Özlem Demirel

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Özlem Demirel (2017)

Özlem Alev Demirel (* 10. März 1984 in Malatya, Türkei) ist eine türkisch-deutsche Politikerin (Die Linke) kurdischer Herkunft. Sie ist Spitzenkandidatin ihrer Partei für die Europawahl in Deutschland 2019.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Kind kam Özlem Demirel mit ihrer Familie 1989 nach Deutschland. Nach ihrem Abitur 2004 machte sie ein Studium der Politikwissenschaft, Komparatistik, Verfassungs-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Bonn mit Magister-Abschluss. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder und wohnt in Düsseldorf.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits als Schülerin engagierte sich Demirel politisch. Sie war von 1999 bis 2003 Vorstandsmitglied in der BezirksschülerInnenvertretung in Köln und von 2000 bis 2004 Mitglied im Landesvorstand der LandesschülerInnenvertretung NRW. Von 2002 bis 2004 war sie außerdem Delegierte für den Bundesausschuss der BundesschülerInnenvertretung. In deren Rahmen hat sie unter anderem 2001 und 2002 Schülerdemonstrationen gegen den Afghanistan- und Irakkrieg und 2002 Proteste gegen die Studiengebühren mitorganisiert. Özlem Demirel ist auch Mitglied in der Föderation Demokratischer Arbeitervereine (DIDF) für türkisch- und kurdischstämmige Arbeiter. Von 1999 bis 2004 war sie im Bundesvorstand der DIDF-Jugend.

Özlem Demirel in der Linksfraktion des nordrhein-westfälischen Landtags (2011)

Von 2004 bis 2010 war Demirel als Mitglied der Linksfraktion ordentliches Mitglied des Rates der Stadt Köln. Dort arbeitete sie im Ausschuss Schule und Weiterbildung und war stellvertretend im Integrationsrat. Des Weiteren arbeitet Demirel im Koordinierungskreis der LAG Migration, Integration und Antirassismus, dem sie seit Februar 2009 angehört. Sie hat im Jahr 2008 zudem Blockaden gegen den Anti-Islamisierungskongress von Pro NRW mitorganisiert.

Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2010 wurde sie über die Landesliste (Listenplatz 9) ihrer Partei in den nordrhein-westfälischen Landtag gewählt. Dort gehörte sie dem Ausschuss für Kommunalpolitik und dem Ausschuss für Wirtschaft, Mittelstand und Energie als ordentliches Mitglied an. Sie war Kommunalpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Landtag von Nordrhein-Westfalen. Weiterhin war sie Mitglied des Beirats für Wohnraumförderung der NRW Bank[2] und Mitglied der Enquetekommission Wohnungswirtschaftlicher Wandel und neue Finanzinvestoren auf den Wohnungsmärkten in NRW.

Landessprecher der Linken, Christian Leye und Özlem Demirel (2016)

Bis zum 7. Juni 2011 war sie darüber hinaus Mitglied im Ausschuss für Bauen, Wohnen und Verkehr sowie bau- und wohnungspolitische Sprecherin der Fraktion. Seit dem 7. Juni 2011 war Özlem Demirel Parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion. Damit war sie auch beratendes Mitglied im Ältestenrat.[3] Bei der Landtagswahl am 13. Mai 2012 schied ihre Partei aus dem Landtag aus.

Von Sommer 2012 bis Frühjahr 2014 war Demirel Bundesvorsitzende der DIDF. Im Juni 2014 wurde sie gemeinsam mit Ralf Michalowsky zur Landessprecherin des NRW-Landesverbandes der Linken gewählt. Im Juni 2016 wurde sie – diesmal gemeinsam mit Christian Leye – als Landessprecherin wiedergewählt.[4]

Im Dezember 2016 wurde sie auf Platz 1 der Reserveliste und damit – gemeinsam mit dem auf Platz 2 gewählten Christian Leye – zur Spitzenkandidatin für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2017 gewählt. Unter ihrer Führung konnte die Linke ihre Stimmenzahl gegenüber der Wahl 2012 mehr als verdoppeln, scheiterte bei der Landtagswahl 2017 aber mit 4,9 % denkbar knapp an der Fünf-Prozent-Hürde und verpasste damit erneut den Einzug in den nordrhein-westfälischen Landtag.[5]

Bei der Europawahl 2019 kandidiert Özlem Demirel als Spitzenkandidatin der Partei Die Linke (Listenplatz 2).[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Özlem Demirel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Spitzenduo für die Europawahl 2019.
  2. Özlem Demirel beim Landtag Nordrhein-Westfalen
  3. Archivlink (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)
  4. Wahlergebnis Listenplatz 1
  5. Ergebnisse der Landtagswahl in NRW 2017, abgerufen am 16. Mai 2017 auf wdr.de.
  6. www.die-linke.de, Wahl der Europaliste