Abrafaxe

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Die Abrafaxe sind seit 1976 die Helden der Comiczeitschrift MOSAIK. Abrax, Brabax und Califax bestehen Abenteuer in der Weltgeschichte. Abrax (blond) ist dabei der Kühne, Brabax (rothaarig) der Intelligente und Califax (schwarzhaarig) der gemütliche Dicke. Seit der Ausgabe 200 haben sie eine Ratte als Weggefährten. Das Mosaik erscheint monatlich.

Die Abrafaxe stehen als längster Fortsetzungscomic der Welt im Guinness-Buch der Rekorde.

Weiterhin sind sie die Helden der von 1998 bis 2002 erscheinenden Comiczeitschrift „Die Abrafaxe“ sowie zahlreicher Sonderalben und kleinerer Comicstrips.

Die Abrafaxe sind Schöpfungen von Lothar Dräger und Lona Rietschel. Sie sind Nachfolger der Digedags, die von 1955 bis 1975 im Mosaik von Hannes Hegen erschienen.

Einführung[Bearbeiten]

In der DDR erschienen die Abrafaxe im Verlag Junge Welt. Nach der Wende drohte ihnen die Einstellung. Doch Klaus D. Schleiter, Geschäftsführer einer Werbeagentur, sicherte sich von der Treuhand die Rechte an dem Ost-Comic. Bis heute ist er Herausgeber der Hefte.

Die Mosaik-Hefte bestanden zu DDR-Zeiten aus 20 Seiten. Seit der Wende hat sich der Umfang in etwa verdoppelt. Zudem gibt es einen redaktionellen Mittelteil, in dem Leserbriefe, Hintergründe zur Geschichte und Merchandising veröffentlicht werden.

Besonderheiten der Mosaikhefte sind immer wieder doppelseitige Panoramabilder von Marktplätzen oder anderen belebten Szenen. In diesen Bildern sind vielfach witzige Szenen oder Easter Eggs versteckt. Eine weitere Besonderheit ist die Bildung von sprechenden Namen, so heißt ein chinesischer Koch „Su Pe“, ein mongolischer Soldat „Me Dscher“ oder ein Bäcker „Mürbet Haik“.

Aufgrund der wechselnden Zeichner kam es im Laufe der Zeit zwangsläufig zu größeren und kleineren Veränderungen des Zeichenstiles. Diese Änderungen wurden je nach Art und Umfang von den Lesern kritisiert.

Die Hefte 2/1977 (14) – 12/1991 (192) wurden nicht durchnummeriert. Nach Angaben der damaligen Deutschen Post, die in der DDR das Vertriebsmonopol für Zeitschriften hatte, wäre dies bei einer monatlichen Zeitschrift nicht zulässig, so dass mit dem Februarheft 1977 die Durchnummerierung aufgegeben wurde. Mit dem Heft 193 (1/1992) wurde die Zählung der einzelnen Hefte wieder aufgenommen.

Im Jahr 2001 gab es einen Abrafaxe-Kinofilm, Die Abrafaxe – Unter schwarzer Flagge, der allerdings die Erwartungen nicht erfüllen konnte. Dasselbe gilt auch für die bei Karussell erschienenen Hörspiele, die die Qualität der Comic-Vorlage nicht erreichen konnten.

Seit 2001 erscheinen in zweimonatigem Abstand die Hefte der Abrafaxe-Serie in chronologischer Folge auch in Buchform, wobei jeder Band vier Hefte der Originalserie umfasst. Ergänzt werden diese in einem redaktionellen Teil mit weiterführenden Artikeln, die das historische Umfeld der geschilderten Abenteuer als auch die Hintergründe zur Entstehung der jeweiligen Hefte näher beleuchten.

Nach der Anzahl der Hefttitel hat das Abrafaxe-Mosaik seinen Vorgänger, die Digedags, seit Heft 224 vom August 1994 überholt. Gleiches gilt für die absolute Anzahl der abgesetzten Hefte. Die Auflage des Mosaiks der Abrafaxe zu DDR-Zeiten konnte durch die Umstellung von der Bogen-Offsetmaschine zur Rollen-Offsetdrucktechnik erhöht werden. In Spitzenzeiten (1984) erschien das Mosaik mit einer Auflage von einer Million, was allerdings auch damit zu tun hatte, dass zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlich viel Papier für den Druck zugewiesen wurde.

Serien im Mosaik[Bearbeiten]

Hefte 1/1976 – 12/1977: An der Adria (17. Jhd.)[Bearbeiten]

Dalmatien

Im ersten Teil der Serie (1/76–5/77) helfen die Abrafaxe einem dalmatinischen Dorf gegen die venezianischen Besatzer und befreien eine Gruppe Sklaven aus osmanischer Haft.

