Oberamt Windsbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Klosterverwalteramt Heilsbronn)
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Das Oberamt Windsbach war eines von den 15 Verwaltungsgebieten des Fürstentums Ansbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Amt Windsbach gehörte ursprünglich zur Burggrafschaft Nürnberg. Im burggräflichen Urbar von 1361/64 werden außer Windsbach folgende Orte aufgelistet (in Klammern die Zahl der Untertansfamilien): Bechhofen (3), Elpersdorf (6), Hängelberg (2), Retzendorf (1), Reutern (1), Suddersdorf (6), Untereschenbach (3) und Wassermungenau (1).[1] In der Rechtsnachfolge der Burggrafschaft Nürnberg wurde es ab 1427 ein Amt des Markgraftums Ansbach.

Das Kastenamt Windsbach hatte nach dem 16-Punkte-Bericht von 1608/16 Untertanen in folgenden Orten: Adelmannsdorf, Aich, Altendettelsau, Aychenmühle, Bechhofen, Beerbach, Bertholdsdorf, Biederbach, Brunn, Buckenmühle, Die Nechste Mühl darunder (bei Mitteleschenbach), Dürrenmungenau, Dürrnhof, Elpersdorf, Eschenbach, Geichsenhof, Geichsenmühle, Gerbersdorf, Gersbach, Haag, Heglau, Hergersbach, Hirschlach, Ismannsdorf, Kapsdorf, Kettersbach, Kirschendorf, Kitschendorf, Lanzendorf, Leipersloh, Mausendorf, Mausenmühle, Melbersmühle, Merkendorf, Mitteleschenbach, Moosbach, Neue Mühle, Neuendettelsau, Neuses bei Windsbach, Neues bei Merkendorf, Petersaurach, Pflugsmühle, Retzendorf, Reutern, Reuth, Sallmannshof, Sauernheim, Schillingsmühle, Schlauersbach, Schwalbenmühle, Selgenstadt, Speckheim, Steinhof, Stollenmühle, Suddersdorf, Triebendorf, Untereschenbach, Veitsaurach, Waizendorf, Wassermungenau, Watzendorf, Weißenbronn, Wernsbach, Winkelhaid, Winterhof, Wolfsau, Wollersdorf und Ziegendorf.[2]

Das Oberamt untergliederte sich im Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach und Bürgermeister und Rat zu Windsbach. 1750 wurde das Oberamt Windsbach durch das erst 1741 entstandene Oberamt Heilsbronn vergrößert. Dieses bestand aus dem Klosterverwalteramt Heilsbronn, Verwalteramt Merkendorf, Verwalteramt Waizendorf und Pflegamt Nördlingen am Ries.[3]

Zuletzt erstreckte sich die Landesherrschaft (Hochgericht, Niedergericht außerhalb des Etters, Kirchenhoheit, Steuerhoheit u. a.) auf ein Gebiet, das ungefähr dem Landgericht Heilsbronn entsprach. Für das Gebiet, das ungefähr der heutigen politischen Gemeinde Lichtenau entspricht,[4] übte das Pflegamt Lichtenau der Reichsstadt Nürnberg die Landesherrschaft in vollem Umfang aus. Für Wolframs-Eschenbach hatte das Stadtvogteiamt Eschenbach des Deutschen Ordens die Landesherrschaft inne. Das Gebiet, das ungefähr dem nördlichen Teil der politischen Gemeinde Heilsbronn entspricht,[5] unterstand dem brandenburg-bayreuthischen Stadtvogteiamt Markt Erlbach. Hier erstreckte sich die Landesherrschaft auf die Dorf- und Gemeindeherrschaft, das Niedergericht außerhalb des Etters, der Kirchen- und Steuerhoheit. Das Hochgericht war auf die Festnahme von Straftätern begrenzt, die dann an das Richteramt Roßtal auszuliefern waren. Die Rittergüter Dürrenmungenau und Neuendettelsau, gehörten zum Ritterkanton Altmühl. Die jeweiligen Herren der Rittergüter hatten ähnliche Befugnisse wie bei den vorgenannten Orten angegeben. Die festgenommenen Straftäter waren an das Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach auszuliefern.

