Mainz-Kostheim

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Wappen von Mainz-Kostheim
Wappen von Wiesbaden
Mainz-Kostheim
Ortsbezirk von Wiesbaden
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Über dieses Bild
Koordinaten 50° 0′ 10″ N, 8° 18′ 20″ O50.0027777777788.3055555555556Koordinaten: 50° 0′ 10″ N, 8° 18′ 20″ O
Höhe 84–134 m ü. NN
Fläche 9,53 km²
Einwohner 14.174 (31. Dez. 2012)
Bevölkerungsdichte 1487 Einwohner/km²
Ausländeranteil 18,9 % (31. Dez. 2012)
Eingemeindung 25. Jul. 1945
Postleitzahl 55246
Vorwahl 06134
Adresse der
Verwaltung
St. Veiter Platz 1
55246 Mainz-Kostheim
Website www.wiesbaden.de
Politik
Ortsvorsteher Stephan Lauer (CDU)
Stellv. Ortsvorsteher Gerd-Josef Weckbacher (FWG),
Annegret Kracht (FDP)
Quelle: Bevölkerung in den Ortsbezirken am 31. Dezember 2012 (PDF), Amt für Strategische Steuerung, Stadtforschung und Statistik; Landeshauptstadt Wiesbaden; abgerufen am 16. Januar 2013
Blick von der Mainbrücke auf Mainz-Kostheim mit der katholischen Pfarrkirche St. Kilian
Kostheimer Schleuse
Die Mainmündung bei Kostheim

Mainz-Kostheim ist der südlichste Ortsbezirk der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden.

Kostheim liegt unmittelbar an der Mündung des Mains in den Rhein. Dieser Stadtteil gehört zu den sogenannten AKK-Stadtteilen, welche bis zum Jahre 1945 zur Stadt Mainz gehörten und nach dem Krieg von der amerikanischen Militärregierung unter die Verwaltung der Stadt Wiesbaden gestellt wurden. Aus diesem Grund blieb der Namenszusatz „Mainz-“ trotz der politischen Zugehörigkeit zu Wiesbaden erhalten. Das Wappen zeigt die Kostheimer Zange.

Geschichte[Bearbeiten]

Mainz-Kostheim ist die zweitälteste Weinbaugemeinde des Rheingaus. Seine erste Erwähnung findet Kostheim im Jahre 790 mit der Unterzeichnung einer Urkunde durch Karl den Großen. Eine Besiedelung etwa aus der Römerzeit oder früher lässt sich jedoch vermuten. So finden wir noch heute, bei Niedrigwasser, die Überreste eines Brückenpfeilers im Main, nahe der heutigen Brücke von Kostheim nach Gustavsburg. Gräber, Hausfundamente und Brunnen aus der Römerzeit deuten ebenfalls darauf hin, dass an dem Weg der Römer nach Mainz und Kastel und über die Steinern Straße mehr als nur ein römischer Lagerplatz gewesen sein muss.

In seiner 1200-jährigen Geschichte wurde Kostheim mehrfach niedergebrannt und immer wieder aufgebaut. Bekannt ist, dass Kaiser Friedrich I. (genannt Barbarossa) auf der zu Kostheim gehörenden Insel Maaraue (in der Mainmündung zwischen dem Main und einem alten Mündungsarm) zu Pfingsten 1184 die Gäste zur Schwertleite seiner Söhne in einem großen Feldlager untergebracht hat. Die Angabe der Zahl der Besucher schwankt zwischen 20.000 und 50.000.[1] Im Jahre 1793, während und nach der Belagerung von Mainz durch die Preußen und Österreicher in den Koalitionskriegen, wurden Keller und Häuser geplündert und abgebrannt, Felder und Bäume verwüstet. So hält sich bis heute der Spruch „Häusche abgebrannt, Kühche fortgerannt – arm Kind von Kostheim“. Und der Ausdruck „Kostheimer Nickellos“ bedeutet, dass die armen Kostheimer weder Taler noch Nickel besaßen.

