten Gebietes an der Maximinenstraße, Domstraße, Hofergasse, Hermannstraße und die Verschiebung der Goldgasse mit dem Breslauer Platz ein zweiter Vorplatz.

Im Zuge des S-Bahn-Baus bis 1991 wurde die gesamte Bahntrasse, der Bahnhof und die Hohenzollernbrücke um zwei unabhängige Gleise erweitert. Zunächst wurde 1975 der Hauptbahnhof um zwei Gleise (10 und 11) erweitert und 1989 die Hohenzollernbrücke mit der S-Bahn-Stammstrecke auf sechs Gleise. Die Gleise und der zusätzliche Bahnsteig sind mit freistehenden Betonpilzen aufgeständert. Eine Erweiterung um zwei Gleise nach Norden ist bereits baulich berücksichtigt.

Bis Ende der 1990er-Jahre wurde die Bahnsteigüberdachung vor der Halle und zwischen Halle und Eingangshalle durch einen Entwurf der Architekten des benachbarten Museums Ludwig (Busmann + Haberer mit Prof. Polonyi) ersetzt und die denkmalgeschützte Halle selbst wurde aufwendig renoviert (1987).

Nach knapp dreijährigem Umbau wurde am 29. März 2000 der für rund 200 Millionen D-Mark modernisierte Hauptbahnhof offiziell eingeweiht; darunter war auch die erste vollautomatische Gepäckaufbewahrungsanlage Europas.[2] In der Eingangsebene war dabei – unter Einbeziehung der Fläche unter den S-Bahn-Gleisen – auch ein Einkaufszentrum entstanden. Die sogenannten „Colonaden“ umfassen 70 Geschäfte und Gastronomiebetriebe mit über 11.500 Quadratmetern Verkaufsfläche und rund 700 Mitarbeitern.

Die Gleisanlagen weisen Längsneigungen von bis zu 7,9 Promille auf. Dies führt immer wieder zu Unfällen durch wegrollende Züge. Von 2009 bis Mitte 2013 wurden 13 derartige Vorfälle registriert. Ins Rollen gerieten die betroffenen Züge meist während Bremsproben. Bei den Unfällen wurden Bahnmitarbeiter leicht verletzt.[3]

Im ersten Stock über dem Reisezentrum gibt es eine DB Lounge für Reisende erster Klasse und Vielfahrer. Dieser Wartebereich liegt direkt am Gleis 1 und kann auch von diesem Bahnsteig betreten werden.

Planungen[Bearbeiten]

Bei einem Bahngipfel von Deutscher Bahn, Bundesregierung und NRW-Landesregierung am 31. März 2010 in Düsseldorf wurde beschlossen, dass der Bahnhof bis 2019 um einen S-Bahnsteig mit zwei S-Bahn-Gleisen am Breslauer Platz erweitert werden soll. Nach Schätzungen belaufen sich die Kosten auf 60 Millionen Euro.[4]

Der Bahnsteig an Gleis 1 soll für den ab 2016 geplanten ICE-Verkehr nach London – St Pancras um einen Sicherheitsbereich erweitert und Personen- und Gepäckkontrolle damit ermöglicht werden. Als betrieblich schwierig gilt die notwendige Kreuzung des gesamten westlichen Gleisvorfeldes durch die Richtung London abfahrenden Züge.[5]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Kölner Hauptbahnhof ist einer der Knotenpunkte des europäischen Fernverkehrs. Köln verfügt auf beiden Seiten des Rheins über Fernverkehrstrecken. Daher bildet der am linksrheinischen Ufer gelegene Hauptbahnhof mit dem am rechtsrheinischen Ufer gelegenen Bahnhof Köln Messe/Deutz eine Einheit und ist mit diesem über die Hohenzollernbrücke verbunden. Im Hauptbahnhof treffen sich Fernverkehrszüge aus dem Ruhrgebiet, Süddeutschland, der Schweiz, den Niederlanden und Belgien. Köln Messe/Deutz (tief) bindet zwei weitere rechtsrheinische ICE-Linien an. In der Vergangenheit wurde daher über eine direkte Verbindung, wie beispielsweise Personenlaufbänder über den Rhein nachgedacht, diese umstrittenen Ideen wurde allerdings bis auf Weiteres als zu teuer verworfen.