Venedig

Im zweiten Teil (6–12/77) versuchen sie vergeblich, in Venedig die Unabhängigkeit des Dorfes zu erreichen, indem sie sich in die Dogenwahl einmischen.

Ihr Hauptbegleiter ist Harlekin, an dessen Seite sie parallel die Entstehung der Italienischen Komödie erleben. Eine Reihe weiterer Figuren aus der Commedia dell'Arte (Il Capitano, Scaramuccio, Brighella, Pantalone und andere) wird dabei geschickt in die Handlung verwoben.

Hefte 1/1978 – 12/1980: Im Spanischen Erbfolgekrieg (1704–1705)[Bearbeiten]

Österreich und Ungarn

An der Seite von Hans Wurst und Ludas Matyi beteiligen sich die Abrafaxe im Hauptteil der Serie (1/78–12/79) am Freiheitskampf der Kuruzen in Ungarn. Dabei wird Califax für lange Zeit von Abrax und Brabax getrennt. Er wird für einen Fürstensohn gehalten und seine Hauptsorge ist es, dass das von ihm geführte Regiment keinerlei Schaden in Ungarn anrichtet. Bis zu ihrer Wiedervereinigung erleben die Abrafaxe Abenteuer in allen Ecken Ostmitteleuropas: Im Salzburgischen, am erzherzoglichen Hof, im Wiener Prater, in der Puszta und schließlich in den Festungen Spielberg (Brünn) in Mähren und Munkacz in Transkarpatien. Die Abrafaxe und Hans Wurst helfen dem Kuruzenführer Ferenc Rákóczi bei der Eroberung der letztgenannten Burg. Mit einer Nacherzählung der Geschichte vom Ludas Matyi klingt das Abenteuer aus.

Knödelfanny

Im Anschluss daran (1–8/80) begeben sich die Abrafaxe über das Herzogtum Kloßberg (lies: Bayern) nach Paris, wo sie die Unterstützung Ludwigs XIV. für die Sache der Kuruzen gewinnen wollen. Das geht zwar schief, doch können sie trotzdem manchem unangenehmen Zeitgenossen (vor allem dem Baron Arminius von Blechreder) ein Schnippchen schlagen. An der Seite der drei Wichte agieren dabei die Knödelköchin Fanny und der Marquis de la Vermotte-Toupet.

Pyrenäen

In den letzten Heften der Serie (9–12/80) beteiligen sich die Abrafaxe am Kampf eines südfranzösischen Städtchens am Rande der Pyrenäen gegen die Machenschaften eines üblen Steuerpächters. Dabei werden sie von Pierrot und seiner Truppe französischer Komödianten unterstützt. Am Ende müssen sie aber vor der Obrigkeit nach Spanien flüchten.

Ursprüngliche Pläne des Texters Lothar Dräger, ab dem 1980er Jahrgang eine breit angelegte Militärklamotte vor dem Hintergrund des Spanischen Erbfolgekrieges zu erzählen und die Abrafaxe dabei lange Abenteuer in ganz Westeuropa erleben zu lassen, scheiterten am Widerstand des Mosaik-Kollektivs.

Hefte 1/1981 – 12/1983: Don-Ferrando-Serie (ca. 1577/78 und 1278/79)[Bearbeiten]

Bei ihrem Pyrenäenübergang geraten die Abrafaxe in eine Kristallhöhle, die sich als Zeitschleuse entpuppt und sie in die Zeit Philipps II. versetzt. Kaum in Spanien angekommen, treffen sie auf den Marchese Ferrando Esteban Carotto Ruinez Totales en des Tillas Randales Festos, kurz Don Ferrando, der sich im Laufe der Jahre zu ihrem Erzwidersacher entwickeln soll.

Schatz des Don Alfonso

Im ersten Teil der Serie (1/81–1/82) befreien sie einen Vetter des Dons aus dessen Klauen und finden seinen aus Peru mitgebrachten Schatz. Der Weg führt sie dabei – stets von Don Ferrando gehetzt – von Katalonien übers Mittelmeer ins heutige Algerien. Unterstützung finden sie in dem spanischen Nationalkauz schlechthin, Don Quichote de la Mancha, seinem treuen Diener Sancho Pansa, einer exotischen Inkaprinzessin sowie dem edlen Berberscheich vom Stamme der Habikhjebikh.

Fatima

Im folgenden Abenteuer (2–12/82) begeben sie sich auf die Suche nach Fatima, einer entführten Hakimstochter. Don Ferrando macht ihnen dabei mehr als einmal das Leben schwer, indem er sich erst zum Räuberhauptmann und zwischenzeitlich gar zum Dei von Tunis aufschwingt. Doch die Abrafaxe können Fatima befreien und den letzten Schlupfwinkel des Dons, eine Pirateninsel, in die Luft sprengen. Ihr Hauptbegleiter in diesem Jahrgang ist der arabische Spaßmacher Dschuha.