Innerhalb des Oberamtes gab es noch Orte, wo die Dorf- und Gemeindeherrschaft von Fremdherren übernommen wurde:

Als Dorfherren konnten sie in Niedergerichtssachen innerhalb des Etters entscheiden.

In der Grundherrschaft einzelner Anwesen gab es ebenfalls Fremdherren.

Ab 1791/92 wurde das Fürstentum Ansbach von dem preußischen Staat als Ansbach-Bayreuth verwaltet. Damit ging das Oberamt Windsbach in dem Ansbacher Kreis auf.

Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach übte das Hochgericht über sämtliche Orte des Oberamts Windsbach aus mit Ausnahme des Verwalteramtes Waizendorf und des Pflegamtes Nördlingen.

Es hatte die Dorf- und Gemeindeherrschaft über folgende Orte inne: Bechhofen, Bertholdsdorf, Elpersdorf bei Windsbach mit Kugelmühle, Kirschendorf, Moosbach, Neuses bei Windsbach, Retzendorf, Schlauersbach mit Bachmühle, Seitendorf, Suddersdorf, Untereschenbach, Wassermungenau, Watzendorf, Wernsbach, Windsbach, Winkelhaid, Wolfsau mit Hölzleinsmühle.

Das Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach hatte in folgenden Orten Grundherrschaften (in Klammern ist die Zahl der Anwesen angegeben):

  • Unmittelbar: Abenberg (1), Altendettelsau (2), Bechhofen (9), Beerbach (2), Bertholdsdorf (27), Brunn (3), Ebersbach (1), Elpersdorf (6), Haag (2), Hergersbach (1), Ismannsdorf (1), Kirschendorf (1), Merkendorf (1), Moosbach (5), Neuses (1), Obersteinbach ob Gmünd (4), Retzendorf (2), Reutern (1), Sauernheim (6), Schlauersbach (8), Seitendorf (14), Selgenstadt (1), Suddersdorf (10), Untereschenbach (5), Wassermungenau (24), Watzendorf (2), Wernsbach (4), Winkelhaid (4), Wolfsau (1), Wollersdorf (3).
  • Mittelbar: Kapellamt Windsbach: Neuses (1), Windsbach (1); Stadtpfarrei Windsbach: Moosbach (1); Kirche Windsbach: Retzendorf (1), Veitsaurach (1); Kirche Gleizendorf: Wicklesgreuth (1); Pfarrei Sachsen b. Ansbach: Kirschendorf (1); Spangenpfründe in Bamberg: Speckheim (2).

Bürgermeister und Rat zu Windsbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bürgermeister und Rat zu Windsbach hatte in folgenden Orten Grundherrschaften (in Klammern ist die Zahl der Anwesen angegeben):

  • Neuses (1), Windsbach (2).

Klosterverwalteramt Heilsbronn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klosterverwalteramtes Heilsbronn hatte die Dorf- und Gemeindeherrschaft über folgende Orte inne: Aich, Altendettelsau, Göddeldorf, Großhaslach, Haag, Heilsbronn, Kapsdorf, Ketteldorf, Mausendorf, Petersaurach, Reuth, Trachenhöfstatt, Volkersgau, Wattenbach, Weißenbronn, Weiterndorf, Wicklesgreuth mit Gleizendorf, Ziegendorf.