Im Bahnknoten Köln laufen sternförmig elf Strecken zusammen. Täglich werden mehr als 280.000 Ein- und Aussteiger sowie 1200 Züge gezählt.[6]

Der Kölner Hauptbahnhof gilt zusammen mit der Hohenzollernbrücke als zentraler Engpass im Schienenverkehr der Region Köln. Der Fernverkehr belastet vorwiegend die südöstliche Ausfahrt auf vier Gleisen in Richtung Deutz; der Regionalverkehr überwiegend die Westseite. Die Zulaufstrecken ab Hürth-Kalscheuren sowie aus Richtung Steinstraße werden an der Kapazitätsgrenze betrieben. Angebotsausweitungen sind kaum möglich. Veränderungen am Spurplan sind mit dem bestehenden Stellwerk nicht möglich. Auch im Zeithorizont des Jahres 2030 und darüber hinaus soll es zu Überlastungen kommen.[7]

linksrheinisch Rhein rechtsrheinisch
Hbf Hohenzollernbrücke Messe/Deutz
Ehemaliger Metropolitan, als IC verkehrend in Köln Hbf

Fernverkehr[Bearbeiten]

Köln Hauptbahnhof ist Knotenpunkt zahlreicher Intercity-Express- und Intercity-Linien, die Köln Hauptbahnhof zumeist im Stunden- oder Zweistundentakt erreichen:

Linie Linienverlauf
ICE 10 BerlinHannoverHamm (Flügelung) DortmundEssenDuisburgDüsseldorfKöln Messe/DeutzKöln/Bonn Flughafen
HagenWuppertalKöln (– BonnKoblenz)
IC 30 (Westerland –) HamburgMünster – Dortmund – Essen – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Bonn – MainzMannheimKarlsruhe
IC(EC) 31 (Kiel –) Hamburg – Münster – Dortmund – Wuppertal – Köln – Bonn – Mainz – Frankfurt FlughafenFrankfurt (Main)WürzburgNürnbergRegensburgPassau (– Wien)
IC 32 Berlin-Südkreuz – Berlin Hbf – Berlin-Spandau – Wolfsburg – Hannover – Bielefeld – Dortmund – Essen – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Bonn – Mainz – Mannheim – HeidelbergStuttgart- Ulm
IC 35 Norddeich MoleEmden – Münster – Oberhausen – Duisburg – Düsseldorf – Köln (– Bonn – Koblenz – Trier – Luxemburg)
ICE 42 Dortmund – Essen – Duisburg – Düsseldorf – KölnSiegburg/Bonn – Frankfurt Flughafen – Mannheim – Stuttgart – München
ICE 43 (Dortmund – Wuppertal –) Köln– Siegburg/Bonn – Frankfurt Flughafen – Mannheim – Karlsruhe – Basel
ICE 45 Köln – Köln/Bonn Flughafen – MontabaurLimburg SüdWiesbaden – Mainz (– Darmstadt)
ICE 49 Köln (– Köln/Bonn Flughafen) – Siegburg/Bonn – Montabaur – Limburg Süd – Frankfurt Flughafen – Frankfurt (Main)
IC 55 Köln – Wuppertal – Dortmund – Hamm – Bielefeld – Hannover – BraunschweigMagdeburgHalleFlughafen Leipzig/HalleLeipzigRiesaDresden
ICE 78 AmsterdamArnheim – Oberhausen – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Frankfurt Flughafen – Frankfurt (Main) (/– Basel)
ICE 79 BrüsselAachenKöln – Frankfurt Flughafen – Frankfurt (Main)
ICE 80 Paris Nord – Brüssel – Aachen – Köln
HKX Hamburg – Osnabrück – Münster – Duisburg – Köln

Über verschiedene Hochgeschwindigkeitsstrecken sind die meisten Großstädte Deutschlands wie auch im westlich benachbarten Ausland innerhalb weniger Stunden erreichbar. Der Schnellzug Thalys fährt von Köln nach Paris über Aachen, Lüttich und Brüssel.

