Wiesbaden-Dotzheim

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Wappen von Dotzheim
Wappen von Wiesbaden
Dotzheim
Ortsbezirk von Wiesbaden
Karte
Koordinaten 50° 4′ 23″ N, 8° 11′ 37″ O50.0730555555568.1936111111111Koordinaten: 50° 4′ 23″ N, 8° 11′ 37″ O
Höhe 130–608 m ü. NN
Fläche 18,3 km²
Einwohner 26.621 (31. Dez. 2012)
Bevölkerungsdichte 1457 Einwohner/km²
Ausländeranteil 15,5 % (31. Dez. 2012)
Eingemeindung 1. Apr. 1928
Postleitzahl 65199, 65201
Vorwahl 0611
Adresse der
Verwaltung
Dörrgasse 2
65199 Wiesbaden
Website www.wiesbaden.de
Politik
Ortsvorsteher Manfred Ernst (CDU)
Stellv. Ortsvorsteher Karl-Heinz Schwalbach (SPD)
Quelle: Bevölkerung in den Ortsbezirken am 31. Dezember 2012 (PDF), Amt für Strategische Steuerung, Stadtforschung und Statistik; Landeshauptstadt Wiesbaden; abgerufen am 16. Januar 2013
Evangelische Kirche im Ortskern Dotzheim
Katholische Kirche Mariae Heimsuchung auf dem Kohlheck

Dotzheim ist ein Ortsbezirk der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden.

Er ist mit über 26.000 Einwohnern bevölkerungs- und flächenmäßig der zweitgrößte Stadtteil Wiesbadens. Der Ort entstammte einem gleichnamigen Dorf, welches 1928 nach Wiesbaden eingemeindet wurde und seitdem als alter Ortskern bezeichnet wird.

Inhaltsverzeichnis

Geografische Lage[Bearbeiten]

Dotzheim liegt im Nordwesten der Stadt und wird westlich von der Hohen Wurzel und Frauenstein, nördlich vom bewaldeten Taunus, Klarenthal und dem Rheingauviertel, im Südwesten von den Stadtteilen Schierstein sowie Biebrich begrenzt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ältesten Siedlungsbelege Dotzheims sind fünf keltische Steinkistengräber aus unbehauenen Quarzitplatten. Die Fundstücke stammen aus der jungen Eisenzeit, etwa 400 vor Christus.

Im Jahr 222 stifteten die Römer Fortunatus und Sejus einen Altar, der als Fragment sichergestellt werden konnte.

Erste Schriftdokumente mit namentlicher Erwähnung Dotzheims gibt es erst seit 1128: Zu dieser Zeit überließ der Mainzer Erzbischof Adalbert I. von Saarbrücken dem Mainzer Domkapitel Einkünfte aus den Dotzheimer Besitzungern des Erzstifts. Papst Lucius III. bestätigte 1184 den Besitz von 25 Kirchen – darunter fällt auch die zu Dotzheim.

Im 13. und 14. Jahrhundert lebten einige Adelsgeschlechter, die von Dotzheim hießen und ihren Namen möglicherweise dem Dorf verdankten.

Das Dotzheimer Dorfgericht wird 1386 erstmals schriftlich erwähnt und kann daher als Beginn der lokalen Selbstverwaltung betrachtet werden.

1610 wurden circa 50 Prozent der Häuser durch zwei Brände zerstört. Am 21. Februar gingen drei Häuser, drei Scheunen und zwei Ställe in Flammen auf, am 5. April weitere 29 Häuser, 24 Scheunen, 14 Ställe und 18 Kelterhäuser. In beiden Fällen war die Ursache Brandstiftung, für die der Schmied Michael Cron 1613 verurteilt wurde.[1]

1644 flohen fast alle Bewohner Dotzheims aus ihrem Heimatort. Grund dafür war der Dreißigjährige Krieg. Es dauerte sehr lange bis alle Kriegsfolgen überwunden waren.

1695 wurde das evangelische Pfarrhaus gegenüber der Dorfkirche gebaut, 1698 folgte ein Schulhaus. Die Zunahme der Bevölkerung im 18. Jahrhundert hatte ihre Ursache auch darin, dass viele Bauarbeiter, die in der Kurstadt Wiesbaden arbeiteten, in Dotzheim wohnten.

1889 wurde Dotzheim an das Streckennetz der damaligen Langenschwalbacher Bahn angeschlossen. Diese 1986 durch die Deutsche Bundesbahn stillgelegte Bahnstrecke wird heute von der Nassauischen Touristik-Bahn als Museumsbahn genutzt. Der denkmalgeschützte Bahnhof Dotzheim ist Heimatbahnhof der historischen Züge und Standort eines kleinen Eisenbahnmuseums.

Um die Jahrhundertwende bekam das Dorf ein neues Rathaus, drei Schulen sowie einen Waldfriedhof. 1906 wurde es an das örtliche Gas-, Wasser- und Stromversorgungsnetz angeschlossen. Außerdem wurde eine Straßenbahn zwischen Wiesbaden und Dotzheim eingerichtet.

Der wohl wichtigste historische Einschnitt in die Geschichte Dotzheims war dessen Eingemeindung nach Wiesbaden im Jahr 1928. Zufällig war dies genau 800 Jahre nach der erstmaligen schriftlichen Erwähnung.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden Kasernenbauten auf dem Kohlheck und dem Freudenberg errichtet. Dotzheim überstand den Zweiten Weltkrieg nahezu unbeschädigt. Hinweise auf eine möglicherweise versuchte Bombardierung Dotzheims geben tiefe, weite Krater in der nordwestlichen Bucht des Weilburger Tales.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden mehrere neue Siedlungen rund um Dotzheim, wie z. B. Kohlheck, Freudenberg, Schelmengraben und das Sauerland

Politik[Bearbeiten]

Wahlergebnisse Ortsbeirat Wiesbaden-Dotzheim[Bearbeiten]

Die Sitzverteilung im Ortsbeirat Wiesbaden-Dotzheim sieht wie folgt aus:

CDU SPD GRÜNE FDP REP LINKE Gesamt
2011 5 5 3 1 0 1 15
2006 6 5 2 1 1 0 15
2001 6 5 1 2 1 0 15
1997 6 6 1 0 2 0 15
1993 6 6 2 1 0 0 15
1989 5 8 1 1 0 0 15
1985 7 7 1 0 0 0 15
1981 8 6 0 1 0 0 15
1977 8 7 0 0 0 0 15
1972 6 8 0 1 0 0 15

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wiesbaden-Dotzheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Klaus Kopp: Dotzheim – Vom fränkischen Weiler zum größten Dorf des Nassauer Landes, ISBN 3-924401-16-0.