Whiteout

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Dieser Artikel behandelt das meteorologische Phänomen. Für den Film siehe Whiteout (Film).
Whiteout auf dem Ekström-Schelfeis, Antarktis

Ein Whiteout ist ein meteorologisches Phänomen, das vor allem in Polargebieten und im Hochgebirge auftritt.

Als Whiteout wird die Helligkeit beschrieben, die bei schneebedecktem Boden und gedämpftem Sonnenlicht (durch Bewölkung, Nebel oder Schneefall) beobachtet werden kann. Es kommt dann aufgrund der starken diffusen Reflexion des Sonnenlichts und der damit einhergehenden sehr hohen minimalen Leuchtdichte zu einer sehr starken Kontrastverringerung, das gesamte Blickfeld scheint gleichmäßig hell zu sein. Das hat ein Verschwinden des Horizontes zur Folge; Boden und Himmel gehen nahtlos ineinander über. Es sind auch keine Konturen oder Schatten mehr erkennbar und der Beobachter hat das Gefühl, sich in einem völlig leeren, unendlich ausgedehnten grauen Raum zu befinden. Bei entsprechend veranlagten Personen kann dies zu einer starken psychischen Belastung führen, die sich oft durch Beklemmung und Angstgefühle äußert. Physisch macht sich der Whiteout durch Desorientierung und die Beeinträchtigung des Gleichgewichtssinns bemerkbar.

Whiteouts stellen im Bergsport durchaus einen ernstzunehmenden Gefahrenfaktor dar: Aus Sicherheitsgründen sollten Gruppen eng zusammenbleiben und sich, wenn überhaupt, nur langsam fortbewegen beziehungsweise in absturzgefährdetem Gebiet möglichst das Ende eines Whiteouts abwarten und vorläufig auf jede Fortbewegung verzichten, da Hindernisse oder Abgründe nicht mehr erkannt und Entfernungen und die Steilheit des Untergrundes nicht mehr abgeschätzt werden können.

Auch für Flugzeuge, die nach Sicht fliegen, stellt ein Whiteout eine ernsthafte Bedrohung dar, da im Sichtflug die Fluglage des Luftfahrzeugs in Bezug auf den natürlichen Horizont beurteilt und auch der erforderliche Abstand zu Hindernissen nach Sicht eingehalten wird.

Unfälle aufgrund eines Whiteouts[Bearbeiten]

  • Flugunfall am Berliner Olympiastadion am 20. März 2013: ein Hubschrauber der Bundespolizei stieß beim Landen auf dem Maifeld neben dem Berliner Olympiastadion mit einem kurz zuvor gelandeten Hubschrauber zusammen, während die Sicht durch von den Rotorblättern massenweise aufgewirbelte Pulverschneeflocken kurzfristig stark einschränkt war. Der Pilot des bereits gelandeten Hubschraubers kam dabei ums Leben. Der Unfallhergang wird noch untersucht.[1]
  • Im März 2008 stürzte in der Antarktis nahe der Forschungsstation Neumayer II ein Hubschrauber vom Typ Bo 105 des Forschungsschiffs Polarstern ab. Zwei Menschen starben, drei wurden zum Teil schwer verletzt. Grund für den Absturz war ein Whiteout aufgrund der kontrastlosen Schelfeisoberfläche.[2]
  • Im April 1982 stürzten zwei Hubschrauber der britischen Streitkräfte (Royal Air Force) während der Rückeroberung Südgeorgiens im Falklandkrieg auf Grund von Whiteouts ab.[3]
  • Wahrscheinlich hat unter anderem ein Whiteout 1979 zum Absturz von Air-New-Zealand-Flug 901 geführt. Dieser Absturz war das bisher folgenschwerste Flugzeugunglück auf dem antarktischen Kontinent (257 Todesopfer).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hubschrauber-Crash über Berliner Olympiastadion. aerokurier, online abgerufen am 23. März 2013
  2. Untersuchungsbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung
  3. Falkland Islands – The recapture of South Georgia. Royal Air Force, abgerufen am 20. August 2011.