Bis etwa Mitte des 19. Jahrhunderts gehörten auch größere Teile des Gebietes südlich des Maines, die heute zu Gustavsburg gehören, noch zu Kostheim.[2] Ein Abtretungsvertrag über Kastel und Kostheim von 1806 zwischen dem Kaiserreich Frankreich und dem Fürstentum Nassau regelte eine Abtretung an die Stadt Mainz. Fünf Jahre nach der Eingemeindung der damaligen Stadt Kastel (1. April 1908) wurde die selbständige Gemeinde Kostheim per Eingemeindungsvertrag am 1. Januar 1913 ebenfalls ein Mainzer Stadtteil.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verlief die Grenze zwischen der französischen und amerikanischen Besatzungszone mitten durch das Mainzer Stadtgebiet: während das linksrheinische Stadtgebiet einschließlich der Innenstadt in der französischen Zone lag und deshalb vom Land Hessen abgetrennt und dem neuen Land Rheinland-Pfalz zugeordnet wurde, blieben die sechs rechtsrheinischen Mainzer Stadtteile hessisch. Die drei Stadtteile südlich der Mainmündung wurden nach einer Bürgerabstimmung wieder selbständig, während Kostheim gemeinsam mit Kastel und Amöneburg seither zur Stadt Wiesbaden gehören, was aber nicht unumstritten ist (siehe auch AKK-Konflikt).

St. Kilian bei Nacht

Es gibt zwei katholische (Maria Hilf und St. Kilian) und zwei evangelische Gemeinden, eine methodistische Kirche und seit 2003 auch eine Moschee. Kostheim hat ein reges Vereinsleben.

Kostheim besitzt heute ein neues Industriegebiet in der Anton-Hehn-Straße. Es wird zurzeit zum größten Teil von Unternehmen genutzt, die sich der Reparatur von Fahrzeugen widmen und weist noch größere ungenutzte Flächen aus. Die vormals industriell genutzte Fläche des ehemaligen Sägewerkes Schollmeyer ist heute mit Wohnungen bebaut, während die weitere Entwicklung des Areals der einstigen Kältetechnik-Sparte der Linde AG noch unklar ist.

Mit dem Kostheimer Carneval Verein 1923 e. V. (KCV) zieht Kostheim immer wieder Fastnachtsfreunde aus ganz Deutschland und der Schweiz an. Am Fastnachtssamstag findet ein Karnevalsumzug durch Kastel und Kostheim statt, der von allen Kostheimer und Kasteler Fastnachtsvereinen veranstaltet und organisiert wird.

Wahlergebnisse Ortsbeirat Mainz-Kostheim[Bearbeiten]

Die Sitzverteilung im Ortsbeirat Mainz-Kostheim sieht wie folgt aus:

CDU SPD AUF AKK FDP REP FWG Gesamt
2011 3 5 2 1 4 15
2006 3 5 1 1 1 4 15
2001 4 6 2 1 2 15
1997 4 7 2 1 1 15
1993 4 7 3 1 15
1989 4 8 2 1 15
1985 5 9 1 15
1981 6 8 1 15
1977 6 9 15
1972 5 10 15

Schulen und öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Kläranlage

In Kostheim sind die Carlo-Mierendorff-Schule, die Brüder-Grimm-Schule und die Krautgartenschule als Grundschulen ansässig, dazu kommen die Albert-Schweitzer-Schule (Förderschule) und die Wilhelm-Leuschner-Schule (Gesamtschule). Im Komplex der Wilhelm-Leuschner-Schule befindet sich eine große Turnhalle, die auch außerhalb des Schulbetriebes zu vielfältigen sportlichen Veranstaltungen genutzt wird. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich die AKK-Ortsverwaltung sowie das Hallenbad. Daneben gibt es auf der Maaraue ein Freibad und eine Wasserschutzpolizeistation, einen Campingplatz und die stillgelegte Kläranlage, welche zunächst als außergewöhnlicher Ort kultureller Veranstaltungen diente, mittlerweile wurde das Gelände aber eingeebnet sowie eingezäunt und dient als Hundeauslaufplatz. Seit dem Sommer 2013 ist auch das 2. Polizeirevier in Kostheim beheimatet, der vorherige Standort in Kastel wurde aufgegeben.

