Amstetten (Württemberg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Amstetten
Amstetten (Württemberg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Amstetten hervorgehoben
Koordinaten: 48° 35′ N, 9° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Alb-Donau-Kreis
Höhe: 628 m ü. NHN
Fläche: 49,8 km²
Einwohner: 3978 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 80 Einwohner je km²
Postleitzahl: 73340
Vorwahl: 07331
Kfz-Kennzeichen: UL
Gemeindeschlüssel: 08 4 25 008
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Lonetalstraße 19
73340 Amstetten
Webpräsenz: www.amstetten.de
Bürgermeister: Jochen Grothe
Lage der Gemeinde Amstetten im Alb-Donau-Kreis
Landkreis Biberach Landkreis Esslingen Landkreis Göppingen Landkreis Heidenheim Landkreis Reutlingen Ulm Allmendingen (Württemberg) Allmendingen (Württemberg) Altheim (Alb) Altheim (bei Ehingen) Altheim (bei Ehingen) Amstetten (Württemberg) Asselfingen Ballendorf Balzheim Beimerstetten Berghülen Bernstadt (Alb) Blaubeuren Blaustein Breitingen Börslingen Dietenheim Dornstadt Ehingen (Donau) Ehingen (Donau) Emeringen Emerkingen Erbach (Donau) Griesingen Grundsheim Hausen am Bussen Heroldstatt Holzkirch Hüttisheim Illerkirchberg Illerrieden Laichingen Langenau Lauterach (Alb-Donau-Kreis) Lonsee Merklingen Munderkingen Neenstetten Nellingen Nerenstetten Oberdischingen Obermarchtal Oberstadion Öllingen Öpfingen Rammingen (Württemberg) Rechtenstein Rottenacker Schelklingen Schnürpflingen Setzingen Staig Untermarchtal Unterstadion Unterwachingen Weidenstetten Westerheim (Württemberg) Westerstetten BayernKarte
Über dieses Bild

Amstetten ist eine Gemeinde im Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg (Deutschland).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alter Ortskern Amstetten-Dorf von Südwesten aus gesehen

Amstetten liegt auf der nördlichen Schwäbischen Alb am Kopf der Geislinger Steige, etwa 25 km nordwestlich von Ulm. Hier überquert eine uralte Handelsstraße aus dem Filstal kommend die Alb.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an die Stadt Geislingen an der Steige im Landkreis Göppingen, im Osten an Gerstetten im Landkreis Heidenheim, Altheim (Alb) und Weidenstetten, im Süden an Lonsee und im Westen an Nellingen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Amstetten gehören die Ortsteile Bräunisheim, Hofstett-Emerbuch, Reutti, Schalkstetten und Stubersheim. Der Ort Amstetten selbst gliedert sich in das alte Amstetten-Dorf und das nach dem Bahnbau neu entstandene Amstetten-Bahnhof.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die um 1000 entstandene Laurentiuskirche prägt den alten Ortskern.

Spuren einer römischen Straßenstation am Kopf der Geislinger Steige belegen die wichtige verkehrsgeographische Lage. Während in Amstetten selbst bisher Spuren einer frühmittelalterlichen Besiedlung fehlen, belegen Funde aus den Ortsteilen Schalkstetten, Bräunisheim und Stubersheim eine Besiedlung mindestens seit der Merowingerzeit. Die erste urkundliche Erwähnung Amstettens stammt aus dem Jahr 1275 im Liber decimationis, dem Zehntbuch des Bistums Konstanz. Im Spätmittelalter gehörte die Region überwiegend den Grafen von Helfenstein, die ihren Besitz jedoch Ende des 14. Jahrhunderts an die Reichsstadt Ulm verpfänden mussten.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelt sich um Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg[2] (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1. Dezember 1871 ¹ 1.712
1. Dezember 1880 ¹ 1.762
1. Dezember 1890 ¹ 1.607
1. Dezember 1900 ¹ 1.661
1. Dezember 1910 ¹ 1.733
16. Juni 1925 ¹ 1.736
16. Juni 1933 ¹ 1.756
17. Mai 1939 ¹ 1.820
13. September 1950 ¹ 2.607
Jahr Einwohner
6. Juni 1961 ¹ 2.673
27. Mai 1970 ¹ 2.816
31. Dezember 1980 3.242
27. Mai 1987 ¹ 3.369
31. Dezember 1990 3.562
31. Dezember 1995 3.952
31. Dezember 2000 3.943
31. Dezember 2005 3.974
31. Dezember 2010 3.940

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg wurden folgende Gemeinden nach Amstetten eingemeindet:

  • 1. März 1972: Hofstett-Emerbuch und Stubersheim
  • 1. Dezember 1973: Bräunisheim
  • 1. Januar 1975: Reutti und Schalkstetten

Die früheren Gemeinden gehörten bis zu dessen Auflösung zum Landkreis Ulm.

