Yenko Camaro

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Yenko
Yenko Camaro (1969) bei der Cruise Night 2009

Yenko Camaro (1969) bei der Cruise Night 2009

Camaro
Produktionszeitraum: 1967–1969
Klasse: Sportwagen
Karosserieversionen: Coupé, Cabriolet
Motoren: Ottomotoren:
6,6–7,0 Liter
(311–331 kW)[1]
Länge: 4691[1] mm
Breite:
Höhe:
Radstand: 2743[1] mm
Leergewicht:
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines

Der Yenko Super Camaro war ein getunter Chevrolet Camaro der 1. Generation, der von Yenko Sportscars unter der Leitung von Donald Yenko gebaut wurde. Als der Chevrolet Camaro herauskam, durfte sein V8-Motor auf Werksanweisung von GM nicht mehr als 6.555 cm³ (400 cu.in.) Hubraum besitzen, was dem Modell einen Nachteil gegenüber seinen Konkurrenten Ford Mustang, Plymouth Barracuda und Dodge Dart verschaffte, da weder Ford noch Chrysler solche Beschränkungen aufstellten. Don Yenko aber wusste, dass es einen Markt für einen besonders leistungsfähigen Camaro geben würde, und fand einen Weg, die GM-Vorschrift zu umgehen.

1967[Bearbeiten]

Yenko bestellte einen Camaro SS mit L-78-Motor und baute den L-72-Motor der Corvette mit 6.997 cm³ Hubraum ein. Die genaue Zahl der so ausgestatteten Wagen ist nicht bekannt, man nimmt aber an, dass ca. 50 Stück entstanden. Yenko baute auch eine andere Motorhaube aus GFK, ähnlich wie beim Stinger mit dem Big-Block-Corvette-Motor aus demselben Jahr ein.

Don Yenkos Camaros mit dem L-72-Motor waren mit den Getrieben M21 oder M22 bestückt. Die Leistung dieser Wagen wird mit 423 bhp (311 kW) angegeben. Der Yenko Camaro durfte bei Rennveranstaltungen nicht als Chevrolet antreten, da er nicht von Chevrolet direkt hergestellt wurde. Chevrolets Antwort darauf war 1969 der COPO-Camaro (Central Office Production Order). Dieser Wagen waren mit dem gleichen 7,0 l-V8-Motor ausgestattet wie der Yenko Camaro, durften aber für Chevrolet antreten.

1968[Bearbeiten]

Ermutigt durch den Erfolg 1967 baute Yenko weiterhin Camaros. Alle diese Fahrzeuge waren mit dem eng gestuften, manuellen Vierganggetriebe M21 ausgestattet. Eine große Motorhaube mit zwei Lufthutzen ersetzte die „Stinger“-Version des Vorjahres und Yenko-Embleme waren auf den Fahrzeugseiten und am hinteren Nummernschild zu sehen. Das COPO-Modell hatte ein verbessertes Fahrwerk und andere Veränderungen und schaffte 225 km/h, war aber nicht mit dem 7,0 l-V8-Motor bestückt. Yenko versah die Fahrzeuge mit Motoren, die 6.489 cm³ Hubraum besaßen, bis sich Chevrolet 1969 zum Einbau des 7,0 l-V8 entschloss. Ein einziger Camaro soll 1968 bereits mit dem großen Motor ausgeliefert worden sein, was ihn zum begehrtesten Sammlerobjekt überhaupt machte.

Am 17. Januar 2009 wurde auf der Barret Jackson Auto Auction ein mit neuer Karosserie versehener, silberner Yenko mit Vierganggetriebe für US-$ 121.000,-- ersteigert.

1969[Bearbeiten]

Ab 1969 arbeitete die Chevrolet-Vertretung mit dem Werk zusammen, um den L-72-Motor auf der Werksmontagelinie einzubauen, indem eine Central Office Production Order (COPO) aufgesetzt wurde. Die Bestellung beinhaltete leistungsfähige Scheibenbremsen, ein 4.10 Positraction-Heck, eine stärkeren Frontstabilisator und einen schweren Vierschlangen-Aluminiumkühler. Die Kunden hatten die Wahl zwischen dem manuellen M21-Vierganggetriebe und dem Automatikgetriebe Hydramatic 400. 1969 wurden genau 201 dieser Wagen verkauft, 171 mit manuellem Getriebe und 30 mit Automatikgetriebe. Yenko rundete das Erscheinungsbild mit Front- und Heckspoilern, einer Motorhaube mit Lufteinlässen, speziellen „Yenko 427“-Emblemen, Doppelstreifen an den Fahrzeugflanken und der Motorhaube und einem „sYc“-Emblem (Yenko Super Car) ab. Laut der Camaro Research Group war Schwarz (Farbcode 711) die einzige von Yenko bestellte Ausstattungsfarbe. Heute besitzen aber viele Yenko-Wagen eine weiße Innenausstattung.

Mehr als 40 Jahre später wurden diese Camaros auf mehr als US-$ 2,2 Mio. geschätzt und für diesen Preis auch bei Barrett-Johnson-Auktionen verkauft. Im September 2008 gab es zwei 1969er-Yenko-Camaro mit Automatikgetriebe auf der ESPN Auction Show.

Am 17. Januar 2009 wurde ein echter ZL-1-COPO, dunkelgrün und mit neuer Karosserie für US-$ 290.000,-- versteigert. Ein gelbes Exemplar mit Originalkarosserie, neuen Zylinderköpfen und Getriebeautomatik erzielte US-$ 270.000,--.

1981[Bearbeiten]

1981 versuchte Don Yenko zum letzten Mal, das ultimative Hochleistungsautomobil herzustellen. Der Yenko Turbo Z basierte auf dem Chevrolet Camaro von 1981.

Don Yenkos Kommentar zu diesem Auto lautete:

„Was ihre Leistungsfähigkeit angeht, zeigten die Autos in den letzten zehn Jahren einen langsamen, aber stetigen Niedergang. Niedrig verdichtete Motoren, die niedrigoktaniges Benzin vertragen gehören sind heute die Norm. Ständig neue Emissionskontrollen haben ihren Tribut an Pferdestärken der einst leistungsfähigen Motoren gefordert. Es ist eine wirkliche Herausforderung, die summierten Leistungsverluste ohne zusätzliche Umweltverschmutzung auszugleichen. Nach vielen Monaten des Testens und Entwickelns aber haben wir es geschafft. Aus der engen Zusammenarbeit mit den Leuten von Turbo International ging ein System hervor, das alle unsere Erwartungen erfüllte. Dieses System liefert, wie alle anderen, die Energie zur Verbesserung der Einströmung des Treibstoff-Luft-Gemisches. Damit aber enden die Gemeinsamkeiten. Unser System hat kein Führungsventil, daher gibt es auch kein Turboloch. Wir haben auch kein Wastegate, das nicht funktionieren könnte. Und da der gesamte Treibstoff, der in den Motor gelangt, zuerst im Turbolader verwirbelt wird, bekommt man eine bessere Treibstoffausnutzung und ein besseres Ansprechverhalten auch ohne die Leistungssteigerung. Alle Schrauben, Muttern oder sonstigen Bauteile, die in diesem System zum Einsatz kommen, sind die bestmöglichen. Es wurde mit jeder erdenklichen Emissionkontrolle geprüft und funktioniert.“

1969 Replica[Bearbeiten]

Kürzlich hat eine Firma aus North Carolina namens Classic Automotive Restoration Specialists wieder mit der Fertigung des Yenko Camaro von 1969 begonnen[2][3]. Don Yenko verkaufte 201 Stück seines berühmten COPO-Camaro über seinen Autohandel in Canonsburg (Pennsyslvania). Wie im Muscle Car Review vom März 2008 berichtet wird, ist der neue Wagen ein voll lizenzierter Yenko, dessen erstes Exemplar die Nummer 202 trägt. Der 7,0 l-V8 unter der Haube wurde von GM gebaut, die die Big-Block-Motoren der Muscle Car-Ära wieder liefern. Für die anderen Komponenten brauchte man 2 ½ Jahre, um die alten Maschinen wiederzufinden. Die verfügbaren Sonderausstattungen sind die gleichen, die es auch 1969 gab, ebenso wie die Lackfarben. Die Wagen kosten ungefähr 60 % weniger als einige der bekannten, 39 Jahre alten, überlebenden Yenko Camaro, fahren aber so wie eines von den alten Autos gefahren wurde, als es neu beim Autohändler vom Hof gefahren wurde.

2009[Bearbeiten]

Ein neuer Yenko Camaro auf Basis des Camaro-Fahrgestells von 2009 wurde auf der SEMA 2009 vorgestellt. Der neue Motor ist eine aufgeladene Version des GM LS3; der 6,2 l-V8-Motor gehört beim Camaro SS zur Serienausstattung. Da dieses Fahrzeug Phase I genannt wird, erwartet man auch Yenkos der Phase II und Phase III mit LS7-Motoren mit 7,0 l Hubraum und vielleicht sogar LS9-Motoren.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Yenko Camaro – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c John Gunnell: Standard Catalog of American Cars 1946–1975. Krause Publications, Inc. Iola, Wisconsin (2002). ISBN 0-87349-461-X
  2. 2007 SEMA – A Few of our Favourite Things. Consumer Reports blog. 25. Dezember 2007
  3. 1969 Yenko. Classic Automotive Restoration Specialists.