Weitere Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten[Bearbeiten]

Weinbrunnen

In der alten Ortsverwaltung an der Hauptstraße hat der Heimatverein Kostheim ein kleines Museum eingerichtet. Weitere Vereine haben in diesem Gebäude ihre Geschäftsstellen oder ihre Vereinsheime, das Gebäude wird daher auch als „Haus der Vereine“ bezeichnet. Bisher weitgehend unbeachtet verläuft quer durch den Hof dieses Hauses auch der fünfzigste Grad nördlicher Breite.[3] In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich der Weinprobierstand mit Weinbrunnen. Am anderen Ende von Kostheim finden sich Zeugnisse religiöser Kultur in Form des Rübenkapellchens sowie am Fähncheskreuz. Bezeichnend in diesem Zusammenhang sind auch urig anmutende Gemarkungsnamen wie „Gotthelf“ und „Teufelssprung“.

Kostheimer Weinmajestäten[Bearbeiten]

Eine lange Tradition sieht es vor, dass der Weinort Kostheim durch Weinmajestäten repräsentiert wird. 1975 wurde die erste Weinkönigin gekrönt und zurzeit ist die 36. Königin im Amt. Das aktuelle Weinmajestäten-Duo 2013/2014 besteht aus der Weinkönigin Stephanie II. und ihrer Weinprinzessin Sandra.

Bisherige Weinköniginnen:

  • 2013–2014 Stephanie II
  • 2012–2013 Stephanie I
  • 20112–2012 Kathrin II
  • 2010–2011 Sonja I
  • 2009–2010 Anna-Maria I
  • 2008–2009 Melanie I
  • 2007–2008 Sabine I
  • 2006–2007 Kerstin II
  • 2005–2006 Cathrin I
  • 2004–2005 Anne I
  • 2003–2004 Theresa I
  • 2002–2003 Andrea II
  • 2001–2002 Susanne I
  • 2000–2001 Janina I
  • 1999–2000 Kristin I
  • 1998–1999 Andrea I
  • 1997–1998 Sandra II
  • 1996–1997 Kerstin I
  • 1995–1996 Nadia I
  • 1994–1995 Ilka I
  • 1992–1994 Claudia II
  • 1991–1992 Petra I
  • 1990–1991 Claudia II
  • 1989–1990 Sandra I
  • 1987–1989 Christel I
  • 1986–1987 Ilona I
  • 1985–1986 Annette I
  • 1984–1985 Christa I
  • 1983–1984 Bärbel I
  • 1982–1983 Monika I
  • 1981–1982 Walburga I
  • 1980–1981 Beate I
  • 1979–1980 Ute I
  • 1978–1979 Marion I
  • 1977–1978 Margarete I
  • 1976–1977 Maria I
  • 1975–1976 Hannelore I

Siehe auch[Bearbeiten]

Dokumente[Bearbeiten]

  • Bild von Kostheim aus: J. F. Dielmann, A. Fay, J. Becker (Zeichner): F. C. Vogels Panorama des Rheins, Bilder des rechten und linken Rheinufers. Lithographische Anstalt F. C. Vogel, Frankfurt 1833.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mainz-Kostheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Baedeckers Reiseführer und andere Bücher
  2. Allgemeine Zeitung vom 14. Dezember 2007: Früher lag Ortsgrenze nicht im Main. 375 Jahre alte Schwedenfestung Gustavsburg stand eigentlich auf Kostheimer Boden, bei Internet Archive abgerufen am 23. Oktober 2008
  3. Kostheim will 50. Breitengrad hervorheben - Ortsbeirat berät Alternativen. In: Allgemeine Zeitung. 8. März 2011. Gesichtet am 8. März 2011