Jagd nach der Flasche

Zu Beginn des nächsten Kapitels (1–12/83) finden die drei Abenteurer eine versiegelte Flasche, die einen Wüstengeist enthält. Unsachgemäße Behandlung des Dschinns führt dazu, dass die Abrafaxe und Don Ferrando dreihundert Jahre in die Vergangenheit (ins Jahr 1278?) versetzt werden. Nun entwickelt sich eine Parforcejagd durch Palästina, Ägypten und Mesopotamien, mal der falschen, mal der richtigen Flasche hinterher. Die Abrafaxe, die wieder einmal für mehrere Hefte getrennt werden, treffen dabei auf einen weiteren traditionellen Spaßmacher, den weisen Hodscha Nasreddin. Am Ende verschwindet der Don mitsamt der Flasche in einem zusammenbrechenden Turm in der mesopotamischen Wüste.

Hefte 1/1984 – 12/1988: Alexander-Papatentos-Serie (1279–1280)[Bearbeiten]

In Abkehr vom bisher verfolgten „Spaßmacher-Konzept“ ist der Hauptbegleiter der Abrafaxe in den nächsten Jahrgängen eine rein fiktive, dafür aber umso kraftvoller gestaltete Figur namens Alexander Papatentos (kurz: Alex). Dieser Nachkomme eines Generals Alexanders des Großen ist ursprünglich im wildesten Kurdistan beheimatet. Er ist ein unerträglicher Aufschneider und Tollpatsch, ein verhinderter Erfinder und Sprücheklopfer, kurz, ein kongenialer Gefährte für die etwas altklugen Abrafaxe.

Schild des Poros

Im Hauptteil der Serie (1/84–12/85) begibt sich das Quartett auf die Suche nach einem Diamanten, der ursprünglich im Schild des Königs Poros prangte und Alex von zwei Bettelmönchen geraubt wurde. Dabei gelangen sie nach Indien, wo sie in die Auseinandersetzungen zwischen einem Amazonenreich und dem benachbarten Maharadschanat Rattabumpur geraten. Am Ende geht alles gut aus: Der böse aber hartnäckige Maharadscha wird besiegt, Alex erbt Rattabumpur und freit die Amazonenkönigin Roxane.

Kleiner Wundermann

Im folgenden Abenteuer (1–12/86) trennen sich die Abrafaxe vorerst von Alex und reisen von den Hängen des Himalaya bis ins Königreich Orissa am Golf von Bengalen. Califax wird wieder einmal von seinen Freunden separiert und erlebt Soloabenteuer als der „Kleine Wundermann“. Abrax und Brabax verdingen sich zwischenzeitlich als Gehilfen von Vidusaka, einem indischen Gaukler. Der neue Widersacher der drei Kobolde ist der hinterhältige Händler Krishna Ghaunar.

Goldene Säule

Der nächste Jahrgang (1–12/87) sieht die Abrafaxe weiterhin im Königreich Orissa, wo sie sich am Kampf gegen die islamischen Eindringlinge beteiligen. Zentrales Motiv ist dabei die Suche nach einer goldenen Säule, auf die auch Krishna Ghaunar ein Auge geworfen hat. Ohne den wieder aufgetauchten Alexander Papatentos wäre wohl alles schiefgegangen, aber so werden die Moslems aus Orissa vertrieben und die goldene Säule in den Staatsschatz reintegriert. Krishna Ghaunar hingegen verliert den Verstand.

Orang Laut

Den Abschluss der Serie bildet das Abenteuer bei den Orang Laut (1–12/88). Die Abrafaxe und Alex befreien eine orissanische Prinzessin, die dem Prinzen von Srivijaya versprochen ist, aus den Händen dieser malaiischen Seeräuber. Eine wesentliche Hilfe ist dabei die einzig funktionierende Erfindung des Griechen, ein Tauchboot. Bei den Orang Laut treffen die Abrafaxe zum letzten Mal auf einen traditionellen Spaßmacher, den leicht verwachsenen aber liebenswerten indonesischen Kauz Semar.

Hefte 1/1989 – 12/1991: Japan I und China (1280–1282)[Bearbeiten]

Mit dieser Serie findet ein großer Handlungsbogen sein Ende, der die Abrafaxe von Spanien bis nach Ostasien geleitete.

Schwerter des Samurai

Im ersten Teil (1–12/1989) werden die Abrafaxe von Srivijaya nach Japan entführt, wo sie der Küstenbefehlshaber Ruki Suzuki für mongolische Spione hält und von seinen Häschern Ichikama und Ichiyama verfolgen lässt. Parallel dazu helfen die drei Wichte ihrem neuen Freund Onoe dabei, den verweichlichten Hofdichter Yamato wieder auf den Pfad des Samurai zu bringen.

Kamikaze

Im folgenden Jahrgang (1–12/1990) geraten die Abrafaxe mit einem echten mongolischen Erkundungstrupp aneinander, der die japanischen Küstenbefestigungen ausspionieren soll. Dabei werden sie weiterhin von den beiden Ichis gehetzt, haben aber nun in Yamato einen starken Partner. Am Ende muss der zweite mongolische Invasionsversuch in Japan ohne Geheimdienstinformationen stattfinden. Außerdem wird die Flotte im Jahre 1281 durch einen Wirbelsturm (Kamikaze) zerstört.

China

Im Anschluss an ihren Japanaufenthalt reisen die Abrafaxe nach China weiter (1–12/1991). Dort engagieren sie sich auf der Seite der unterdrückten Chinesen gegen die mongolischen Besatzer. Ihre Freunde dabei sind der Maler Ping Sel und der junge Li, der mit dem lokalen mongolischen Statthalter Matscho um die Liebe der schönen Lu streitet, womit private und politische Auseinandersetzungen eine Einheit bilden. Die Abrafaxe arbeiten erfolgreich mit der Rebellenorganisation „Schwarzer Wind“ zusammen und fügen den Mongolen empfindliche Schlappen zu. Schließlich sorgt Marco Polo, der Gesandte des Großkhans Kublai Khan, wieder für Ordnung und ein Happy End: Li wird neuer Statthalter und darf Lu heiraten, die unerkannt den „Schwarzen Wind“ angeführt hatte. Bei der Hochzeit legen die Abrafaxe zufällig ihre Hände übereinander und verschwinden.

Hefte 193 (1/1992) – 217 (1/1994): Mittelalter (1175/76, 919, 1181 und im Mesozoikum)[Bearbeiten]

Ab diesem Jahrgang wurde die durchlaufende Nummerierung der Abrafaxe-Mosaiks (wieder-)eingeführt. Zudem löste man sich vom starren Schema der jeweils 12 Hefte langen Abenteuer und experimentierte mit kürzeren Geschichten.

Buch mit den 7 Siegeln

Die Abrafaxe landen nach einem Zeitsprung im deutschen Hochmittelalter. Im Hauptteil der Serie (Hefte 193–207) erlebt Abrax zunächst Abenteuer mit seinem neuen Freund, dem jungen Grafen Floribert von Wackerstein, während die anderen beiden nach dem sogenannten Buch mit den 7 Siegeln suchen, worin Brabax Aufschluss über ihre Zeitreisefähigkeit zu finden hofft. Doch auch der böse Graf Hetzel ist auf der Jagd nach dem Buch; angeblich soll es nach Italien gebracht worden sein. Auf der Reise dahin treffen Brabax und Califax auch wieder auf ihre Freunde Abrax und Flori, die sich dem Heer Kaiser Barbarossas anschließen wollen. Nach der Schlacht bei Legnano und kurzer Gefangenschaft kehren unsere Freunde über die Alpen zurück, da sie erfahren, dass sich das geheimnisvolle Buch doch in einem deutschen Kloster befindet. Hetzel schnappt es ihnen zwar vor der Nase weg, doch können die Abrafaxe ihn aus seiner Ränkeburg vertreiben; dabei wird auch das Buch mit den sieben Siegeln fast völlig zerstört.

Kurzgeschichten

Auf dieses größere Abenteuer folgen kleinere Episoden (Hefte 208–210), in denen die Abrafaxe unter anderem Bekanntschaft mit Herzog Heinrich dem Löwen machen.

Wikinger

Ihm und seinen Häschern gerade noch entkommen, springen sie erneut durch Handauflegen in der Zeit und landen im Jahre 919. Sie erleben Abenteuer mit den Wikingern und entdecken Amerika (Hefte 211–212).

Kurzgeschichten

Per Handschlag reisen sie ins Deutschland des Jahres 1181 zurück. Es folgen weitere Kurzepisoden in den Heften 213–215 (zum Beispiel helfen sie einer angeblichen Hexe und schlichten den Streit zwischen Kaiser Friedrich Barbarossa und der Hansestadt Lübeck).

Saurier

Doch ein erneuter Hand-Übereinanderlege-Zeitsprung versetzt die Abrafaxe, ihren Freund Flori mitsamt Begleiterin sowie den alten Widersacher Hetzel ins Zeitalter der Dinosaurier. Gerade noch können sie Floris Dame den Krallen Hetzels entreißen, schon provoziert dieser einen Vulkanausbruch, bei dem er selbst zu Grunde geht (Hefte 216–217). Die Abrafaxe und ihre Freunde hingegen machen ihren nächsten Zeitsprung und landen im antiken Griechenland.

Hefte 218 (2/1994) – 254 (2/1997): Griechenland und Ägypten (438 v. Chr. und 1334/33 v. Chr.)[Bearbeiten]

Im Griechenland des fünften vorchristlichen Jahrhunderts eingetrudelt, erleben die Abrafaxe zunächst – wie zuvor im Mittelalter – kürzere Abenteuer. Erst allmählich schält sich ein roter Faden um die Seherin Sibylla und den Expriester Skrotonos heraus, der zum ägyptischen Teil der Geschichte überleitet.

Der Bau des Parthenon

In der ersten Episode (Hefte 218–221) werden die Abrafaxe getrennt: Während Brabax und Califax im Haus von Philemon und Baucis zu Athen gastliche Aufnahme finden und Freundschaft mit Sokrates und seinem jungen Schüler Alkibiades schließen, muss Abrax als Sklave auf der Parthenonbaustelle und in den Silberminen von Laurion schuften. Dabei stößt er auf den fiesen Sklaven Phisimachos. Wieder vereint, helfen die Abrafaxe dem Baumeister Phidias; dieser war vom reichen Kleon der Veruntreuung angeklagt worden, um seinem Förderer Perikles zu schaden.

Der Stein der Athene

In der nächsten Geschichte (Hefte 222–224) klären die Abrafaxe den Fall eines gestohlenen Diamanten auf, des Steins der Athene. Phisimachos hatte ihn gestohlen und die Abrafaxe verfolgen ihn bis auf die Peloponnes, wo sie kurzzeitig in die Hände der Spartaner fallen. Der „Stein“ selbst wird dabei zerstört.

Kurze Abenteuer in Athen

In den folgenden beiden Heften (225 und 226) helfen die Abrafaxe ihren Gastgebern Philemon und Baucis, sich vom Diebstahlsverdacht reinzuwaschen, und unterstützen einen jungen Dichter bei der Inszenierung seiner ersten Komödie; dabei lernen sie auch den berühmten Sophokles kennen. Wieder sind Alkibiades' Feind Kleon und dessen Sklave Phisimachos ihre Widersacher.

Delphi und Olympia

Die nächste Episode umfasst die Hefte 227 bis 230. Die Abrafaxe machen sich zum Orakel von Delphi auf, um Nachrichten über Odyssos zu erhalten, den verschollenen Sohn ihrer Gastgeber Philemon und Baucis. Dorthin ist auch Kleon (und mit ihm Phisimachos) unterwegs, um zu erfahren, wie er die Macht über Griechenland an sich reißen kann. Der junge Odyssos ist schnell gefunden, doch neue Verwicklungen bahnen sich an. Zum einen zeigt der Oberpriester den Abrafaxen einen 1000 Jahre alten schwarzen Obelisken, der ihre Verwicklung in den Untergang des ägyptischen Aton-Kultes schildert. Zum anderen erfahren sie vom Plan des abtrünnigen Delphipriesters Skrotonos, bei den Olympischen Spielen Athener und Spartaner gegeneinander zu hetzen, um dann – als Schiedsrichter – die Herrschaft über Hellas antreten zu können. Während Phisimachos seinen alten Herrn verlässt und sich Skrotonos anschließt, finden die Abrafaxe Hilfe in ihrer neuen Freundin, der ehemaligen Pythia Sibylla. Gemeinsam gelingt es, Skrotonos' Pläne zu durchkreuzen und die drohende Eskalation in Olympia zu verhindern.

Kreta

In der letzten Griechenland-Episode (Hefte 231–233) entschließt sich Skrotonos, sein Glück im Land der Pharaonen zu suchen. Um von einer Gruppe phönizischer Piraten nach Ägypten übergesetzt zu werden, spielt er ihnen als Belohnung Sibylla in die Hände. Die Abrafaxe folgen getrennt, um ihrer Freundin beizustehen. Bei einem Zwischenstopp auf Kreta kann zwar Sibylla aus der Gewalt der Phönizier (und des Minotauros) befreit werden. Doch da die Piraten stattdessen Califax gefangennehmen und mit ihm – sowie Skrotonos und Phisimachos – weiter nach Ägypten segeln, bleibt seinen Freunden lediglich, ihnen dahin zu folgen.

Ägypten

In Ägypten werden die Abrafaxe in einer Pyramide um tausend Jahre in die Zeit von Königin Nofretete zurückversetzt, zusammen mit der Ex-Pythia Sibylla, die dort (zum Leidwesen von Brabax) ihren zukünftigen Mann Jadu kennenlernt, einen Aton-Priester. Aber das Land befindet sich kurz vor dem Zusammenbruch: die Priesterschaft ist in Anhänger des Amun- und des Aton-Kultes zerstritten, das Militär murrt und die Königin ist inmitten ihres Hofstaates isoliert. Skrotonos und Phisimachos usurpieren in einer großangelegten Intrige den Thron Nofretetes – ein Umstand, den die Abrafaxe nicht verhindern konnten. Vor allem versuchte sich Abrax nach einem Streit mit Brabax als dilettantischer Militärführer, aber seine Truppen rebellierten und liefen zu Skrotonos über, was diesem dem Weg zum Thron freimachte. Im Unglück rafften sich die Abrafaxe noch einmal zusammen und konnten das Blatt wenden, aber der Atonkult war verloren: Sibylla und Jadu verließen das Land, zusammen mit dem oben erwähnten schwarzen Obelisken – ein kleines Zeitparadoxon.

255 (3/1997) – 282 (6/1999): El Dorado (Kristallschädel) (1578/80)[Bearbeiten]

Mit Wido Wexelgeld nach Südamerika

Zurück im Spanien Philipps II. taucht auch Don Ferrando wieder auf. Es geht nach Amerika, wo der Don nach dem Goldland Eldorado sucht. Er kann jedoch keine Mannschaft für die Suche zusammenbringen und „entführt“ deswegen kurzerhand eine Touristengruppe, mit der er in die Neue Welt schippert. Eines seiner Opfer ist Wido Wexelgelt, ein Möchtegern-Kaufmann und Reimeschmied, den die Abrafaxe nun widerwillig vor den Gefahren dieser Reise schützen. Das legendäre Goldland weckt allerdings auch das Interesse der Engländer, die dem Don eine (charakterlich ähnlich geartete) Gegenspielerin auf den Hals hetzten: Doña Ferrentes, die dem Seeräuber Francis Drake das Gold zuspielen soll. Aber Eldorado erweist sich als Trugbild und sämtliche Seeräuber und Soldaten gehen leer aus. Die Gewinner sind versprengte Gruppen des Chimoche-Volkes, die durch den Lauf der Ereignisse wieder zusammengeführt werden.

Nach dem Fehlschlag der Expedition reisen die Abrafaxe mit Francis Drake heim, erleben dessen Kaperabenteuer und auch die erfolglose Suche nach der Nordwestpassage. In England schloss sich dann der Handlungsbogen zu einer früheren Geschichte: Wido Wexelgeld hatte in der Goldstadt von den Chimoche einen Kristallschädel geschenkt bekommen, der sich in England als Zeitschlüssel entpuppte, begehrt u.a. von Francis Bacon und vom Don. Zusammen mit der wieder aufgetauchten versiegelten Flasche (siehe: 1–12/83) wurde der Dschinn erneut befreit und die Abrafaxe reisten nun 300 Jahre in die Zukunft.

283 (7/1999) – 299 (11/2000): Orient-Express (1896)[Bearbeiten]

Im viktorianischen London sind die Abrafaxe zunächst arbeitslos und schlagen sich als Kofferträger durchs Leben. Califax schafft Abhilfe und wird Koch im legendären Orient-Express, der sie nach Istanbul bringt. Im Zug ist eine illustre Gesellschaft versammelt, und so lässt ein neues Abenteuer nicht auf sich warten: Diesmal geht es um das Geheimnis eines Professors namens Jakob Loftus, einen Erdöl-Fundort, bei dem seine Frau gefangengehalten wird. Die Gegenspieler sind der gefährliche Ömer Yeralti, ein Agent des Türkensultans Abdülhamid II. und sein Gehilfe Vefasiz, später auch einige andere Agenten. Die Handlung wird episodenhaft erzählt, diesmal nicht ohne einige Seitenhiebe mit politischen Bezug: Auf dem Balkan wird beispielsweise der Zug überfallen – eine Persiflage des Kosovo-Konfliktes – und in Anatolien bauen überhebliche preußische Ingenieure die Bagdadbahn, mit unübersehbarem Gegensatz zu den freundlichen türkischen Arbeitern. Von Istanbul aus geht es weiter in den (heutigen) Irak, wo die Story ihrem Höhepunkt zustrebt: die türkische Armee marschiert auf und alle Beteiligten machen sich aus dem Staub.

300 (12/2000) – 322 (10/2002): Amerika (1929)[Bearbeiten]

Im Amerika der Prohibitionszeit geht es erneut erst einmal ums Geldverdienen: Abrax wird leichtfertig ein Mafioso, der analytisch begabte Brabrax wird Detektiv und Califax gründet eine erfolgreiche Schnellimbiss-Firma. Aufgrund der unterschiedlichen Tätigkeit der drei Helden fasert sich die Story diesmal in mehrere Handlungsstränge auf, die sich aber am Ende zu einem Gesamtbild zusammenfügen: die Abrafaxe kommen einem kriminellen Diamantenhändler und seiner Tochter in die Quere und sabotieren unfreiwillig dessen größtes Geschäft: den Verkauf eines riesigen Diamanten auf nicht kartographierten Land an De Beers. Die Geschichte weist Übereinstimmungen mit F. Scott Fitzgeralds „Ein Diamant – so groß wie das Ritz“ auf. Am Ende der Amerikareihe stehen die Abrafaxe wieder dort, wo sie angefangen haben: Califax verliert sein Geld in der Börsenkrise von 1929, die Alkoholschmugglerbande von Abrax fliegt auf und Brabrax' Rätsel sind alle gelöst: die Abrafaxe sind wieder pleite.