Ebenfalls verkehrt der ICE International auf der Strecke Brüssel–Lüttich–Aachen–Köln und weiter nach Frankfurt, die Hochgeschwindigkeitszüge wechseln sich im Stundentakt ab.

Mit zusammen 403 regelmäßigen Ankünften und Abfahrten pro Tag im Fernverkehr war der Hauptbahnhof Köln im Sommerfahrplan 1989 der bedeutendste Knoten im Netz der Deutschen Bundesbahn.[8] Mit 383 regelmäßigen Fernverkehrs-An- und -Abfahrten war er im Sommerfahrplan 1996 im Netz der Deutschen Bahn der zweitwichtigste Knoten (nach dem Hauptbahnhof Hannover).[8]

Normale Reisezeit in 2011 von Köln mit Intercity-Express/Intercity nach …
Ziel Reisezeit (ICE) Fahrtzeit (IC) Bemerkung
Amsterdam 2:37 3:57
Basel 3:52 4:44
Berlin 4:20 5:59
Brüssel 1:48 3:21
Frankfurt am Main 1:04 2:20
Hamburg 3:59 3:59
Hannover 2:40 3:05
Leipzig 4:51 6:06
Luxemburg 3:21
München 4:20 5:58
Paris 3:15 im Thalys
Stuttgart 2:13 3:28

Nahverkehr[Bearbeiten]

Rhein-Express im Hauptbahnhof
Die Rhein-Wupper-Bahn mit der DB-Baureihe 111 im Umsteigebahnhof Köln Hauptbahnhof auf dem Weg nach Wuppertal

Köln Hbf ist daneben auch Knotenpunkt zahlreicher Regional-Express- und Regionalbahn-Linien, die Köln Hauptbahnhof zumeist im Halb- oder Stundentakt, teilweise aber auch nur im Zweistundentakt erreichen:

Linie Linienbezeichnung Linienverlauf
RE 1 NRW-Express Paderborn – Hamm – Dortmund – Essen – Duisburg – Düsseldorf – KölnDüren – Aachen
RE 5 Rhein-Express EmmerichWesel – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Bonn – Koblenz
RE 7 Rhein-Münsterland-Express Rheine – Münster – Hamm – Hagen – Wuppertal – SolingenKölnNeussKrefeld
RE 8 Rhein-Erft-Express (Kaldenkirchen) – MönchengladbachGrevenbroichKöln – Köln/Bonn Flughafen – TroisdorfBonn-BeuelLinz am Rhein – Koblenz
RE 9 Rhein-Sieg-Express Aachen – Düren – Köln – Troisdorf – Siegburg – Siegen
RE 12 Eifel-Mosel-Express Köln Messe/Deutz – KölnEuskirchenGerolstein – Trier
RE 22 Eifel-Express Köln Messe/Deutz – Köln – Euskirchen – Gerolstein
RB 24 Eifel-Bahn Köln Messe/Deutz – Köln – Euskirchen – Gerolstein
RB 25 Oberbergische Bahn Köln Hansaring – KölnOverathGummersbachMarienheideMeinerzhagen (Diesel-S-Bahn)
MRB 26 MittelrheinBahn Köln Messe/Deutz – Köln – Bonn – Koblenz (weiter als MRB 32 Koblenz – Bingen – Mainz)
RB 27 Rhein-Erft-Bahn Mönchengladbach – Grevenbroich – Köln – Troisdorf – Bonn-Beuel – Linz (Rhein) – Koblenz
RB 35 Der Weseler Köln – Düsseldorf – Duisburg – Wesel (1 Fahrt in der HVZ)
RB 38 Erft-Bahn Düsseldorf – Neuss – Grevenbroich – BedburgBergheimKöln – Köln Messe/Deutz
RB 48 Rhein-Wupper-Bahn Wuppertal – Solingen – KölnBonn Hbf – Bonn-Mehlem
Linienplan des S-Bahn-Netzes Rhein-Sieg

Der Kölner Hauptbahnhof ist in das S-Bahn-Netz Rhein-Sieg integriert. Montags bis freitags tagsüber verkehren dort die S-Bahnen im 20-Minuten-Takt, sonst im 30-Minuten-Takt. Nordwestlich des S-Bahn-Haltepunkts Köln Hauptbahnhof befindet sich der S-Bahn-Haltepunkt Köln Hansaring und westlich der S-Bahn-Haltepunkt Köln Messe/Deutz. Alle Linien, die den Hauptbahnhof bedienen, bedienen auch diese beiden Haltepunkte.

