Aich (Neuendettelsau)

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Aich
Koordinaten: 49° 18′ 38″ N, 10° 47′ 30″ O
Höhe: 408 (407–424) m ü. NHN
Einwohner: 180 (31. Dez. 2013)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 91564
Vorwahl: 09872
Karte
Lage von Aich in Neuendettelsau
Ortsansicht
Ortsansicht

Aich (umgangssprachlich: Āch[2]) ist ein Ortsteil der Gemeinde Neuendettelsau im Landkreis Ansbach in Mittelfranken.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Dorf fließt die Aurach, nördlich grenzt der Weißenbronner Wald an. Ca. 0,5 km westlich liegt der Lerchenbuck (433 m ü. NHN) und 0,2 km westlich der Hirtenbuck (428 m ü. NHN). Im Norden liegt der Weißenbronner Wald.[3] 600 m südlich verläuft die Autobahn A 6.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde unter dem Namen „Eich“ 1150 erstmals urkundlich erwähnt. Demnach handelte es sich um eine Siedlung, die ursprünglich an einem Eichenwald lag.[2] Die Siedlungstätigkeit dürfte aber bereits im 10. Jahrhundert begonnen haben.[4]

Ursprünglich waren die Höfe in Besitz der Herren von Abenberg, der Herren von Vestenberg/Bruckberg, eines Dietrich von Wunnenstein sowie der Brüder Ulrich und Friedrich von Emmendorf. Nach und nach (1152–1402) kam das Kloster Heilsbronn in den Besitz aller dieser Güter.[5]

Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Windsbach aus dem Jahr 1608 werden für Aich 20 Mannschaften verzeichnet: die 5 Bauern und 15 Köbler unterstanden alle dem Klosterverwalteramt Heilsbronn. Außerdem gab es ein kommunales Hirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.[6] Während des Dreißigjährigen Kriegs blieben von den damals 28 Anwesen sieben bewohnt, fünf brannten ab, 16 verfielen und verödeten. Im Gegensatz zu anderen Orten der Umgegend erholte sich Aich rasch: Zwanzig Jahre nach dem Krieg waren bereits 25 Anwesen wieder besetzt.[7]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Aich mit der Froschmühle eine Gemeinde mit 25 Haushalten. Das Hochgericht übte das Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Klosterverwalteramt Heilsbronn inne. Die einzelnen Anwesen unterstanden unterschiedlichen Grundherren: 24 Anwesen dem Klosterverwalteramt Heilsbronn und 1 Anwesen dem Rittergut Rügland der Herren von Crailsheim. Neben den Haushalten gab es noch das Hirtenhaus als kommunales Gebäude.[8] Im Geographischen statistisch-topographischen Lexikon von Franken (1799) wird der Ort als „Weiler im Anspachischen Kameralamte Windspach, mit 25 dahin gehörigen Unterthanen“ beschrieben.[9]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde im Jahr 1808 das Steuerdistrikt Aich gebildet, zu dem Aich, Altendettelsau, Birkenhof, Geichsenhof, Geichsenmühle, Froschmühle, Haag, Hammerschmiede, Jakobsruh, Mausendorf, Mausenmühle, Reuth, Steinhof und Steinmühle gehörten. 1811/1812 kamen vom Steuerdistrikt Bertholdsdorf Watzendorf und Wollersdorf hinzu, die aber bereits 1816 wieder zum Steuerdistrikt Bertholdsdorf wechselten.[10] Die Ruralgemeinde Aich wurde im Jahr 1810 gegründet[11] und war deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt mit Ausnahme von Watzendorf und Wollersdorf. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Heilsbronn und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Windsbach. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) erfolgte die Aufspaltung der Ruralgemeinde Aich in

  • Ruralgemeinde Altendettelsau mit Froschmühle;
  • Ruralgemeinde Haag mit Jakobsruh, Reuth, Steinhof und Steinmühle;
  • Ruralgemeinde Wollersdorf mit Watzendorf;
  • Geichsenhof, Geichsenmühle, Hammerschmiede Mausendorf und Mausenmühle gehörten weiterhin zur Ruralgemeinde Aich.[12]

Von 1862 bis 1879 wurde Aich vom Bezirksamt Heilsbronn verwaltet, seit 1880 vom Bezirksamt Ansbach (1938 in Landkreis Ansbach umbenannt) und dem Rentamt Heilsbronn (1920–1929: Finanzamt Heilsbronn, ab 1929: Finanzamt Ansbach). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Heilsbronn, 1880–1956 Amtsgericht Heilsbronn, seit 1956 Amtsgericht Ansbach.[13] Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 6,082 km².[14] Am 1. Januar 1972 wurde Aich im Zuge der Gebietsreform nach Neuendettelsau eingemeindet.[15]