Das Klosterverwalteramt Heilsbronn hatte in folgenden Orten Grundherrschaften (in Klammern ist die Zahl der Anwesen angegeben):

  • Unmittelbar: Aich (24), Altendettelsau (3), Bechhofen (3), Betzmannsdorf (2), Birkenhof (2), Breitenlohe (2), Büschelbach (4), Eyb (1), Geichsenhof und Geichsenmühle (2), Gleizendorf (7), Großhaslach (46), Haag (13), Heilsbronn (102), Hennenbach (3), Hirschbronn (4), Immeldorf (1), Kapsdorf (2), Ketteldorf (19), Kleinhabersdorf (1), Langenloh (1), Malmersdorf (1), Mausendorf (13), Moosbach (5), Neukirchen (1), Neuses bei Windsbach (4), Petersaurach (65), Reckersdorf (1), Regelsbach (3), Reuth (11), Rohr (6), Rückersdorf (2), Suddersdorf (4), Thurndorf (5), Trachenhöfstatt (3), Volkersgau (9), Wasserzell (1), Wattenbach (10), Watzendorf (3), Weißenbronn (40), Wernsbach b.Windsbach (2), Wicklesgreuth (3), Wollersdorf (10), Ziegendorf (5).
  • Mittelbar: Pfarrei Weißenbronn: Reuth (1).

Verwalteramt Merkendorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verwalteramt Merkendorf hatte die Dorf- und Gemeindeherrschaft über folgende Orte inne: Gerbersdorf, Heglau, Hirschlach, Ismannsdorf, Merkendorf, Ober- und Unterhöhberg, Sauernheim, Selgenstadt, Speckheim.

Das Verwalteramt Merkendorf hatte in folgenden Orten Grundherrschaften (in Klammern ist die Zahl der Anwesen angegeben):

  • Unmittelbar: Adelmannsdorf (3), Beerbach (1), Dürrnhof (5), Gerbersdorf (8), Gotzendorf (2), Hauslach (1), Heglau (17), Hirschlach (21), Ismannsdorf (11), Merkendorf (126), Mitteleschenbach (7), Mörlach (2), Neuses bei Ornbau (5), Sauernheim mit Hopfenmühle (13), Selgenstadt (13), Speckheim (8), Untereschenbach (3), Waizendorf (1), Wasserzell (2), Windsbach (1), Winkelhaid (1), Wolfartswinden (2), Zandt (4).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Eigler: Schwabach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 28). Michael Laßleben, Kallmünz 1990, ISBN 3-7696-9941-6, S. 362.
  • Johann Bernhard Fischer: Oberamt Windspach. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, S. 397–422 (Digitalisat).
  • Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Michael Laßleben, Kallmünz 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8.
  • Oberamt Windspach. In: Friedrich Gottlob Leonhardi (Hrsg.): Erdbeschreibung der Fränkischen Fürstenthümer Bayreuth und Anspach. Hemmerde und Schwetschke, Halle 1797, S. 423–430 (Digitalisat).
  • Gottfried Stieber: Ober-Amt Windspach. In: Historische und topographische Nachricht von dem Fürstenthum Brandenburg-Onolzbach. Johann Jacob Enderes, Schwabach 1761, S. 15–16 (Digitalisat).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. M. Jehle, Bd. 1, S. 500f.
  2. M. Jehle, Bd. 1, S. 725–735.
  3. J. B. Fischer, Bd. 2, S. 398.
  4. Lichtenau: Ballmannshof, Boxbrunn, Büschelbach, Erlenmühle, Fischbach, Gotzendorf, Gotzenmühle, Herpersdorf, Immeldorf, Malmersdorf, Stritthof, Unterrottmannsdorf, Waltendorf, Wattenbach, Weickershof, Weidenmühle, Zandt, Zandtmühle. Zuzüglich Langenloh, Milmersdorf, Rutzendorf, Sachsen bei Ansbach, Volkersdorf
  5. Heilsbronn: Betzendorf, Böllingsdorf, Bonnhof, Bürglein, Gottmannsdorf, Höfstetten, Ketteldorf (zum Teil), Markttriebendorf, Müncherlbach, Neuhöflein, Weiterndorf. Zuzüglich Hörleinsdorf, Kehlmünz, Münchzell.