Wappen der eingemeindeten Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hofstett-Emerbuch
Hofstett-Emerbuch
Stubersheim
Stubersheim
Bräunisheim
Bräunisheim
Reutti
Reutti
Schalkstetten
Schalkstetten

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Amstetten wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Amstetten hat nach der letzten Wahl 21 Mitglieder (2009: 20). Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Die Wahlbeteiligung lag bei 61,0 % (2009: 60,0 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Partei Stimmen Sitze Vergleich
Freie Wählergemeinschaft (FWG) 36,0 % 8 Sitze 2009: 6 Sitze
Freie Wählervereinigung 34,8 % 7 Sitze 2009: 8 Sitze
Bürgernahe Liste 29,2 % 6 Sitze 2009: 6 Sitze

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen zeigt auf silbernen (weißen) Grund eine schwarze Schäferschippe, die mit einem silbernen (weißen) fünfspeichigen Rad belegt ist. Die Gemeindeflagge entspricht mit schwarz-weiß diesem Wappen. Wappen und Flagge wurden 1958 verliehen.

Die Farben des Wappens erinnern an die Stadt Ulm, zu der Amstetten einst gehörte. Die Schäferschippe erinnert an die früher in dieser Gegend weit verbreitete Schafzucht und das fünfspeichige Rad erinnert als Symbol des Verkehrs und der Industrie an den Bahnhof, dem Amstetten ihre wirtschaftliche Entwicklung verdankt.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amstetten unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu Celles-sur-Belle in Frankreich seit 1989.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amstetten liegt an der B 10 StuttgartUlm.

Eisenbahn/Nebenbahnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Amstetten
Das Albbähnle auf der Fahrt von Amstetten/Württ. nach Oppingen
Historischer Wegweiser in Amstetten-Dorf

Die Bahnlinie Stuttgart–Ulm–München (Filstalbahn) führt durch die Gemeinde. Der Bahnhof Amstetten hatte früher durch die Anbindung zweier Nebenlinien sowie durch die Lage am Kopf der Geislinger Steige Bedeutung.

Heute fahren auf den Nebenstrecken zeitweise noch zwei Museumseisenbahnen. Die Lokalbahn Amstetten–Gerstetten (Spurweite 1435 mm) verkehrt auf einer 20 Kilometer langen Strecke nach Gerstetten. Das Albbähnle nach Oppingen (Spurweite 1000 mm) verkehrt auf einem Teilstück der ehemaligen Bahnlinie nach Laichingen. Nach deren Stilllegung 1985 gelang es, den Abbau der sechs Kilometer langen Trasse zwischen Amstetten und Oppingen zu verhindern.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der SV Amstetten 1946 e.V. ist der örtliche Sportverein mit den Sparten Fußball, Tennis, Handball und Turnen. Er unterhält zwei große Sportplätze, Vereinsheim und Tennishalle mit Außenanlagen.

Der Ortsteil Stubersheim hatte in Deutschland in der Spielzeit 2010/ 2011 die Fußballmannschaft mit den wenigsten Punkten und den meisten Gegentoren, pro Spiel im Durchschnitt 13.[3]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Benedictus Ducis, geboren um 1492 in Konstanz, gestorben Ende 1544 bei Ulm, wirkte ab 1533 in Stubersheim, ab 1535 in Schalkstetten. Er war Pfarrer, Humanist und Komponist der Renaissance.
  • Jakob Stoller, geboren 21. April 1873 in Amstetten, gestorben 15. November 1930 in Weimar, Geologe und Hochschullehrer
  • Wilhelm Stoller, geboren 8. April 1884 in Amstetten, gestorben 4. November 1970 in Ludwigsburg, Diplomat und Generalkonsul

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Bevölkerungsentwicklung in Baden-Württemberg von 1871 bis 2012 (Memento vom 8. September 2014 im Webarchiv archive.is)
  3. Die Schießbude der Republik. In: DIE WELT, 30. Oktober 2011. Abgerufen am 14. Mai 2016. 

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rainer Schreg: Grabungen in einer früh- bis hochmittelalterlichen Siedlung am Ortsrand von Schalkstetten, Gde. Amstetten, Alb-Donau-Kreis. in: Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2005, S. 181–183.
  • H.-E. Dietrich: Streiflichter aus der Geschichte von Stubersheim. Festschrift aus Anlaß der Kirchenrenovierung 1981–84 und des 400-jährigen Kirchenbaujubiläums im Jahre 1984. Stubersheim 1984
  • H.-E. Dietrich: Streiflichter aus der Geschichte von Bräunisheim. Geislingen 1993
  • H.-J. Knupfer: Schmalspurig nach Laichingen. Die Geschichte der Alb-Bahn Amstetten–Laichingen. Schweinfurt 2002.
  • Karlheinz Bauer: AMSTETTEN Geschichte einer Albgemeinde, 2003, Gemeinde Amstetten, ISBN 3-00-012405-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Amstetten (Württemberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien