Zum Inhalt springen

1000-km-Rennen von Kristianstad 1957

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Rennstart: Gino Munaron im Ferrari 500TRC (Startnummer 28) vor Curt Lincoln in einem weiteren 500TRC (Startnummer 25)
Carl-Otto Bremer führt im Ferrari 750 Monza eine Gruppe von Rennfahrzeugen an
Jean Behra im Maserati 450S bei seiner Siegesfahrt

Das 1000-km-Rennen von Kristianstad 1957, auch Sveriges GP, 6 Hours, Rabelöf, Kristianstad, fand am 11. August auf der Rennstrecke von Råbelövsbanan statt und war der sechste Wertungslauf der Sportwagen-Weltmeisterschaft dieses Jahres.

Durch einen Zufall der Meldungen war bei diesem Rennen so gut wie alle Ferrari-Rennsportwagenmodelle der zweiten Hälfte der 1950er-Jahre bei diesem Langstreckenrennen am Start. Die Werksmannschaft fuhr den 335 Sport. Private Rennteams aus Italien, Frankreich, Belgien, Schweden und Finnland folgende Typen: 750 Monza, 500TRC, 500TR, 290MM, 500 Mondial und 250TR.

Vor dem Rennen führte Ferrari in der Weltmeisterschaft mit 27 Punkten vor Maserati mit 19 Punkten. Nach der Absage der RAC Tourist Trophy in Dundrod musste Maserati in Schweden gewinnen und kein Ferrari durfte besser als auf dem fünften Rang platziert sein, damit der Weltmeistertitel noch möglich war. Was zum Zeitpunkt des Rennens niemand wusste, war der Umstand, dass die Verantwortlichen der FIA das im November gefahrene 1000-km-Rennen von Caracas Ende August mit einem Weltmeisterschaftsstatus versahen und damit die Meisterschaft in Kristianstad in keiner Weise entschieden wurde.

Maserati meldete zwei 450S, bei denen die Leistung gedrosselt wurde um die Haltbarkeit zu erhöhen. Mike Hawthorn berichtete nach dem Rennen, das es ihm leichtfiel Stirling Moss zu folgen; allerdings überforderte der dabei die Bremsen des 335 Sport was zu einigen Ausrutschern in die umliegenden Weizenfelder führte. Auch Phil Hill und Peter Collins mühten sich mit nachlassender Bremskraft um den Kurs, belegten aber hinter Moss und Jean Behra im 450S den zweiten Rang. Drei Wochen wähnte man sich bei Ferrari als neuer Weltmeister, ehe die skurrile FIA-Entscheidung alles wieder aufhob.

Schlussklassement

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Pos. Klasse Nr. Team Fahrer Fahrzeug Runden
1 S + 2.0 7 Italien Officine Alfieri Maserati Frankreich Jean Behra
Vereinigtes Königreich Stirling Moss
Maserati 450S 145
2 S + 2.0 4 Italien Scuderia Ferrari Phil Hill
Vereinigtes Königreich Peter Collins
Ferrari 335 Sport 144
3 S + 2.0 9 Italien Officine Alfieri Maserati Schweden Joakim Bonnier
Italien Giorgio Scarlatti
Harry Schell
Vereinigtes Königreich Stirling Moss
Maserati 300S 138
4 S + 2.0 3 Italien Scuderia Ferrari Vereinigtes Königreich Mike Hawthorn
Italien Luigi Musso
Ferrari 335 Sport 134
5 S + 2.0 10 Equipe Nationale Belge Alain de Changy
Claude Dubois
Jaguar D-Type 132
6 S + 2.0 16 Schweden Ferrari Svezia Carl-Otto Bremer
Esko Keinänen
Ferrari 750 Monza 132
7 S + 2.0 14 Schweden Ferrari Svezia Schweden Erik Carlsson
Schweden John Kvarnström
Ferrari 750 Monza 130
8 S + 2.0 1 Vereinigtes Königreich Ecurie Ecosse Vereinigtes Königreich Jock Lawrence
Vereinigtes Königreich Archie Scott-Brown
Jaguar D-Type 129
9 S 2.0 25 Scuderia Askolin Curt Lincoln
Heimo Hietarinta
Ferrari 500TRC 129
10 S 2.0 28 Italien Gino Munaron Italien Gino Munaron
Julio-Batista Falla
Ferrari 500TRC 128
11 S + 2.0 2 Vereinigtes Königreich Ecurie Ecosse Vereinigtes Königreich Ninian Sanderson
Vereinigtes Königreich Jack Fairman
Jaguar D-Type 126
12 S 2.0 21 Equipe Nationale Belge Georges Harris
André Liekens
Ferrari 500TRC 126
13 S 2.0 30 Schweden Gert Kaiser Schweden Gert Kaiser
Schweden Harald Kronegard
Porsche 550 RS Spyder 125
14 S 2.0 20 Frankreich François Picard Frankreich François Picard
Frankreich Jean Lucas
Ferrari 500TR 121
15 S 2.0 26 Scuderia Askolin Lars Finnilä
Seppo Rikkilä
Ferrari 500TR 120
16 S 2.0 24 Schweden Jon Fast Schweden Jon Fast
Schweden Gunnar Bengtsson
Osca MT4 1500 120
17 S 2.0 22 Equipe Nationale Belge Yves Tassin
Georges Hacquin
Porsche 550 RS Spyder 116
18 S 2.0 35 Vereinigtes Königreich Team Lotus Vereinigtes Königreich Cliff Allison
Vereinigtes Königreich Innes Ireland
Lotus Eleven 115
Nicht klassiert
19 S 2.0 36 Vereinigtes Königreich Team Lotus Vereinigtes Königreich Peter Ashdown
Vereinigtes Königreich Alan Stacey
Lotus Eleven 100
20 S 2.0 27 Vereinigtes Königreich Mike Anthony Vereinigtes Königreich Bill Frost
Vereinigtes Königreich Mike Anthony
Lotus Eleven 91
Ausgefallen
21 S 2.0 24 Schweden Ecurie Bonnier Schweden Erik Lundgren
Schweden Carl-Gunnar Hammarlund
Maserati 200SI 81
22 S + 2.0 8 Italien Officine Alfieri Maserati Vereinigtes Königreich Stirling Moss
Harry Schell
Maserati 450S 69
23 S + 2.0 11 Equipe Nationale Belge Willy Mairesse
Michel Ringoir
Ferrari 290MM 61
24 S 2.0 33 Schweden Bengt Martenson Schweden Bengt Martenson
Schweden Björn Martenson
Ferrari 500 Mondial 61
25 S + 2.0 5 Italien Scuderia Ferrari Olivier Gendebien
Frankreich Maurice Trintignant
Ferrari 250TR 43
26 S 2.0 23 Frankreich José Behra Frankreich José Behra
Frankreich Léon Coulibeuf
Maserati 200SI 43
27 S + 2.0 6 Italien Scuderia Ferrari Masten Gregory
Deutschland Wolfgang Seidel
Ferrari 250TR 30
28 S 2.0 31 Italien Automobili Osca Alejandro de Tomaso
Isabelle Haskell
Osca S1500 30
29 S + 2.0 12 Equipe Nationale Belge Niederlande Jan de Vroom
Jacques Swaters
Ferrari 290MM 23
Nicht gestartet
30 S + 2.0 15 Schweden Ferrari Svezia Schweden Erik Carlsson
Schweden Grus-Olle Persson
Ferrari 750 Monza 1

1 Unfall im Training

Nur in der Meldeliste

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hier finden sich Teams, Fahrer und Fahrzeuge, die ursprünglich für das Rennen gemeldet waren, aber aus den unterschiedlichsten Gründen daran nicht teilnahmen.

Pos. Klasse Nr. Team Fahrer Chassis
31 S 2.0 Deutschland Porsche Edgar Barth Porsche 718 RSK
32 S 2.0 29 Dänemark Scuderia Palan Dänemark Julius Voigt-Nielsen
Dänemark "Ilmigias"
Porsche 550
33 S 2.0 32 Lance Reventlow Lance Reventlow
Vereinigtes Königreich Roy Salvadori
Maserati 200S
34 S 2.0 33 Deutschland Porsche Italien Umberto Maglioli
Deutschland Edgar Barth
Porsche 718 RSK
35 S 2.0 34 Vereinigtes Königreich Adrian Conan Doyle Vereinigtes Königreich Adrian Conan Doyle
Italien Franco Cortese
Ferrari 500TR
Fahrer Fahrer Fahrzeug Platzierung im Gesamtklassement
S + 2.0 Frankreich Jean Behra Vereinigtes Königreich Stirling Moss Aston Martin DBR1/300 Gesamtsieg
S 2.0 Curt Lincoln Heimo Hietarinta Ferrari 500TRC Rang 9
  • Gemeldet: 35
  • Gestartet: 29
  • Gewertet: 18
  • Rennklassen: 2
  • Zuschauer: 30000
  • Wetter am Renntag: warm, leichter Regen zur Mitte des Rennens
  • Streckenlänge: 6,537 km
  • Fahrzeit des Siegerteams: 6:01:01.100 Stunden
  • Gesamtrunden des Siegerteams: 145
  • Gesamtdistanz des Siegerteams: 947,865 km
  • Siegerschnitt: 157,532 km/h
  • Schnellste Trainingszeit: Jean Behra – Maserati 450S (#7) – 1:22,500 = 167.021 km/h
  • Schnellste Rennrunde: Jean Behra – Maserati 450S (#7) – 1:20,900 = 140,730 km/h
  • Rennserie: 6. Lauf zur Sportwagen-Weltmeisterschaft 1957
  • Michael Behrndt, Jörg-Thomas Födisch, Matthias Behrndt: ADAC 1000 km Rennen. HEEL Verlag, Königswinter 2008, ISBN 978-3-89880-903-0.
  • Anthony Pritchard: Maserati – die Renngeschichte. Delius Klasing, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-7688-2513-9
Commons: 1000-km-Rennen von Kristianstad 1957 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgängerrennen
24-Stunden-Rennen von Le Mans 1957
Sportwagen-Weltmeisterschaft Nachfolgerennen
1000-km-Rennen von Caracas 1957