Ürgüp

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Ürgüp
Wappen fehlt
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Ürgüp (Türkei)
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Basisdaten
Provinz (il): Nevşehir
Koordinaten: 38° 38′ N, 34° 55′ OKoordinaten: 38° 37′ 45″ N, 34° 54′ 46″ O
Höhe: 1150 m
Einwohner: 20.522[1] (2014)
Telefonvorwahl: (+90) 384
Postleitzahl: 50400
Kfz-Kennzeichen: 50
Struktur und Verwaltung (Stand: 2015)
Bürgermeister: Fahri Yıldız (AKP)
Webpräsenz:
Landkreis Ürgüp
Einwohner: 35.311[1] (2014)
Fläche: 563 km²
Bevölkerungsdichte: 63 Einwohner je km²
Kaymakam: Alper Balcı
Webpräsenz (Kaymakam):
Vorlage:Infobox Ort in der Türkei/Wartung/Landkreis
Ürgüp

Ürgüp (griechisch Προκόπιο Prokopio) ist eine türkische Kleinstadt mit 20.522 Einwohnern (Stand 2014) in der zentralanatolischen Provinz Nevşehir. Im gleichnamigen Landkreis Ürgüp leben etwa 35.311 Einwohner (Stand 2014).

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Ürgüp liegt an einer Landstraße, die die etwa 20 Kilometer östlich gelegene Provinzhauptstadt Nevşehir und die Stadt Aksaray sowie die etwa 60 Kilometer westlich liegende Stadt Kayseri miteinander verbindet. Die türkische Hauptstadt Ankara liegt 260 Kilometer in nordwestlicher Richtung entfernt. Die Touristenorte um Antalya, Side und Alanya befinden sich etwa 400–500 Kilometer südwestlich.

Auf einer Höhe von etwa 1150 Metern über NN liegt Ürgüp zentral in der Touristenregion Kappadokien. Nahe der Stadt befinden sich zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie z. B. die aus dem vulkanischen Gestein herausgewaschenen Feenkamine und andere beeindruckende geologische Formationen sowie die frühchristlichen Höhlenkirchen im Freilichtmuseum von Göreme.

Landschaftsbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft ist an einem flachen, großen und leicht geneigten Felsplateau angelehnt. Die älteren Bauten bestehen überwiegend aus rosa- und beigefarbenen Felsblöcken, dem sog. Tuffstein. Mit ihren flachen Dächern vermischen sich die Gebäude mit den rechteckigen Monolithen, die die Erosion im Laufe der Zeit aus den abschüssigen Seiten des Plateaus abgetrennt hat.

In den umliegenden Gebieten zwischen Ürgüp und Nevşehir prägen rosafarbene Schluchten, in denen auch heute noch in Steinbrüchen Tuffgestein gefördert wird, und die sogenannten „Feenkamine“ das Landschaftsbild. Diese verschiedenfarbigen Tuffsteinkegel, die vor einigen Jahrhunderten entstanden, werden an der Spitze durch eine gehärtete Steinplatte geschützt. Das weiche erodierende Gestein, welches aufgrund geologischer Bewegungen von einer einzelnen Felsfalte abbrach, ermöglichte das Einwirken der Witterung zwischen den Gesteinsblöcken und die daraus resultierende Bildung der Kegel.[2]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ürgüp wird heute von zahlreichen Touristen besucht, die von den Ferienorten an der Türkischen Riviera anreisen. In der Nähe des älteren Dorfteiles, wo sich Häuser in die unterhalb liegende Ebene verteilen, liegt ein größeres Ferienresort mit zahlreichen moderneren Gebäuden. Diese orientieren sich an der traditionellen Bauweise und Architektur, die für diese Region charakteristisch ist.

Wenige Kilometer außerhalb von Ürgüp befindet sich in einem weitreichenden Gebiet ein große Anzahl an Kirchen und Kapellen, darunter die älteren Bauten im „Balkan-Tal“ aus dem 6. Jahrhundert. In der Nähe des Ortes Cernil liegt das Kloster von Basmelek („Des Erzengels“). Im Ort Ayvalik befinden sich die Kirchen Karacalıı Kilise und Yukarı Kilise; im weiter entfernten Tagar liegt die Kirche des heiligen Theodor, eines in dieser Region verehrten Heiligen. Diese zu Teilen eingestürzte Kirche ist eines der größten christlichen Bauwerke im Gebiet um Ürgüp.

Das naheliegende „Tal von Golgoli“ beherbergt heute nur noch wenig von den antiken Kirchen mit ihren mit Malereien und Fresken ausgeschmückten Innenräumen. Die „Taskımpacha“ bei Damsa, eine Moschee aus dem 16. Jahrhundert, besteht aus einem dreischiffigen Raum mit rechteckigem Grundriss. Dieser wird von einem Tonnengewölbe und einer Kuppel überdeckt. Bedeutend sind im Inneren neben den Malereien auch die Portale sowie der hölzerne Altar im Kirchenschiff. Zu diesem Gebäudekomplex gehören zusätzlich ein Minarett und ein Innenhof.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ürgüp – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Türkisches Institut für Statistik (Memento vom 28. Dezember 2015 auf WebCite), abgerufen 28. Dezember 2015
  2. Kappadokien - Copyright 1996 by Casa Editrice Bonechi, via Cairoli 18/b, Florenz - Italien (S. 7-8)