323 (11/2002) – 343 (7/2004): Japanserie II (1872)[Bearbeiten]

Diesmal landen die Abrafaxe in der Meiji-Zeit und werden von dem stellungslosen Samurai Toru und seiner Tochter Toshiko begleitet. Hintergrund der Handlung ist das Ringen zwischen Tradition und Moderne im Japan jener Zeit. Toru reist vorgeblich zu seinem Bruder in den Süden, wo ihm eine Stelle als Gutsverwalter versprochen wurde, eigentlich will er aber am Kampf der (ihrer feudalen Privilegien beraubten) Samurai gegen den Kaiser teilnehmen. Bald tauchen auch zwei Ninjas auf, welche im Auftrag eines Feudalherren ein Herrschaftszeichen der Königin Himiko suchen. Der Spiegel Himikos soll eine der beiden Seiten legitimieren, und natürlich werden die Abrafaxe bei der Suche nicht untätig danebenstehen. Letzten Endes wird Toru ein Produzent von Rechenmaschinen, Toshiko darf heiraten und der Spiegel ist seltsamerweise von Sibylla aus Altägypten: die Abrafaxe wechseln erneut Zeit und Raum.

344 (8/2004) – 357 (9/2005): Reise um die Welt (1898)[Bearbeiten]

Im zaristischen Russland treffen die Abrafaxe eine Gruppe wohlhabender Abenteurer, welche ein Wettrennen um die Welt beginnen. Im Gegensatz zu „In 80 Tagen um die Welt“ von Jules Verne handelt es sich hier aber um mehrere rivalisierende Teams, in deren Charakteren sich manche Eigenarten westlicher Nationen spiegeln: der höchst vornehme Brite, der Selfmade-Mann aus den USA, der farblose Deutsche, ein grober Russe mit seiner überschlauen Nichte, die chaotischen Italiener und ein französisches Ehepaar der besonderen Art. Letzten Endes haben zwar alle Teams außer den Abrafaxen gemogelt, aber das ist nicht wichtig: gewonnen haben von der Weltreise alle etwas.

358 (10/2005) – 381 (9/2007): Templer-Serie (um 1118)[Bearbeiten]

Diesmal geht der Zeitsprung anders ab: Die Abrafaxe entdecken ein „Labyrinth der Zeit“, und man kann davon ausgehen, dass dem Leser dieses noch eine Weile wiederbegegnen wird.

Im Paris des frühen 12. Jahrhunderts treffen die Abrafaxe auf Hugo von Payns, der gerade aus dem heiligen Land zurückgekommen ist. Hugo wird vom geheimnisvollen Andreas von Montbard zum Grafen von Anjou gesandt, um ihm eine Tasche zu bringen, die auch von einer Gruppe schwarzer Reiter heiß begehrt wird. Daraus entspinnt sich eine Jagd nach dem „Schatz“ des Priesterkönig Johannes, welcher sich in Konstantinopel als Fiktion erweist. Montbard hatte die Geschichte erfunden, um die zerstrittene und gesetzlose Christenheit wieder auf dem Weg des Glaubens zu vereinen.

382 (10/2007) – 405 (9/2009): Johanna-Serie (um 1250)[Bearbeiten]

Nach einem Zeitsprung in das Deutschland des 13. Jahrhunderts begleiten die Abrafaxe eine junge Waise namens Johanna, die spätere Gertrud von Helfta, bei ihrer Suche nach dem Stein der Weisen. Dabei begegnen ihnen Albertus Magnus und Thomas von Aquin. Aber auch der Graf von Wolfenstein und Graf Fennrich von Rabenhorst verfolgen die Abrafaxe und Johanna quer durch Deutschland. Wolfenstein will Johanna töten, um an ihr Erbe zu kommen, Rabenhorst will mit sie mit demselben Ziel heiraten. Auf der Suche nach dem Stein der Weisen kommen sie durch bedeutende Städte, wie Magdeburg, Halberstadt und Köln. Nach erfolgloser Suche und in dem Wissen, dass Johanna eine Gräfin ist, kehren sie wieder nach Helfta zurück. Hier endet die Geschichte und die Abrafaxe machen wieder einen Zeitsprung.