Historische Ortskarte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bau- und Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: → Liste der Baudenkmäler in Neuendettelsau#Aich

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Aich

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 231 259 265 277 289 299 282 278 279 274 272 284 313 312 300 295 308 301 296 354 325 298 269 280
Häuser[16] 48 50 49 57 58 54 53 52
Quelle [17] [18] [19] [19] [20] [19] [21] [19] [22] [23] [22] [22] [24] [22] [22] [22] [25] [22] [22] [22] [26] [22] [14] [27]

Ort Aich

Jahr 001807 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002007 002013
Einwohner 131* 129* 126 155* 147 129 160 149 152 141 145 166* 185 180
Häuser[16] 28* 28* 29 29 30 26 26 26 39*
Quelle [28] [17] [18] [20] [21] [23] [24] [25] [26] [14] [27] [29] [30] [1]
* inklusive Hammerschmiede

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist seit der Reformation überwiegend protestantisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Michael (Weißenbronn) gepfarrt. Bis 1818 war die sogenannte „Winterseite“ nach St. Peter (Petersaurach) gepfarrt. Seit 1901 gibt es in Aich eine Kapelle. Sie wurde von Georg Michael Wurth gestiftet (→ Kapelle (Aich)).

Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach Unsere Liebe Frau (Heilsbronn) gepfarrt, seit 1992 sind sie nach St. Franziskus (Neuendettelsau) gepfarrt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Staatsstraße 2410 gelangt man zur Anschlussstelle Neuendettelsau (AS 54) der A 6 und zur B 14. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Heilsbronn, Petersaurach, Mausendorf und Geichsenhof.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Kaspar Bundschuh: Aich. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 1: A–Ei. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1799, DNB 790364298, OCLC 833753073, Sp. 33 (Digitalisat).
  • Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Inaugural-Dissertation. Erlangen 1955, DNB 480570132, S. 36.
  • Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Band 2. Michael Laßleben, Kallmünz 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8, S. 827, 975–976.
  • Manfred Keßler: Der Rittersitz zu Dettelsau im hohen und späten Mittelalter. (Dissertation). Erlangen 2009, DNB 998940933, S. 363–370 (PDF; 11,1 MB).
  • Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Band 2. Verl. für Kunstreprod. Schmidt, Neustadt an der Aisch 1993, ISBN 3-923006-90-X, S. 141–142 (Erstausgabe: Beck, Nördlingen 1879).
  • Konrad Rosenhauer u. a. (Hrsg.): Der Landkreis Ansbach. Vergangenheit und Gegenwart. Verl. f. Behörden u. Wirtschaft Hoeppner, Aßling-Pörsdorf/Obb. 1964, DNB 450093387, S. 106.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Aich (Neuendettelsau) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Gemeindeverwaltung Neuendettelsau (Hrsg.): Neuendettelsau. Informationen, Behördenwegweiser. Neuendettelsau 2014, S. 7.
  2. a b E. Fechter, S. 36
  3. Aich im BayernAtlas
  4. M. Keßler, S. 369.
  5. G. Muck, Bd. 2, S. 141f.
  6. Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/1, 7. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 729.
  7. G. Muck, Bd. 2, S. 142.
  8. M. Jehle, Bd. 2, S. 827.
  9. J. K. Bundschuh, Bd. 1, Sp. 33.
  10. M. Jehle, Bd. 2, S. 1017.
  11. Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 963.
  12. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 43 (Digitalisat).
  13. M. Jehle, Bd. 2, S. 975f.
  14. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 751 (Digitalisat).
  15. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 421.
  16. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  17. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 3 (Digitalisat). Für die Gemeinde Aich zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Birkenhof (S. 10), Geichsenhof (S. 29), Geichsenmühle (S. 29), Mausendorf (S. 58) und Mausenmühle (S. 58).
  18. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 144 (Digitalisat).
  19. a b c d Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 174, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  20. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1041, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  21. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1205, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat). Dort fälschlicherweise mit 282 angegeben. Dies beruht auf eine falsche Angabe für die Einwohnerzahl von Geichsenhof. Laut Volkszählung von 1871 hatte Gde. Aich: 299 E. Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 174, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  22. a b c d e f g h i j Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 164, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  23. a b Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1093 (Digitalisat).
  24. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1157 (Digitalisat).
  25. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1195 (Digitalisat).
  26. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1021 (Digitalisat).
  27. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 170 (Digitalisat).
  28. Konrad Rosenhauer u. a.(Hrsg.), S. 106.
  29. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 329 (Digitalisat). Die Bewohner und Wohngebäude der Hammerschmiede sind hier dazugerechnet worden.
  30. Statistik der Einwohnerzahlen in den Ortsteilen. (Memento vom 8. September 2012 im Webarchiv archive.today) auf: neuendettelsau.eu