Linie Linienbezeichnung Linienverlauf
S 6 S-Bahn Rhein-Ruhr Köln-NippesKöln – Leverkusen – Langenfeld – Düsseldorf – Ratingen Ost – Essen
S 11 S-Bahn Rhein-Sieg Düsseldorf Flughafen Terminal – Düsseldorf – Neuss – DormagenKölnBergisch Gladbach
S 12 S-Bahn Rhein-Sieg Düren – HorremKöln – Troisdorf – Siegburg – HennefAu
S 13 S-Bahn Rhein-Sieg (Horrem –) Köln HansaringKöln – Köln/Bonn Flughafen – Troisdorf

Stadtbahn[Bearbeiten]

Der U-Bahnhof Dom/Hauptbahnhof

Unterhalb des Hauptbahnhofs befinden sich zwei Stationen der Stadtbahn Köln. Die U-Bahnhöfe Dom/Hauptbahnhof und Breslauer Platz/Hauptbahnhof liegen an derselben Tunnelstrecke, die den Hauptbahnhof in einer 120-Grad-Kurve unterfährt. Der bis U-Bahnhof Heumarkt in Betrieb befindliche Nordzweig (Linie 5) der im Bau befindlichen Nord-Süd-Stadtbahn ist zwischen den beiden Stationen an den bestehenden Tunnel angeschlossen. Die Station Breslauer Platz/Hauptbahnhof wurde bis Dezember 2011 in Richtung Hauptbahnhof verlegt und völlig neu gestaltet.

Derzeit verkehren an der Haltestelle Dom/Hauptbahnhof folgende Linien (tagsüber im Zehn-Minuten-Takt, Linie 18 im Fünf-Minuten-Takt), an der Haltestelle Breslauer Platz/Hauptbahnhof nur die Linien 16 und 18:

Linie Linienverlauf
5 HeumarktDom/HauptbahnhofFriesenplatzNeuehrenfeld – Sparkasse Am Butzweilerhof
16 Niehl Sebastianstr.EbertplatzDom/HauptbahnhofNeumarkt – Barbarossaplatz – Chlodwigplatz – RodenkirchenWesselingBonn HbfBonn-Bad Godesberg
18 ThielenbruchBuchheimMülheimEbertplatzDom/HauptbahnhofNeumarkt – Barbarossaplatz – KlettenbergHürthBrühlBonn Hbf
Vorherige Station Stadtbahn Köln Nächste Station
Appellhofplatz
← Sparkasse Am Butzweilerhof
  5   Rathaus
Heumarkt →
Appellhofplatz
← Bonn-Bad Godesberg
  16
Rheinuferbahn
  Breslauer Platz/Hbf
Niehl Sebastianstraße →
Appellhofplatz
← Bonn Hauptbahnhof
  18
Vorgebirgsbahn
  Breslauer Platz/Hbf
Thielenbruch →

Die Haltestelle Breslauer Platz/Hauptbahnhof wurde wegen der Bauarbeiten zur Nord-Süd-Stadtbahn bis zum Fahrplanwechsel der Stadtbahn im Dezember 2011 ohne Halt durchfahren.

„Flughafen“ Köln Hauptbahnhof[Bearbeiten]

Im Zuge des AIRail-Programms trägt der Hauptbahnhof den Flughafen-Code (IATA-Code) QKL. Fluggäste können an einem Lufthansa-Schalter am Hauptbahnhof einchecken. Die Passagiere fahren mit einem regulären Intercity-Express bis Frankfurt Flughafen Fernbahnhof und steigen dort in ein Flugzeug um. Bis Ende 2007 erfolgte die Gepäckauf- und -ausgabe am Hauptbahnhof, seither wird das Gepäck erst in Frankfurt eingecheckt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Dampflok 78 468 (Preußische T 18) im August 2005 auf Gleis 1

Erstmals am 6. Dezember 1950 organisierte der Bahnhofsbuchhändler Gerhard Ludwig (1909–1994) in seiner Buchhandlung im Hauptbahnhof, dem so genannten Dritten Wartesaal, seine zur Instanz gewordenen politisch-kulturellen „Kölner Mittwochgespräche“. Prominente Gäste aus der ganzen Republik nahmen regelmäßig an Gesprächsrunden aus Politik, Kultur und Sport teil oder lasen aus ihren neuesten Veröffentlichungen. Am 4. Juli 1956 schrieb Carlo Schmid einen Abschiedsgruß ins Gästebuch, die „Mittwochsgespräche“ wurden nach 269 Folgen umbaubedingt beendet. Die Tonbandmitschnitte wurden 1990 vom WDR ausgestrahlt.

Im Sommer fanden zeitweise in Zusammenarbeit mit dem Eisenbahnmuseum Dieringhausen Dampfzugfahrten „rund um Kölle“ mit Abfahrt von Gleis 1 statt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedhelm Ernst: Verkehrsknoten Köln. EK-Verlag, Freiburg 2006, ISBN 978-3-88255-253-9.
  • Ernst Kraft: Der Umbau des Hauptbahnhofs Köln (1909 bis 1914). In: Zeitschrift für Bauwesen. Jg. 65 (1915), Nr. 1, urn:nbn:de:kobv:109-opus-91994, S. 49–86. (Mit zusätzlichen Abbildungen auf Blatt 13 bis 17 im Atlas des Jahrgangs 1915, urn:nbn:de:kobv:109-opus-92068.)
  • Köln Hbf und seine Bahnsteighalle – Modernes Verkehrszentrum und Baudenkmal. Sonderdruck aus „Die Bundesbahn“ Heft 6/87. Darmstadt 1987.
  • Ulrich Krings: Deutsche Großtstadtbahnhöfe des Historismus. Band I und II. Inaugural-Dissertation, Ludwig-Maximilians-Universität zu München. Köln 1981.
  • Ludwig Rotthowe: Kölner Merkwürdigkeiten. Spezialsignale. In: LOK MAGAZIN. Nr. 248/Jahrgang 33/2002. GeraNova Zeitschriftenverlag GmbH München, ISSN 0458-1822, S. 100–103.
  • Horst Semmler: 150 Jahre Eisenbahn Bonn – Köln, Verlag Kenning, ISBN 3-927587-23-0.
  • Udo Kandler: Die Eisenbahn in Köln – Von den dreißiger Jahren bis heute. EK-Verlag, Freiburg 2012, ISBN 978-3-88255-243-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Köln Hauptbahnhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Deutsche Bahn AG:

Andere:

NRWbahnarchiv von André Joost:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Fuchs, Chronik zur Geschichte der Stadt Köln, Band 2, 1991, S. 289.
  2. Meldung Kölner Hauptbahnhof in neuen Glanz. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 5/2000, ISSN 1421-2811, S. 198.
  3.  Claudia Bleier: In: Kölner Stadt-Anzeiger. 19. Juni 2013 (ähnliche Version online).
  4. Zwei neue Gleise für den Hauptbahnhof. Kölner Stadt-Anzeiger vom 31. März 2010, abgerufen am 4. Januar 2013.
  5. Sicherheitsschleuse am Kölner Bahnhof. In: Rheinische Post (Onlineausgabe), 14. April 2011.
  6. „Nadelöhr“ Köln macht sich fit für die Zukunft. In: NetzNachrichten, Nr. 4/2012, Dezember 2012, (PDF-Datei, 0,9 MB; ZDB-ID 2548162-9), S. 7.
  7. Nahverkehr Rheinland GmbH, SMA und Partner AG (Hrsg.): Knotenuntersuchung Köln. 24. Januar 2012, "Version 1-00", S. 5, 13 f, 22, 48. (abgeleitete Kurzfassung als PDF-Datei).
  8. a b  Ralph Seidel: Der Einfluss veränderter Rahmenbedingungen auf Netzgestalt und Frequenzen im Schienenpersonenfernverkehr Deutschlands. Dissertation an der Universität Leipzig. Leipzig 2005, S. 46, 62.