406 (10/2009) – 429 (9/2011): Barock-Serie (um 1690/1695)[Bearbeiten]

Die Abrafaxe werden getrennt und finden wieder zusammen. Brabax reist als Sekretär von Gottfried Wilhelm Leibniz durch Europa, Abrax und Califax als Landstreicher gemeinsam mit ihrem Begleiter Baldo. Sie begegnen Peter dem Großen, Ludwig XIV., Isaac Newton und Robert Hooke.

Ab 430 (10/2011) bis 458 (2/2014): Australien-Serie (1802/1803 und 1847/1848)[Bearbeiten]

Umsegelung mit Flinders

Die Serie (430–446) orientiert sich an der tatsächlichen Erstumseglung Australiens durch Matthew Flinders mit der HMS Investigator (1798) in den Jahren 1801–1803. Passend dazu wird zu Beginn von Heft 430 das Frühjahr 1802 als Beginn der Handlung genannt. Die in diesem Heft geschilderten Ereignisse haben tatsächlich zu dieser Zeit stattgefunden: Im April 1802 traf die Investigator in der nach dieser Begebenheit Encounter Bay genannten Bucht auf das französische Schiff Le Géographe unter Nicolas Baudin, und im Mai erreichte sie Port Jackson, den Hafen von Sydney. Die wichtigsten historischen Personen an Bord sind neben dem Kapitän Matthew Flinders, der junge Midshipman John Franklin, der Maler Ferdinand Bauer, der Botaniker Robert Brown sowie der Aborigine Bungaree.

Schatzsuche

Ab Heft 447 finden sich die Abrafaxe nach einem weiteren Zeitsprung in Sydney 44 Jahre, 2 Monate und 27 Tage nach dem Ende der vorherigen Ereignisse wieder, also im November des Jahres 1847. Dort begegnen sie drei Monate später, also im Februar 1848 auf der Suche nach einem Goldschatz dem preußischen Forscher Ludwig Leichhardt, welcher als erster Mensch Australien auf dem Landweg durchquerte.

Ab 459 (3/2014): Rom-Serie[Bearbeiten]

Die Abrafaxe befinden sich im antiken Römischen Reich zur Kaiserzeit unter der Herrschaft Kaiser Trajans.

Sonderausgabe[Bearbeiten]

Der auch für die reguläre Serie zuständige Verlag Mosaik Steinchen für Steinchen Verlag veröffentlichte im September 2011 in Zusammenarbeit mit dem Museum für Stadtgeschichte Leipzig ein Sonderheft zur Völkerschlacht bei Leipzig 1813.[1]

Das Mosaik-Kollektiv[Bearbeiten]

Folgende Texter, Zeichner, Koloristen usw. wirkten seit 1975 am Abrafaxe-Mosaik mit:

  • Künstlerische Leiter: Lothar Dräger (bis 1990), Jörg Reuter (seit 1990)
  • Autoren: Lothar Dräger (bis 1990), Walter Hackel (†, 1991–1996), Yousif Al-Chalabi (1999–2000), Hubertus Rufledt (2001–2004), Stefan Zeidenitz (Co-Autor 2002–2004), Jens-Uwe Schubert (1991–1999, 2001–2002, seit 2004)
  • Ehemalige Zeichner: Lona Rietschel (bis 1999), Irmtraut Winkler-Wittig (bis 1993), Horst Boche (†, bis 1990), Heidi Jäger (früher Sott, bis 1990), Egon Reitzl (bis 1989), Gisela Zimmermann (†, bis 1978), Jörg Reuter (1982–84, 1987–1990), Jens-Uwe Schubert (1986–1990), Michael Schröter (1987–89, 1997–1999), Thorsten Kiecker (1993–1999), Steffen Jähde (1989–2004), Ulf S. Graupner (1993–1999), Conny Geppert (2000/01), Marcus Koch (1996/97), Konstantin Kryssow (1995–1998), Sascha Wüstefeld (1997–2002), Matthias Thieme (2005–2007)
  • Aktuelle Zeichner: Andreas Pasda (seit 1990), Jens Fischer (zeitweise auch Co-Autor, seit 1995), Thomas Schiewer (seit 1998), Andreas Schulze (seit 1998), Niels Bülow (seit 2001), Ulrich Nitzsche, Sally Lin
  • Kolorierung: Jochen Arfert (bis 1995), Ingrid Behm (bis 2003), Ullrich Stephans (†, bis 1991), Brigitte Schendel (früher Lehmann, bis 1995), Sieglinde Zahl (früher Borkner, bis 1990), Maja Berg (1987–1994), Erik Grünberg (1997–2000), André Kurzawe (seit 1995)
  • Layout: Christian Goguet

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Leipziger Volkszeitung online, abgerufen am 15. Oktober 2011